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Jüdische Presse · 1934-03-16 · 11 (16.3.1934) · page 3

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Journal
Jüdische Presse
Volume
20 (1934)
Issue
11 (16.3.1934)
Date
1934-03-16
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Nr, ü Adas Jisroel-Schiffschul. Wien, II., Gr. Schiffg. 8. Kanzlei: II., Gr. Schiffg. 1. Es wird zur allgemeinen Kenntnis gebracht, daß die Erzeugung der Mazzoth für das heurige Jahr begonnen hat. Anmeldungen zum Bezüge werden in der Kanzlei der Adas Jisroel, II., Große Schiffgasse 1, während der Amts■‘ stunden (9 bis 1 Uhr) entgegengenommen. Alle diejenigen, die ihren Bedarf an Mazzoth aus der Bäckerei der Adas Jisroel sicherstellen wollen, werden ersucht, rechtzeitig anzumelden, welche Menge sie beziehen wollen. Nur bei der rechtzeitigen Anmeldung kann die Belieferung gesichert sein, da die Erzeugung der Mazzoth auf das nötigste Maß beschränkt ist. Der Bezug von ,צור. שמורד?; muß besonders an■* gemeldet werden. Bei der Anmeldung ist der Betrag für die gewünschte Menge sofort zu erlegen. Da diese ebenfalls nur in sehr beschränkter Menge erzeugt werden, kann nur eine״ rechtzeitige Anmeldung Berücksichtigung finden. # Diejenigen Parteien, die beim Backen ihrer Mazzoth anwesend sein wollen, werden ersucht, dies ab Montag, den 25. Adar (12. März) in der Kanzlei während der Amtsstunden zu melden. Es empfiehlt sich, dies je früher zu tun, damit die ordnungsgemäße Einteilung zeitgerecht getroffen werden kann. Die Backhausleitung ist angewiesen, ausnahmslos nur demjenigen den Eintritt ins Backhaus zum Backen seiner Mazzoth zu gestatten, der sich mit einer Bescheinigung von der Kanzlei darüber ausweisen kann, daß er den Betrag für die gewünschte Menge Mazzoth bezahlt hat. Die unter der Aufsicht der Parteien gebackenen Mazzoth müssen sofort von der Partei mitgenommen werden, da der Backhausverwalter den Transport nicht übernimmt und keinerlei Verantwortung trägt. Für obigen Zweck werden die nachfolgend verzeichneten Tage freigehalten: < Von'Montag, den 3. Nissan (19. März), bis Dienstag, den 11. Nissan (2 7. März). Ein späterer Termin zum Selbstbacken kann nicht eingeräumt werden. Wien, am 22. Adar (9. März) 5694. Der Vorstand. Vereinsnachrichten. Ein Heim für Jeschiwah-Bachurim in Wien. Nach Vollendung aller Vorarbeiten wurde am Dienstag, den 13. d. M., das Heim für Jeschiwah-Bachurim in Wien im Lokal der Agudas-Jispoel-Jugendgruppe, II., Floßgasse 1, eröffnet. Vorläufig beschränkt sich das Heim aüf den gemeinsamen Unterricht der Bachürim und die sonstige gemeinsame Beschäftigung, während von der ursprünglich geplanten Verabreichung eines Frühstücks und Abendmahls Abstand genommen wurde, so daß den Eltern auch keinerlei Kosten erwachsen. Daß die Einrichtung dieses ״Ben-hasmanim-Heimes“ einem dringend empfundenen Bedürfnis entspricht, beweisen die zahlreich eingelaufenen Zuschriften, die das Vorbereitende Komitee von Rosche-Jeschiwoh Und sonstigen Rabbonim erhalten hat und unter welchen ein besonders warm gehaltenes Schreiben der ״Jessode Hathora“ in Bratislava hervorragt, in dem die große Bedeutung dieser Gründung gewürdigt wird und die Initiatoren zu der wundervollen Idee beglückwünscht werden. Oesterr. Landesverwaltung des Keren-Hathora. Am Sonntag fand unter Vorsitz des Obmannes, Herrn Rabbiner Abraham H e s c h e 1, eine Sitzung der österr. Landes- Verwaltung des Keren-Hathona statt, die wieder eine große Reihe von Subventionen in beträchtlicher Höhe für Thoralehrstätten in Oesterreich bewilligte. Verschiedene Unzukömmlichkeiten bei Wiener Talmud-Thoras wurden eingehend behandelt und Mittel zu ihrer Abstellung be־ schlossen. Der Leiter des Chinuch-Amtes, Herr Jakob Teitelbaum, erstattete ausführlichen Bericht über den Stand der einzelnen Thoralehranstalten. Agudas Jisroel Mädchengruppe Wien. Den dieswöchigen Schäbbosvortrag (Schabbos Parschas Wajikro) hält Herr David Bondy im Lokale der ״Wienea“, II., Ob. Donaustr. 