Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 20 (1934)
- Issue
- 1 (5.1.1934)
- Date
- 1934-01-05
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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flfdtliiov* ttfplafcna povolene riadlt fwst * telegrafo* t Wmmmw m 41*1*411-20. * föimtptt vom Verleger verseffif«t Journal m0m ptr PMtam V. b, b. JÜDISCHE PRESSE ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. Redaktion und Administration: Wien, II., Malzgasse 12 a, Telephon A-46-0-15. — Tscheche■* Slowakei נ Bratislava, Postfach 381. — Jugoslawien: Subotica, Zrinjski trg 31. Erscheint jeden Freitag. — Redaktionsschluß: Mittwoch Mittag. Abonnementpreise: Ganz jährig: für Oesterreich S 16, Tschechoslowakei Kc 80, Jugoslawien Dinar 150, das übrige Ausland Schw. Fr. 14. Einzelnummer öst. Gr. 40. Zahlungen auf Konto ״Jüdische Presse“, Wien für Oesterreich: Postsparkassenkonto Nr. Dt936l4; Deutschland: Postscheckkonto Berlin Nr. 122619: Jugoslawien: Postspk.-Amt Zagreb Nr. 40217; Polen: Postspk.-Amt Warschau Nr. 190409; Ungarn: Postspk.-Amt Budopest 60170; Schweiz: Postscheckk Zürich VIII, 4117: > Nr. 1 ב״ה ווינא־פרעסכורג י-ח טבת תיציד. 1934 Wien-Bratislava, 5. Jänner; 20. Jahrs. Jeschiwas ״Bes Josef“ in Jerusalem. Als das neue Oberhaupt der orthodoxen Gemeinde in Jerusalem, Moron Rabbi Josef Zwi Duschinsky של*ט*א von den maßgebenden Führern der heiligen Stadt und des Exils zur Nachfolge Rabbi Ch. Sonncnfelds s. Z. 1. berufen, wurde, machte er die Annahme von einer Bedingung abhängig: daß ihm die Gola die Mittel zur Gründung und Erhaltung einer Jeschiwoh in Jerusalem zur Verfttgung stelle. Unsere Mandatare haben nach reiflicher Ueberlegung, in der TJeberzeugung, daß das opferfreudige jüdische Volk sie nicht im Stiche lassen wird, und gestützt auf das diesbezügliche Versprechen der zahlreichen Schüler und Anhänger dös großen Gelehrten, die entscheidende Zusicherung gegeben. Sie hätten nicht vernünftiger handeln können, denn sie haben durch ihren Entschluß dem thoratreuen Judentum gleich zwei bedeutende Aktivposten einverleibt: Erstens haben sie für den exponierten Führerposten in Jerusalem die geeignete Persönlichkeit gewonnen, zweitens haben sie die heilige Stadt und das gesamte Judentum mit einer Lehranstalt bereichert, wie sie das im Aufbau befindliche Land gerade heute braucht. Die Jeschiwoh des Raw Duschinsky של־ט־א hatte von jeher ihre eigene Note, die sie von anderen Lehranstalten dieser Art unterschied. Sie war immer die Jeschiwoh des praktischen jüdischen Lebens, die •Jeschiwoh, in der wollt auch nichts anderes-als מוסר und מקרא׳ מסנה׳ תלמוד׳ הלכה׳ אגדה gelehrt wird, aber in einem Geiste; der nicht blutarme Treibhauspflanzen des Golus, sondern lebenskräftige Volljüden züchtet, die im Lehrhaus und später auch im Berufsleben gleich ihren Mann stellen können. Wir können die Tragweite dieser Gründung heute noch kaum fassen. Unser geschichtlicher Instinkt läßt uns aber ahnen, daß in dem trockenen Tatsachenbericht, von der Uebersledlung einer der bedeutendsten Jeschiivos des Exils nach Jerusalem, eine Vorwegnahme der talmudischen Verheißung verborgen ist, nach welcher ,״in Zukunft die Gebet- und Lehrhäüser des Auslandes