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Jüdische Presse · 1934-08-31 · 33 (31.8.1934) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
20 (1934)
Issue
33 (31.8.1934)
Date
1934-08-31
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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JÜDISCHE PRESSE HUUIdUnEi rllKuv■ ■יו. ORQAN FÜR ORTHODOXEN JUDENTUMS• Redaktion und Administration: Wien, II., Malzgasse 12 a, Telephon A-46-0-15. Tschechoslowakei: Bratislava, Bostfach 381. Jugoslawien: Subotica, Zrinjski trg 31. Erscheint jeden Freitag. Redaktionsschluß: Mittwoch Mittag. Abonnementpreise: Ganzjährig: für Oesterreich S 16, Tschechoslowakei Kc 60, Jugoslawien Dinar 150, das übrige Ausland Schw. Fr. 14. Einzelnummer öst. Gr. 40. Zahlungen ftir ״Jüdische Presse", Wien, auf folgende Postsparkassenkonti: Wien Nr. D-93.614, Brünn Nr. 126.068, Berlin Nr. 122.619, Budapest Nr. 60.170, Warschau Nr. 190.409, Zagreb Nr. 40.217, Zürich Nr. VHI, 4117, Nr. 33 Wien-Bratislava, 31. August 1934 .ב׳ה ווינא־פרעםגורג כ׳ אלול תיציד 20. Jahrg. Antireligiöse Kampagne in Sowjetrußland« Die J. T. A. meldet aus Moskau: Anläßlich der bevorstehenden hohen jüdischen Feiertage hat in der Presse die um diese Zeit übliche antireligiöse Kampagne eingesetzt. Bemerkenswert ist diesmal die Forderung, daß in dem ״autonomen jüdischen Gebiet“ niemals eine Synagoge, ein Beth Hamidrasch oder ein Cheder errichtet werden dürfe. In der Sowjetunion müssen die Wurzeln der Religion zum Verdorren gebracht werden. Wie wir es leider schon seit Jahren ge־» wohnt sind, beginnt jetzt in Rußland anläß־־ lieh der bevorstehenden hohen Feiertage wieder eine antireligiöse Kampagne. Eine Kampagne, die eine gründliche Unterminierung des religiösen Lebens zum Ziele hat, die jedes religiöse Empfinden und jede religiöse Regung abtöten will. Rußland ist der wundeste Punkt, den die Judenheit der Jetztzeit in ihrem schweren Leiden zu verzeichnen hat. Ueberall ist das jüdische Volk mehr oder minder grausamen Verfolgungen und Drangsalierungen ausgesetzt. Soweit der Blick reicht, findet man in der ganzen Welt antisemitische Pogrom־־ Bestrebungen mit einem kalten, stillen Terror gegen die ansässige Judenheit abwechseln. Aber alle diese Anfeindungen stehen weit gegen das zurück, was in Rußland geschieht, wo ein fein ausgeklügeltes System das jüdische Volk an seiner Wurzel zu erfassen versucht. Die Judenfeinde Rußlands — und sie sind es auch dann, wenn teilweise jüdisches Blut in den Adern einzelner von ihnen fließt — haben aus der Geschichte gelernt, daß der Bestand des jüdischen Volkes mit seinem Festhalten an Religion und Ueberlieferung unzertrennlich verbunden ist, und sie haben daraus die Folgerung gezogen, daß das jüdische Volk nur durch Zerstörung seiner religiösen Lebensbasis überwunden werden kann. Diese Erkenntnis ist es, die den Schmerz in uns aufwallen läßt, weil wir wissen, daß in Rußland, dank dem eben gezeichneten System, große Judenmassen, aus deren Reservoir wir bislang Kraft und Mut, Be־־ lehrung und Unterweisung geschöpft haben, vor dem Untergang stehen. In der jüdischen Geschichte gibt es un־־ zählige Beispiele dafür, wie blindwütiger Juden־־ haß sich immer an der Ueberlieferung des jüdischen Volkes austobte. Es mag als be־־ zeichnend gelten, daß wir das Chanuka־ Fest, an welchem wir den Sieg gegen Feinde feiern, die sich lediglich gegen die religiöse Kraft unseres Volkes wandten, acht Tage lang begehen, während das Purim־־Fest, an welchem sich die Errettung des jüdischen Volkes vor einer grausamen Niederschlachtung jährt, nur einen Tag dauert. Es mag darin eine Wertung der Judenfeindschaft liegen, eine Wertung, die, wie wir sehen, dem Kampf gegen die religiöse Lebensbasis ’ des jüdischen Volkes die weitaus größere Schwere und Trag־־ weite zuspricht. Gewiß, unsere Brüder und Schwestern leiden in Deutsch 1 a n d unsägliche Qualen. Dem Spott und Schimpf preisgegeben, auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens entrechtet, sehen sie den Boden ihrer wirtschaftlichen Existenz unter den Füßenjschwinden. Nicht sehr viel besser, wenn auch unter völlig anders ge־־ arteten äußeren Bedingungen, geht es unseren Glaubensgenossen in iiner Reihe anderer Länder. Aber die physischen und seelischen Leiden, die unsere Brüder in R u ß 1 a n d auszu־־ stehen haben, stellen all dies in den Schatten. Der Antisemitismus! kämpft mit vielerlei Mitteln. Eines der beliebtesten ist ihm die Vers allgemeinerung von einzelnen Juden auf das ganze jüdische Volk, dife bewußt verleumde־־ rische Identifizierung den jüdischen Gesamt־ heit mit Ideen und Bewegungen, die in Wirk־־ lichkeit nicht nur den Nichtjuden, sondern in erster Linie den Juden -selbst katastrophalen Ruin bedeuten. So hat es denn auch der Nas tionalsozialismus immer, im Interesse seiner parteidogmatischen Volksverhetzung, für gut befunden, das Judentum für den Kommunis־ m u s verantwortlich zu machen. Es wäre frei־־ lieh unnütz, gegen derartige, von innerem Haß gezeugte, bewußt falsch^ und hetzerische Bes hauptungen zu polemisieren. Wissen wir doch, daß der Nationalsozialismus die Judenheit nicht nur als Träger des Kommunismus, sondern zu gleicher Zeit auch als dessen Antipoden, als Träger des Kapitalismus, bezeichnete. Wissen wir doch, daß diese unmenschlichen Hasser keiner Belehrung zugänglich sind, die an Der Minister für die Kolonien Sir Philip Cunliffe- Lister hat dem Mitglied des Unterhauses Colonel Josiah Wedgwood die ihm in der Unterhaussitzung vom 20. Juni versprochene Information in bezug auf die Bevölkerungszahl und die Zahl der Stimmberechtigten unter Arabern und Juden in Jerusalem und in den anderen ׳Städten Palästinas schriftlich zugehen lassen. In dem Begleitschreiben teilt der ׳Kolonienminister mit, ■, die Zahlen basieren auf Mitteilungen des High Commissioner für Palästina Sir Arthur Wauchope, der ihnen das auf Grund der Municipal Corporations Ordinance von 1933 hergestellte Register zugrunde gelegt hat. In jüdischen Kreisen erfährt man mit Ueberraschung, wie wenig die Zahl der stimmberechtigten Juden dem wirklichen Verhältnis der jüdischen Bevölkerung zur Gesamtbevölkerung entspricht. Sollte die Verteilung der!Sitze in dem zukünftigen Legislative Council auf Grund der Zahl der ־Stimmberechtigten unter Arabern und Juden erfolgen, so würden die Juden außerordentlich ungünstig abschneiden, und damit wäre der gesamten Entwicklung dieses Problems eine sehr ungünstige Prognose gestellt. Aber auch bei den kommenden Munizipalwahlen würden die Juden, was die Zahl ihrer Stimmberechtigten betrifft,. in einer Weise in den Hintergrund