Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 19 (1933)
- Issue
- 50 (22.12.1933)
- Date
- 1933-12-22
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Sifft M JÜDISCHE PRESSE Vsf"; -•:••.■: l&JÜt. 5 f li I a w 1 e n Agudas Jisroel als Weg in der Geschichte. 2t1r Fegischa der jugoslawischen Aguda in Subotica.; Der jüdische •Mensch unserer Zeit muß mehr und mehr begreifen, daß der Sinn seines Schicksals nicht im Einzelleben ׳ und nicht im Kehiloleben mir liegt, Sondern in lebendiger Verbundenheit mit dem geschichtlichen Weg,; den das jüdische Volk durch die Jahrtausende geht. Das Einzelschickal ist kein abgegrenzter Bezirk, sondern eingebettet in den Strom der Volksaufgabe, der bald ruhig dahinfließt, bald jäh und reißend vorwärtstreibt. ״Al pi haschem jachanu weal pi haschem jissou“, dies gilt auch für die Wanderung des jüdischen Volkes durch die ״midbar hoamim" nach dem Ratschluß des Lenkers der Geschichte . י Unsere Zeit ist eine Epoche des ״jissou“, das jü- (fische Volk ist in einem Aufbruch begriffen, niemand kann im unklaren darüber sein, daß eine grundstürzende neue Epoche des Volksschicksals beginnt. Verschieden mag wohl die Aufgabe der einzelnen Länder sein, aber für alle gilt die Gruppierung um das einheitliche Zentrum, das ״Wajehi bejeschurun melech behissosef rösche ' ■ öm..." . . Die erste Pegischa der jugoslawischen Aguda- Gruppen und ihrer Freunde,, die für den 25. Dezember in Subotica anberaumt ist, soll symbolischer Ausdruck der bewußten Erlebung jüdischer Gemeinschaftsaufgabe, sein. Der Begriff des ״Treffens", des ״Zusammentretens" ist mit der Vorstellung unterwegs befindlicher Massen und Scharen verbunden. .So sollen sich auch die ״Ziwaus haschem", zu gemeinsamer Erreichung (geschichtlicher Wegziele aufgerufen, zusammenfinden, um festzulegen, - welches die weitere Marschrichtung seih muß, um in übereinstimmendem Vorgehen, in gegenseitiger Unter־: Stützung sich als Mitstreiter der Agudas Jisroel zube- Wahren; ״Chower ani lechol ascher jiroucho“, dies soll den Teilnehmern durch die gemeinsame Arbeit für Thora und Klall anläßlich der Pegischa gegenwärtig werden und sie mit neuer Kraft erfüllen. Die Pegischa sieht Referate und Aussprache über Organisation und Geschichte der Agu,da* über Erziehungsarbeit und Erez Jisroel sowie über die innere Gruppenarbeit vor. Anschließend soll eine geselliges Zusammensein die Teilnehmer vereinen. Die AgudasrJisroel-Zentrale Subotica als einladende Körperschaft ruft allen Teilnehmern herzlich ״boruch habo beschem haschem" zu und erhofft bei stärkster Beteiligung einen erfolgreichen Verlauf der Tagung. . — Oeffentliche Stellungnahme gegen den Antisemitismus. Bemerkenswert ist ein dieser Tage erschienener Artikel der Beograder ״Tribuna" anläßlich der Senatsdebatte über die jüdische Einwanderung aus Deutschland. Die Zeitung der Hauptstadt nimmt in scharfen Worten unter der. Ueberschrift ״Wozu das?