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Jüdische Presse · 1934-03-16 · 11 (16.3.1934) · page 1

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Journal
Jüdische Presse
Volume
20 (1934)
Issue
11 (16.3.1934)
Date
1934-03-16
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. H&dii pmt i toiegfiiäpr JrtWWIMfciü 1ÜNflif, ■■?efggfttfgt, El p&t fMlfsl&* V״ b. 4 * örfttklAVe ÜB» 415W-H1.2Ü. Redaktion und Administration: Wien, II., Malzgasse 12 a, Telephon A-46-0-15. Tschechoslowakei: Bratislava, Postfach 381. Jugoslawien: Subotica, Zrinjski trg 31. Erscheint jeden Freitag. Redaktionsschluß: Mittwoch Mittag. Abonnementpreise: Ganzjährig: für Oesterreich S 16, Tschechoslowakei Kc 80, Jugoslawien Dinar 150, das übrige Ausland Schw. Fr. 14. Einzelnummer öst. Gr. 40. Zahlungen für ״Jüdische Fresse“, Wien, auf fob gende Postsparkassenkonti: Wien Nr. D-93.614, Brünn Nr. 126.058, Berlin Nr. 122.619, Budapest Nr. 50.170, Warschau Nr. 19Ö.4Ö9, Zagreb Nr. 40.217, Zürich Nr. VIII, 4117. Nr. 11 Wien-Bratislava, 16• März 1934 כיה ווינא־פרעסבורג כ״ט ארו תועידי 20. Jahrs. Arba Parschios... Eine Betrachtung zu פ׳ החודש Von Zwi Held, Drohobycz (Polen). Vier Sabbathe haben unsere Weisen als Vorbereitung für das Fest der Befreiung aus erniedrigender Sklaverei bestimmt. Vier verschiedene. Gedankenreihen müssen wir uns vergegenwärtigen, wenn wir das Fest unserer Erlösung würdig begehen sollen. העשיר לא ירבה והדל לא ימעיט lehrt uns der erste Sabbath. Soziales Verantwortlichkeitsg e f ü h 1! In Aegypten lernte das jüdische Volk eine Staatsverfassung kennen, die sorgfältig darüber wachte, daß keine Verschiebung innerhalb der Kasten stattfinde. Mit peinlicher Sorgfalt schlossen sich die verschiedenen Stände gegeneinander ab — materieller und geistiger Verfall waren die Folge. Da. führte G-tt das Volk aus Mizraim, dasjenige Volk, das zur niedrigsten Kaste in Mizraim gehörte. והוצאתי אתכם Euch, denen der starre Kastengeist der Aegypter den niedrigsten Platz im Staate einräumte, führe Ich aus diesem Lande, damit'Ihr Mein Volk werdet. Die ägyptischen Parias sollen Aristokraten b 1 e i b e n, damit die Welt lerne, daß nicht die Materie über den Vorzug der Völker entscheidet, daß nicht dasjenige .Volk groß ist, das über die größte materielle Gewalt gebietet, sondern jenes, dessen Grundlage . der G,־ ttesge da n k e und dessen Endziel die G - tttesherrschaft aüf Erden ist. Und zum Beweise dessen, daß ®nicht rohe Gewalt im weltgeschichtlichen Völkerleben entscheidet: זכור את אשד• עשה -לך עמלק-"" Schwach, und 1v müde zogst .du .aps._dem Lahde, in dem man das Bewußtsein deiner Menschenwürde und Menschenbestimmung in dir zu unterdrücken wußte, du wagtest noch kaum daran zu glauben, daß du nun ein Volk sein sollst, ein Faktor im Weltgeschehen, da kam Amalek und überfiel dich, da du noch G-tt nicht fürchtetest. Da zeigte dir G-tt, daß der Maßstab, mit dem du der Völker Größe missest, ein falscher ist. Deine Politik als Volk sei nicht wie die Politik der Völker, die die Moral für den einzelnen Menschen, aber nicht für das Verhältnis von Volk zu Volk anerkennen. Es gibt nur einen Maßstab für die Moral: G-ttesf urcht. והצלתי אתבט G-tt allein ist es, der uns errettet hat. Er ist es, der erretten kann, Er allein hilft denen, die ihren Blick in die Höhe richten, die sich dessen bewußt sind, daß Sein die Welt und ihre Geschöpfe, daß Sein der Sieg, daß E r die Geschicke der Menschheit leitet und lenkt. Und wenn du in Frieden in deinem Lande wohnen wirst, תמהה את וכר עמלק verbanne Amaleks Gesinn u n g aus deinem Herzen, לא תשכה denn so oft du dich seiner erinnerst, wirst du sehen, daß du nur siegen kannst, wenn du dein Geschick willig deinem G -11 e unterordnest. וי Aber nicht nur deine äußeren Geschicke sollst du G-tt unterordnen, nicht dein Körper allein sei G-tt geweiht, sondern auch dein Geist!