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Jüdische Presse · 1934-07-27 · 28 (27.7.1934) · page 4

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Journal
Jüdische Presse
Volume
20 (1934)
Issue
28 (27.7.1934)
Date
1934-07-27
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Vor kurzer Zeit hielt ־ Oberrabbiner Spira eine überaus eindrucksvolle Rede, in der er die jüdische Bevölkerung von Mukaöevo und1־ Ümgebung vor dem Verheerenden Einfluß dieses Erziehungsinstituts warnte, in dem Bibelkritik betrieben und der unjüdische Geist des modernen Zionismus gefördert wird. Das Rabbinat der Mtikaöevöer Gemeinde unterstützte in einem sehr eindrucksvollen Aufruf, den der ' Verein ״Schomre Thora" herausgab, den Standpunkt des v ehrwürdigen Oberrabbinersi Aber noch viel eindrucksvoller 7 alö dieser Aufruf ist eine Erklärung, die jetzt der pro- 7 Visörische Gemelndeäusschuß von Mukaöivd,' dem bekanntlich auch die prominentesten Führer, der Beizer Gruppe angehören, veröffentlicht und in dem sich die wertvollsten Mitglieder der orthodoxen Gemeinde in Mukaöevo vorbehälttos hirfter das Räbbinat und den Oberrabbiner stellen. ״v: f>ie Zionisten sehen den Boden unter ihren Füßen schwinden und machen verzweifelte Anstrengungen, um!, ihre Position zu halten. Zu diesem Zwecke beriefen sie für Montag, den ife. Juli, in den Saal des Hotel Stern eine. Versammlung ein, die einen kläglichen Verlauf nahm. Die Herren konnten kaum zwei Reihen ernster Menschen in die Versammlung bringen; was anwesend war, war zum überwiegenden Teil Jugend, die ihrerseits wieder zum größten Teil nur aus Neugierde kam. Die Reden, die in der Versammlung gehalten wurden, waren Geifer gegen die Orthodoxie, Geist vom Geiste; des dortigen Gymnasiums und seiner Leiter. Was wesentlieh wäre, ist nur die Drohung mit dem Austri11 au s d e r Gemein de, zu der die Orthodoxie nur zu sagen hätte, daß sie wirklich froh wäre, wenn die Herren endlich mit der Drohung Emst machen würden, damit die weitere Entwicklung der altehrwürdigen Gemeinde von einem Hindernis befreit werde. S. Otietrraibbiner Lau keimt nabh Pr.esov zurück? vergangenen Jahres wurden Wieder einige Beth-Jäkob- Schüien ins Leben gerufen und die Zahl der Schülerinnen Wächst täglich. Die jüdischen Bitern komäien aüchhier-' zuiande endlich zur Einsicht, daß heute die Erziehung im Eltemhäuse — mag sie ncch so religiös sein — das jüdi- ־ sehe Mädchen vor freiem und unjüdischem Einflüsse nicht hinreichend schützen kann. Die jüdische Tochter muß — Wenn sie allen modernen und areiigiösen Zeitströmüngen Widerstand leisten soll —- Unbedingt die Beth-Jakob- Schule besuchen, Wo ihr jüdisches Wissen und eine streng religiöiie Erziehung vermittelt wird. Nur der חיט חמעוולש nur das d r e i f a c h e Band ״־. das echt jüdische Elternhau s, die orthodoxe Schule und die religiöse Gesellschaft — bieten die Gewähr, daß diese Mädchen sich einst als würdige jüdische Frauen und Mütter erweisen und für die Zukunft des Judentums sorgen werden. Heuer ist es der Beth-Jakob-Leitung von Topolöany und Nitra gelungen, ein Ferienheim am Wundervollen Sobor zu errichten, das seinen Besuchern infolge seiner prächtigen Lage, durch die würzige Gebirgsluft, die beste Erholungsmöglichkeit