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Jüdische Presse · 1934-05-18 · 19 (18.5.1934) · page 1

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Journal
Jüdische Presse
Volume
20 (1934)
Issue
19 (18.5.1934)
Date
1934-05-18
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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ff4ftfta0f§ tlUliflll JH>V01«tt* gjldif Mpl g t rnmtoaim 62». 41«mh-*0. JOttHlAl mtfäAtä fifif p&ffif. V. b. b. JÜDISCHE PRESSE iUlb ORGAN P()R DIS INTBR6SSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. Redaktion und Administration: Wien, II., Malzgasse 12a, Telephon A-46-0-15. Tschechoslowakei: Bratislava, Postfach 381. Jugoslawien: Subotica, Zrinjski trg 31. Erscheint jeden Freitag. Redaktionsschluß: Mittwoch Mittag. Abonnementpreise: Ganzjährig: für Oesterreich S 16, Tschechoslowakei Kc 80, Jugoslawien Dinar 150, das übrige Ausland Schw. Fr. 14. Einzelnummer öst. Gr. 40. Zahlungen für ״Jüdische Presse“, Wien, auf fol* gende Postsparkassenkonti: Wien Nr. D-93.614, Brünn Nr. 126.058, Berlin Nr. 122.619, Budapest Nr. 50.170, Warschau Nr. 190.409, Zagreb Nr. 40.217, Zürich Nr. VJÖ, 4117. Hr. 19 Wien-Bratislava, 18. Mai 1934 כיח ווינא־פרעפכווג ד׳ סיי! היציר׳ 20. Jahrg. Das Fest der Thora. Autorität. Vor dem flammenden Sinai ward der Autoritätsgeäanke geboren. Den Sehnsuchtsschrei Jisroels nach dem Mittler und Führer beantwortet der Ewige mit den Worten: ״ הטיבו בל אשר דברוMit eurem Verlangen nach der richtunggebenden Hand des Führers habet ihr all euer Sprechen, Denken und Fühlen für jetzt und für die Zukunft auf die Basis der besten Gesinnung gestellt.“ Darum war es die dankenswerteste Tat der Agudas Ji sr o e 1, daß sie von allem Anbeginn an den Autoritätsgedanken mit allem Nachdruck in den Mittelpunkt aller Bestrebungen gestellt hat. Andere mögen von der Selbstertüchtigung der Jugend, von der Ellbogenfreiheit des aufstrebenden Tüchtigen und wie alle diese, dem wahren jüdischen Geist so wesensfremden Redensarten lauten, sprechen. W i r, denen die Thora höchste Instanz ist, wissen es, daß nur die am Thorageiste Gereiften die einzig Berufenen in allen Belangen des Einzel- und Gesamtlebens sind. Wiens orthodoxe Judenschaft ist eben daran, mit eifriger Hand ihr Schicksal zu zimmern. Nicht mehr begnügen will sie sich, in einem Winkel des großen Hauses zu weilen und oft auf Verständnislosigkeit und noch öfters auf Uebelwollen zu stoßen. Im eigenen Hause will sie frei sich entfalten, und, ungehemmt von allen Hindernissen, ihre Zukunft im Sinne der heiligen Lehre gestalten. Wer kann uns in diesem Kampfe eher Wertvollstes an Rat und Belehrung schenken, als unsere rabbinischen Führer? Ihnen, deren Leben in Thora geheiligt, deren Geist an Thora geschärft ist, wollen wir Gefolgschaft leisten, ihre erfahrungsreichen Ratschläge und Weisungen werden uns richtunggebend sein. Dann können wir mit G-ttes Hilfe Erfolge erreichen. Auf das Land unserer Väter sind heute mehr denn je die Augen der ganzen jüdischen Welt gerichtet. Tausende unserer Brüder, heimatlos, vom alten, bitteren Golusschicksal aufs neue heimgesucht, schaffen sich und ihren Kindern in Erez Jisroel eine neue Heimat. Tiefes Mitgefühl ob des Zwanges so plötzlicher Aufgabe alter Gepflogenheiten begleitet sie. Und im Bewußtsein