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Jüdische Presse · 1934-08-24 · 32 (24.8.1934) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
20 (1934)
Issue
32 (24.8.1934)
Date
1934-08-24
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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#''ד*?-‘ Redaktion tmd Administration: Wien, 11., MaiZgasse 12 a, Telephon A-46-0-15 Tschechoslowakei: Bratislava, Postfach 281 Jugoslawien: S u b o t i c a, Zrinjski trg 81. erscheint jeden Freitag« Bedaktionssehluß: Mittwoch Mittag« Aboünementpreise: Ganzjährig: für Oesterreich S 16, Tschechoslowakei Kc 80, Jugoslawien Binar 150, das übrige Ausland Schw. Fr. 14.sEinzelnummer Öst. Gr. 40. Zahlungen für ״Jüdische Presse**, Wien, auf fob gende Postsparkassenkonti: Wien Nr. D-93.614, Brünn Nr. 126.058, Berlin Nr. 122.619, Budapest Nr. 60.170, Warschau Nr. 190.409, Zagreb Nr. 40.217, Zürich Nr. VIII, 4117« Nr. 32 •Bratislava, 24. August ב״ה וועא־פרעסבורג י״ג אלול תיצ־ד. 20. Jahrg• ״;:־:/■• .ד Die Jüdische .,Weltkonferenz“ iin Genf Während diese Zeilen niedergeschrieben werden, sind in Genf noch an die 100 jüdische Männer versammelt, die ihrer Beratung den hochtrabenden Titel ״Dritte jüdische Weltkonferenz“ gegeben haben, und zerbrechen sich den Kopf darüber, wie — wir zitieren den offiziellen Bericht •— ״die grundsätzlichen Bedenken gegen jüdische Weltkonferenzen und gegen den ״Jüdischen Weltkongreß“ jener Organisationen zerstreut werden könnten, die an dieser Konferenz nicht vertreten sind“. Nicht — wie Herr Dr. Goldmann auf der dieswöchigen Genfer jüdischen] ״Dritten Weltkonferenz“ sich so fein ausdrückte — ״eine Reihe von Gründen, die ihre letzten Ursachen in der sehr komplizierten g e s e 11 s c h a f 11 i c h e n und parte i m ä ß i g e n Struktur (?!) des jüdischen Lebens habe n“, haben die Verschiebung des Weltkongresses notwendig gemacht, der schon für das Frühjahr 1934 in Aussicht genommen war, sondern die einmütige Ablehnu n;g dieses zionist isehen Tarnungsversuches durch die maßgebenden jüdischen Organisationen. Und nicht ״die Notwendigkeit der Schaffung einer demokratisch konstituierten, in ihrer Legitimation unbezweifelbaren jüdischen Instanz, wie sie nur der Weltkongreß schaffen kann“, wird größer, sondern die Notwendigkeit, ' durch reales Denken und praktische Arbeit der großen Not des jüdischen Volkes in der Diaspora zu steuern, die Notwendigkeit, das jüdische Volk zu seinem G-tt und zu seiner Lehre zurückzuführen. ‘ . ״Je n e r“ Organisationen . . Man könnte meinen, daß es sich um unbedeutende Gruppen handelt, die man nur der Noblesse wegen gern heranziehen möchte;;Und man könnte meinen, daß diese ״Weltkonferenz“, wenn schon nicht die ganze Weltjudenheit, wie ihre Managers vorgeben, so doch wenigstens einen Großteil der Weltjudenheit repräsentiert. Aber in diesem Augenblick bemerkt man noch rechtzeitig die Präsenzliste, in der folgende auf der ״Weltkonferenz“ vertretene Organisationen aufgezählt erscheinen: Weltverband der Allgemeinen Zionisten; Poale Zion-Hitachduth; Weltmisrachi; Verband der Radikalen Zionisten; Zentralkomitees der Zionisten Westgaliziens und Ostgaliziens, ■ sowie Kongreßpolens; Judenstaats- Partei; EMIGDIRECT. Man kennt die Vorgeschichte dieser ״Weltkonferenz“. Von dem traurig berühmten Dr. Stephen W i s e ging die Anregung aus, einen jüdischen ״W eltkongr e ß“, aus allgemeinen Wahlen