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Jüdische Presse · 1934-08-10 · 30 (10.8.1934) · page 1

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Journal
Jüdische Presse
Volume
20 (1934)
Issue
30 (10.8.1934)
Date
1934-08-10
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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@1834? WpjISPÄSSs 5!:£#״^ro0r״ ■•.:•£-״%*•׳;־;ö' ■:, '? 'r'\ ” ',*,V _־ ^kv* - Redaktion ttnd Administration; Wien, H., Malzgasse 12a, Telephon A-46-0-15. Tschechoslowakei: Bfatislava, Postfach 381, Jugoslawien: Subotica, Zrinjski trg 31, jedaii'.Ffdteg; Redaktionsschluß; Mittwoch Mittag. Abonnementpreise: Ganzjährig: für Oesterreich S 16, Tschechoslowakei Kc 80, Jugoslawien Dinar 150, das übrige Ausland Schw. Fr. 14« Einzelnummer Öst, Gr. 40. Zahlungen für ״Jüdische Presse", Wien« auf folgende Postsparkassenkonti: Wien• Nr. D-93.614, Brünn Nr, 126.068, ßerlin Jlr. I22.6iö;i Budapest Nr, 50.170, Warschau Nr. 190.409, Zagreb Nr. 40.217, Zürich Nr. Vm, 4117. Nr. 30 ilVlaii«irälislava, 10. August 1934 .ב״ה ווינא־פרעסבורג כ״ב אב תיציו 20. Jahrg. Aufruf des Keren-Hajischuw an die thoratreuen Juden aller Länder! j , ותפקדנו לבהוים ולרגלים-תבחננו ״Du bedenkst ihn mit . jedem Morgen, prüfst ihn jede Sekunde“ (Ijob 7,18). Das Weltjahr 5694 nähert sich seinem Ende, ein Jahr, das mehr als irgend eines seiner Vorgänger Tausenden jüdischer Brüder das Auge geöffnet hat für das geheimnisvolle Walten der Vorsehung in der jüdischen Geschichte der Vorsehung, die ״ihr Volk im Wandel der Zeiten nicht loslöst und ihr Erbe, das Land der iüdischpn Zukunft, nimmermehr pfeisgibt“. . So sind denn die Augen der thoratreuen Judenheit sehnsüchtiger als je auf Erez Jisroel gerichtet und auf den atemraubenden doppelten Kampf, der sich dort abspielt um die Gewinnung des Bodens für jüdisches Volksleben überhaupt, und um den Heiligkeitscharakter dieses Lebens, der ja allein seinen Bestand und seine Dauer gewährleistet. EREZ JISROEL wartet auf unsere, der Thoratreuen Tat, die Zeit kann un s g e h ö r e n, sie kann aber auch über uns hinw6gschreiten. Jede Sekunde ist kostbar in diesem großen Ringen für G'tt und sein Gesetz und für jede un-v genützte Sekunde werden wir Rechenschaft abzulegen haben vor dem richtenden Weltenkönig, da das Jahr zu Ende geht. י ■ . - « Diesem Bewußtsein ernster Verantvyortlichkeit für Zeitablauf und Zeitgeschehen möchte AGUDAS JISROEL ' durch eine GROSSE SYMBOLISCHE TAT in den LETZTEN 24 STUNDEN des JAHRES 5694 Ausdruck verleihen, durch eine Tat der Gemeinschaft, die das Andenken der in ihr sich einenden jüdischen Einzelnen geeint emportragen wird zum Throne des Barmherzigen. Dem Aufbau des Keren-Hajischuw, des Fonds der: Siedlung G’tt dienender jüdischer Arbeiter auf heiligem Boden, gilt diese Tat, und der tatbereiten Verbundenheit der jüdischen Diaspora mit dem heiligen Lande 8011 sie an der Schwelle des ׳neuen Jahres neuen, gewaltigen Auftrieb verleihen. Die 24 mal 60 mal 60 gleich 86.400 Sekunden, aus denen sich der letzte Tag des Jahres *5694 zusammen-v setzt, sollen 86.400 jüdis.chte Indi viduen zu einer großen Mizwohtatvim Dienste von Jischuw Erez Jisroel > vereinigen; jede dieser Sekunden wird für: Shilling 1 75 Pfennig, bzw. dem ungefähren Gegenwert in den ver- -schiedenen :•Ländern, ־:verk^iitj'i^׳’.--..-י;; - ־■■?י ’ '.־ -״;.^״:;;^^..׳״:-־X Vom 28. Eiul, abends 6‘ IJhr, an bis zum 29.•-EI111, dem Rüsttag zu Rosch;Ifeschonö^5694Kabends 6 Uln•, wird " die Leitung des Keren-Hajischuw in den Räumen der Palästina-Zentrale zu Frankfurt a. M. eine über Tag und Nacht sich erstreckende,, vierundzwanzigstündige משמרה גדולה einrichten, während deren die Na men aller Seku n denk ä u f e r in Anwesenheit mehrerer vom Frankfurter Rabbinat ernannter Notare verlesen werden, indessen eine Sekundenuhr den Ablauf des letzten Tages dieses '׳ Jahres: mißt. ■ ’■■■;'*••'־־־.