dieses innigen Mitfühlens bittet jedes jüdische Herz: Achtet die Grenzen, die Männer vom Format eines Brisker Gaon s. Z. 1., eines Rabbi Josef Chajim Sonnenfeld s. Z. 1. u. v. a. in weiser Beschränkung gezogen haben. Auf heiliger Erde Hüter heiligen Erbes zu sein, ist die hehre Aufgabe, vor die euch das Schicksal gestellt hat. So ihr strebt, eurer Aufgabe in diesem Sinne gerecht zu werden, seid ihr Wegbereiter einer frohen, g-ttgewollten Zukunft. Am flammenden Sinai ward Jisroel zum Volke G־ttes erkoren. Gewaltig groß die Pflichten, die das jüdische Volk an diesem Tage übernommen, unermeßlich und unaussprechlich die Größe, die Jisroel an diesem Tage für alle Zeiten erreicht hat. אתה בחרתנו מפל העמים וג־ ורוממתנו מכל הלשונות ״Du, Ewiger, hast uns erwählt aus allen Völkern, uns geliebt und dadurch hast Du uns zu solch’ ragender Höhe emporgehoben, daß keine Zunge imstande ist, unsere Größe zu verkünden.“ (Nach einer Erklärung von .נאדמו׳ד ר׳ ישי׳ פירסט שלי3».א Mit klopfendem Herzen verfolgen wir alle die weltgeschichtliche Entwicklung, die sich in unseren Tagen vor unseren Augen vollzieht, Wir spüren es alle: Einig, geschlossen, geheilt von allen körperliehen Gebrechen, stand das jüdische Volk am Fuße des Sinai, um die Offenbarung der Thora zu empfangen. Die Befreiung aus Mizraim wurde nach knappen sieben Wochen mit der g-ttlichen׳ Verfassung!gekrönt. Somit ist jüdische Freiheit und jüdisches Gesetz in eine ewige' untrennbare Verbindung miteinander gekommen. Vor mehr als dreitausend Jahren ist diese Einheit von Volk und Verfassung begründet worden. Zahllose Versuche wurden unternommen, um diese Einheit zu lösen, um dem jüdischen Volke eine andere Verfassung zu geben. Alle diese Versuche sind gescheitert. Das ewige jüdische Volk, dieses Wunder der Völkergeschichte, ist ein einzigartiges Zeugnis der G-ttlichkeit dieser Verfassung. Diese Verfassung wurde uns vor der Landnähme von Erez Jisroel gegeben. Diese Verfassung überdauert nunmehr in Jahrtausenden den Verlust des Heiligen Landes. Diese Verfassung ist im kleinen die Grundlage einer jeden lokalen jüdischen Gemeinschaft geworden und nur dort blühen jüdische Gemeinden, wo sie im Geiste dieser Verfassung wirken. Diese unerschütterliche historische Erkenntnis gibt den religiösen Führern des jüäisöhen Volkes Kraft und Mut, für die Geltung des g-ttlichen Gesetzes einzutreten; auch dort einzutreten, wo irregeleitete Massen und irregewordene Führer das jüdische Volk nicht als eine einzigartige religiöse Erscheinung, sondern als eine nationale Gemeinschaft, wie ein Volk unter den andern Völkern, ׳begreifen wollen. Der Kampf um die Geltung der ewigen g-ttlichen Lehre wird zurzeit in Erez Jisroel mit unverminderter Heftigkeit geführt. Jahr für Jahr kommen Zehntausende Juden־ aus allen Ländern nach der Heimat. Was soll diese Neuankömmlinge zu einer Einheit zusammenführen? Vielleicht die Arbeit, um das tägliche Brot zu verdienen, vielleicht die Arbeit, um aus den Ruinen neues Leben hervorzuzaubern? Diese Arbeit trennt die jüdischen Menschen in Erez Jisroel von vornherein in zwei scharf gesonderte und einander heftig befehdende Lager: in Arbeit¬ G-tt ist es, der nun spricht und über das Schicksal der Völker entscheidet. Zu G-tt blicken wir auf. Und wenn wir nun in diesen Tagen in