“ gpgen die völlig .unveranlaßte und unnötige Aufrollung einer nicht bestehenden Judenfrage in Jugoslawien Stelhing. Es sei verwerflich, auch nur ein Wort dagegen zu sprechen, daß man den von den Hakenkreuzlern verfolgten Juden Einreise ünd Durchreise in Jugoslawien gestatte. Die antisemitischen Gedankengänge sind nur kürzlich vom Ausland her stellenweise gezüchtet worden. — Ebenso nahm in S a r ä j e w o der Schriftsteller Duäan N i k olajewitsch in einem Vortrag über ״Christentum und Judentum" in entschiedener Weise gegen die antisemitische Hetze in verschiedenen Ländern Europas Stellung und bezeichnete diese als Rückfall in die Barbarei. . —ד Debatteim jugoslawischen Senat über Ein- Wanderung deutscher Juden. Die bereits aus der Tagespresse bekannte Interpellation M a j s t v o vic im jugoslawischen Senat über die- Einwanderung deutscher Juden in Jugoslawien führte neben der Erwiderung des Innenministers zu einer größeren"' Rede des Grandrabbiners Dr, A1 k ä 1 a y, deren Inhalt von allgemeinem Interesse ist. ■Der Grandrabbiner dankte dem Minister für die Wahrnehmung der jüdischen Rechte und wies darauf hin, daß schon das frühere Königreich Serbien in großmütiger Weise■ sich, für die Judenheit eingesetzt hatte, so als Serbien als erster' Staat nach Großbritannien sich für die Durchführung der Balfour-Deklaration einsetzte. Jugoslawieh sei imstande, mit dem Leid fremder unterdrückter Völker zu fühlen, da seine Völker selbst im Laufe der Geschichte viele Unbilden erfahren ■ mußten. Die der Interpellation- Majstroviz zugrunde liegende Stimmung in manchen״ Kreisen und der unterstellte, in Wirklichkeit aber falsche Sachverhalt über den Umfang der Ein- Wanderung sei offensichtlich auf die vom Hitlerismus nach anderen׳ Ländern, so auch nach Jugoslawien übertragene jüdenfeindliche Propaganda zurückzuführen. In Wirklichkeit ist die jüdische Einwanderung gering; sie beläuft sich nur auf etwa zweihundert Personen. Außerdem sind einige hundert Juden aus Deutschland durchgereist. Ajber auch die gegenwärtig im Lande befindlichen deucsehen Juden werden sich großenteils später nach Palästina wenden. Im übrigen haben sich die Juden in allen Teilen Jugoslawiens stets als loyale und, aufopferungsvolle Staatsbürger erwiesen. Am Schlüsse seiner Ausführungen Sprach der Grähdrabbiher die sichere Hoffnung aus, daß die Regierung es verstehen werde, die ausländische antisemitische Propaganda im Interesse des Friedens aller Teile des jugoslawischen Volkes zu unterdrücken. Die Rede hinterließ bei den Mitgliedern des Senats tiefsten Eindruck. י — (jjrandrabbiner Dr. Alkaläy beim Empfang des bulgarischen Königspaares. Am 10, Dezember fand der feierliche Empfang des bulgarischen Königspaares bei Höfe statt. Es waren außer der Rsgierungund den Spitzen der Militärmacht und der weltlichen Regierung auch die Vertreter der verschiedenen Konfessionen zugegen, unter ihnen 'für/; den. jüdischen Volksteil Herr Grandrabbiner Dj*. Alkalay, ״Wie immer sonst, haben auch hierin die vollkommene Gleichberechtigung und die volle Harmonie, in welcher die Juden Jugoslawiens mit den anderen Beviilherungshreiseh leben,־unter dem Schutze des Herrscher-, hauses ihren A!!s#uek gefunden, — Ansiedlung deutscher Juden? Nach authentischen Informatiönen ist die; verschiedentlich, durch die Presse ^ווווווווווווווווווווווווווווווווןןןווו1וווווווןןווווווווווו!ווווווווווווווווווווןןןןןןןןווווו!