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Jüdische Presse · 1933-12-15 · 49 (15.12.1933) · page 1

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Journal
Jüdische Presse
Volume
19 (1933)
Issue
49 (15.12.1933)
Date
1933-12-15
Page
– (sequence 1)
Language
German
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ORGAN Füll DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. ÜWla10*fl yypiätftö pevoiewö rtadlt 0011t a fefetfrato* f Bmtisiäve CI«. 4i5l2-ttt*20. *eltunpen *ofw Vertefef fifüfWiÜ JournAl eitpCdlC paf PCdlteut Redaktion und Administration: Wien, II., Malzgasse 12 a, Telephon A-46-0-15, — Tschecho- Slowakei: Bratislava, Postfach 140. — Jugoslawien: S u b 0 t i c a, Zrijnski trg 31. Erscheint jeden Freitag. — Redaktionsschluß: Mittwoch Mittag. Aböimementpreis^: Ganzjährig: für Oesterreich S 16, Tschechoslowakei Kc 80, Jugoslawien Dinar 150, das übrige Ausland Schw. Fr. .14. Einzelnummer öst. Gr. 40. Zahlungen auf Konto ״Jüdische Presse". Wien für Oesterreich: Postsparkassenkonto Nr. D-93614; Deutschland: Postscheckkonto Berlin Nr. 122619: Jugoslawien: Postspk.-Amt Zagreb Nr. 4021t; Polen: Postspk.-Amt Warschau Nr. 190409: Ungarn: Postspk.-Amt BUdapest Nr. 50170: Schweiz: Postscheckkonto Zürich VIII, 4117; für die Tschechoslowakei: ״Jüdische Presse", Bratislava, Postspkassen-Amt Prag, . Konto Nr. 63386 Nr. 49 Wien-Bratislava, 15. Dezember 1933 •ווינא-פרעסבות בז־ בסלו תי־צ־ר fr: | 19. Jahrg. Chanuka 5694. Im Dunkel leuchten noch klarer und heller unsere kleinen Chanuka-Lichter. Je finsterer die Nacht, desto wohler das Licht, das dem Oelkrüglein entströmt; dem Oelkrüglein, dessen Auffinden, dessen unversehrter Reinheit, dessen achttägigem Leuchten im neugeweihten Heiligtum das Chanuka-Wunder in grauer Vorzeit zu verdanken ist. Diesem wunderbaren Oelkrüglein entströmte und entsrömt noch heute Licht für Tausende und aber Tausende Golus- Nächte. In unserem Golus-Elend glauben wir, daß eben nur unser Golus an unserem Leid schuld ist. Daß auf eigenem Boden das jüdische Elend ein natürliches Ende finden würde. Doch dem ist nicht ,so. Das Chanuka-Wunder kam, um jüdische Schuld auch auf eigenem Boden zu sühnen; wir waren in unserem eigenen Lande, es stand noch das Bes-Hamikdosch, als die führende Schichte des jüdischen Volkes fremden Sitten erlag und dem väterlichen Glauben den Rücken kehrte. Mehr als jeder äußere Feind hat sich diese abtrünnige Schar am jüdischen Volke vergangen. Mehr als je ein äußerer Feind es hätte tun können, haben diese Schädlinge j ü d is c h e s Vo 1 k s g u t z e r- 's t'ö r t; Durch ־die Rück^^:e'wrn rfttTnl; des; Heilig-'‘ tums, . durch Säuberung desselben von fremdem Kult war der Makkabäersieg besiegelt, dessen ewiges, unversiegbares Zeichen das C h an u k a-L i c h t geworden ist. Im Golus war das jüdische Schicksal nicht anders. Nicht der äußere Feind hat uns die härtesten Schläge zugefügt. Im finstersten Mittelalter, unter dem schrecklichen Wüten des Feindes, blühten jüdischer Glaube, jüdisches. Wissen, jüdische Sitte in geradezu unfaßbarer Reinheit und Fülle. Der Niedergang unseres Volkstums, der Zerfall jüdischer Kraft begann erst, als in. u n s e r e r Mitte der Feind auf trat. Der Feind, der glaubte, das Heil des jüdischen Volkes, den Aufstieg des jüdischen Mensehen durch Nachäffung fremder Sitten, durch Vergeudu n g altererbter Glaubensgüter erkaufen zu können.. Das Eindringen in die verschiedenen Berufsstände unserer Wirtsvölker, der gesellschaftliche Aufstieg in der nicht jüdischen Umwelt, die glanz- Das schönste Geschenk sind REDLER-MÖBEL in Preis und Qualität / Gratisberatung durch erst־* klassige