Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 20 (1934)
- Issue
- 32 (24.8.1934)
- Date
- 1934-08-24
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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'• - -;*־\v ׳ -יי־ _ -י \ *>*?*״ 1־4 *3 fürchte«; Die schlossen, Die Läge in Aigetfeä ist iffimer hoch מ i en t b efriedet« Die fiehöraiiihabefl den W de»e d m■trfitt in Bon e m der MitteMeerküste ve * b ot en, dä sie daß ef 2ü neuerlichen Unruhen führen könnte« jüdischen . Geschäfte in der Stadt sind ge« . die mösleäütischen Truppen. Werden in den Käsernen gehalten und europäisches Miiitär beWaäht die Stadt, verstärkt dürch Matrosen von den Kreuzern ״Mateiot" und ״Lebiane“. Es-wird berichtet} daß am iö. August ein Auto .von Arabern angehalten und der Führer, ein jüdischer Barbier namens Henry׳, ermordet wurde. — 300 jüdische Geschäfte sind im Laufe der tinruhen demoliert worden. Einige Pariser Zeitungen befassen sich in sensätiönelier Weise mit der Rolle deutscher Agenten bei den Pogromen in Constantine und in anderen Orten in Algier Und wissen u. a. zu berichten, daß man bei einem der verhafteten Pogromführer einen Awei Wochen vor dem Pogrom datierten Brief aus Berlin an den ״Führer der Nationalsozialisten in Algerien“ gefunden hat, in dem Über Erfolge der Nazipropaganda in der ganzen Welt berichtet und den Nationalsozialisten in Algerien der Vorwurf gemacht wird, daß man nichts über ihre ״Tätigkeit'* erfährt. Alle R ä b bin er Polens sind vergangene Woche aufgefordert Worden, am Sabbath Gebete für die Opfer des Pogroms in Algerien zu sprechen und S a m mlangen zur Unterstützung der Pogromgeschädigten und zur Bekämpfung des Antisemitismus einzuleiten. Streng rituell... wird Kunerol erzeugt, in modernen, appetitlich reinen Anlagen, die vom Publikum jederzeit besichtigt werden können. Kunerol ist garantiert reines, 100% iges Pflanzenfett. Seine besonderen Vorzüge sind:. Großer Nährwert, leichte Verdau* lichkeit und lange Haltbarkeit. Kunerol wird unter ständiger Aufsicht des Herrn Bezirksrabbiners S. Ehr e n f e I d zu Matte rs bürg, hergestellt. Das aus allen ächiehteh des polnischen Judentums st§ Komitee zur Bekämpfühg des Hitiertum3r hat ih etter RiSöiiftftm! zuniAüiirttti gebracht, daß die ungeheheflfehit Giiehehiisst iAAlgerien, wtr zahlreiche Juden bestialisch hmgesehlachtet und hunderte Juden verletzt Wüfüeti, zweifellos eine1 logische Folgt der Welle der Na zi bar baf et ist« Espunterüegt keinem Zweifel, daß Agitatoren des N a z i s mm säen Hauptanteil m der Organisierung״ der Pogrome inAigerien habe«. Von der französischen Regierung darf-erwartet werden, daß sie mit ihrer ganzen Macht und!Autorität sich dieser 2erstörenden Hetzarbeit entg%genst§ 1 i§n und eine Wiederholung solcher Geschehnisse unmöglich machen wird. 5t Der Bürgermeister voii^ Konstantine, Marinaud, hat der französischen Regieruhg die Forderung vorgelegt, eine Reihe von ׳Maß nahtti eh zu treffen, durch die eine Wiederholung der antijüdischen Unruhen unmöglich gemacht werden soll. Em militärisches Luftgeschwader von 500, Flugzeugen sollt, dauerndenא Algerien stationiert werden. Die anläßlich der Unruhen vergrößerte Garnison von Constantine solle in ihrer jetzigen Stärke aüfrechterhaiten* werden. Eine amtliche Rdmmissiöh möge eingesetzt werden, die eine offizielle Schätzung der Verluste vorzunehmen und .einen großen Hilfsfonds zu schaffen hätte.. Den jüdischen Kaufleuten, deren Läden zerstört wurden, soll sofort ein Moratorium eihgträumt werden. Wie die Jüdische Teiegraphen-AgentUr erfährt, haben Generalgouverneur Carde und die Regierung diese Forderungen ge billiget.