ווווווןןןןווווןןןןוווווווווווווווווווו gegangene Nachricht über Bodenankauf deutscher Juden zwecks landwirtschaftlicher Ansiedlung, nicht zutreffend. Vielmehr bestehen Plääe zur Ausbildung weiterer junger jüdischer Leute aus Deutschland in der Landpirtschaft Zum Zwecke der Üebersiedlung nach Palästina. ־r Neuwahlen in der orthodoxen Gemeinde Subotica, Ende Dezember finden die Neuwahlen für die Vor- Standschaft der orthodoxen Gemeinde nach Ablauf des dreijährigen Turnus statt. Mit Sicherheit ist anzunehmen, daß der verdiente bisherige Vorsitzende, Herr Ignaz Großberger, mit überragender Mehrheit wiedergewählt wird, um seine wertvolle Tätigkeit weiter der Gemeinde widmen zu können. Herr Samuel Deutsch, Präses der AgudaS-Jisroel-Landesorganipation, Mitglied der amtierenden Vorstandschaft, beabsichtigt bedauerlicherweise, nicht mehr zu kandidieren, da er mit der Verwaltung der verschiedenen Aguda- Instanzen und anderer öffentlicher Körperschaften Überaus in Anspruch genommen ist. Vom agudistischen Standpunkt aus ist zu wünschen und darf erhofft werden, daß an seine Steile und auch im übrigen in die Reihen der Vorstandschaft Herren treten, die von Verständnis für jüdische Klallarbeit,* wie sie durch die Aguda geleistet wird, beseelt sind. Die Hoffnung ist um so berechtigter, als ja die Mehrzahl der am Gemeindeleben aktiv ״teilnehmenden Mitglieder entweder der Aguda angehört oder sie freundschaftlich unterstützt. — Friedensschluß zwischen den beiden orthodoxen Gemeinden in Dok. Die Friedensverhandlungen zwischen den beiden orthodoxen Gemeinden, welche im Sommer vom Ujhelyer Raw, R. David Teitelbaum, angebahnt wurden, sind diese Woche endlich zum Abschluß gebracht worden. Hiemit ist der Beweis erbracht, daß die bedauerliehen jahrelangen Zwistigkeiten in der Iloker Orthodoxie nicht unüberbrückbare Gegensätze bedeuteten, sondern daß die Einigung nur infolge des Mangels ausreichender Tatkraft der berufenen höheren Stellen zehn Jahre auf sich warten lassen mußte. Die getroffene Vereinbarung, zu deren Zustandekommen die beiden Gemeindeleitungen in entschlossener und energischer Weise beitrugen, hat der Epoche der Machlaukes und dem hiemit verbundenen Chilul-Haschem hoffentlich ein für alle Mal ein Ende gemacht, und die Iloker Orthodoxie wird sich m. G. H. im Zeichen des heute überall besonders wünschenswerten Friedens erstarkt den Klallaufgaben der Gegenwart widmen können. . v — Aus dem Gemeindeleben in. Mol. Das jüdische Gemeindeleben wird demnächst wichtige Vorgänge aufzuweisen haben. In, Kürze . werden die Ge me inde-. JuijsKn Griinwuld Moritz Griinsfeld Dunajskä Streda. ,; , ' Bratislava Verlobte Juwelen, Uhren, Gold-,und *Silberwaren, insbesondere כלי קודש. bederschüssel,Menoras, Leuchter und Bestecke in' großer Auswahl, au h Gelegenheitskäufe. stets vorrätig . . Moritz WarKany ll, Taborstraße 14 KLEINE ANZEIGEN Auto führschulen Fahrschule ״Wik“ £urse S 65.—, Teilzahlungen. (Vien, VII., Lindengasse 49, Zugang Neubaugasse 15, Telephon B-31-706. Bauu. Galanterie- Spenger Leo Fenig, Wien, n., Gr. Sperlg. 41. Tel. A-49-4-19 Schomer Schabbos Bücher L. D. Hirschler & Go., Wien, 1״ Rabensteig 6. Tel. U-28-7-45,־ sämtliche Ritualien. fleischhauer Streng orthodox כשר Fleischbänke Kalman Lubczer, II., Rueppgasse 27, und II., Leopoldsgasse 31. Fleischbank Jakob Lubczer, II., . Schreigasse 21. Verkauf von sämtliehen Fleischwaren und Ge- Bügel zu billigsten Tagespreisen, Geflügel Billigste Einkaufsquelle für orth. כשר Mastgeflügel■ frischer Schlachtung. Willner, II״ Lilienbrunngasse 19. Tel. ■־ , ,A-48-7-78. 