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Jüdische Presse · 1934-08-03 · 29 (3.8.1934) · page 4

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Journal
Jüdische Presse
Volume
20 (1934)
Issue
29 (3.8.1934)
Date
1934-08-03
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 JÜDISCHE PRESSE Nr, 29 Werdet u* werbe! Mitglieder des //Sdioifire-Sdtabbos" Sekretariats Wien 11, Leopoldsgasse Nr. 16, Telephon A-46-0-15 | LITERATUR מאירי. ספר בית הנחירה עי מם׳ תענית. חלה, שמלים תמיד ומרות יצא לאור ע״י אברהם סופר אביר נוריציאה(איטאליא/ Der geiehrte Oberrabbiner von Gorizia (Görz) setzt mit dem vorliegenden Band seine dankenswerte Publikatiott des Meiri-Kommentar s בית ד,כחירה zum Talmud fort. Die Vorzüge des Meiri-Kommentars sind bekannt. Die streng methodische, vom Allgemeinen zum Besonderen fortschreitende Behandlung der talmudischen Themata, die lichtvollen Lösungen schwieriger Binzeistellen, die systematische Darstellung der שיטות הפוסקים und nicht zuletzt der klare, elegante Stil räumen Meiris Werk eine besond^e Stellung in der ראשונים *Literatur ein. BeAuch der vorliegende Band, enthaltend den Kornmentä¥ zu den Traktaten תענית. הלה, שקלים, המיד ומדות umfaßt alle die Vorzüge des vor einigen Jahren erschienenen מנהדרין Bandes. Oberrabbiner A. Schreiber hat nach der einzigen, in der Bibliothek in Parma befindlichen Handschrift diesen Band veröffentlicht. Besonders hingewiesen sei hier auf den in diesem Bande zum ersten Male in Druck erschienenen Teil der Einleitung הקדמה Meiris zum Gesamtwerk. Der Anhang des Werkes bringt den Kornmentar des ר׳ שמעיה דל zu מדות sowie Bemerkungen חידושים von R. Mosche Sofer החם סופר זצ*ל zu מסכת תמיד, die bisher ungedruckt waren. Die Freunde der jüdischen Wissenschaft werden dem gelehrten Herausgeber, der in Südeuropa in Vorbildlicher Weise für das thoratreue Judentum wirkt, für seine hingebungsvolle Forschungsarbeit, die auch in diesem Bande zum Ausdruck kommt, Dank wissen. Die Verlagsbuchhandlung hat das Werk mit großer Sorgfalt ausgestattet. , ״Kampf um Polna“ von Bruno Adler. M. Kacha- Verlag, Prag XIX In nächster Nähe eines Landstädtchens an ־ der ■böhmisch-mährischen Grenze wird die Leiche eines Mädchens gefunden. Ihr Verschwinden, die häusliehen Verhältnisse, allerlei auffällige Umstände bei der Entdeckung des Verbrechens deuten darauf hin,r daß der Bruder -und die Mutter der Ermordetem, mit der Untat' in Verbindung stehen. Aber die Leiche hat neben'anderen Verletzungen auch einen Schnitt durch* den Hals, und schon — es ist um Ostern des. Jahres 1898 — steht es fest: ein■ Ritualmord! Als Täter bezeichnet man — ohne daß auch nur der *Schatten eines Beweises vorliegt — einen jungen jüdischen Lumpenproletarier: Leopold Hilsner in Polna. Das Volk droht mit Lynchjustiz und nimmt, vertreten durch den Ortsgendarmen, die Verhaftung vor. Und nun hebt ein Treiben an, das in der Geschichte der Justizmorde nicht seinesgleichen hat. Pogrome werden inszeniert, ein privates Nebengericht reißt die Führung der Untersuchung an sich, Aussagen werden beeinflußt, erschlichen und diktiert, von Kanzeln und Kathedern hallt es mit tausend!Stimmen: Ritualmord! Ein ■Mördervolk lebt unter uns! Jeder ist ihm preisgegeben! Als eine organische Konsequenz ergibt sich aus dieser Kampagne das Todesurteil, das die Geschwornen in Kuttenberg fällen. Jetzt aber steht ein Mann auf und spricht. Ein Einzelner gegen ein ganzes verhetztes Volk, gegen ein ganzes verdummtes Weltreich. Es ist der Universitäts- Professor T. G. Masaryk, der ■noch nie die Gelegenheit versäumt hat, sich für die Wahrheit pinzusetzen, auch wenn sie ihn׳!bei seiner