׳ 100% REINES KOKOSNUSSFETT Nur echt in Originalpackung! ה ש נ ר, übermitteln Sie allen Ihren Verwandtem 5 Freunden, Runden, Gästen und Bekannten S ן בתיבה וחתימה טובה durch die ״JÜDISCHE PRESSE“ Die Einschaltung laut nebenstehendem Muster kostet Wolf PaßpifiliglHt Auf Wunsch, Wird an angegebene Adressen das Blatt kostenlos versendet. / Bestellungen sind zu richten: Aus der Tschech0־ Slowakei an die .״Jüdische Presse“, Bratislava, Edlhof, Postfach 381. / AUS Oesterreich und dem sonstigen Aus- 1 an d an die ״Jüdische Presse“, Wien, II., Malzgasse 12 a (Tel. A-46-0-15) ״ ,.וווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווו1..ד Von der Wiener Aguda. Machne Olim. Die landwirtschaftliche Ausbildungs- Stätte ״Machne Olim" für Chalüzim in Schächendorf wurde am Donnerstag, den 23. August, geschlossenV Die Teilnehmer, die sich vorzügliche Fachkenntnisse in der Landwirtschaft auf, dem musterhaft geführten Gut des Herrn Ungar angeeignet haben, werden auch in Wien zu einer eigenen Gruppe zusammengefaßt bleiben, um sich für die Alijah auch geistig gehörig vorzubereiten.. Sekundenverkaufsaktion. Trotz der verspäteten inangriffnahme der Sekundenverkaufsaktion in Oesterreich lassen sich erhebliche Fortschritte feststellen. Nach den von den Gruppen einlaufenden Berichten ist mit einem durchschlagenden Erfolg zu rechnen. Die Werber werden auf diesem Wege noch einmal gebeten, den Vertrieb der Sekundenscheine mit größter Intensität förtzusetzen. Preisverteilung. Die erfolgreichsten Sammler der ״Drei-Wochen-Aktion“ für den Keren Hajischuw haben diese Woche Preise zugesprochen erhalten. Es sind dies die Jugendgruppier: Hermann Fischer, Karl Fuchs, Josef Kohn, Jakob, Mörsel, Rauchwerger jun., Naftali Ungar und Wrasilek. '■׳-;5•^ 1־־־'5־"'״,.;;; Beth-Jakob-Schule. Der Unterricht an. der Wiener Beth-JakobrSchule wird' heuer voraussichtlich ,•äßhphi-'.jjBün <4. f September« ״«eröffnet. * Nähere .W§Öautharutigeh folgen. * Daf-Hajäumi.-Der Daf-Hajaumi wird allabendlich an folgenden Stellen gelernt: Agudas-Jisroel-Ortsgruppe, II., Leopoldsgasse 16, Jugendgruppe, II., Floßgasse 1, Bethausverein Khäl-Chässidim, TL, Franz-Hochedlinger- Gasse. 2, Sadagoraer Kläüs. II.j Herminengasse 8, Chäside Bojan, n., Große Schiffgasse 13, Großrabbiner Rabinowitsch, II., Heinestraße- 3, Größrähbiner Heschel, ,II., Rueppgasse 9, Rabbiner H. Asohkenazy, II., Franz-Hochedlinger-Gasse 23,ySchömre Ha'däs, XX., Othmargasse 43, und Neweh-ScholäuifhrX., Rötenhofgasse 22. y׳ - - ' -uii Kritik und Betrachtung. Illlllllllllllllilllllilllilllllllllillllillllllllllllllllllllllllllllllllli Die Gesellschaft des Herrn Rabbiner Kuk. Die Jüdische, »Telegraphen-Agentur veröffentlichte dieser Tage die Antwort von Oberrabbiner K ü k auf die Anfrage der polnischen Agudas-Hpraöbonim die ״Jüdisehe Presse“ hat zu dieser Anfrage vergangene Woche kritisch- Stellung-genommen —, ob'es wahr sei, daß Ober־: rabbiner Kuk am Pessach des Jahres 5680, anläßlich der Verhaftung Jabotinskys, durch Unterfertigung eines Protestes öffentlich eine Sabbatentweihung begangen habe. Die Antwort geht dahin, daß damals nur eine An־ frage an Oberrabbiner Kuk gelangt sei, ob man am Schabbos einen Protest, gegen die Verhaftung unter■; schreiben dürfe, daß er aber diese Anfrage a b s c h 1 ä g i g heschiedeij habe. Allerdings, so wird weiter festgestellt, haben die