nach Erez Jisroel verpflanzt würden“. Als ob sich das ״Wunder von Tabor und Karmel“ in unseren Tagen wiederholt hätte... ׳ . Bescheiden war der Anfang. Eine!deine Schar von Schülern war es bloß, die den historischen Semesterbeginn, mitmachten. Der Großteil von ihnen kam schon mit ihrem großen Lehrer ins Land. Vor .kurzem bekamen sie jedoch ansehnlichen Zuwachs: 25 Hörer aus der Slowakei, voll jugendlicher Begeisterung und Liebe für Thora, Land und ihren Lehrer, kamen sie, um das stolze Wort zu erleben : ״ אין תורה כתורת ארץ ישראל, אין חכמה כחכמת אד־ן ישראלEs gibt keine Thora, wie die Thora Erez Jisroels; es gibt keine Weisheit, wie die Weisheit Erez Jisroels!“, An keinem Ort und ih keiner Zeit war dieser Jeschiwoh-Typus dringendere Notwendigkeit als gerade heute in Erez Jisroel, wo die neue Aliah-Strömung Ideen mitführt, dje eine vielleicht für die Länder des Westens brauchbare Form des ״T h o r a - i m - D e r e c h“ - E r e z - P r i ri z i p s als unentbehrliches Importgut ‘ erachtet. Das heilige Land aber verträgt keine Thora, in die fremdes Kulturgut hineingetragen wird. Dort stellt sie auf der ganzen Linie des jüdischen Lebens Anspruch auf T o täli tä t. Dort hat die Thora all e Strecken ünd'i^^duhgen des׳D^ro<d* jEJrez zu beherrschen. Es wird auch in jenen Eirziehungsanstalten, wo die Jugend speziell für den Erwerb erzogen werden soll, eine andere, von der westlichen abweichende Form, des ״Thora-im-Derech-Erez“ / gefunden werden müssen. Auf dem Gebiete des Thorastudiums jedoch, wo das westliche Prinzip auch in seiner eigentlichen Domäne Fiasko erlitten hat, muß ausschließlich das althergebrachte östliche System in Geltung bleiben, deren zweckmäßigsten Typus die Jeschiwoh ״Bes Josef“ in Jerusalem darstellt. י * In dieser Jeschiwoh werden keine Experimente betrieben, sie soll nach einem seit 40 Jahren bewährten System junge Menschen heranbilden, welche ausschließ-, lieh durch die Thora für das praktische Leben ertüchtigt werden. Der Geist, in dem der große Meister des Seelenformens lehrt, wird die Zöglinge wetterfest und .widerstandsfähig, machen gegen alle unliebsamen Uebergangsformen des Aufbaues. Er wird junge Juden erziehen, die die Welt durch die gewaltige Linse der Thora betrachten, deren Durchmesser vier Ellen umspännt — die vier Ellen der Halacha — und deren Blickfeld die •ganze Weit umfaßt. * Nun gilt es das Versprechen ein zulösen! Die Jeschi'vvoh ist da, aber die Mittel fehlen. Man komme nicht mit dem Argument, daß auch unsere Jeschiwos in Chuz-Loorez notleidend sind, daß hier Thoralehranstalten von älterem Bestände und! größerer Schüleranzahl unsere Unterstützung erheischen. Wir wissen es nur zu gut! Die Jeschiwoh ״Bes Josef“ hat aber das Recht, von allen, denen der Aufbau des Landes im Geiste der Thora ans Herz gewachsen ist, b esondere Opfer zu verlangen. Wir müssen uns bloß den einen *Satz des Talmuds vor Augen halten '.pH? אמר ’הקב׳ה!חב־כח עלי. בת,קבינה .באר׳ן ישראל; מסנהדרין נתלה בהדן, Der Heilige, gelobt sei er, sagt:;,Mir ist eine!deine Gruppe in Erez Jisroel wertvoller als das große Sinhedrion — wenn es im Auslande ist.