Nation unbeliebt;machte. Immer tiefer wird er in den• Wirbel der Affäre hineingezogen, immer fester verbeißt er sich in das juristische, kriminalistische und soziologische Problem. Mit dem Erfolg, daß das ganze Volk sich gegen ihn stellt, daß die Studenten ihn boykottieren und ihn und seine Frau insultieren. Seinem Eingreifen und einer Kabinettsumbildung in Wien ist die Revision desürteils zu verdanken. Die Erinnerung an diesen Kampf und seine Hintergründe ist zeitgemäß. In■ diesem Buche findet man־ den Ursprung vieler kleiner Quellen, welche vereint den Str07n der großen Barbarei ergeben, der sich über Europa zu ergießen droht. Abeiterschaft und Staat. In dem bekannten Wiener Reinhold-Verlag erschien soehen eine neue Schrift des Wiener Vizebürgermeisters Dr. Ernst Karl Winter: Arbeiterschaft und Staat. Der erste Teil des Buches enthält die gesammelten Aufsätze und Reden Dr. Winters seit Februar dieses Jahres. Damit ist nun jedermann die Möglichkeit geboten, sich im Zusammenhang über die politische und soziale Gedankenwelt Dr. Winters zu informieren. Der Dokumententeil bringt ein wirklich hochinteressantes Material zur Erkenntnis der heutigen politischen Lage unserer österreichischen Heimat. Ueber hundert Arbeiterbriefe, die sich durch ein erstaunlich hohes geistiges Niveau auszeichnen, lehren uns den historischen Ge- Wissenskonflikt des gesamten österreichischen Volkes erkenriSÄ und verstehen. Obwohl diese Arbeiterbriefe mit seltenen! Freimut an politischen und sozialen Zustänken Kritik üben, ist es doch bemerkenswert, daß sich allmählich eine Linie des Verständnisses und des guten Willens herauszubilden scheint. Marcell Faerber: ״Auf der Flucht erschossen.“ Drama, (״La Bibliothöque“, Anvers.) Ein deutscher Jude, begeisterter Pazifist, in dessen Nerven die Greuel des Weltkrieges tief eingegraben sind, macht eine epochale Erfindung. Er schafft das technische Gegenmittel des Krieges. Er wül es nun im Wege der deutschen Nation der Gesamtmenschheit schenken, um den Dämon Krieg für immer zu bannen. Die Männer des neuen Deutschland sind aber anderen Sinnes, wollen alle Vorteile der Erfindung für ihr Volk und gegen alle anderen Völker haben und vereiteln seinen Plan, den sie als Humanitätsdusele! verachten. Die Erfindung wird geraubt, der Ruhm, sie geschaffen zu haben, einem Parteigenossen zugeschanzt, der Erfinden selbst ins Konzentrationslager geschleppt und — wie das neue geflügelte Wort heißt —- Zum Tode durch Erschießung auf der Flucht verurteilt. Diese simple Fabel wird in Form eines Dramas sehr gewandt, mit imponierende'f Sprachgewalt und dazu mit der erquickenden Naivität eines jungen Dichters Vergegenwärtigt. Sie ist mit dem Herzblut eines an dem Deutschtum tief Enttäuschten geschrieben. (j.) Die vierzig Tage des Musa Dagh, von Franz Werfel. Paul-Zsoßiay-Verlag, Wien. In die unerhörten Geschehnisse von vierzig Tagen ist das Drama eines Volkes zusammengedrängt. Helden- Schicksal und Heldenkampf der Armenier gegen die Türken im zweiten Jahr des Weltkrieges. Tatsächlich hat sich 1915 eine Schar von etwa 5000 Armeniern auf den Musa Dagh zurückgezogen, einen Gebirgsstock, der sich im nördlichen Syrien zwischen Antiochia und Alexandrette erhebt. Vierzig Tage lang haben sie mit spärlichstem Kriegs- und Lebensmaterial den feindlichen Angriffen heroischen Widerstand geleistet, bis ihnen eine Rettung zuteil wurde, wie sie ein Dichter nicht,phantastischer erfinden könnte. 