damaligen Zeitungen fälschlich;mitgeteilt, daß Rabbiner Kuk die Erl a u b n i s zur Zeichnung des Pro■* testes am Sabbath gegeben hätte. Wie also Jabotinsky dazu kommt, unter genauer Ortsbezeichnung in einer großen Warschauer Tageszeitung mitzuteilen, daß der Chilul-Schabbos erfolgt sei, ist unerfindlich. Wie dem auch sei, bleibt die Frage aufrecht, ob sich Herr Oberrabbiner Kuk wohl fühlt in der Gesellschaft von Leuten, die ihrer ״Hochschätzung“ durch die Behauptung Ausdruck verleihen, er habe öffentlich mechalel Schabbos gewesen. Die Lemberger Misrachi-Konferenz. : In Lemberg tagte vergangene Woche endlich die lang erwartete Misrächi-Weltkonferenz, deren Eröffnung statt, wie geplant, am Mittwoch, erst am Freitag stattfinden konnte, da das Büro vergessen hatte, rechtzeitig die behördliche Anmeldung vorzunehmen. Das Hauptthema der Tagung war die Bereinigung der bestehenden Differenzen innerhalb des Misracbi,. Was aus der Masse der Unklarheiten und Zweideutigkeiten klar hervorgeht, ist die Tatsache, daß im Misrachi beute. *we i R ich* t u n g 0 n bestehen, deren eine, der ״MisrachiTHa׳wa׳Wk“, oin Zusammengehen mit der linken Exeku« t i v e, die heute die Zionistische Orgänisation beherrscht, - e m p f i e h 1 ti während die andere mit den revisionist^ sehen Ohauvlnisteit Jabotinskyseh61'^^ Couieur lieb״ äugelt. ,.;;•O ■: ״־'ly -1'’׳■■:י ׳ ■■ ■•״. / ■";1■■•כ rיי Die religiösen ״Maschgichim“ der Zionistischen Pr״ ganisation zerbrechen sieh also nur-ihre ■wertyollen Köpfe darüber, ob sie ihre servile Haschgacba di e s.en Apikorsim : oder jene n Kofrim angedeiben laufen soüen. Wie man sieht, ist die Thora und eiud ihre Forderungen iß ״guten“ Händen. Aufsehenerregende Anklage gegen Misrachi: Die Tel-Awiwer Tageszeitung ״Dayar“ vom 19. Aw erhebt gegen Misräghifolgende Anklage; . ׳ ״In der Schechuna, ,Mekor Chajim‘, im Süden, von Jerusalem, hatte seinerzeit der.;״Keren Kajemeth“ 120 Dunam flachen und fetten guten, ,Bodeh erworben. . Dieser Boden ist dem Misrachi zw^ck^ ׳Gründung einer orthodoxen. Schechuna übergeben worden. Säintliche Kolonisten, die auf eine Ansiedlüng; in dieser Schechuna aspirierten, mußten vom Mi|raphi4jbestätigt werden. Nach kurzer Zeit ist aus dieser orthodoxen Schechuna unter misrachistischer Leitung einerseits ein Zentrum arabischer Arbeit, andererseits ein Zentrum' christlichm i ss i o när i s c h e r.... Tätigkeit geworden. Es klingt zwar unglaubhaft, aber es sind dies registrierte und , kontrollierte Tatsachen. In der ganzen Schechuna sind auf sämtlichen. Gebietiß•' ^u-aber beschäftigt. Das nahe arabische Dorf, das während der letzten *Pogrome geplündert hat, liefert jetzt, billige Arbeitshände, Anfangs war dies eine vereinzelte Erscheinung, doch da der Misrachi in keiner Weise reagierte, ist sie zur Regel geworden. Anderseits wieder sinß;viele Häuser der Schechuna für missionarische Zwecke vermietet, So ist beispielsweise das Haus eines gewissen Re.ttner an eine deutsche Missionärin vermietet. In diesem Hause werden durch verschiedene Mittel Kinder herangelockt und während vis-ä- . vis in der Synagoge gebete.t- Wird, ertönen aus dem Missiönshäuse die Gesänge. Ein jüdisches Mädchen von 22 Jahren ist in dieser Schechuna bereits der Taufe zuge״ führt worden. Dieser Zustand hält schon zwei Jahre an.“ Wir bringen hier wörtlich die Anklage des ״Davär“. Ein Kommentar erscheint uns überflüssig. Ein Inserat. 