׳ י..־.״'■■.•־,. י. .vyv.:״:;r ■־־■ Der Träger desjenigen. Namens, der bei der Verlesung mit dem Beginn der letzten Sekunde jeder Stunde zusammentrifft, erwirbt eine , . EREZ-JISROEL-REISE wird also, um das Opfer von einem Shilling, das Glück haben, als Bote und Repräsentant seiner Brüder und Mizwa-Genössen. den Boden des heiligen Landes zu betreten und zu bereisen. Die Landesorganisationen der Agudas Jisroel und die Keren-Hajischuw-Kommissariate in allen Ländern sind von der Palästina-Zentrale mit allen nötigen Materialien und Instruktionen ausgerüstet und stehen allen Brüdern, die sich an diesem großen Gemeinschaftswerke beteiligen wollen,׳mit Auskünften jederzeit zu Diensten. \; Rabbinischer Rat, Zentralrat, Exekutive der Weltorganisation Agudas Jisroel. Rabbi Chajim Oser Grodzenski-Wilna I; M. Lewin-Warschau Oberrabbiner Aron Lewin, Rzeszow Rabb. Dr. Pinchas Kohn, Ansbach Jacob Rosenheim-Frankfurt am Main / Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel; Dr. Isaak Breuer-Frankfurt a. M. Direktorium des Keren Hajischuw: Joseph Vromen-Rotterdam .־.־' Harry A. Goodman-London Pinchas Lewin-Warschau erhältlich: Im Büro der Erez-Jisroel-Zentrale, Wien, II/, Leoppldsgasse 16,. in der A. J. Jugendgruppe, n., Floß- Hindenburg. Am 2. August verstarb auf seinem Landgut Neudeck Reichspräsident Paul von Hindenburg. , Als Hindenburg nach dem Tode Bberts, 1925, zum Präsidenten gewählt wurde, griff in jüdischen Kreisen Besorgnis über die Haltung, die er den Juden gegenüber einnehmen ■würde, Platz, während die antisemitische Presse seine Wahl als einen ׳Sieg über die Juden begrüßte. Präsident Hindenburg enttäuschte jedoch in dieser Hinsicht die Hoffnungen der antisemitischen Kreise und zog sich darum die Feindschaft der Nationalsozialisten zu, die ihm Judenfreundschaft vorwarfen. Sie griffen ihn im Reichstag als den ,,Judenkandidaten“ an. Bei der letzten Präsidentschafts wähl 1932 unterstützten sämtliche jüdisehen Organisationen die Wahl Hindenburgs. Als dann Hindenburg Hitler die Kanzlerschaft übertrug, rechneten die jüdischen Organisationen neuerdings mit Hindenburgs Entschlossenheit, die' verfassungsmäßigen Rechte aller Bürger aufrecht zu erhalten. Hitlers antijüdischer Kurs konnte sich jedoch durchsetzen. Hindenburg hat es stets abgelehnt, sich zur Judenfrage und zürn Antisemitismus irgendwie zu äußern. Es existiert von ihm kein Ausspruch über Juden und Judentum, ■der positiv oder negativ gedeutet werden ■könnte. In führenden jüdischen Kreisen Deutschlands war es bekannt, daß Hindenburg recht ungehalten werden konnte, wenn man in seiner Gegenwart die Judenfrage ״berührte, und daß er sich dabei zuweilen recht drastischer Aus- ־ drücke bediente. Kurz nach seiner Wahl zum Präsidenten hat er es abgelehnt, eine Abordnung des. deutschen Rabbihervenbandes, der ihm gratulierenwollte, zu empfangen. Später, in Ostpreußen, anläßlich des ,Tannenberg- Tages, hat er einen Vertreter der protestantischen und einen der katholischen Kirche empfangen, während der gleichzeitig erschienene Rabbinerunverrichteter Dinge abziehen müßte. Nach Durchbruch des Hitler-Regimes hat er sich geweigert, eine Abordnung des Reichsverbandes der deutschen Juden zu empfangen, .und er ließ alle aus dem Ausland — auch von regierenden Kreisen — an ihn ergangenen Anregungen, zugunsten der verfolgten und entrechteten Juden .einzugreifen, unbeachtet. י Eines steht fest: Mit Hindenburgs Name als Reichspräsident ist und (bleibt :eine der schimpflichsten Epochen von Judenentrechtung und Judenverfolgung in der Geschichte der Menschheit verbunden. Ob es seine Schuld oder nur sein Unglück war, darüber wird die spätere Generation zu urteilen