Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 20 (1934)
- Issue
- 26 (13.7.1934)
- Date
- 1934-07-13
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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ז,, m. m dafür gewonnen werden könnten. Die Rabbiner, di« Ubef Intefessen des Kidli und Über di« Stärkung des öftÄüäox^jüdisühen ' Gefühls und streftg jüdischer Gesinnung zu beraten versammelt waren» haben gewiß auch diese Angelegenheiten verhandelt. Sie haben es jedoch unterlassen, die Öeffentlichkeit über das Resultat au unterrichten, was hoffentlich in Kurie nachgeholt werden wird. Aüch Über die für den 0. Juli nach Bratislava einberufene Versammlung erwartet die Oeffentlichkeit Berieht Über das Ergebnis der Beratungen^ U. Z. Die Habbinerkoiifereiiz in Korytnica. Die am 26. und 27. Juni In Korythicä abgehaltene Rabbinerkonferenz, hat, .wie jetzt gemeldet wird, Wichtiges für die slowakische Orthodoxie geleistet. Hauptgegenstand der Beratungen war das T ko r a- Studium. Es wurde allgemein darüber geklagt, daß die Thpts.?lMränstalten mit wirtschaftlichen. Schwierigkeiteri kämpfen müsse».* Es Wurde eine sechsgliedrige Kommission gewählt, welche unter der Aegide der Rabbinerkommissiön und der Leitung der Zentralkanzlei einen Modus dafür finden soll, daß aus dem Verkauf der Ritualien auch ohne Preiserhöhung ein gewisses Einkommen den JischlWöth und den Talmud-Thora-Schulen gesichert werde. Die Konferenz beschäftigte sich ferner eingehend mit der Hechscher־Frage. Zwecks Aufhebung gewisser Anomalien wurde der Beschluß gefaßt, daß ein R a b b i n e r - R a t gebildet werde, bei dem Sämtliche Hechschefim anzumelden sind. Es wurde ferner beschlossen, daß in solchen Orten arbeitende Fabriken, in welchen keine orthodoxe Gemeinde besteht, koschere Ware nicht erzeugen können, auch dann nicht, wenn sie einen Hechscher Und Maschgiach hätten. Man beschäftigte sich auch mit der Frage der Pflanzen* fetterze.ugung unter Berücksichtigung des neu eingeführten Fettbeimischungszwanges. Die endgültige Entscheidung in dieser Frage wurde bis zum Erscheinen der Durchführungsverordnung vertagt. Eine eifrig erörterte *Frage war die Kongruafrage. Der Staat macht bekanntermaßen nur jenen Geistlichen unter diesem Titel eine Gehältsergänzung flüssig, die vier G ym n a s i a 1 k l a s s e n absolviert haben. Da die orthodoxen Rabbiner in ihrem überwiegenden Teil nur vier Klassen der Bürgerschule besucht haben, sind sie de facto aus dem Genuß der staatlichen Unterstützung ausgeschlossen, obzwar sie meistens infolge ihrer ungünstigen materiellen Lage darauf überaus angewiesen sind. Man׳ beschloß diesbezüglich bei der Regierung Schritte zu unternehmen. Um den orthodoxen Charakter der Rabbinate zu wahren, wurde ein Vorschlag unterbreitet, wonach Abiturienten keine Hathoro, kein orthodoxes Rabbinerdiplom, sollen erreichen können. Die Beratungen haben sich •auch mit der Frage der Rabbinerwahl e n beschäftigt. Wegen des neuen Indus tri eg esetzes, welches drei bis ־vier Jahre Lehrlingszeit und zwei Jahre. Praxis vorschreibt, wird eine Deputation beim zuständigen Minister vorstellig werden. Man hofft, daß man den Absolventen der Jeschiwöth die Lehrlingszeit entsprechend reduzieren wird. Oberrabbiner S c h r e i b e r, Bratislava, hielt ein eingehendes Referat über den Kolel. Der Nitraer Raw, Rabbi Uhge r, wurde beauftragt, einen Aufruf .an die orthodoxen