gedrängt werden, die gar nicht ihrer wirklichen Bevölkerungsstärke und noch weniger ihrer Bedeutung als aufbauendes Element im Lande entspricht. In Jerusalem leben 51.222 Juden und 39.229 Araber; stimmberechtigt aber sind 4362 Araber und 4235 Juden. In Jaffa gibt es unter 47.168 Arabern 4345 Stimmberechtigte, unter 7209 Juden nur 514 Stimmberechtigte. Von den in Haifa lebenden 34.148 Arabern sind 5186 stimmberechtigt, von den 15.923 Haifaer Juden sind 3010 stimmberechtigt. In Safed leben 6891 Araber, davon sind m₪₪₪₪₪u₪m^₪aa₪₪B₪₪₪₪m Die nächste Nummer der »Jüdischen Presse« erscheint als Rosch-Haschono-Feiertagsnummer in verstärktem Umfang am Freitag, den 7. September. Inseratenannabme bis Mittwoch, den 5. September. Redaktionsschluß: Dienstag, den 4. September. ihrer Verbissenheit und an ihrem sträflichen Fanatismus rütteln könnte. Aber im Lichte der antireligiösen Kampagne in Rußland, die, wie schon in früheren Jahren, anläßlich der hohen Feiertage organisiert wird, erscheint das Bild eines gehetzten jüdischen Volkes, welches ge־־ rade und nur durch das F e s 111 a 11 e n a n seiner Tradition seinen Fortbestand sichern kann, erscheint das Bild eines jüdi־־ sehen Volkes, welches einzig und allein seinem G־־tt dienen will und im übrigen nur Ruhe und Frieden von seiner Umwelt für sich fordert. Das jüdische Volk — wir sind dessen sicher — wird m. G. FL auch diese Zeiten bitterster Not überstehen.׳; Das jüdische Volk — auch dessen wollen wir sicher sein — wird den Weg zum Allgütigen, von dem leider be־־ deutende Teile abgewichen sind, zurückfinden. Das jüdische Volk — das sagen uns die heiligen EluLTage — kann und wird durch Einkehr und Buße seine Erlösung und den Aufbau des neuen Zion Wiedersehen. ndM 249 stimmberechtigt. Von den 2537 Safeder Juden sind 561 stimmberechtigt. In Tiberias leben 3210 Araber (275!Stimmberechtigte) und 3181 Juden (525 Stimmberechtigte). In diesen beiden Städten, in denen eine autochthone jüdische und eine zu einem Teil fluktuierende arabische Masse lebt, ist das Verhältnis der Juden nicht ungünstig. In den meisten anderen Städten Palästinas ist die Zahl׳ der jüdischen Stimmberechtigten entweder ganz bedeutungslos oder es gibt überhaupt nicht jüdische Stimmberechtigte. In Aklio z. B. sind von 237 Juden, nur 12, in Beisan von 88 Juden nur 14, in Hebron von 135 Juden nur 2 stimmberechtigt. Von den 79 Juden in Nazareth ist keiner stimmberechtigt. In Nablus leben 167 Samaritaner und 6 Juden, aber nur 10 ״Juden" (in der Wählerliste werden die Samaritaner zu den Juden gerechnet) sind stimmberechtigt. In Bethlehem leben 2 Juden, in Gaza lebt 1, in Ramleh 1 Jude. Tel-Awiw ist in der Liste nicht enthalten, weil dort nicht vor dem 10. Jänner 1935 gewählt wird. Mit Ausnahme von Tel-Awiw gibt es in den!Städten 20.325 arabische und 8583 jüdische Stimmberechtigte. Die arabische Bevölkerung in den Städten beträgt 257.500, die jüdische (Tel-Awiw ausgenommen) 82.865. (2. T.-A.) Ie1slungs(ah1g§tes Möbelhaus hfl♦ Redler; Wien E, Sdiotlenving 35 Telephon A-12-9-78, Gesamtausstattungen von der billigsten bis zur 1' VI Räumungsverkauf be! Ofhmar Schiff Wegen anhaltender Stagnation wird das Lager zu tief reduzierten Preisen geräumt, Scheitel bereits von S 60.־־־ aufwärts. 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