Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 20 (1934)
- Issue
- 16 (27.4.1934)
- Date
- 1934-04-27
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Bäte. 4 ivsimnsse Nr. 16 ÜR1EL BIRNBAUM! MEINEM VA TER V ' ׳ya*ijätf094;\יך”':' MtbUndet von dem Gtänz des hüöHstOri Lichts — Krtdubt00m ungeheuren klang dir Sphären — So Wie durch Nebel, die sich langsam klären — Steigt jedes Kind der Menschen ans dein Nichts. Ms miß Sich' selbst, zu. reiner Reife gären, Um sich im Reich der Menschen zu bewähren Und zu. bestehen am Tage des Gerichts. Denn ans der Kindheit unbewußtem Drang Steigst, Judenknabe, auf du zu der Stunde, Da du, beitretend dem uralten Bunde, Den Zwang auf dich nimmst — aber nicht ats Zivang! Die ernsten Worte sprichst mit ernstem Munde — tfndj ob du’s weißt, ob nicht: Die große Kunde Wird Fundament dir sein dein Leben lang! Verleite dich vom Weg auch ab dein Blick, Verleite dich die Schönheit auch verlogen — Dich hat der andern Treiben nie betrogen: . Der alte Bund blieb dennoch dein Geschick! Br band dich an dein Volk — zu dem gezogen DU kämpfend kamst, durch Haß, durch Sturm und Wogen, Mit trotzig rückgeworfenem Genick. Der alte Bund — die alte Leidenschaft Warf dich in wüsten Tageskampfs Getriebe; Du aber kämpftest deinen Kampf aus Liebe [Aguda- Mitglieder Klassenlose beim | Glücksbauer ן; Sv^CKSBac^ Wien, IV., Favoritenstraße Nr. 4 (Tel. U-47-5-20) Filiale: II., Leopoldsgasse Nr. 25 (Tel. A-46-6-81) Haupttreffer: 1 Million Schilling Ziehung 1. Klasse: 23. u.25. Mai Zu deinem Volk: Allein, titanenhaft, Gewiß, daß einst der Widerstand zerstiebe Und deinem Volk ein Heimatland verbliebe, Bekämpft durch dich urid deine Siegeskraft! JMe , Glorie Zions und den starre Hall Bir fMligen Spräche ö deten ernste Worte * Dich heiligten: Sie dienten dir zum Horte Q Vor allzu frohem Kasten übe fall. . vt , Wo anderer Wille siegessatt verdorrte, ... i T - Standest du alsbald vor einer neuen Pforte: . Erbarmen war’s mit deines Volkes Fäll. Denn Schrecken fiel auf dich, o namenlos! Dein Volk, für das du dich zum Opfer brachtest, Es war nicht das, was' träumend du d’raus machtest Es war ein Bettler, sterbend, nackt und bloß!; Da wdPs, daß du zum zweiten Mat erwachtest Und deines eigenen Blutes Weg bedachtest: Von Osten kam’s — dort war dein Volk noch groß! Hier wogst du deines Volkes Votlgewicht: In seiner Sprache, die es sich gestaltet — In seinem Beten, alt, doch nie veraltet — In äußerem Schmutze und in innerem Licht. In Liebe forschtest du, was hier gewaltet, Daß so viel Größe strahlend sich entfaltet: Ja, Größe! Trotz Verknechtung und Verzicht! Und dann erhob sich sieghaft die Vernunft: Was gab dem Volk, oft elender als Tiere Sein Leben fristend, daß sich’s nicht verliere, Die Kraftt Was hob es aus der Völker Zunft? Der Juden Thora war’s, von G-tt die ihre! Du sähest es, von Sfire auf zu Sfire Erhobst du dich: Und es war Wiederkunft! Du stiegst und stiegst: Der fromme Glaube lag Dir offen bald. Mit ehrfuchtsvollem Neigen Bemühtest du dich, dich gewillt zu zeigen Für jede Forderung, die er stellen mag. Doch. Stillstand gab es nicht im Aufwärtssteigen •— Der, den G-tt aufrief, darf