Juden zu richten, diese zur Einhaltung der altherkömmlichen, heiligen Sitten und Glaubensvorschrif ten zu ermahnen; und insbesondere auf die Gefahren der neuen Modeauswüchse (Strand usw.) aufmerksam zu machen.. ■ Es wurde schließlich von der Konferenz festgelegt, daß die Reduktion der Gehä/11er der Rabbonim und der Gemeindeangesteilten nur auf Grund eines D i n- Thora-Beschlusses erlaubt ist. DieRechtsstreitigkeiten in Berehovo. Zu unserem vorwöchigeh Bericht erhalten wir von unserem Prager Mitarbeiter folgenden Beitrag: '־■;*' In Berehovo (Beregszäsz) besteht seit Jahren eine Fehde zwischen der jetzigen Leitung der orthodoxen Kultüsgemeinde und einer gegnerischen Gruppe, die seinerzeit die Führung der orthodoxen Gemeinde ‘ innegehabt hatte und insbesondere gegen die Person und Familie des gegenwärtigen Oberr.abbiners eingenommen ist. Diese Opposition hat sich vor etwa drei Jahren als, eigene Kongreßgemeinde konstituiert. Aus dem Verhältnisse der beiden Gruppen, bzw. jüdischen Gemeinden .ergaben sich Reibungen, die zu einer Reihe von Rechtsstreitigkeiten führten, welche nach Er- Schöpfung des administrativen Instanzenzuges bis vor das Oberste Verwaltungsgericht gebracht worden sind. Es ergaben sich dabei verschiedene Rechtsfragen. So sind nach der sog. Treforischen Verordniing vom Jahre 1888 die ‘ aus einer Gemeinde ausgetretenen Mitglieder verpflichtet, die Gemeindeabgaben noch durch weitere fünf Jahre nach dem Austrittsjahre an die verlassene Gemeinde zu entrichten, so, als ob sie dieser Gemeinde noch weiter angehören würden. Nun suchten sich die Dissidenten• ihrer Zahlungspflicht dadurch zu entziehen, daß sie sich auf das interkonfessionelle Gesetz vom Jahre 1926 beriefen, nach welchem bei einem Religionswechsel die materiellen Verpflichtungen gegen die Austrittskirche mit dem Tage des Austrittes aufhören. Ferner wurden gegen die Be- Stellung Regierungskommissärs, gegen dessen Aratswaitung, gegen £Ü8 Zusammenstellung ^er ־Wähler- Jisten. liSW. Beschwerden eingebracht, Die beiden wichtigsten dieser Administrativprozesse haben nun dieser Tage ihr Ende gefunden. Am 6, Juni wurde zuerst über die Beschwerde des David Weisz in Berehovo und sodann über die Beschwerde des Vor- Standes der Berehovoer Kongreßgemeinde gegen Entscheidungen des Ministeriums für Schulweben(: und VolkskuItur verhandelt. Die Res c h we r d e f ü h r e r waren vor dem Obersten Verwaltungsgericht durch Dr. J. Hochmann, die beteiligte Orthodoxengemeinde durch die Prager Advokaten Dr. Friedrich Ra^l Pick und Pr, Ladislav Raäin vertreten. Als die erste Verhandlung beendet wari erklärte der Senat nach Beratung, daß die Entscheidung über diese Angelegenheit mit der Entscheidung über die Zweite Rechtssache verbunden;werden wirdi aber auch nach Abschluß der zweiten Sache konnte eich der Senat nicht zu einer sofortigen Urtailsfällupg entschließen, sondern verlautbarte nach längerer Beratung durch seinen Vorsitzenden, daß die Erkenntnis^ erst am 36. Juniwerden öffentlich Verkündetwefdett.Diose Verkündigüfig fand denn auch tatsächlich am letzten Jüftl statt find ergab einen vollständigen Bieg des Schulministeriums. Mit der ersten Entscheidung, welche die G.