bietet. Das geräumige Haus ist von einem herrlichen Garten umgeben, in welchem gelernt und geäpielt wird. Es erübrigt sich, zu erwähnen, daß die Wohnzimmer des Heimes peinliche Reinlichkeit und Ordnung aufweisen. Besondere Erwähnung verdient wohl die gute und , schmackhafte Verköstigung, welche die Zöglinge unseres Heimes nicht genügend rühmen und loben können. Die meisten Kinder weisen bereits eine bedeutende Gewichtszunahme• auf. Gemeinsame Spaziergänge werden täglich unternommen und ergänzen das reichliche unterhaltende Programm. Aber all dies ist nicht der alle! n i g e Zweck des Heimes. Den Initiatoren schwebt vor allem der Gedanke und Wunsch vor, den Beth-Jakob- Schülerinnen die Möglichkeit zu bieten, ihre theoretischen Kenntnisse, die sie während des ganzen Jahres in der Beth-Jakob-Schule gewinnen, in guter Gesellschaft, unter Aufsicht vorzüglicher, pädagogisch geschulter Lehrerinnen zu praktizieren. Das lebende Beispiel der besonders frommen Lehrerinnen, das streng religiöse Milieu, der gegenseitige Gedankenaustausch und nicht zuletzt das gemeinsame Erfüllen der Mizwoth, die der Alltag von jeder בת ישראל fordert, sollen noch vier tiefer als das theoretische Studium auf die zarte jüdische Seele einwirken. Dies ist neben der körperlichen Erholung Zweck und Ziel dieses Heimes. Jüdische Mütter! Vereint das Angenehme mit dem Nützlichen und schickt Eure Töchter in das schöne Beth- Jakob-Heim auf dem Sobor. Anmeldungen sind an das Beth-Jakob-Ferienheim in Nitra (Sobor), Martinska Dolina 31, zu richten. A. P. Wie das Warschauer ״Jüdische Tagblatt" erfährt, hat Oberrabbiner Lau dieser Tage aus Prag die tele- 7 graphische Mitteilung erhalten, daß. er nunmehr endgültig auf seinen Preäover Rabbinatssitz zurückkehren kann. Diese Entscheidung ist den Bemühungen der Preäover v ״ Gemeindeleitung und zahlreichen angesehenen Gemeinde- 7 mitgliedern zu verdanken, die das an ihrem Raw seinerzeit begangene Unrecht wieder gutzumachen sich bestreben, und alle Hebel in Bewegung setzen, damit ihr geistiges Oberhaupt wieder zurückkehren kann. Julius Streicher beschimpft unflätig den Präsidenten Masaryk. Wie wenig die deutschen regierenden Kreise auf ■׳׳>' die Empfindungen des tschechoslo w akischen Volkes Rücksicht \ nehmen,־ beweist die ,Tatsache, daß Julius S t r e i che r, der Gauleiter und Regierungspräsi- , dent von Franken, der als solcher Mitglied der bayrischen Regierung ist, in der von ihm persönlich herausgegebenen und redigierten Wochenschrift ״D e r iS t ü r m e r" (Nr. 27, Juli 1934) einen Artikel ״Prager Episode"-veröffentlicht lind sich darin folgende unflätige'!Beschimpfung des nicht ~ allein vom tschechoslowakischen Volk, sondern von a 11 e n auf Fortschritt bedachten Völkern verehrten Präsidenten Thomas G. Masaryk leistet: )6 - T• In diesen Tagen wurde Thomas Garrigue Masaryk zum vierten Male zum Präsidenten der tschechoslowakischen Republik gewählt. An den Wahlakt schloß sich eine Fahrt durch• die Stadt Prag. Interessant war , dabei folgendes: ״Auf dem Weg zum Rathaus", so schreibt eine deutschschreibende Judengazette, ״hielt 7 ־ ' der Wagen des Herrn Präsidenten vor der ehrwürdigen Altneusynagoge und der Herr Präsident verweilte mit abgenommenem Hute in