1929 hat Franz Werfel anläßlich einer Orientreise den großangelegten Plan seines heute vorliegenden Werkes entworfen, das in der Zeit vom Juli 1932 bis März 1933 niedergeschrieben wurde. JfechechöslowakeL| Delegiertenversammlung der Landes- Organisation der Agudas Jisroel in der Tschechoslowakei. Während der vergangenen Monate fanden zwischen den Führern der Agudas Jisroel in der Tschechoslowakei Beratungen über die weitere Ent- Wicklung der Aguda-Arbeit in der Slowakei und Podkarpatska Rus statt. Auch mit den zentralen Körperschaften der Weltorganisation ,wurden nach dieser Richtung Verhandlungen gepflogen. Als vorläufiges Resultat dieser Aussprachen wurde dieser Tage, im Einvernehmen mit den Mitgliedern des Landes-Thora-Rates (Rabb.-Rat), der Beschluß gefaßt, die seit langem fällige Delegiertenversammlung der Agudas Jisroel für die Slowakei und Podkarpatska Rus nunmehr auf Mitte Elul d. J. anzuberaumen. Die Delegiertenversammlung wird voraussichtlich in Bratislava abgehalten werden, mit einer Tagesordnung, die sämtliche Gebiete organisatorischer und praktischer Aguda-Arbeit umfassen wird. Der Landesorganisation gehören derzeit zirka 35 Ortsgruppen an, abgesehen von einem weitverzweigten Netz von Jugendgruppen und einigen Frauen- und Mädchengruppen. Man hofft, daß bis zur Delegiertenversammlung die Zahl der organisierten Gruppen sich hoch wesentlich vermehren wird, so daß fast überall, wo eine orthodoxe Gemeinde ist, auch eine Orts-, bzw. Bezirksgruppe der Agudas Jisroel tätig sein wird. (A. J. P. B.) v־ # Diese Nachricht wird nicht verfehlen, in allen orthodoxen Kreisen des Landes Zustimmung־ und Freude hervorzurufen. Die Bemühungen, eine Reorganisation der Landesorganisation herbeizuführen, werden schon ziemlieh lange geführt und man darf von der angekündigten Tagung eine Neubelebung der gesamten Aguda- Arbeit erwarten. Im Vordergründe der Beratungen wird zweifellos das Erez-Jisroel- Problern stehen müssen, welches mehr denn je die Geister und Gemüter speziell der Jugendlichen beschäftigt Darüber hinaus wird die Landesversammlung eine! klare Stellungnahme zu allen aktuellen Problemen der Orthodoxie zu beziehen und Vorsorge für eine gedeihliche, erfolgreiche und einträchtige Tätigkeit aller Orts- und Jugendgruppen zu treffen haben. Im Gemeindestreif ,, Mukaßevo-Rosvigov ist diese Woche vom Landesamt eine Entscheidung erflossen, derzufolge der Stadtteil von Mukaöevo Kertvaros der Gemeinde Rosvigov zufällt,, Der Streit zwischen den beiden Gemeinden hat ursprünglich um diesen Stadtteil seinen Ausgang genommen. Ueber die Rabbinerwahl hat laut landesamtlicher Entscheidung ein Schiedsgericht zu urteilen. Personalnachrtchften. Hochzeit. In Kral ovo n. T. fand am Dienstag die Vermählung des Herrn Schabse S eidmann aus Mukaöevo mit Frl. Chaja S e g a 11 in Anwesenheit zahlreicher Gäste statt. Wir .wünschen unserem treuen Mitarbeiter aus diesem Anlaß,herzlich Maseltow! Todesfall. Im patriarchalischen Alter von 83 Jahren verstarb in Mor. Ostrava der ■Präsident der dortigen Kultusgemeinde, Herr Dr, A1 o i s H i 1 f. Dr. Hilf, der sich als hervorragender Jurist größten Ansehens erfreute, war zugleich Präsident des Landesverbandes der isr. Kultusgemeinden in Mähren und bekleidete zahlreiche Ehrenstellen in verschiedenen jüdischen Vereinen und Organisationen. Dr. Hilf bekundete auch viel Interesse für jüdischwissenschaftliche Fragen,1' mit denen er sich dauernd beschäftigte. Am 3. Novernber 1928 feierte er bereits sein 25jähriges Jubiläum als Präsident der Ostrauer Kultusgemeinde. Seine Gemeinde! verliert in ihm einen rastlos bis zum letzten Atemzug tätigen Führer, der sie mit Hingebung und Aufopferung 'geleitet hat. תנאביה Die kostenlose Stellenvermittlung des ״SdioimesSdiabbos" vermittelt verläßliches, geschultes Personal jeder Art. Wien, II., Leopoldsgasse־־ .16 ׳ Tel. A-46-0-15 ג׳ה. RABBINER Dr. JOEL POLLAK u. FRAU laden auf diesem Wege alle Verwandten, Freunde und Bekannten zur BAR־MIZWOH־FEIER ihres Sohnes Akiba, welche אייה Schabbos Parschas Ekew, den 4.August, in der Synagoge Achdus Jisroel, II., Rembrandtstraße 32—34, um 7 Uhr früh stattfindet. Droschoh nachmittags um 5 Uhr im Festsaal des ״Dr.