-z. Ü61f6/S4 trägt, /Würde die BesfOhWerde de3 David Weitaäi3 trnbegrÜndet abgewiesen. Ans den Etttseheidüttgsgründen ist besonders hervorzuheben, daß das ö, V. G. die Einwendung der Beschwerde, wonach über die Reklamationen gegen die Wählerlisten gemäß §§ 102 und 103 der Gemeindestatuten ein rituelles Schiedegericht hätte entscheiden sollen, deshalb für unbegründet erkannte, weil die angeführten Paragraphen erklären, daß ein Schiedsgericht in den dort genannten Streitfällen nur insoweit ausschließlich zuständig ist, als die Statuten nicht abweichende Bestimmungen enthalten, Solche ahweichende Bestimmungen sind aber in den §§ 16, 23 und 107 gegeben, nach Weichen das Recht, über Reklamationen gegen die Wählerlisten ZU entscheiden, anderen statutarischen Organen Vorbehalten ist. Mit der zweiten Entscheidung G.-Z. 11677/34 wurde die Beschwerde, soweit sie von Franz Hartmann und Samuel Klein auch namens der übrigen, ausgetretenen Mitglieder Überreicht worden war, als Unzulässig zurückgeWiCsen, im übrigen aber jdie B e s c h W e r d e a 1 s u nbegründet abgewiesen. Mit den derart abgewiesenen Beschwerden fallen somit auch die Einwendungen, die gegen die Orthodoxengemeinde, bzw. ihre Leitung seitens ihrer Gegner vorgebracht worden sind. F. P* BEKIZZUR.. — In der am 3. Jtili stattgefundenen ordentlichen 1 Sitzung der Prager Kultusgemeinde-Repräsentanz wurde, da auf Grund eines Kompromisses der drei Parteien in : der Kultusgemeinde Neuwahlen entfallen sind, die Wahl eines neuen Präsidiums vorgenommen. Zum Präsidenten wurde der Prager Advokat Dr. M. Reiner (Tschechojude) gewählt, zum ersten Stellvertreter der bisherige Präsident Dr. B. Stein, und zum H. Vizepräsidenten Dr. Wertheimer (Zionist). — Dr. Ernst ■Le b e n h a r t, einer der!Führer der Prager Zionisten, hat sich in der Vorwoche in seinem Büro erschössen. Motiv: 'unbekannt. (Dr. Lebenhart war einer der besten Wortführer der Prager Zionisten, bekannt durch den Prozeß Oberrabbiner Weber kontra Dr. Singer. Die Redaktion.) — Ein Teil der Gemeindemitglieder von Humene hat an die RabbinerkonfOrenz in Kory tnica einen offenen׳ Brief gerichtet, in Welchem für die. sofortige Wahl des R. Esik F r i e’ d r i c h>.!Stellung genommen! wird. — Sonntag fand in Humene eine Generalversammlung der Kultusgemeinde statt. Die Majorität verwarf den Antrag, wonach Gemeindemitglieder, die nicht al pi Schul- Chan Aruch leben, kein Wahlrecht , besitzen , sollen. ■— Der in Mukäöevo wohnhafte Z adoö a v e r Rebbe, Reb Menasche Eichenstein, ist am Freitag nach längerem Leiden im Alter, von 68 Jahren gestorben. An der Lewajoh beteiligte sich die. ganze Bevölkerung. Es war der letzte Wunsch des großen Zaddiks, daß keine Hespedim gehalten werden. Er wurde im Ohel seines großen Vaters bestattet. — ln Boökow wurde — wie wir seinerzeit berichtet haben — der zukünftige Schwiegersohn des hiesigen Oberrabbiners n , ־ ein Enkel das W ischnitzer Rebben, zu seinem Nachfolger gewählt. Der gegen die Wahl erhohene Protest dürfte abgewiesen werden und sowohl die Hochzeit als auch die Installation in kürzester Zeit stattfinden. — Bei der am Sonntag in Ghust ahgehaltenen Oberrabbinerwahl wurde Herr Rabbiner.Joschuä Grünwald mit 257 Stimmen gewählt. — Wiederkehr der Sentaer jüdischen Gemeinde zur Orthodoxie? Der neugewählte Oberrabbiner Dr. Alexander Ehrenfeld ist seit seinem Amtsantritte bestrebt, seine Gemeinde als orthodoxe Gemeinde zu gestalten. Es gelang ihm bereits, eine Talmud-Thora-Anstält zu errichten .amd es wurde auch die Renovierung der Mikwah ׳beschlossen. Nim stellte Herr Oberrabbiner BADE- UND KURORTE Streng כשר 1200 