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Jüdische Presse · 1934-05-04 · 17 (4.5.1934) · page 6

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Journal
Jüdische Presse
Volume
20 (1934)
Issue
17 (4.5.1934)
Date
1934-05-04
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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*fr. it m sei«# Ein Judenstaat ohne iödSsö&^ tie^B, eiö ifaKfefiVöIk ohne dieffcöf ä, ohne die G*ttialehfe ist flieht deakhäf. Ünd xwe une dle Geschichte unefefie;׳Volkes lehft, hat ein uflfeligiöses jüdisches Volk im Juden&taat sich nie behaupten können. ,*Bäe iätauch.ein wesentlicher Unterschied zwisehen dem ttSitd. eutuie^eäi Staaten'׳, sagt S. RfölUfäeh* ״Andere Völkfef schaffen sich ein Land, dann SOftaffen sie Sich eine Staatsverfäflsüfig. Das Juden^bih hat :etst Seihe Staatsverfassung bekommen — danach mußte es sich einrichten.“ Die Thora, die heiligen Gesetze, welche, uns am Siflaiberge gegeben Wurden, bilden unsere Religions- und Staatsgesetze zu* gleich. ln jedem Staate kann man bei einem unreligiösen Lebenswandel der treueste Staatsbürger sein, im Juden- Staate ist dies unmöglich! Wer die Religionsgesetze Verletzt, hat zugleich die Staatsgesetze übertreten. Aber auch aus praktischen Gründen ist es vorteil* hafter für uns, sich an eine Partei anzuschließen und sich nicht ׳ als eigene Partei zu isolieren. Man schließe sich einer solchen Partei, in welcher wir unsere Wirtschaftliehen Interessen am besten gewahrt und gefördert wissen, an. Ebenso wie. wir keine jüdische Nationalitätspolitik anstreben, ebenso wollen wir uns von dem Nationalitätskämpfe der anderen Völker fernhalten. — Wir wollen als glaubenstreue Juden im Staatsleben gleiche Pflichten erfüllen, gleiche Rechte besitzen und als pflichttreue Bürger, als glaubenstreue Juden leben. B. N. Agndistische Olim auf dem Wege nach Erez Jisroel. Von den Empfängern der ersten Zertifikate, die die Agudas Jisroel in der Tschechoslowakei erhalten hat, haben sich am 1. Mai d. J. vier Chawerim auf den Weg nach dem Heiligen Land gemacht. Aus diesem Anlaß fanden in den Heimatorten der vier Chaluzim, in Hust, Preäov und Nitra, kleine Abschiedsfeiern statt und überall fand sich eine stattliche Freundeschar am Bahnhof ein, um von den Chawerim — wohl auf baldiges Wiedersehen in Erez Jisroel! — Abschied zu nehmen. ־ Die Jugendgruppe in Bratislava veranstaltete ebenfalls aus diesem Anlaß eine solenne Feier, bei welcher Präses Max Weiß, namens der Jugendorganisation Präsidialmitglied A. Z. Kohn und G. J. König in hebräischer Sprache tiefsinnige Abschiedsworte sprachen. Namens der Abreisenden legte J. Neu, Nitra, das Gelöbnis ab, die Hoffnungen zu erfüllen, die an die Olim geknüpft werden. Die Olim sind bereit, erklärte der Redner, mit Einsatz aller Kräfte für den endgültigen Sieg der Aguda-Idee einzutreten, und sie danken der Jugendorganisation für ihre Opferwilligkeit und den Gutsbesitzern Schlesinger und Lamm für die ihnen gewährte Ausbildung. Die Ausführungen hinterließen