זאת הקת התורה אשר צוה ה׳üie Zeremonie der פרה אדומה war bestimmt, den Unreinen zur Reinheit zu führen. Die reinigende Kraft der Poroh besteht gerade darin, daß ihr Gesetz uns Menschen un- Leistungsfähigstes Möbelhaus M. Redler/ Wien b Schottenring 35 Telephon A-12-9-78. Gesamtausstattungen von der billigsten bis zur feinsten Ausführung. Uebernahme sämtlicher Adaptierungen. Eigenes Zahlungssystem. Samstag geschlossen. ״Schomra“-Mitglied, Vom Wtener Stadtschulrat konzessionierte JÜDISCHE KOCHSCHULE Streng koscher Leitung: G, Schwarz Diätkurie, einfach« bii feinet« Küche, Rohkost, Nqtionaispeisen Anmeldungen, Auskünfte: Wien II, Hollandstrasse Nr, 8, III. Sttege I/4J verständlich ist. לא המים מטהרין nicht das Wasser reinigt, sondern הקד, חקקתי גזרה גזרתי אי אתה רשאי לעבור על גזרתי die reinigende Wirkung Übt der Umstand aus, daß die פרה אדומה : als הקה und גזרה erscheint. Und habt ihr gelernt, daß ihr bedingungslos Mir gehorchen müßt, daß nur die Worte Meiner Weisen euch leiten können, וגאלתי אחכם so habe Ich euch erlöst und ihr seid geeignet, Mein Volk zu werden. ולקחתי אתכם לי לעם lautet die letzte Bezeichnung der גאולה. Wir sind ausersehen, ein Volk G -11 e s zu sein. Es liegt wahrlich keine Ueberhebung in diesem Bewußtsein und es ist jedenfalls eine Auszeichnung, um die uns die Völker, wenn sie den ganzen Sinn dieser Aus- Zeichnung begreifen könnten, nicht beneiden würden. Es ist die schwerste Aufgabe, die uns durch diese Auszeichnung geworden und sie wird erst eine Aus- Zeichnung, wenn wir auch die mit ihr verbundenen Aufgaben und Pflichten erfüllen. Wir sollen ein Volk G -11 e s sein, wir sollen der Herrschaft G-ttes den Weg ebnen. Wie bescheiden müssen wir sein, wenn wir uns in jedem Augenblicke unseres Lebens dessen bewußt sein sollen, daß wir das Volk G-ttes sind. החדש הזה לכם דוגמא שלכם Wie einst G-tt dem Monde zurief: לכו •ומיעטו את עצמך so müssen auch wir lernen, uns zu bescheiden. Nichts soll uns von •unserer Aufgabe ablenken כזה ראה וקדש auf den Mond sollen wir blicken und dem Ziele der Heiligkeit zustreben. Und war ההדש הזה לכם dieser Mond דוגמא שלכם euer Vorbild, so ההדש הזה לכם ist der Frühlingsmonat euer, dann seid ihr vorbereitet für das Fest des jüdischen Volksfrühlings und ihr könnt dieses Fest als das Fest der Befreiung feiern. Seid ihr auch körperlich nicht frei, 'drücken auch heute noch ־ Fesseln’die Hände, die geistige Freiheit, die wir errungen haben, kann uns niemand rauben. Als geistig freie Menschen arbeiten wir weiter an der Befreiung der Menschheit von den Fesseln der geistigen Knechtschaft und haben wir sie befreit, dann haben wir IHÜF Für diel Zähnejl morgens Tube Kö 4.» und Kd 6 und abends “‘•“■“iiüii Chlorödont■ '7mm». Inländisches! Erzeugnis׳ unsere Aufgäbe gelöst •—*׳׳:und-הדש-זה־י לכם י,T׳׳־Jdann• -־wird— der Mond, der der S o n n e gleich sein wird, unser Vorbild sein, denn in jenen Tagen werden uns die'׳ Völker , freiwillig bezeugen, daß wir das Volk G-ttes waren und sind — und unsere Aufgabe wird dann erst eine Auszeichnung werden . . . Einheitliches Oberrabbinat für Erez Jisroel? Palästinensische Blätter melden, daß seit einiger Zeit Verhandlungen zwischen. K n e s e s Israel und Agudas Jisroel über die Möglichkeiten zur Bildung eines einheitlichen Oberrabbinats für Palästina schweben. Von gut unterrichteter Seite wird uns dazu folgendes