-Krüger-Heim“, II., Malzgasse Nr. 7. nn1n11111B1,׳n1n1111»11n1m1i11m11n11111111111111m11n11TKn11111n11111u.1i»11nwmT1!111n1i1111m1i!u!!»1:;m11;11! MICHAEL BREUER & FRAU laden alle Verwandten, Frtunde und Bekannten zur ,בר מצוד Ihres Sohnes אפרים (Cfraim)/ welche am שיק פ׳ ראה den 11. August, in der Schiffschul um halb 8 Uhr früh stattfindet. Droschoh halb 5 Uhr nachmittags in der Milchtrinkhalle Deutsch, II., Herminengasse 10. Juwelen, Uhren, Gold- und SUberwaren, insbfn«1VA« fllfllllvMMVl besondere כלי קודש, SederschUssel, Menoras, 110111« «00111011|ע Leuchter und Bestecke in großer Auswahl, auch Gelegenheitskäufe, stets vorrätig II« TaborsfraBO 14 Rest anrateur Nagel ehern. Hotel New York jetzt: II. Praterstraße 33 Langers Spezial-Frisier- und Aurumier-Salon Wien, n., Franz-HochedBnger-Gasse 25 Haarschneiden S 1.—, Aurumieren 60 g, Kinder-Haarschneiden 80 g. Im Abonnement besonders billige Preise. Samstag geschlossen. Konkurs. Die UShoroder Orth. Israel. Kultusgemeinde sucht für die nächsten ימים נורא־ם einen musikalisch geschulten Kantor, der imstande ist, einen Chor abzurichten. Reflektanten streng orth.-religiöser Natur können ihre Offerte an untenstehende Adresse einsenden. Zum Probe-Vortrag werden nur Berufene zugelassen. Zahlung laut Uebereinkommen. Ughorod, am 16. Juli 1934. ORTH. ISR. KULTUSGEMEINDE U2HOROD. 5 Streng כשר Streng אפילו למהדרין מן חמחדרין « \ Speitehaut Hirsch i י PRAG, i. Bilkovä 19! a Haltestelle der Tramway Nr. 1 und 4 vom Bahnhot J BiBVBnHvaanaaaaoBaBniBBRBBo0umte■bbbbbii r Suche für meine Tochter Dr. Jur., 25 Jahre alt, Ostjüdin, in Berlin erzogen, 10.000 Dollar Mitgift, Mediziner, Zahnarzt, Rabbiner oder Kaufmann in gesicherter Position, respektive Stellung, eventuell Ausreise nach Palästina. Anträge sind zu richten: Dr. Berliner, Marienbad, Ö. S. R., postlagernd. Teppiche Teppich-Kunststopferel fachmännisch ausgeführt, Micek, XII., Tanbruckgasse 10, Tel. R-33-808. Inserate in der ״Jüdi־־ sehen Presse“ haben besten Erfolg TU דף יומי משנה יומית Kalendarium Tag £ ימם גטין כלאים < < | משנה ■פרק Frciiag 22 * 3 גט ו ה Samstag 2'i 4 ם ז " פ׳ עקב, מפד ההודש, פרק ה׳ Sonntag 24 5 פא ח ,, Montag 25 6 סב א ו Dienstag 26 7 פג ב ,, Mittwoch 27 8 סד ג " Donnerst. 28 9 פה ר ,, יום כפור קטן מוקדם Freitag! 29 10 פו ה " Samstag 80 U סו ו » פ׳ ראה, א׳ דדיה, פרק ד תחלה זמן הנחת תפילין (nur dringendenfalls) N u 920 1 vUhr r f ü r סוף זמן קריאה שמע Wien (5 סוף זמן קדוש לבנה <אלול Donnerstag nacht, 23. August Adas Jisroel (Schiffsehul). Gebetstunden in der Zeit vom 22. bis 29, Ab 5694, Freitag, den 29, Ab, Minolta 7.25 Uhr, שיקם׳ עקם Morgengebet 6.15 und 8.30 Uhr, 3.30 פרקי אבות Uhr, 4 מ 5 ח ה Uhr, 15*8 מוצשיק Uhr. An Wochentagen 5.15 השכמה Uhr, Morgengebet. 6 Uhr, Mincha 7 Uhr. 6.30 יום כפור קטן Uhr, M■ We aetfaHHoii aiierolmmt lfl Keinem falle 116 tetatiwoniioo Militli k Kaiflini im flnoontenielle mul a Ist Sadie in lern, 1M, a inloriaierea HBK .TOgÄtoeiv Eferausgebef und Verleger: David Türkl (für" eine Arbeitsgemeinscbaft),Wien, II , Malzgasse 12 a. Verantwortlicher Redakteur; Kart Richter, Wien/jx.Franz- Hochediinger-Gasse 2, — Druck; Druckerei- und Verl&jp-A.-G. Ig. Steinmann, Wien, IX., Universitätsstraße 6-8.

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