dem Ruf nicht schxoeigen! Du suchtest volle Weisheit — hellsten Tag! Nach zehnmal sieben Jahren, schön und scheel, Lag dir zu Füßen tief, bei Spott und Hohne, Bei menschlicher Begier nach Ruhm und Lohne — Lag allen Streits Gebrodel und Geschwel. Dein Schritt, mein Vater, naht dem höchsten Throne, Und Kether strahlt als Ziel vor dir: die Krone, Und gießt ihr Licht auf dich und Israel! X s chec 11 o sI o wa k ei Rabbiner-Versammlung in Bratislava. Vergangenen Mittwoch fand in Bratislava eine seit langem vorbereitete Tagung des ״Waad Horabbomin" statt, der auch mehrere dem Waad nicht angehörende Rabbiner zugezogen wurden. Gegenstand der Beratungen bildeten u. a. auch die mit dem .F e t t g e s e t z (Beimischungszwang, tierischer Fette) zusammenhängenden Fragen und das Problem der Rabbinats-Autor isationen. Wie verlautet, wurde eine Reihe bedeutungs- , voller Beschlüsse gefaßt. Sanierungsaktion für die orthodoxen Gemeinden in Podkarpatskä Bus. In Uähorod fand vergangenen Sonntag eine Ver- Sammlung der Vertreter der orthodoxen Gemeinden in Podkarpatskä. Rus statt, .die sich unter Vorsitz des Präses der UZhoroder Gemeinde, Herrn Dr. Lasslö, mit der Frage der Sanierung der Finanzen aller dieser Gemeinden befaßte. Der Vorsitzende hatte für die Sitzung ein großzügiges ExposS vorbereitet und konnte mitteilen, daß ihm seitens des Landespräsidenten Dr. Rozipal weitestgehende Unterstützung in Aussicht gestellt wurde. Geplant ist die Aufnahme einer größeren Staatsanleihe, deren Aufteilung unter die einzelnen Gemeinden und die Sicherung ihrer Rückzahlung festgelegt werden soll. Nach Abschluß der Beratungen wurde ein ״Wirtschaftsrat der autonomen orthodox jüdischen Gemeinden in Podkarpatskä Rus“ gebildet, in welchen die Gemeinden je nach der Zahl ihrer Mitglieder einen oder mehrere Vertreter entsenden. Die weitere Beratung und Durchführung der Sanierungsaktion wird dem Wirtschaftsrat obliegen. — Der Streit um die Kosicer neugewählte Gemeindeleitung, gegen die einige Proteste bei der orthodoxen Landeskanzlei eingelaufen waren, ist durch Kooptierung mehrerer Vertreter der Opposition friedlich beigelegt worden. — Der verstorbene Dajan der Gemeinde Sevlus, Jonas Kohn, hat in seinem Testament den Wunsch ausgesprochen, daß die Gemeinde seinen Schwiegersohn, Josef Klein, zum Dajan wähle. Die Majorität des Gemeindevorstandes kam diesem Wunsche nach. Der Präsident, Herr Max Jözsef, der Vizepräsident der Gemeinde wie auch die sefardischen Mitglieder, waren gegen die Wahl, und demissionierten, resp. sie drohen mit dem Austritt aus der Gemeinde und Boykott ihrer Institutionen. .— Bei den Klauswahlen in TJzhorod, bei welchen 80 Prozent der Mitglieder ihre Stimmen abgegeben haben, wurde einstimmig Herr Jakob Feldmann, bezw. die alte Leitung wiedergewählt. Die Wahl fand *unter Leitung des Herrn Oberrabbiners in voller Ordnung und Ruhe statt. Toleranz eines hohen Kirchenfürsten. Die Dio szeger orthodox jüdische Filialgemeinde besaß bis zum Schuljahr 1931 eine eigene jüdische Volksschule, die infolge der Berufung der Lehrerin an die orthodoxe Volksschule in.