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Jüdische Presse · 1934-03-09 · 10 (9.3.1934) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
20 (1934)
Issue
10 (9.3.1934)
Date
1934-03-09
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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HAdit pott« r ömtisiAve &•. 41672-m ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. Redaktion und Administration: Wien, II., Malzgasse 12a, Telephon A-46-0-15. Tschechoslowakei: Bratislava, Bostfach 381. Jugoslawien: Subotica, Zrinjski trg 31. Erscheint jeden Freitag. Redaktionsschluß: Mittwoch Mittag. Aboanemetttpreise: Ganzjährig: für Oesterreich S 16, Tschechoslowakei Kc 80, Jugoslawien Dinar 150, das übrige Ausland Schw. Fr. 14. Einzelnummer äst. Gr. 40. Zahlungen für ״Jüdische Fresse“, Wien, auf fol* * gende Postsparkassenkonti: Wien Nr, D-93.614, Brünn Nr. 126.058, Berlin Nr. 122.619, Budapest Nr. 50.170, Warschau Nr. 190.409, Zagreb Nr. 40.217, Zürich Nr. Vm, 4117. Nr. 10 Wien-Bratislava, 9. März 1934 ווינא־פרעסבורג כ״ב אדר תרציד. 20. Jahrg. Pflichten und Aufgaben der Orthodoxie■ Weiße Zähne? Ja/aber .« , nicht auf Kosten des Zahnschmelzes Schöne Zahne machen jung, sie sind ein kostbarer Besitz, für den die beste Zahnpaste gerade gut genug ist. Sie muß die Zahne I blendend weiß machen, ohne den empfindliehen Zahnschmelz anzuerelfen. Erhalten Sie eich sdiöne weiße unu gesunde Zähne durch. Chloroaont. Tube KC 4.- u. KS6<*. Cechoslov. Erzeugnis. Die Führer der in der Adas-Jisroel־( Schiff schul) Gemeinde vereinigten Orthodoxie, Oberrabbiner Jesaia Fürst und der Obmann Kommerzialrat Siegmund B o n d i, haben einen Aufruf erlassen, den wir vorige Woche in der ״Jüdischen Presse“ zum Abdruck gebracht haben. Die3er Aufruf, der an die orthodoxe Judenheit Wiens sich mit der Bitte wendet, in der Hilfeleistung für die Hinterbliebenen der unglücklichen Opfer nicht zu erlahmen, und die Regierung in ihren diesbezüglichen Bestrebungen zu unterstützen, will über diese, wir möchten sagen, selbstverständliche Pflicht des Augenblickes hinaus, zu ernster Besinnung aufrütteln. ״Jeder wahrhaft religiöse Mensch“, heißt es hier, ״ist von dem Glauben durchdrungen, daß niemals Leid ohne Sinn in die Welt geschickt wurde. Für uns, das jüdische Volk, an dessen Wiege das höchste sittliche Gesetz der Menschheit verkündet wurde, ist dieses Gesetz in seiner ganzen Reinheit und Vollkommenheit die Grundlage des Bestandes. Ohne irgendwelche Ueberheblichkeit kann und soll es gesagt werden, daß das thoratreue Judentum seit jeher für diese Erkenntnis kämpft und darum ringt, das Erbe der Väter lebendig zu erhalten{ Von der Ueberzeugung durchdrungen, daß in der ־ Pflege und Wahrung des heiligen Erbes der Väter der Schlüssel einer glücklichen Zukunft liegt, daß Sturmtage, wie die jetzt erlebten, nie wiederkehren, wenn alle Völker und Menschen von dem Geist wahrer Religiosität und echter Menschenliebe erfüllt sind, rufen wir unsere Glaubensbrüder auf, unserer heiligen Religion und unserem Gesetz die Treue zu wahren und uns zu helfen, die alten und heiligen Ideale zum Gemeingut zu machen.