hervorgegangen, zu veranstalten, einen ״Weltkongreß“, der — so wollte es Dr. Wise — den Willen der ״Weltjudenheit“ ״manifestieren“, sollte. In Dr. Nähum G o 1 d m änn fand er einen kongenialen Partner,, der seit diesem Tage mit bewunderungswürdiger Unermüdlichkeit die Welt bereist, um für den ״Weltkongreß“ die Trommel zu schlagen. Aber das Glück ist ihm nicht hold. Vom ersten Tage an hat nicht nur Agudas Jisroel,• die Repräsentaritin der religio s e n Juden und der großen jüdisehen Massen des Ostens, sondern haben auch a I l e anderen maßgebenden, Körperschaften der West- Staaten und von Amerika den ״Weltkongreß“ a bgelehnt. Es kann heute nicht unsere Sache und es dürfte auch absolut nicht mehr nötig sein, die. Gründe für die Ablehnung des ״Weltkongresses“ auseinanderzusetzen, der ja niemals praktische Arbeit würde leisten können, sondern nur — das war die wirkliche, wohlweislich gehütete Absicht der Initiatoren — eine Tribüne für parteipolitische Aspirationen abgegeben hätte. Wir sind schon wiederholt mit Ankündigungen beglückt worden, daß der ״Weltkongreß“ an diesem und jenem Tag stattfinden werde. Diese Ankündigungen haben sich dann immer als etwas ״übereilt“ erwiesen. Und wenn es jetzt wieder heißt, der ״Weltr köngreß“ werde im Herbst 1935 stattfinden, so haben wir noch reichlich Zeit, auf das Schicksal dies e r Voraussage zu warten, Eines aber muß festgehalten und vor aller Welt erklärt werden: Weder der ״Weltkongreß‘♦, noch seine Vorlauf er, die sogenannten ״Weltkonferenzen“, haben das Recht, sich als Vertreter der Weltjudenheit zu deklarieren. Dem Gedenken Bundeskanzler Dr. Dollfuß'! Aus London erhalten wir jetzt einen Briefwechsel zwischen der politischen Exekutive der Agudas Jisr o e 1 und der Londoner ö!s te rreichischen Gesandtschaft zugesandt, der wieder ein Beweis für die ungeteilte!Sympathie ■und׳•' Anerkennung ist, deren sich der ermordete Bundeskanzler Dr. ■Dollfuß, der unvergeßliche Erneuerer Oesterreichs, erfreut hat. . Gleich nach ׳Bekanntwerden der Todesnachricht hat der politische!Sekretär -der ■ agudistischen Exekutive in London, H. A. Go dm an; an den österreichischeii Gesandten Franckenstein•:folgende« Schreiben gerichtet: Im Aufträge meiner Exekutive erlaube ich mir, ■ •■!Euer..??M.0ExzeUenz^|ru^fcr^!1^r-i^cWtig:s¥eä';*’.iM-it-:: g e f ü h 1 anläßlich des schmerzlichen' Verlustes, den das österreichische Volk durch die feige Ermordung des Bundeskanzlers Dr. Dollfuß erlitten hat, auszudrücken. Unsere Organisation, welche die Vertretung des konservativen Judentums in der Welt darstellt, steht tief ergriffen unter dem Eindruck י dies schreckliehen Unglücks, das dem hervorragenden Staatsmann zugestoßen ist, und wir fühlen uns, zusammen mit allen anderen religiös denkenden Menschen in der ganzen Welt,!einig in der Ergriffenheit über den schweren Verlust und über die Umstände, die ihn hervorgerufen haben. ■ Das Andenken des verewigten Kanzlers wird in den Herzen der Judenheit nicht vergessen werden, und * wir sind überzeugt, daß der Nachfo 1 ger des betrauerten Führers den jüdischen Staatsbürgern Oester••' reichs denselben Schutz und dieselbe Gerechtigkeit wie der verstorbene Dr. Dollfuß wird widerfahren״ lassen.. Mit dem Ausdruck meiner ergebensten Hochachtuiig Unterschrift. < Auf;]diesraABeild.dsschreiben ist : folgende Antwort. der österreichischen Gesandtschaft eingegangen:' Der österreichische