״Bratislava s.ich auflöste. Damit waren die jüdischen schulpflichtigen Kinder bemüßigt, entweder die dortige Staatsschule oder aber die katholische Volksschule zu besuchen, je nach der Lage der Wohnhäuser. Der Zufall wollte es nun, daß die Kinder des dortigen Schächters Müller die katholische Volksschule besuchen. Herr Müller ersuchte den Schulstuhl, dessen Obmann der Ortspfarrer ist, seinem Knaben zu erlauben, bedeckten Hauptes in der Schule zu sitzen, was ihm jedoch mit der Begründung, daß dies einer Verletzung der katholischen Religion gleichkäme, verweigert wurde. Da suchte nun Herr Rabbiner Eduard Reich, Trnava, bei dem sich Herr Müller Rat holte, im Wege der bischöflichen Direktoratskanzlei um eine Audienz bei dem dortigen Bischof Dr, J a n t a u s c h an, die ihm noch am selben Tage gewährt wurde. Der hohe Kirchenfürst empfing Herrn Rabbiner Reich mit ausgesuchter Freundlichkeit und versprach, die Schulbehörde in Dioszeg aufzufordern, den jüdischen Knaben zu gestatten, bedeckten Hauptes dem Unterricht beiwohnen zu dürfen. BEKIZZUR ♦ ♦ ♦ — In UZhorod waren Gerüchte verbreitet, daß eine Versetzung des Kultusreferenten beim UZhoroder Landesamt, Oberrat Dr. Beskyd — verbunden mit einem Avancement — nach Bratislava bevorstehe. Die orthodoxe Judenhcit in P. K. R. würde in Dr. Beskyd eine einflußreiche Persönlichkeit verlieren, die ihr stets werktätiges. Verständnis entgegengebracht hat. — Das Landesamt in UZhorod hat den Akt über die Streitigkeiten zwischen der Gemeinde- und der Klaus- Leitung in TJihorod dem Munkatscher Bes-Din abgetreten und, diesem den Auftrag erteilt, den Streitfall endgültig zu entscheiden. , * Personalnachrichten. Todesfall. Am 1. Aprü verschied in Lipt. Sv. Mikulaä im Alter von 77 Jahren Leopold Fischer s. A., Direktor i. R. der dortigen jüdischen Volksschule. Wie bescheiden sein Leben, so still war sein Heimgang, wie intensiv und segensreich sein Wirken, so tief und schmerzvoll die Trauer um ihn. Leopold Fischer hat 44 Jahre hindurch jüdische Kinder gelehrt und erzogen. Die jüdische Schule in Lipt. Sv. Mikulaä hat unter seiner Leitung eine so hohe Stufe ereicht, daß es viele Christen vorzogen, ihre Kinder in diese zu schicken. 30 Jahre hindurch war er Direktor seiner Schule in Lipt. Sv. Mikulaä. In den Ruhestand versetzt, berief ihn seine Kultusgemeinde in ihre KLEINE ANZEIGEN Allgemeine rVerkehr Dreschmaschine, gut erhalten, arbeitsfähig, nicht älter als zehn Jahre, Drehlingsbreite mindestens 1600 mm, wird sofort gekauft. Vorzug hat Hofherr-Schrantz oder Ungarische Staatsbahn. Gebrüder Simandl, ChotöSov bei Pilsen. Bau- 11. Galanterie־־ Spengler Leo Fenig, Wien, II., Gr, Sperlg. 41. Tel. A-49-4-19 Schomer Schabbos Bücher L. D. Hirschler & Co,, Wien, 1״ Rabensteig 6. Tel, U-28-7-45, sämtliche Ritualien, 1Fleischhauer Streng orthodox כשר, Fleischbänke Kalman Lubczer, IX״ Rueppgasse 27. und II., Leopoldsgasse 31. Fleischbank Jakob Lubczer, II.. Schlei- Sasse 21. Verkauf von sämteben Fleischwaren und Geflügei zu billigsten Tagespreisen. 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I1‘, Franz* * Hochedlinger-Gasse 2. — Druck; Druckerei- und Verlags-A.-G. Ig, Steinmann, Wies, IX., Universitatsstraße 6-8,