“ Dieser Aufruf wird nicht verfehlen, über den engeren Kreis der Orthodoxie hinaus bei. den meisten ernstdenkenden Juden, ja auch bei den religiös denkenden Nichtjuden, einen tiefen Eindruck hervorzurufen. Sie können Ihren Verwandten, Bekannten und Freunden in der $OW|E T.U NI ON durch In der nichtjüdischen Gesellschaft in Oesterreich geht ein grundlegender Wandel vor sich. Wir religiösen Menschen erblicken den Gegensatz zwischen Deutschland und Oesterreich gerade darin, daß im Dritten Reiche die nationalen und rassischen Instinkte der Menschen wachgerufen und die religiösen Gefühle zurückgedrängt wurden, während die Entwicklung in Oesterreich geradezu zu י einer religiösen Neugestaltung geführt hat. Oesterreich will ein katholischer Staat par excellence sein, dessen Magna Charta י die päpstliche Enzyklica ״Quadragesimo Anno“ wer״ den soll. Wir religiösen Juden haben allen Grund, diese Gestaltung in Oesterreich herzlich za begrüßen, denn wir sind überzeugt, daß das katholische Programm der Regierung nicht Unduldsamkeit gegenüber den andern Religionsgemeinschaften bedeutet, sondern die Regierung wird jede Bestrebung־ zur religiösen Festigung und zur religiösen Erziehung der Jugend unterstützen; Das Beispiel der Regierung wird auch in allen gesellschaftlichen Kreisen Nachahmung finden. Diese günstige-WendÄhg soll nun auch innerhalb der Judenschaf t voll ausgenützt werden. Wir haben in den letzten Monaten viele jüdische Kund-י gebungen gelesen; in der einen wird zur V e r t e i d igung der pol iti sch en Rechte der Juden aufgerufen, in der andern die wirtschaftliche Um- Schichtung empfohlen, eine dritte weist auf Pa- 1 ä s t i n a als einzige Auswänderungsmöglichkeit für Juden hin. Nur von einem religiösen Wiederaufbau haben wir bisher nicht gehört. Und doch: ohne eine tiefschürfende religiöse Umgestaltung droht uns, wir denken hier speziell an die Wiener Judenschaft, die größte Gefahr. Ohne religiöse Verwurzelung wird unsere Jugend von frem de n Bestrebungen ins Schlepptau genommen. Einstens war es der Liberalismus, in der Nachkriegszeit die Sozialdemokratie, welche wertvolle jüdische Kräfte aufgesogen hat. Die Neugestaltung der Verhältnisse in Mitteleuropa hat aber Formen angenommen, die einem aufrechten Juden den Anschluß an eine nicht jüdische Gruppe nicht ermöglichen. , Die Juden werden unter sich bleiben und ihre eigenen Organisationen schaffen müssen. Sicherlich, diese aus allerlei Lagern zurückströmenden Juden werden von den Jüdisphriationalen, von den Zionisten, auf gegriffen, doch glauben wir, daß auch diese Kreise sich nicht behaupten werden können, ohne sich vorbehaltlos auf den Boden der jüdischen Religion zu stellen. ' Der Orthodoxie, den religiösen Schichten im Judentum winkt jetzt überall in der Welt, besonders aber in Oesterreich, eine geradezu historische Aufgäbe. Der obzitierte Aufruf will die Wiener Orthodoxie in den Dienst dieser Aufgabö stellen; Die verantwortliehen Führer der Wiener Judenschaft und auch der Wiener Kultusgemeinde, .mögen sie welcher Partei immer angehören, werden mit der Stimmung, die aus diesem Aufruf zu uns spricht, rechnen müssen. Wir glauben, daß das Zeitalter der Parteien auch im österreichischen Judentum zu Ende gehen muß. Die Mandate jener Kultusvorsteher, die auf Grund einer sozialdemokratischen Liste gewählt wurden, sind erloschen. Wir hoffen, daß auch die übrigen Parteien, deren Vertreter unsere Kultusgemeinde verwalten, nach dem lobenswerten