91, um halb 11 Uhr vormittags. Generalversammlung der Chewra Kadischa in Graz. Am 25. v. M. fand in Graz die Generalversammlung der Chewra Kadischa statt, bei welcher Herr Salomon Bonyhadi, an Stelle des verblichenen Herrn Ignaz Adler, einstimmig zum Präsidenten gewählt wurde. Herr Bonyhadi wirkt seit mehr als 30 Jahren segensreich in Graz und erfreut sich dank seiner steten Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit auch in Wiener orthodoxen Kreisen allgemeiner Beliebtheit. Er verwaltet in Graz auch die Büchsen von Rabbi-Meir-baal-Haness und des Keren Hathora. In den Vorstand wurden ferner gewählt die Herren: Samuel Rosenberg, Adolf Rendi, Adolf Fürst, Abraham Reiß, Martin Fleischmann und Dr. Alfons Adler. Was ein Kind nicht mag, soll man ihm nicht aufdrängen, denn sonst kann es leicht seine Gesundheit einem Vorurteil der Eltern zum Opfer bringen. Nicht immer ist der Eigensinn des Kindes als Trotz anzusehen, denn der Organismus fordert Abwechslung unter den Nahrungsstoffen, in ihrer Zusammensetzung und im Geschmack. Sorgen dieser Art verschwinden sofort, wenn Oetker- Puddings auf den Tisch kommen, denn diese werden immer gerne und restlos verzehrt, weil sie wohlschmeckend, nahrhaft und doch leicht!verdaulich sind. Wie man Doktor Oetker-Puddings in stets neuer Form appetitlich und ansprechend anrichtet, sagt Ihnen der farbig illustrierte Pudding-Prospekt, der auf Wunsch gratis und franko von der Fabrik Dr. A. Oetker, Brünn, Rossitzergasse 2, zugesandt wird. Aufsichtsbehördestandpunkt für Fahrschulenbetriebe. Die Anlockung von!Schülern ״zu besonders billigen Freisen“ ist irreführend und kann mangels genügender Fahr־ ausbildung die öffentliche Sicherheit und das eigene Leben gefährden. Die Redaktion empfiehlt in diesem Sinne und nach Erkundigung die im behördlichen Sinne geführten und nicht nur für die Prüfung, sondern für die Fahrpraxis lehrenden: Neudegger Fahrschulen, Wien, VIII., Neudeggergasse Nr. 18, Telephon B-46-5-72, und ־Inzersdorf (Niederösterreich). Auskünfte über die Güte der Schule werden in der Redaktion (Tel, A-46-0-15) bereitwilligst erteilt. E jüdischepresse _ _ ׳ ־ ׳ .■ .. _ - §§it§f? - fl fl jfl fl fl1 fl fl fl fl n pp pp pp pp pp pp pp pp p| pp pp pp pp pp pp pp pp pp pp pp pp pp pp pp pp pp ppp׳ pp pp pp pp pp pp pp pp pp s pp pp pp pp j Tschechoslowakei j t. . . ■' ■■g. g iiiiniiiaaaiiiia« Friede in Munkatsch Wir haben in unserer vorwöchigen Ausgabe über den Friedenspakt berichtet, der zwischen der ״Beizer" und der ״Munkatscher" Partei, die sich 16 Jahre lang befehdet hatten, abgeschlossen wurde. Üeber den Inhalt der getroffenen Vereinbarung wird jetzt folgendes bekannt: Die ״Beizer" Gruppe erhält 18 Mandate in der aus 61 Mitgliedern zusammengesetzten Gemeinderepräsentanz und stellt auch aüs ihren Reihen einen der drei Vizepräsidenten. Eine paritätische Kommission wird über die Steuerrückstände der Mitglieder der ״Beizer“ Gruppe entscheiden. Die zwei Bote-Midrosch der ״Beizer" Gruppe erhalten von der Gemeinde eine wöchentliche Subvention von tsch. K 130. Nach der Ratifikation des Friedensübereinkommens durch die abzuhaltenden Generalversammlungen hat die Beizer Gruppe alle Proteste gegen Gemeinde und Rabbinat zurückzuziehen. Die Bote-Midrosch der ״Beizer" Gruppe behalten ihre Selbständigkeit