haben, die auch noch die eigenartigen Umstände, unter denen er Hitler, dem Führer einer bereits im Abflauen begriffen gewesenen desparaten: Bewegung, die Macht Übergab, zu klären haben wird. Judenpogrom in Algerien. In Constantine (Algerien) ist es am Montag dieser Woche zu schweren Zusammenstoßen zwisehen: Arabern und Juden gekommen. Bisher zählt man insgesamt gegen 200 Verletzte, unter ihnen zahlreiche Schwerver 1 etzte. Viele jüdische Geschäfte wurden geplündert und andere in Brand gesteckt. Eine Abteilung Senegalnegertruppen, mehrere hundert Gendarmen und Feuerwehrleute sind von Algier nach Constantine gesandt worden, um die Ruhe wieder herzustellen. In einer späteren Meldung heißt es: Die antisemitischen Ausschreitungen in Constantine (Algerien) trugen einen pogromartige,n Char ak t er und nahmen viel größere Dimensionen an, als die ersten Berichte aus Algier vermuten ließen. Nach den letzten Meldungen wurden während der Unruhen 20 Personen, meist jüdische Geschäftsleute, getötet Und mehr als 70 teils schwer, teils leichter verletzt. Größere Truppenverstärkungen sind auf dem Wege nach Constantine. Der Generalgouverneur von Algerien, Car d, der sieh in Paris auf Urlaub befand* hat sofort die Rückreise nach Algerien angetreten. Die Unruhen clauerii an,,, Trotz des beruhigenden Komniuniüues des Innenministeriums und der algerischen Behörden gestaltet Dr. Salomon Ehrmann-Frankfurt a. M. Dr. Siegfried Oppenheimer-Frankfurt a. M. Die großartige Idee, die der Sekundenverkaufsaktion' zu Grunde liegt, hat bereits in allen Ländern die aktiven agudistischen Kreise auf die Beine gebracht. Nun beginnen auch Oe3te'rreich und die Tschechoslowakei mit der Werbearbeit, Wir haben die Ueberzeugung, daß der Umstand, daß für S 1.— eine Erez-Jisroel- Reise gewonnen werden kann, einen durchschlagenden Erfolg der Aktion mit sich bringen wird. In O e s t e r r e i c h sind Sekundenverkaufsscheine sich die Lage in Constantine nach den Berichten der dorthin entsandten Pariser Sonderkorrespondenten als äußerst kritisch. Von amtlicher Seite wird die Zahl der Todesopfer mit 27, die der Verletzten mit etwa 50 angegeben, während die Privatschätzungen viel höher lauten, Constantine befindet sich im Belagerungszustand. Niemand darf ohne Passierschein die Straße betreten. Die meisten jüdischen Familien sind g c-; f lü c h t e t. Die Zurückgebliebenen haben sich in ihren Häusern verbarrikadiert. Auf den Straßen sieht man nur Militärpatrouillen und Feuerwehrabteilungen, die noch gasse 1, bei den Aguda-Gruppen in der Provinz und bei zahlreichen Werbern (Werber werden■ noch gesucht). י In der Tschechoslowakei sind Sekundenscheine durch Einzahlung von tsch. K 7.50 auf das Post- Sparkassenkonto Praha 62.003 der Agudas-Jisroel-Jugend- Organisation erhältlich. mit der . Löschung einzelner Brände beschäftigt sind. Das Judenviertel von Constantine bietet ein Bild g r a u e n hafte s t e r Z e r s t ö r u n g. Sämtliche *Geschäfte sind demoliert und zum Teil ausgebrannt. Im Laufe des Sonntags müssen sich hier fürchterliche Szenen abgespielt haben. Die Araber haben mit barbarischer Grausamkeit gewütet. Den meisten Todesopfern war die Kehle durchschnitten worden. Unter den Todesopfern befinden sich auch Kinder, : In Algier macht sich gleichfalls eine starke anti- י semitische Gärung bemerkbar, Die Garnison steht in Alarmbereitschaft. Wegen anhaltender Stagnation wird das Lager zu tief reduzierten Preisen geräumt. Scheitel bereits von S 60.-״- aufwärts, Halbperücken (früher S 100.־״־, jetzt nur S 70,״״), Bubi* oaer mädchenperüeken (früher S 120,״״, jetzt nur S 80.-־״ bis S 100,—). Erstklassiges Material, tadelloser Sitz. Wien I, Kärntnerring 6 gegenüber Hotel Bristol; Tel. U43sp46, _■ Ä I

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