Beispiel der politischen Parteien in Oesterreich zur Selbstauslösung' schreiten werden, um so für jene Männer Platz zu schaffen, welche noch unverbraucht in dem Geiste der neuen Entwicklung wirken können. Diese neuen Männer, dieser neue Geist müßten faewirken, daß die Wiener Judenschaft von Grund auf und vorbehaltlos im Sinne der überlieferten Religion des Judentums erzogen werde. * TOROSIN Wieder //Jüdischer Wellkongreß // (Warenhäuser in allen Städten der UdSSR.) alle gewünschten Lebensmittel, Bekleidungsgegenstände und Bedarfsartikel ausfolgen lassen. Bestellungen, Auskünfte und Preislisten in der Handelsvertretung der UdSSR., Wien, I., Wallnerstr. 9, Telephon U-21-5-55. Einige Preise (umgerechnet in österreichische Schillinge zum gegenwärtigen Kurs): Mehl 1 kg . .. . von s 0.19 bis 1,19 Reis 1 kg . . . , . . 1» »f 0,47 0.85 ״ Würfelzucker 1 kg . . , »f 1.32 Honig in Dosen 1 kg . . tf 1.66 Teebutter in Dosen 1 kg וי * »f 2,13 3,56 ״ Herrensocken 1 Paar . . ft ff 0.47 4.75 ״ Damenschuhe 1 Paar , . יי י ft 17.75 26.10 ״ Herrenschuhe 1 Paar . , י ft ft 19.70 24,90 ״ Seit etwa zwei Jahren bemüht sich eine kleine Gruppe zionistischer Politiker unter Führung von Stephen S. Wise, einen Jüdischen Weltkongreß einzuberufen, dessen Delegierte aus allgemeinen Wahlen hervorgehen sollen und dem die ״Gesamtvertretung'‘ des jüdischen Volkes obliegen soll. Vom ersten Augenblick an haben die Führer der Agudas Jisroel, und mit ihnen zahlreiche andere maßgebende Körperschaften in der ganzen Welt, darauf hingewiesen, daß ein solcher Weltkongreß, bei welchem jeder Delegierte, auf die Stimmung sein er Wähler horchen und —^•auch ungewollt — handein müßte, die in ihn gesetzten Erwartungen niemals erfüllen könne. Agudas Jisroel trat daher für die Einberufung einer Konferenz von Sachverständigen und maßgebenden Führern ein — sie fand einmal bereits im Dezember v. J. mit gutem Erfolg in London statt —, welche, von allen in Frage kommenden Organisationen und Parteien beschickt, die zu treffenden Maßnahmen zu beraten, zu beschließen und durchzuführen hätte. Nun hat auch die Zionistische Organisation in Amerika ihre Teilnahme am ״Jüdischen Weltkongreß“ abgelehnt, welche Ablehnung das Mitglied der Exekutive der Zionistischen Organisation und Jewish Agency, Louis LipSky, in einer ausführlichen Erklärung begründete. Louis Lipsky ist der Meinung, daß angesichts der äußeroi'dentlichen jüdischen Notlage nicht bloß ein Forum, zur Erörterung der Judenfrage, sondern eine mit den entsprechenden Machtvollkommenheiten ausgestattete Körperschaft erforderlich wäre, die die Aufgabe hätte, alle geistigen und materiellen Hilfsquellen zusammengefaßt in den Dienst gemeinsamer Aufgaben zu stellen. Es handle sich hier um eine konstruktive Aufgabe, die sich für dramatische Effekte nicht eigne und unter dem ersteh Leitgedanken stehen müsse, wie die Juden zu der notwendigen Kooperation gebracht werden können. Man könne nicht eine demokratisch . sein sollende Körperschaft schaffen, wenn man sich über die Ansichten von Die erhält bei mir schon In ne ו1ו all» i Stunden eine individuell Ihrem Gesichte entsprechend modellierte Besitze! der weltbekannten - Periicken-Kunttwerkstätte Wien' I, Kärntnerring 6 iiTÄptÄ wä

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