“ B-—y. Die Erez־J1'§roe!;lfonferen2 in Frankfurt am Main♦ Diesem Erziehungsideal ist es nicht in letzter Reihe zu danken, daß eine imposante Anzahl fähiger junger Rabbiner, Dajonim und; Schulmänner aus dieser Jeschiwoh hervorgegangen sind. Aber nicht dieser Umstand allein ist das Entscheidende, denn auch andere Jeschiwos haben in dieser Beziehung ähnliche Erfolge aufzuweisen. Das besondere Verdienst der Duchinskyschen Jeschiwoh ist die Tatsache, daß sie dem thoratreuen Judentum Mitteleuropas tau sende tatkräftige Talmide-Chachonim geschenkt hat, die, im p r a k t i s Cjh en Berufsleben stehend,, überall anzutreffen sind, wo es. gilt für תורה ויראה zu kämpfen! ״Das Hauptziel meiner Jeschiwoh“, so äußerte sich Raw Duschinsky vor Jahren in einem Gespräch, ״ist nicht, Rabbonim zu erziehen, sondern tatkräftige Tahnide Chachomim.“ Wenn sie trotzdem mich bedeutende מורי הוראה hervorgebracht hat, so ist dies nur eine natürliche Folge seines Erziehungsprinzips: לומד על מנח לעסות Ein Lernen, welches die Tat vorbereiten soll! Kaum waren in Jerusalem die Empfangs- und Inställierungsfestlichkeiten verklungen, so schritt der gefeierte Führer ohne Zögern zur Verwirklichung seines Lebeustraumes: Die Errichtung einer Jeschiwoh in der heiligen Stadt, wie sie ihm Zeit seines Lebens vor Augen schwebte. Ein Lehr haus im Lande der Väter, wo er lebendige, lebensprühende Thora in seinem Geiste lehren und ein Geschlecht heranziehen kann, welches mit Herz und Hirn in der Thora und mit beiden Füßen auf Erden steht. Und ״die Erde, auf der sie stehen“, soll wieder der ״g eheiligte Boden“ sein. F e ine D a m e n m o d e n F. Borenstein, Wien li Hollandstraße 1 Fernruf: A 45-6-49 Stets neueste Modelle in Kleidern, Mänteln u. Kostümen, Blusen, Schoßen, Schlafröcken, Pyjamas etc. aus eigeneu Werkstätten. Separate Maßabteilung. (Kostüme and Mäntel werden ausschließlich nur von Herrenschneidern unter meiner persönlichen Leitung gearbeitet.) Schaatnes-frei. Am 25. und 26. Dezember fand in Frankfurt am Main eine Konferenz der Palästina-Zent'räl־e der Agudas Jisroel statt, auf deren Tages- Ordnung die verschiedenen, gegenwärtig gerade für die deutsche Judenheit wichtigen Erez-Jisroel-Probleme zur ׳ Beratung standen. Die Konferenz war von. mehr äls 40 Delegierten der deutschen Gruppen beschickt, an derpn Spitze sich die Führer der Agudas Jisroel in Deutschland Jakob Rosenheim, Rabbiner Dr, Pinchas Kohn, Rabbiner Dr. A. Klein, Dr. Salomon Ehr mann befanden. , Dr. S. Ehr mann eröffnete die Konferenz und streifte die Hauptprobleme, über deren Lösung die Konferenz beraten soll. Er sprach in ergreifenden Worten von den unersetzlichen Verlusten, die das Judentum durch den Heimgang der in letzter Zeit abberufenen Führer der Orthodoxie erlitten hat, insbesndere von Rabbi Mosche Mordche Epstein s. Z. 1., der die .geeignete Persönlichkeit war, die die innerhalb der Orthodoxie in Erez Jisroel auf tauchenden Schwierigkeiten und Differenzen einer Lösung zuführen konnte, Jakob Rosenheim hielt sodann sein Referat über die Politik der Agudas Jisroel in Erez Jisroel, das dahin ausklang, daß Agudas Jisroel fortfahren werde; die Rechte der religiösen Juden zu verfechten. Die Leitung werde nichts unversucht - lassen, um der Orthodoxie in Erez Jisroel hilfreich beizustehen. Emil