einen tiefen Eindruck auf die zahlreichen Zuhörer. In Wien, wo die Olim auf der Durchfahrt einige Stunden verbrachten, waren sie Gegenstand herzlicher Begrüßung seitens der agudistischen Chawerim. Sowohl bei ihrer Ankunft als auch bei der Abfahrt hatten Bich י viele Freunde am Bahnhof eingefunden. Das Gesetz über die Kunstfette. Donnerstag, den 26. April, verhandelte die Handels- und Industriekommission des Abgeordnetenhauses den Gesetzartikel über die Kunstfette, in welchem auch eine Verfügung enthalten ist, laut welcher die Kunstfettefabriken verpflichtet sind; bei der Fabrikation der Kunstfette auch einen gewissen Prozentsatz Schweinfette zu verwenden, damit auf diese Weise auf Wunsch der Agrarier die 1Schweinezucht in der Tschechoslowakei unterstützt werde. / Abgeordneter Dr. Reisz stellte bei der Verhandlung dieser Angelegenheit in. der Kommission einen Antrag, daß es dem gesetzestreuen Judentum ermöglicht werden soll, Kunstfette gebrauchen zu können. Es sollen, auch Kunstfette ohne Beimengung von Schweinefett erzeugt werden können, da sonst die religiösen Rechte des Judentums verletzt werden möchten und dies nicht die Intention des Gesetzes sein kann. Die in der Handels- und Industriekommission anwesenden Vertreter des Handelsministeriums erklärten auf die Argumente des Abgeordneten Dr. Reisz, daß auf die rituellen Wünsche ,des Judentums Rücksicht genommen werden wird. Wir haben bereits gemeldet, daß diesbezüglich die Bemühungen der Zentralkanzlei im Gange sind und hoff entlieh von vollem Erfolg gekrönt sein werden. Ein mutiger Schritt. "Aus Sevluä wird uns berichtet: Die Leitung der hiesigen Talmud-Thora hat den Be- Schluß gefaßt, in Zukunft Schüler der zionistischen hebräisehen Schule oder solche, die zionistischen Jugendvereinen angehören, nicht mehr in die Talmud-Thora aufzunehmen, weil die Gefahr besteht, daß durch diese Kinder auch andere Schüler mitgerissen. werden. Es kann 'nicht verwundern, daß die Zionisten in der Gemeinde gegen diesen Beschluß Sturm laufen. Von unserem Standpunkt aber können wir diesen mutigen Schritt — würde er nur auch in anderen Gemeinden Nachahmung finden 1— freudigst begrüßen. Personalnachrichten. Todesfall. Am 25. April starb in K o § i c e nach langer Krankheit im Alter von 54 Jahren Frau Irene Matzner, Präsidentin des Sozialen HUfsvereines der Juden für die Slowakei. Von einer wunderbaren Energie, Intelligenz und Konzeption — stellte sie die ganze gewaltige Kraft ihres Geistes und Herzens in den Dienst der karitativen und sozialen Tätigkeit. Schon vor dem Kriege und währenddessen, besonders aber nachher. Sie stand an der Spitze der wohltätigen Arbeit des Joint in der Ostslowakei und gründete den Sozialen Hilfsverein der Juden für die Slowakei. Sie krönte ihr Werk mit dem Aufbau des jüdischen Waisenheimes in Koäice. Nicht nur die Gründung, sondern auch die Erhaltung und Ausbau dieser Institutionen sind einzig ihrer Rührigkeit und zähen Arbeit zu verdanken. Ihr Andenken wird in ihren Werken fortleben. Eine