mitgeteilt: Die Verhandlungen gehen auf eine Anregung zurück,,, die der sfardische Oberrabbiner von Tel- Awiw, Rabbiner Usiel, bei einem Zusammentreffen mit dem politischen Leiter der palästinensischen Agudas Jisroel, Rabbi Mosche. Blau, in Genf gegeben hat. Geplant ist die Bildung eines aus 9 Rabbinen, ,6 von der Kneses Israel und 3 von der Agudas Jisroel, gebildeten Oberrabbinats unter dem Präsidium, der Oberrabbinen Kuk, Jacob Meir und Duschinsky. Voraussetzung für das Zustandekommen des Planes wäre, daß in den zwischen der Kneses Israel und Agudas Jisroel strittigen organisatorischen Prinzipienfragen keine Majorisierung stattfindet, und daß die i n n e r e Kompetenz des Rabbinates Duschinsky für die der Agudas Jisroel angehörigen Juden unberührt bleibt. Letzthin ist ein detaillierter Vorschlag für die Verfassung dieses gemeinsamen Oberrabbinats von seiten der Agudas Jisroel dem Waad Leumi überreicht worden. Was noch aussteht, ist insbesondere die persönliche Zustimmung des Raw Duschinsky zu dem Plane, dessen Verwirklichung' zweifellos eine gewaltige Stärkung des religiösen Lebens und des rabbinischen Einflusses auf die Gestaltung der Dinge im Heiligen Lande, zugleich den Auftakt zu einer inneren Befriedung der thoratreuen Judenheit bedeuten würde. Die ״Jüdische Zeitung“, das Munkatscher Organ, benützt diese Zeitungsmeldungen bereits dazu, in gewohnter Weise die Agudas Jisroel anzugreifen und sie in eine Reihe mit Zionismus und Misrachi zu stellen. Dieses Vorgehen, das wohl von• diesen Herren nicht überraschen kann, richtet sich selbst. Mit mehr Verantwortungsgefühl hätte sich die ״Jüdische Zeitung" erst über das;Wesen des ganzen Planes erkundigt und hätte dann — wie wir — erfahren, daß die S e lb st ä n di g k e i t und innere Kompetenz des Rabbinats Duschinsky für die orthodoxe Gemeinde jedenfalls aufrecht bjeibea wird. Stadtrats wählen in Jerusalem. Die bevorstehenden Stadtratwahlenvin Jerusalern haben alle Schichten der jüdischen Bevölkerung in einer Einheitsfront zusamraengeftihrt, die hoffen läßt, daß die bisherige, der Kopfzahl der jüdischen Bevölkerung nicht im entferntesten entsprechende Zusammensetzung’ der Stadtverwaltung und die damit verbundene kommunale Benachteiligung der jüdischen Einwohner für die Zukunft vermieden wird. Obwohl auch dieses Mal bei der Festsetzung des Wahlstatutes viele berechtigte Wünsche der jüdischen Einwohnerschaft und insbesondere der AgudasJ i s r 0' e 1 unerfüllt blieben, ist doch insofern ein wesentlicher E rf o 1 g zu registrieren׳, als auf eifriges Bemühen der Agudas Jisroel viele hunderte von Juden, die bis dahin ohne Wahlrecht waren, nun in die Lage versetzt werden, ihre Bürger- Pflicht mit dem Stimmzettel zu erfüllen. Es handelt sich um palästinensische Staatsangehörige, die als Mieter weniger als ein Pfund Kommunalsteuer oder als Bewohner der Kolalimhäuser gär keine Kommunalsteuer zahlen, die jetzt zum erstenmal das Wahlrecht für die Stadtverwaltung auf Grund eines halben Pfundes, das sie oder die , offiziellen Hauseigentümer, denen die Steuerpflicht obliegt, im verflossenen Jahre entrichtet haben, ausüben können. Da die Sicherung des Wahlrechtes für diese Kategorie nur mit einiger Mühe und nach vielen Formalitäten möglich ist, hat die Kanzlei der Agudas Jisroel-Zentrale eine eigene Beratungs- und Vermittlungsstelle eröffnet für alle, die gewillt sind, sich ihr Wahlrecht zu sichern. Diplomierter Herrenschneider I, Ttosenhlum, Wien, II., Zirknsgasse 21׳. Tel. R-41-8-83. Erstklassige Herrenkleider, Billigste Preise. 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