und die Gemeinde verzichtet auf das ihr ansonsten zustehende Recht, gegebenenfalls eine behördliche Intervention in Anspruch zu nehmen. Weitere Vertragspunkte beschäftigen sich mit der finanziellen Regelung der verschiedenen Fragen und der Uebernahme des Vermögens der ״Beizer“ Kehillo, sowie mit der Frage der Abfertigung der ״Beizer" Schochtim und sonstigen Gemeindebeamten. Zum Schluß ist in dem Vertrag noch festgelegt, daß die beiderseitigen Generalversammlungen, welche das Uebereinkommen zu ratifizieren haben, noch vor Pesach stattfinden müssen und daß in Zukunft jedes Gemeindemitglied, welches , die Interessen der Kehillo zu schädigen versuchen sollte, aus der Gemeinde a u s z uschließen ist. ' 1 Das Uebereinkommen wurde bereits vom M u nkatscher Raw unterzeichnet, der bei dieser Gelegenheit seit vielen Jahren zum ersten Male von den führenden Mitgliedern der ״Beizer" Gruppe besucht wurde. Mit dem Abschluß dieses Vertrages ist endlich Friede in die Gemeinde eingezogen, welche nahe vor dem Zusammenbruch stand, und es bleibt nur zu hoffen, daß dieser Friede ein dauernder bleibe und daß es der neuen Gemeindeleitung gelinge, Munkatsch zu neuer Blüte zu führen. Verhör in der Bratislavas? JeseWWöit. Sonntag, den 25. Februar, wurde im großen Hörsaale der hiesigen Jeschi woh das übliche Semesterend- Verhören unter Leitung Sr. Ehrw. Herrn Oberrabiner ,Akiba Schreiber und in Anwesenheit des Bes-Din, des Herrn Präses J. Pappenheim in Vertretung der orthodoxen israelitischen Kultusgemeinde und der Landeskanzlei, und anderer Baale-Batim abgehalten. Die Bachürim wüßten in dem Von ihnen gelernten Stoff ausnahmslos vorzüglich Bescheid. Folgende wurden wegen ihres ausgezeichneten Fleißes belobt und mit Auszeichnungen bedacht: I. B. Kohn (Nommöny), Schück (Särvär), B. Goldstein (Satu Mare), J. Weiß (VeFk^■ Meder). II. S. Haber (Gyöngyös), M. Fettmann (Bratislava), Mandel (Tägläs), Lefkovits (Bratislava), M. Schick (Bratislava). Eine richtige Antwort. In Deutschland, wo das heutige Regime seine irregeführten Anhänger; inmitten von Not und Elend, nur mit phantastischen Irrlehren vom Erblühen der Wirklichkeit ablenken kann, ist das einzige Problem, mit welchem sich die Hitlers Überhaupt befassen, die Rassenfrage. Ein typisches Beispiel der heutigen Verhältnisse in Deutschland einerseits und die Beurteilung derselben im Auslande anderseits zeigt folgende Nachricht aus Trentschin. Das Pfarramt zu Trentschin. erhielt aus München eine amtliche Nachfrage, ob ein aus Trentschin gebürtiger und in Deutschland lebender Schauspieler in jeder Be- Ziehung den ״Forderungen des Arierparagraphen" entspreche. Das Trentschiner Pfarramt hat eirte richtige Antwort dem Naziamt zugeschickt. Der Pfarrer von Trentschin hat die Anfrage energisch zurückgewiesen und gleichzeitig den Nazis eine gebührende Lektion über die christliche Auffassung erteilt. Unter anderm hieß es in diesem nach München gegangenen Briefe: Es ist nicht die Mission der katholischen Kirche, respektive des Matrikelamtes, der Unterdrückung der Menschenrechte und Freiheit die Hand zu bieten, da doch die christliche Religion auf den heiligen Prinzipien der Nächstenliebe beruht." Wilhelm Löwy. Eine Festakademie veranstaltet der Chorverband ״Hasimrah“ am Samstag, den 17. März, um 8 Uhr abends im Festsaale des Hotel Continental. Hervorragende Kunstkräfte, u. a, Herr Oberkantor Postolow, Dario Medina, Jacques Rotter, Prof. Josef Zimbler, wirken mit. Dieses Siegel bürgt... ן daß Kunerol streng rituell erzeugt wird und daher auch für Strfenggläubige ohne Bedenken für die Zubereitung von Osterspeisen verwendet werden kann. Kunerol ist