gewaltige Lücke bleibt. Aus Ungarn. — Rosch Chodesch Ijjar wurden es 20 Jahre, daß Abraham v. Freudiger an der Spitze der Budap e s t e r orthodoxen israelitischen Kultusgemeinde steht. Die Gemeinde beging mit großer Begeisterung und Weihe׳ das •Jubiläum ihres Vorsitzenden. In der offiziellen Zeitung der ungarischen Orthodoxie ״Zsidb Ujsäg" würdigten Oberhabsmitglied Adolf Frankl und Chefredakteur Großberg die Verdienste des Jubilars. Herr Fra »1kl schrieb uflter anderem: ״Herr׳ .v* Freudiger-War beispiellos pfpduktiv. Mr efitwieMlte MiÜ seiner Tätigkeit die be* scheidefte kleine Gemeinde der Jefeiöl ZU einer -riesigen häüptstädtiicaeÄ^ehilläb. ßi£ herrlidie Mäüpt-£$matege ufid das Gexneiläehäiis, ihre musterhaften Schälen und MÜkwfih sind Zeugen seiner, monumentalen Schöpferkraft. Dazu kommen noehf Spitäl *ünd 'Aifiblilänfc, ,VölksköcHe" und Kinderheim, die Jeschiwohzöglinge unterstützenden Hisoharü und Thoras Emes“. In der feierlichen Ge* neralversammlung begrüßten u. a. Vizepräsident Deutsch, Rabbiner S u ß m a n n, Zentralkanzlei-Vorsitzender Adolf Frankl, der Nestor des Gemeinde* Vorstandes Wilhelm Deutsch und die Vorsitzenden der verschiedenen Gemeinde*tnstitutionen den Jubilar, dem ein Ehrendiplom und eine ׳kunstvolle Menorah überreicht wurde. Aus der Antwort v: Freudigers ist besonders hervorzuheben, daß die Budapester orthodoxe Gemeinde eine Kahal-Jereim in vollem Sinne des Wortes ist, alle seine Mitglieder sind ׳Schomre Schabbos. — Die orthodoxe israefitische Kultusgemeinde in Sätoraljaujhely hat Rabbiner Bernhard Klein, den Schwiegersohn des Csornaer Raws, zum Oberrabbiner gewählt. — In der von der orthodoxen israelitischen Kultus* gemeinde in Miskolcz vor fünf Jahren errichteten Lehrerinnen-Präparandie finden in diesem Jahre zum erstenmal Befähigungsprüfungen statt. Die Präparandie soll programmgemäß mit überzeugt retigiösen Lehrerinnen, die mit entsprechenden religiösen und hebräischen Kenntnissen ausgerüstet werden, die jüdisehen Schulen und Familien versorgen. Aus Rumänien. — Wie das orthodoxe .Wochenblatt ״Hoemesz" meldet, erstreckt sich die Gültigkeit des neuen Konversionsgesetzes auch auf die jüdischen Kultusgemeinden, denen nun ermöglicht ,wird, ihre drückenden Schulden ratenweise und bei ermäßigtem Zinsfuß zu bezahlen. Die Aufmerksamkeit der Regierung wurde durch die orthodoxe Zentralkanzlei auf die schwere materielle Lage der Kultusgemeinden gelenkt. — Im Agudah-Haus in Großwardein wurde eine Gedenktafel zur Erinnerung an den verblichenen Führer der Agudah-Bewegung in Siebenbürgen, Herrn David Kohn, errichtet. Bei der Gedächtnisfeier, welche bei diesem Anlasse stattfand, hielten der Oberrabbiner der orthodox isr. Kultusgemeinde in Großwardein, Benjamin Fuchs, der Wolchowitzer Raw, Ch. M. Hager und Kultusgemeinderat L. Freund dem Andenken des Verstorhenen gewidmete Reden. — Rabbi Samuel Klein-Halmi wurde zum Oberrabbiner der orthodox isr. Kultusgemeinde filesd gewählt. — In Klausen bürg ist im 82. Lebensjahr der Königl. Rat Adolf