Gesandte erlaubt sich, dem . politischen Sekretariat der Agudas-Jisroel-Weltorganisation für die ihm zugekommene Beileidskundgebung bestens zu• danken und wäre Ihnen sehr verbunden, wenn Sie die Güte hätten, Ihrer Exekutive seinen wärmsten Dank für den . freündlichen Ausdruck Ihrer v Sympathie für Oesterreich anläßlich seines schweren Verlustes zu übermitteln. Ünterschrift., '״״־״ Die Palästina-Regierung hat am 17. Augüst einen Erlaß herausgegeben, wodurch privaten Personen untersagt wird, als freiwillige Patrouillen zum Zwecke der Verhütung illegaler Einwanderung an den Küsten oder an der Grenze tätig zu sein. Diese Verordnung richtet sich offenkundig gegen die freiwilligen arabischen Grenzschutzformationen, die yon den arabischen Jugendverbänden organisiert worden waren, und gegen die sich in der hebräischen Presse ein Sturm erhoben hat. Zugleich hat die Regierung ׳angekündigt, daß drastische Maßnahmen zur Verhinderung der unerlaubten Immigration ergriffen werden. 4fr Der Jerusalemer Korrespondent der ״Times“ bemerkt hierzu, daß nach vorliegenden Schätzungen die unerlaubte jüdische Immigration in der letzten Zeit etwa 1000 Personen monatlich, betrug. Es seien öfters Gruppen bis zu 40 Personen im Küstengebiet oder an der syrischen und ägyptischen Grenze verhaftet worden.. Vor fünf Wochen hat die arabische Jugend freiwillige Patrouillen organisiert, um den Polizeidienst,. den sie als ungenügend bezeichnete, zu ergänzen. In der letzten Woche haben sieh eine Reihe von Zusammenstößen zwisehen Juden und. Arabern ereignet. Den Höhepunkt bildete ein Angriff von angeblich 30 Juden auf ein Lager arabischer Boy-Scouts (Pfadfinder), die, drei Meilen nördlich von Nathania an der Küste kampierten. Dabei wurde ein Araber schwer verwundet. Die Haltung der Araber in dem Tulkerem-Distrikt (östlich des jüdischen Gebietes von Wadi Hawärith und Chedera) sei bedrohlich. Als Reaktion auf die arabischen Methoden, so fährt die ״Times" fort, haben die Juden vorgeschlägen, gleichfalls Grenzwachen zu bilden, um die große Ein- Wanderung von Arabern aus dem Hauran, die durch die besseren Aussichten in Palästina angelockt werden, zu verhindern; Man schätzt, daß einige tausend von diesen Arabern in Haifa, Jaffa und den älteren jüdischen Kolonien arbeiten. Nunmehr wurde die Polizei verstärkt und Aeroplane unterstützen den Beobachtungsdienst längs ך der Küste, wo die illegale jüdische Einreise am leichtesten ist, da der größte Teil der Küste Juden gehört. Die Juden protestieren mit •Erbitterung gegen diese Härte gegen die jüdischen Immigranten. Lebensversicherungsn 1J fi"8 N I Y** Gegründet Gesellschaft ff i* n W le IA 1882 Aus dem Jahresberichte 1933: ׳ Versicherungsbestand . . . . . . . . . . . . 3107 ״'•■» •" ׳•"־.. ׳ Millionen Schilling;; Prämien- und Zinseneinnahmen , , . . . , ... , ... . .• .211 . ■׳Millionen Schilling Garantiemittel ... « C . 680. ׳ ־ ׳ ״ ׳ ־ ־ , < י Miüionen SchiUing; Auszahlungen an die Versicherten .... . ... ...... ... . .. ... ... 72 י Millionen SchiUing; Tätigkeitsgebiet: Oesterreich', Deutsches Reich, Saargebiet, ‘öechoslovakische Republik, Belgien, Holland, Frankreich, Spanien, Italien; Fürstentum Liechtenstein, Ungarn, Polen, Jugoslavien, Bulgarien, Griechenland, Rumänien, * Palästina; Syrien, Türkei, Marokko, Irak, Tunis und Aegypten. 1 öder Mädchenperückeii

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