allen jüdischen G-tteshäusern von ehrfurchtsvollen Schauern durchbebt aufs neue die heiligen ״Zehnworte״ vernahmen, erneuern wir den alten נעשה ונשמע -Schwur, das unverrückbare Bekenntnis zur Thora und zu den Trägern der g־ttlichen־;Lehre. MLY Aus technischen Gründen (infolge der jüdisdien und gesetzlichen Feiertage) erscheint die nächste Nummer der ״Jüdisdien Presse" erst am Freitag, den 7. Juni d. J. Die vorliegende Ausgabe enthält dafür einen doppelten Umfang. HAUPTGESCHÄFTSSTELLE der ״JÜDISCHEN PRESSE" nehmer und Arbeitgeber. Denn in Palästina herrscht leider die Lehre Marx’ und nicht die Lehre Mosis’. Nicht nur die Arbeit allein, sondern alle andern Erscheinungen des Öffentlichen Lebens weisen auf Zwiespalt und Uneinigkeit im Heiligen Lande hin, weil nicht nur die Arbeiterführer ihren Sondergötzen haben, sondern auch so manch bürgerlicher Führer des neuen Palästina sein Lebensideal nicht aus der jüdischen Thora, sondern aus Kultur und Geist irgend eines europäischen Volkes geschöpft hat. So muß in Palästina für das Selbstverständliche, für die Geltung des jüdischen Gesetzes im jüdischen Lande, gekämpft werden. Bei uns in Mitteleuropa ist die Orthodoxie in eine günstigere Stellung gelangt. Das marxistische Gift ist vielfach aus dem öffentlichen Leben a u sgeschieden worden; es ist nicht mehr das Ideal junger!begabter Juden, sich und die Nationen nach der Fasson Marx’ selig werden zu lassen. Der Kampf um die Seele der Jugend ist somit für die religiösen Führer leichter geworden. Ob sie nun diese günstige Gelegenheit ausnützen werden? Ob sie der neuen Aufgabe gewachsen sind? Der Zentralrat. der agudistischen Weltorgariisation tritt unmittelbar nach dem Schwuos-Feste zu einer, wichtigen Tagung zusammen. Wir hoffen, daß diese Tagung im Zeichen des Thora-Festes stehen und daß die wichtigste Aufgabe der Tagung, den richtigen Weg zum religiösen Wiederaufbau unserer Jugend und unserer Gemeinden zu finden, sein wird. ״Erobert die Gemeinden!“ war der Schlachtruf Herzls, als er seinen neuen Judenstaat errichten wollte. ״Machet unsere Gemeinden! religio s“, muß die Parole aller jener werden, die im jüdischen Volk den ewigen Träger der ewigen Lehre G-ttes erblicken. ״Der Kampf um die religiöse jüdische Gemeinde und um die religiöse Erziehung unserer Jugend ist die unmittelbarste und wichtigste Aufgabe der Orthodoxie.“ Hilfe für die Verunglückten von Tiberias. Bei Redaktionsschluß erfahren wir, daß in Wien ein Komitee in Bildung begriffen ist, welches die sofortige Hilfeleistung an die Verunglückten von Tiberias in die Wege leiten will. Es sollen entsprechende Aufrufe noch vor Schwuos erlassen werden. Wir zweifeln nicht daran, daß ein solcher Hilferuf für die von einem tragischen Schicksal durch eine Elementarkatastrophe gigantischen Umfanges heimgesuchten Brüder und Schwestern, über alle weltanschaulichen Gegensätze, bei a 11 e n Juden in Oesterreich ein offenes Ohr finden wird. (Siehe unseren Bericht im Innern des Blattes!) L. m m Die reisende Dame erhält bei mir schon Innerhalb 3 Stunden eine individuell ihrem Oesichte entsprechend modellierte Perücke | flTIIM A P QkPPTPU Be8itze1 der 1»״*bekannten Perücken-Kunttwerkftätte U1 HiflÄH Obmr r Wien 1, Kärntnerring 6 ״&<&«

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