Hirsch, ein Schüler des Ksaw Sofer, Mitglied der orthodox israel. Landesrepräsentanz für Siebenbürgen, ehern. Präsident dea* dortigen orth. isr^ Kultusgemeinde, nach langem Leiden verschieden. Er wurde in Nagyiklöd, wo er geboren wurde und eine Jeschiwoh gegründet hat, in welcher die Zöglinge zu Handwerkern ausgebildet werden, unter großer Teilnahme zu Grabe getragen. f lAgudä - Mitglieder kaufen ihre | Klassenlose beim I Glücksbauer Wien, IV., Favoritenstraße Nr. 4 (Tel. U-47-5-20) Filiale: n., Leopoldsgasse Nr. 25 (Tel. A-46-6-81). Haupttreffer: 1 Million Schilling Ziehung 1. Klasse: 28. u. 25. Mai BADE. UND KURORTE Talr. Lomnica! Tatr. Loitim'ca I 1 HOHE TATRA( orth. כשר PENSION SCHREIBER i . Prima Küche und Bedienung. Erwachsene Mädchen; t werden ohne Begleitung aufgenommen. Ganzes <>; l Jahr offen. Mäßige Preise. < ► < ► Mör Schreiber, Pächter, Tatr. 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Kultusgemeinde Mattersburg (Mattersdorf), Burgenland, sucht für den Kurort Sauerbrunn für die iSömmersaison 1934 einen tüchtigen שיב, בלית וב*ק ומנקר (Kantor, Schächter usw.). In erster Reihe kommen für die Stelle österr. Staatsbürger in Betracht. ׳Sollten sich österr.!Staatsbürger für diese Stelle nicht bewerben, so besteht auch für Ausländer Aussicht für diesen Posten. Offerte mit Angabe der ״Kabolaus“ (von drei anerkannten orth. Rabbinern) und des Lebenswandels sind bis zum 1. Juni 1934 an den ׳Präses der aut. orth. isr. 'Kultusgemeinde Mattersburg (Burgenland) zu richten. Leopold Kerpel e. h., Präses. 10 KOSCMeliKOteß-BUTTER erzeugt die Zentralmolkerei in Cesky-Tßäin unter Aufsicht von Kennern der rituellen Vorschriften. Alleinverkauf in diversen Städten zu vergeben. Bestellungen werden aüsgeführt von der Zentralmolkerei in Cesk^־T8Sin. 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Bllkovä 19 S a Haltestelle der Tramway Nr. 1 und 4 vom Bahnhot jjj WBKBaaHZBBnaHBaDaaaaBaaiaaaBiaaiBBBBHH Tag U *c3 % דף יומי משנה יומית I סם׳ העומר Kalendarium מוטה אי משנה דט פרק Freitag 19 4 טז נ א לד Samstag 20 5 יו ד » לה ם׳ אמור, פרק ד/’ Sonntag 21 6 יח א ב לו Montag 22 7 יט ב מ לו Dienstag 28 8 כ ג מ לה Mittwodi 24 9 בא ד » לט Donnerst. 25 10 כב ה » מ Freitag 20 11 בג א ג מא Samstag -7 12 כד ב » מב פ׳בהר-בהקוחי,מבר החי, פיה! החלה זמן הנחת תפילין (nur dringendenfalls) * Nur 110 PUhr f ü 110« סוף זמן קריאת שמע r Wien Adas Jisroel (Schiffschul), Gebetstunden in der Zeit vom 19. bis 26. Ijjar 5694. Freitag, den 19. Ijjar, Mincha. 7.10 Uhr, שיק פ׳ אמור Morgengebet 6.30 und 9.30 Uhr, 3.30 פרקי אבות Uhr, Mincha 4 Uhr, 8 מןצש*ק Uhr. An Wochentagen 5.15 השכמה Uhr, 6 שחרית Uhr, Mincha 7.15 Uhr. 806 es ist M der Leser, si zu ioH1!₪ Eigentümer, Herausgeber und Verleger: David Türk! (für eine Arbeitsgemeinschaft), Wien, II., Malzgasse 12 a. — Hocbedlinger-Gasse 2. — Druck: Druckerei- und Verlags-A.-G. Ig. Steinmann, Wien, Verantwortlicher Redakteur: Karl Richter, Wien, H., Franz- IX., Universitätsstraße 6-8.

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