ein völlig reines Pflanzenfett, nahrhaft, leicht verdaulich und fast unbegrenzt haltbar. * Kunerol wird unter ständiger Aufsicht des Herrn Bezirksrabbiners S. E h r e n f e I d zu; Mattersburg hergestellt KUNEROL 100% REINES KOKOSNUSSFEtT Nur echt in Originalpackung. m. Bar-Mizwoh-Feier Im Hause des Sadagoraer Rabbi Bei großer Festlichkeit und in feierlicher!Stimmung fand am vergangenen Sonntag, den 24. Adar, die Bar- Mizwoh-Feier des!Sohnes!Sr. Ehrwürden Herrn Großrabbiner M. Friedmann (!Sadagora) im •Saale des Restaurants ״Wienea“ statt. Die große Verehrung und Wert- Schätzung, die das jüdische Wien im allgemeinen und die ehassidischen und agudistischen Kreise im besonderen dem ehrwürdigen Sadagoraer Rabbi immer entgegenbringen, kam bei dieser Festmahlzeit zum besonderen Ausdruck. Eine große, an mehrere Hunderte zählende Gästeschar von der Elite der Wiener religiösen Judenheit zierte die Festtafel. Man sah zwischen anderen den Großrabbiner Israel Friedmann-Husiatyn, Großrabbiner Friedmann-Leipzig (Bojan), Großrabbiner A, J. Friedmann (Sadagora) und die anderen Familienmitglieder, OberrabbinerFürst-Schiffschul, Oberrabbiner Dr. Carlebach- Baden, Rabbiner Günsberg, Rabbiner Flesch-Stumperschul, Rabbiner ׳Schlomo Baumgarten u. v, a. Den Höhepunkt des Festes •bildete die große Droschoh des Bar-Mizwoh, welcher in zirka einstündigem Vortrag die Zuhörer überraschend fesselte und begeisterte, Mit dem feierlichen Versprechen, seinen nun beginnenden Lebensweg als Ewed-Haschem zu führen und ein vollwertiges Glied in der goldenen Kette seiner erhabenen Vorfahren s. Z, 1, zu werden, schloß der Bar-Mizwoh seine schöne Droschoh.!Bei ehassidischen Weisen und •Musikklängen dauerte die Festmahlzeit sechs!Stunden. Erst am späten Abend verließen die feierlich gestimmten Gäste den Saal. Noch lange wird diese erhabene Fröhlichkeit in den Herzen nachklingen. Wir wünschen dem Bar-Mizwoh und seiner verehrten Familie herzlich Masel Tow! Möge sein Pflichtenweg im jüdischen‘ Leiben mit viel Glück, zeitlichem und ewigem, begleitet sein. Reb Schmüel Glück Wieder hat der Tod kostbare Lese in unserer Wiener Kehillo gehalten. Freitag ist Reb Schmüel Glück zu seinen Vätern eingegangen. Ein Stück alter Wiener Orthodoxie sank mit ihm, der jahrzehntelang seinen heiligen Dienst in •und für die Adas Jisroel versah, in die Gruft. Bei der Lewajoh, die Freitag nachmittags stattfand, war die ganze Kehillo versammelt, die erschüttert den mit Rücksicht auf die Zeit einzigen Hesped •Sr, Ehrw. Herr Oberrabbiners ß. •Fürst anhörte. In unübertrefflicher Meisterhaftigkeit gab der Maspid ein kurzes Lebensbild des Niftor, den er als Eaal-Tefilo schilderte. Ein wahrer, echter ש׳ץ der immer ברעש ונפחד מפחד יושב תהלות ישראל mit in Mark und Bein gehender Erschütterung seinen עבודת הקודש versah. Seine Schechito war immer eine שחיטת קדשים־ In ergreifenden Worten mahnte Se, Ehrw. Herr Oberrabbiner Fürst zu Tesohuwo an der Bahre dieses Mannes, der im Leben!beredter Fürsprecher für seine Gemeinde war und es im Tod sicher nicht minder sein wird. Mögen seine schwergeprüfte Witwe und Familie Kraft finden, den Verlust zu überwinden, und möge Haschern in seiner Barmherzigkeit unsere Gemeinschaft vor weiteren Verlusten bewahren,,חנצב׳ ד, Briefkästen, L. St., Paris: Wir würden uns natürlich freuen, wenn Sie gelegentlich bei uns mitarbeiten» würden, Die eventuell notwendige Umarbeitung stört uns nicht, wenn uns nur der Inhalt zusagt, Die Reminiszenz ״ kommt nächstens, ׳ Im redaktionellen feil enthaltene entgeltliche Notizen sind durch ein nachgesetzes E gekennzeichnet,-

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