5:; ■ I,:;' Die Berliner ,,D.euts^ h. e Z e i t u n g“, druckt fhit höhnischer Glössieruhg folgendes Inserat ab, das, wie sie berichtet, in einem: Schweizer Blatte erschienen ist: : ״Junges, fesches, deutsches Sportmädel, I s ra e- 1 i.% i n, sehr wohlsituiert, 'blond, lebehsfroh und liberal denkend, wünscht Ehekämernden, groß (über 176 cm), bIond beyorzug־t, wie überhaupt n0rdiseher T y p, Akademiker in sehr guten finanziellen Verhältnissen, jüdischer Konfes^ipn, 27-33jährig, intellektuell, '*•' natur- und sportUehend•“^. .. Es ist ja nicht unmöglich; daß wir da eiße E r f ,i n• düng der antisemitischen *Zeitung1 vor uns haben,. Ebens<j könnte der türkische Spaß eines antisemitischen Inserenten vorliegen. Bis zu einem gewissen Grade spricht für ehie dieser Erklärungen, daß^ der T!»tt^^ des Inserat hicht^^ bloß erbärmlich, sQndern auch beispiellQs, dumm ist. Aber die Erfahrungen, die man auchz-soust macht, lassen es leider B am wahrscheinlichsten" erscheinen, daß das ״junge, fesche, deutsche Sportmädei;' Israelitin“, wirklich,, und zwarj nicht bloß in der Einzahl, existiert. Wer da glaubt, daß die Ereignisse von 1933 lind 1934 auf den größten Teil der deutschen Juden -Erzieherisch gewirkt haben, -der irrt gewaltig. v jf- ‘ 'V;;.׳:'/-',-,.r׳jL;Bm.; (״Der Ruf",). 5 Nichts gekonnt und alles vergessen ... ' Die deutschen 11 h eralen J,u d״e n, die aus dem schmählichen Ziisammenbruch des deutschen Liberalismus im allgemeinen und des jüdischen im besonderen, nichts, aber auch gar nichts; gelernt haben. haben selbstverständlieh sehr, zahlreich an einem in London stattgehabten Ko n g־ r eß des Welt Verbandes für das‘ religiös-liberale Judentum teilgenommen. George Götz verbreitet sich über den Erfolg der Konferenz in den ״Mitteilungen der Jüdischen Reformgemeinde zu Berlin“.. Was da an liberalen Weisheiten ver-; zapft wird, sind nichts als längst überholte Gemeinplätze, die eigentlich nicht! einmal unserer Kritik und schon gar nicht unserer Betrachtung wert sind. Das Ganze mutet wie ein Mummenschwanz an und man fragt'sich nur, ob . die Herren in Deutschland heute keine anderen Sorgen haben, als. sich darüber aufzuregen, daß es noch Länder gibt, in denen ״religiöse Feierstunden“ und ״Bibelvörlesühgen“ in der Landessprache von den ״Orthodoxen“ verp ö n t werden. Daß die Herren in ihren Bestrebungen ״nicht erlahmen", werden, sei ihnen gegönnt. Aber daß sie beschlossen haben, ihre Tätigkeit nach Pa 1 ästina zu verpflanzen, das ist, sp ungefährlich dieser Beschluß Auch ist, doch-zu tragikomisch, als daß es nicht warnend vermerkt werden sollte. Man hätte doch meinen sollen, daß Hitler und sein System diesem Spuk ein Ende bereitet :haben. '׳ Für uns ist das Ganze nur die Bestätigung einer uralten Prophetie, die schmerzlich ausklihgt• in; dgn Ruf: ״Unnütz habe ich eure Kindgr geschlagen, sie haben keine Belehrung geschöpft," 5 Bund jüdischer Frontsoldaten Oesterreichs, Grabsteinaktion, Zwecks Vervollständigung der notwendigen Unterlagen werden Verwandte der am jüdischen Heldenfriedhof in Wien begrabenen Kriegsgefallenen ersucht, sich so bald wie mögUch' mlt der Kanzlei der; Bußdesführung, Wiep, 1״ Spiegelgasse 3/29, iß der Zeit von 10 bis 13 Uhr und von 15 bis 18 Uhr in Verbindung zu setzen. Uehersehene Quellenangabe, Zu unserem iß Nr. 28 veröffentlichten ״Wochenabscbnitt" des Herrn Rabbiner Läwy, Hamburg, tragen wir nach, daß. djese Arbeit der Hamburger deutschen israelitischen־ Leitung-,,!Die, Lanfn bütte" entnommen war. ■M 23532323532348485348235353235348485323235323532323482323238991 5323532348232353235348235323485353