Meter o Einzigartiger Höhenkurort, intensivste Höhensonne, Wassersport. Pension Geschwister Scheer im Hotel Hochalm. Bekannt erstklassige Verpflegung, mäßige Preise. Fahrpreisermäßigung. Seebad Grado Villa Sezession כשר Pension Grünglas mit Kinderheim unter ärztlicher Leitung, direkt am Strand, mit großer Terrasse und herrlichem Ausblick aufs Meer. Zeitgemäß reduzierte Preise, Prospekte und Auskünfte daselbst sowie Konditorei Todesco, Wien, I., Rabensteig 24־. Mit dem Taxi 11% diel. Fahrten nach Baden, Vöslau, Sauerhrunn un i Semmeriiig ^espnclvis bUlig / Dok>yf Tel. U40*6*t0 Ehrenfeld die Forderung, än der Gemeinde die Bereichfiüflg wieder aufzunehmen. Dieser Forde* rung wurde nachgegebe«, jedöch £öit der Bedingung, daß die Gemeinde nach Wie vor dem Verbände der neu•» löten Gemeinden angeboren Will: Ob dies bei den jetzt bestehenden gesetziiefien Bestimmungen möglich ist, ist mehr äls fragilem Wehn ein fiebernden der Leitung des orthodoxen Gemeindebmides gegenüber leicht begreiflich ist, Sö iit doch eiwünsmitr daß diefientaer Gemeinde sich zu einer Vollwertigen orthodoxen Gemeinde entwickeln soll. Die tfngüns^ die gewisss orthodoxe Kreise bei der Gemeinde — begründet oder unbegründet —^ hervorgerufen haben, dürften keinen Grund für das •Weiterverbleiben im Rahmen des neologen Gemeittdebuhdes bilden. Wir wollen hoffen. däß es der ZielbeWüßten Arbeit des Oberrabbiners Ehrenfeld gelingen Wird, seine Gemeinde ms Lager des Verbahdes orthodoxer Gerhoinäen unseres Landes und ins Läger der Organisierten Weltorthodoxie heimzuführen. —■ Königliche Auszeichnung, Der ägiie Präses der Sentaer jüdischen Gemeinde, der Industrielle Armin Graf, erhielt für Seine dem Väteriande erwiesene Treue den jugoslawischen KroHenördefi» — Vermählungen. Aus Z a g r e b Wird uns; gemeldet; Am 7. Tainus fand im Hause unseres Gemeindepräsideftten Samuel 2 ei tli n die Trauung seiner Tochter Fräulein RenOe mit Herrn Arpad Büchler statt. Der hier tds Gast weilende Oberrabbiner von Dunajska Streda, Rabbi Hilei Weinberger, ein Onkel der Braut, ferner der Leiter der Jeschiwoh Ketanoh, Rabbi W. J. J u n greis, erfreuten die Gäste mit schönen Diwre Thora. Es sprach noch der Agudapräses Dr. Milan Engelsrat. —־ Am 13. Tamus Wurde im Hause' der Rabbinerswitwe Frau I. H.essel die Trauung ihrer Enkelin ׳Fräulein Berta!Schwaberiitz mit Herrn Benjamin Brandeis aus Petrovoselo abgehalten. Beim Mähl sprachen der Raw von Petrovoselo, S. ׳B. Prager, und sein Schwiegersohn Herr Bresnitz und Agudapräses Herr Dr. Milan Enge 1 srat. Im Namen der Hachscharah in Gjurgjevac, um deren Erhaltung Fräulein Sohiwabenitz sich ganz besondere Verdienste erworben hat, .überbrachte Herr Zwiebel (Hannover), ein Mitglied der Hachscharah, den aufrichtigsten Dank und die herzlichsten Glückwünsche. ־ — Gast-Droscho in Zagreb. Am Sabbat Bolok hielt der hier als Gast weilende Herr M. Ungar aus Chemnitz im orthodoxen Beth-Hamidrasch einen Magidus- Vortrag. Die gediegenen Worte des Redners fanden beim Publikum ungeteilten Beifall. Juwelen, Uhren, Gold- und Silberwaren, ins- |Uffiwffa fllNWlf besondere כלי קודש, Sederschüssel, Menoras, 111)111« WUl liUIlJj Leuchter und Bestecke in großer Auswahl, auch Gelegenheitskäufe, stets vorrätig II! 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Steinmann, Wien, - Verantwortlicher Redakteur: Kart Richter, Wien, S,, Franz- DC, Uniyer«4tät«te11öe 6-8. ■.׳.'־