Nußbaum besprach in einem ausführlichen Referate die Gründung von Mittelstandssi.edlungen in Erez Jisroel. Mit einem Kapital von 7,00 Pfund kann eine Wirtschaft errichtet werden, die jährlich 80 Pfund abwirft und von der eine vier- bis fünfköpfige Familie leben kann. Um diese Siedlungen noch rentabler zu gestalten, sollen nach Möglichkeit je zehn Familien nach einem gemeinsamen Plan arbeiten, . Für Leute mit größerem Kapital ergibt sich in der Siedlung Pardes Chanah und Benjamina Gelegenheit, ihr Kapital landwirtschaftlich bestmöglich zu verwerten. Der durchschnittliche Ertrag beträgt jährlieh etwa 15 Prozent. Der Referent, der sich im Rahmen der agudistischen Erez-Jisroel-Arbeit bereits seit Jahren . philanthropisch und wirtschaftlich betätigt, spendete j hierauf für dieses Werk 10.000 Mark.. 1 W. S. Jacobson sprach über die gesammelten Erfahrungen bezüglich der Zusammenarbeit mit der zionistischen ״Jewish Agency“ , betreffend die• Erteilung von Einwanderungszertifikaten an agüdistische Nichtkapitalisten. Alfred Lustig berichtete über den neugegründeten ״Noar Agudosi“, in dem die agudistisehe Jugend Deutschlands, die nach Erez Jisroel zu wandern gedenkt,' zusammengeschlossen ist, und teilte mit, daß der größte Teil des weitverbreiteten Esra im Noar Agudosi auf gegangen ist. Der Noar Agudosi arbeitet hauptsächlich auf dem Gebiete der Vorbereitung seiner Mitglieder zur Auswanderung nach ]Erez Jisroel, insbesondere auf den Hachschorohstätten in Deutschland und im Auslande. Selbstverständlich ist es notwendig, dies betonte besonders Rabbiner Dr. Michael S c hl e s in ge r, daß der agüdistische Muchschor nicht nur fachliche Ausbildung genießt, . sondern auch g e i s t i g für die von ihm zu erfüllende Aufgabe geschult wird. Der Besuch einer Jeschiwoh durch längere Zeit soll Vorbedingung für die Aufnahme in eine agüdistische Hachschöroh sein.; Direktor Dr. Elias berichtete ‘eingehend über die von ihm in jüngster Zeit gemachten Erfahrungen auf dem Chinuch-Gebiet in Erez Jisroel. Die bis jetzt dort befindlichen Schulen sind für die religiöse Jugend zum größten Teil u n b r au c h b a r; weil dieselben u nreligiös und nach dieser Richtung hin fes.tgelegt sind. Selbstverständlich wird von der Agudas Jisrooi keine Schulgründung auf heiligem Boden erfolgen, die, nicht die Zustimmung der religiösen Führer des alten Jischuw erhält. Direktor Dr. L. Deutschländer besprach in eingehenden Worten seine in Erez Jisroel gemachten Erfahrungen. Rabbiner Dr. Moses Auerbach schilderte ebenfalls seine auf dem Chinuch-Gebiete gesammelten Erfahrungen und besprach dje zu leistenden Arbeiten auf diesem Gebiete* Nach längeren ernsten Beratungen über diese für das gesamte Judentum eminent bedeutungsvollen Probleme schloß Dr, S. E h fm a n n die Arbeitstagung mit der Aufforderung an die Delegierten, in den einzelnen Gruppen Erez-Jisroel-Kommissionen zu gründen und eine rege Propagandatätigkeit für die orthodoxe Erez- Jisroel-Arbeit zu entfalten. , - m erhält bei mir schon Innerhalb 3 Stuhcleii Die reisende Dame eine individuell ihrem Gesichte entsprechend modellierte BesitzeiÜer weltbekannten' Perücken-Kunitwerkitätte Wien I, Kärntiierring 6 ^8Telephon Nr, U-471-16 ־