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Im Jahre 1935 wird die Chewra ihr 150jähriges Jubiläum feiern. Familiennachrichten. Todesfall. Größte Anteilnahme rief das Ableben der in allen Kreisen der jüdischen Gemeinde hochgeachteten Frau Mayer Hauer hervor. Im Alter Vött erst 43 Jahren wurde sie als Opfer eines inneren Leidens ihrer Familie' und ihren zahlreichen Verwandten entrissen. Die Be* erdigung fand unter größter Beteiligung am 12. d. statt. Der ergreifende Hesped Von Herrn Oberrabbiner Moses Deutsch würdigte die großen Vorzüge der Verstorbenen als jüdische Persönlichkeit und gab dem tiefen Schmerz Uber den Trauerfall Ausdruck. T’he nafschoh zrüra bizraur hachajim. Streng diskret! Streng diskret! Internationale Ehevermittlung ״Bugad" Wien, H., Postamt 34, Fach 26, Tel. A-41-7-45. Samstag geschlossen. Samstag geschlossen. Verlangen Sie einen Prospekt! ■ Streng כשר Streng פילו למתדרין מן חמחדרין»«! Speisehaui Hirsch י PRAG, I. Bilkovä 19 m Haltestelle der Tramway Nr. 1 und 4 vom Bahnhot Aut. orth. zid. näborz. materskä obec ako rabinätsky obres- Aut. orth. isr. Muttergemeinde als Rabbinatsbezirk: SpiSslce Podhradie. Sr. Ehrw. Herrn ■כ• ה Rabbiner Fr. Stein . Gelnica. Wir nehmen gerne Anlaß, hiermit wahrheitsgemäß■ zu bestätigen, daß die von Ihrer MazzotbäCkerei durch: unsere Gemeinde bezogenen Mazzot sowohl an,Qualität, als an Geschmack besonders ausgezeichnet waren. Diese Mazzot wurden bei uns allgemein sehr belobt und die Konsumenten werden auch in der Zukunft ihren Mazzotbedarf von Ihrer Bäckerei decken, da sie diesbezüglich noch nie — in jeder Beziehung — so zufriedengestellt waren als in diesem Jahre. Wir sprechen Ihnen nun unseren besten Dank: und vollste Anerkennung aus. SpiSske Podhradie, 8. Dezember 1933. Mit vorzüglicher Hochachtung' Samuel Eichner, . (L. S.) Gemeindepräses, ,/ ע:עזהץ .עש*ק, וישב תרצ׳ד ' . v.• ־ , גם כעניני הכשרות , המצות הנאפות בגעלניצא. ע״י הרב וכד כש*ח מויה •מרה פרץ, טובי׳ מעולות מכל מה שראיתי עד הנה, בי מתחילה ועד סוף הכל יגעשה בהשגחה יתירה ובתכלית הזריזות והזהירות■ שלא ראיתי כמהו בשום •לזקום אחר כמו שראיתי אשתקד עת הייתי שם בגעלניצא חעיא כעת אפיית המהותי . •בבל החומרות אשר המהדרין מן המהדרין רגילים להזהר באפיית המצות. / ,.«ר הכותב באמת וצדק. " , פה קירדא.רף חע׳א .הק׳ אשר לעמל םג*ל. (מקום החותם) Tag | Tewes Dezemb. Jänner דף יומי נדרים Kalendarium Freiiag 4 2i לח ׳ י י ׳ ׳ Samstag 5 23 לט פ׳ ויגש Sonntag ß 24 מ Montag 7 25 מא Dienstag 8 26 מב Mittwoch 9 27 מג י . Donnerstag 10 28 מד תענית עשרה בטבת Freitag 11 29 מה Samstag 12 30 מו ׳ ־ .. פ׳ ויחי Sonntag 13 31 מז Montag!4 1 מה \ \ ■ ( Dienstag 15 2 מט Mittwoch IG 3 נ i Donnerstag 17 1 נא Freitag 18 5 נכי' Samstag 19 6 'נג פ׳!»מוחי חחלת זמן הנחת תפילין (nur dringeridenfalls) Nur 6 (י 3 f ü r סוף זמן קריאת שמע Wien 9 03 (סוף זמן קרוש לבזה (מבת : Sonntag., §1, Dezember Adas Isroel (Schiffschul). Gebetstunden in der; Zeit vom 4, bis 11. Tewes 5694: Freitag, den 4, Tewesr• Minehah 4 Uhr, ש*ק 9׳ ןיגש Morgengebet 7 Uhr 10 Min. und" 9 Uhr 30 Min״ Minehah 3 Uhr 30 Min4 5»מקויגן ״ Uhr 50 Min.;' an Wochentagen Morgengebet 6 Uhr Min״ Minehah 4 Uhr». 4■ מ;חת כתענית Uhr. Ärbeitsgemeinschaft), ^ien, II״ Älagasse 12a. י״י Wien, H״ Frana* Hochediinger-Gasse 2. — Druck: Druckerei- und Verlag^Av-G» lg, Steuunann, Wien, IK״ Universitätsstraße 6-8,