andachtvollem Schweigen minutenlang vor dem Gotteshaus, dessen steinerne Quadern so viel von der Verfolgung und Marter eines < : Volkes־ erzählen, das Gott sich zu seinem Führervolke äuserwählte." — Wir können es nachträglich nicht feststellen, ob der Bericht auf Wahrheit beruht, ob sich alles tatsächlich so abspielte, wie das Blatt es schilderte; Wir wissen nur, daß Masaryks Frau Jüdin war und daß er seinerzeit־ selbst, noch Wiener Hochschulprofessor, sich leidenschaftlich für den Juden Hilsner einsetzte, der wegen eines grauenerregenden Ritualmordes sogar von den liberalistischen altösterreichischen Gerichten zum Tode verurteilt, dann aber zu lebenslänglichem Kerker, begnadigt wurde. Nach her Ausrufung des neuen Staates verschaffte Masaryk diesem Verbrecher die Stelle eines jüdischen Religionslehrers in einer böhmischen Klein- 7׳■ stadt, er empfing ihn mehrmals in privater Audienz und , ließ ihm von tschechischen Staat annähernd eine Mil- 8 lion Tschechokronep fUr die — ״unschuldig" verbüßte ־ Haft auszahlen.!Stimme des Blutes? Sollte es währ sein, ■ 7 daß Masaryk der uneheliche Sohn eines polnischen ", Juden ist? Es würde.manches er^jjipen. 7; .•• . ״ •. .•■■׳10 ....* .׳'.׳׳.׳ •■.■.■• ׳ ’ ’ ׳.׳ 7:■,7.7';Präsident Mäsaryk ist weit, weit erhaben über der- 77^ artige^ von niedrigster tierischer Gesinnung zeugenden 71 Beschimpfungen und es wäre zu viel Ehre für Herrn 7 Streicher, wplUe man unseren Präsidenten vor ihm in ,־: ßchutz nehmen, Phis Beöi’Jakob-FerSBnheim auf dem Sobor. Die Beth- Jakob י Bewegung hat auch in der;.־ Slowakei bereits festen- Bode» gefaßt. Im Laufe des Eine schöne Idee. Einer Meldung unseres S. B.-Korrespondenten zufolge soll die provisorische Gemeindeleitung von Muk a- 6 e v o, über Antrag des Ratsmitgliedes H. M. Kalusch, beschlossen haben, an dem Mikwoh-Gebäude eine Sch all-‘ vorrichtung errichten zu lassen, welche jeden Freitag durch ein weithin hörbares Sirenensignal den S c h ab bo s e in t r i 11, bzw. den זמן נעילת חניות verkünden soll. Anlaß zu diesem Beschluß gab — so heißt es — die in jüngster Zeit gemachte Beobachtung, daß jüdische Kaufleute, speziell an der Peripherie der Stadt, mit der Ausrede, sie besäßen keine richtiggehenden Uhren, die Geschäftssperrstunde am Erew Schabbos zum Teil überschritten haben. ' Es ist gleichgültig, ob und in welchem Ausmaß die erwähnte Beobachtung gemacht wurde, wie es gleichgültig ist, ob die etwas merkwürdige ״Ausrede" tatsächlich gebraucht wurde. Interessant daran ist nur die neuzeitliche Variation des ״Schu 1 klopfens", die als Gedächtnisstütze wohl ihre gute Wirkung tim wird. Es ist leider der Zug der Zeit, der eine solche ״Gedächtnisstütze" erfordert . . . BEKIZZIIR... — Mukaöevo. Zur Bereinigung des Konflik;ts, der seit mehreren Wochen zwischen der Gemeinde , Mukaöevo und der Gemeinde Rosvigov besteht, wurde ein Schiedsgericht eingesetzt, dem als Vertreter der Gemeinde Mukaöevo die Herren Oberrabbiner Leboyits aus öop und Landau aus Verecky angehören. Rosvigov hat seine Vertreter noch nicht nominiert. — Krasy. Der in Oradea wohnhafte Wischnitz er Re bbe wird hier in den nächsten Tagen zum Kur aufenthalt eintreffen. — Koäice, Trotz der schweren Finanzlage hat die orthodoxe Gemeindeleitung’ den Beschluß gefaßt, einen Ausbau der Mikwoh vorzunehmen, um diese allen hygienischen Anforderungen gerecht werden zu lassen. — Koäice. Oherrajbb. S. Brach aus! Koäice wurde nach Nagy Käroly (Transylvanien) berufen, um in den’ Streit, der um die Nachfolge hach dem früheren, nach Satumare berufenen, Oberrabbiner .Toel Teitelbaum ausgebrochen ist, schlichtend einzugreifen. Vorläufig konnte noch kein Resultat erzielt werden (S. B.) — Mukaöevo. Großen Eindruck unter der jüdisehen wie nichtjüdischen Bevölkerung von Mukaöevo machte ein gemeinsamer Erlaß des Munk&cser Rab- - binats und Episkopats gegen das gemeinsame Baden beider Geschlechter. — Svalava. Hier wurden vergangenen Mozze- Schabbos mehrere Juden von dr e i Hitleri sten übe!•- f a 11 e n, Die Huligans konnten festgenommen werden; Wie «frischend mundet;-ein kalter Pudding, darum ist er gerade in der warmen Jahreszeit der bevorzugte Nachtisch von jung und alt. Für kaum tsch, K 3,— stellen Sie eine wohlschmeckende Süßspeise für ö Personen her, die überdies noch sehr nahrhaft ist.. Schön angeriebtet wird ein Pudding «ncb Dr. Oetkers buntiliustriertem Pudding^Prospekti der gratis bei Ihrem Kaufmann oder von Pr. A. Oetker in Brün» erhÄttUcb ist. Vereefev. Dih vefgafitefietti Sohntag abgehältene ׳“״ ־׳׳ ־״ 'Vf ifbfäöMe mö iiöätittfaig# WäM des öberfabbinöts S. N, Laädäü. (LM.) ' *■■■'• K0§lC^5.. A.üf Ali.uaiu TW ~ ־ ־ -י— -־ fc Jiäfoel^Jügendorgääisätioh in der TschechöälöWakei, L. Möfiigf wurde bei der hiesigen. Agudaä-Jiäroel-Jugendgruppe eine Neuwahl durehgeführt, die folgendes Resultat ertffihte:!»räeeei Aron Hochhäuser, Vi^epräses: M. Am* 1eL Käaäierr Majer mmm Köhtrollörr L^Liebgmm, Gabe r M» ühr, Repräsentant M. L^eft J,^Weinfelj, H. Goldberger» ä; Wald» N* ,Kala, S, Mendlovits, J. Diller, N. Löwy» H, HorowitA — Uihorod. Bei der Neuwahl im Machsike* Hadas-Ver ei n hat die Grünwaid-Partei gesiegt. Unter der Wählleitung von B. Feidmann wurden folgende Herren gewählt: Präses: *f. Baßler, Gabe; J. Brody, Schriftführer: M. Rosner. Kassier: M. Korn, ־STATT '• KARTEN! ־ ־ LUDWIG BREUER UND FRAU FRAU Wwe. SIEGMÜND KORN laden höfl. alle Verwandten und Bekannten zur | Trauung ihrer Kinder MIMI und ADOLF ein, welche אייה בשטו־מ am Sonntag, (17. Aw.) d. J., um 1 Uhr in der Schiffschul, Wien, ׳ H., Große Schiffgasse 8, stattfipdeh wird. den 29. Juli I Juwelen, Uhren, Gold- und Silberwaren, insbesondere כלי קודש, Sederschüssel, Menoras, Leuchter und Beatecke in großer Auswahl, auch Gelegenheitskäufe, stets vorrätig MorltzMariy llf TaborstraOe 14 | ׳Streng;,2י ׳ : '7׳ כשר®®; ttf Sedeld/ Tirol; Einzigartiger Höhenkurort, : intensivste Höhensonne,; Wassersport. Pension Geschwister Scheer im Hotel; Hochalm. Bekannt erstklassige Verpflegung, mäßige j Preise. Fahrpreisermäßigung.! Mit dem Taxi in die Sommerfrische Fahrten nach Baden, Vöslau, Sauerbrunn und Semr mering besonders billig / Doby! Tel. 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DsyW Tttrkl (für eine Arbeitsgemeinschaft), Wie«» H׳« Mal^^e 12 ßi Veranfworttieh# ReWteurf Kmd l^chteiv ‘ - Hocbedünger-Gasse 2. ■— Druck; Druckerei- und Verlags-A,-G, lg, Steinmann, Wien, IX,, Universitätsstraße 6-8, ' נ. ״

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