Architekten ./ Beachten Sie die Adresse. Wien I, cho f tenring Nr. 35 Samstag geschlossen (,Schomra'-Mitglied) ״GUMPENDORF“ Personen-, Lastkraftwagen und Motorrad / Steyr XII, XXX und Praga über 3‘/» Tonnen / Ei stxlassige Lt-hrkrä te / Zeitgemätte Preise Wien VI. GümpendorferstraBe Np. 85 Fei ne Damenmoden F. Borenstein, Wien II HollandstraOe 1! Fernruf: A 45-6-49 Stets neueste Modelle in Kleidern, Mänteln u. Kostümen, Blusen, Schoßen, Schlafröcken, Pyjamas etc, aus eigenen Werkstätten. Separate Maßabteilung. (Kostüme und Mäntel werden ausschließlich nur von Herrenschneidern unter meiner persönlichen Leitung gearbeitet.) Schaatnes-frei. , volle Erscheinung jüdischer Intelligenzler, Industrie- und Kaufherren, Universitätsprofessoren und Künstler, Schauspieler und Literaten, ach, wie berückend war diese Erscheinung. In unserer Verblendung waren wir stolz auf diesen Aufstieg; wir haben wirklich geglaubt, daß jüdische Ehre, daß jüdische Existenz durch solche Entwicklung gefördert wird. Ach, wie glücklich waren wir, wenn diese dünne Schichte sich noch ״j ü d i s c h“ bezeichnet hat, wenn ׳ der Herr Universitätsprofessor sich nicht getauft hat und wenn der Herr Großindustrielle aus der jüdischen Konfession n i c h t ausgetreten ist; von der kleineren Schar der Stellenjäger und Brotsucher, die ihre Seele für die Hoffnung auf ein Stückchen Brot verkauft haben, gar nicht zu reden. Da bildete sich eine breite Mitte von Nochjuden aus, die kraft- und marklos ihr Dasein fristete. Weder haben sie das Judentum in seinem inneren Wesen erfaßt und den väterliehen Glauben bewahrt noch• •konnten sie sich entschließen, jede Verbindung mit dem Judentum auch äußerlich abzuschneiden: Sie lebten und leben, besonders in den Großstädten, zusammengeballt, ohne Ideale, ohne religiöse Verinnerlichung, ohne innere ' Erhebung eines -Festtages,-׳־^׳üheios־• getrieben,־"-"ein ־ Stückchen Brot irgendwo zu erhaschen. Der äußere Feind des jüdischen Volkes kommt zumeist mit diesen Gesellschaftsschichten noch jüdischer Mensehen zusammen, beurteilt dann das g a n z e ehrliche, sittsame, von der Väterreligion innerlich ergriffene jüdische Volk nach diesen, Abfallsmenschen, nach diesen schlechten Vertretern ihres Volkstums, falsch und ungerecht. So stellt sich das Judenproblem auch heute dar, als Zusammenwirken des äußeren und des inneren Feindes. Direktor Dr. Deutschländer ist eben von einem längeren Aufenthalt in Eres Jisroel suriiekgekehrt. Allzu willig möchte sich wohl jeder, der den . Boden des Landes betritt, ganz dem Zauber seiner unvergleichlichen Schönheit hingehen, möchte die wenigen Wochen, die ihm zum Aufenthalt gegönnt sind, ganz den Stätten widmen, die von dem Hauch der Geschichte umwittert sind und.all die Erinnerungen beleben, die aus den Blättern der Geschichte zu uns sprechen. Ist ja jeder Ort, den wir betreten, in alte heilige Traditionen gehüllt. Was Jerusalem in dieser Beziehung dem historisch Sinnenden bietet, ist auf engem Baume nicht festzuhalten: Die Gräber unserer Propheten und Könige, die Grotte des ungUicklichen Königs Zidkia, wo er Zuflucht vor den Verfolgern suchte, die großen Teiche, die Salomo für die Wasserversorgung der Hauptstadt gebaut, und schließlich der Höhepunkt, die alte Mauer, letzter Zeuge einstiger gigantischer Größe, die uns wehmütig den Vergleich mit den prächtigen Kultzentren der anderen Beligionen aufdrängt. Mit der Bibel in der Hand durch das Land zu pilgern, überall dort Umschau zu halten, wo die Marksteine unserer Geschichte zu uns sprechen, ist reizvoll und belehrend zugleich. Wir taten dies am Jordan, wo Josua die zwölf Stämme ln das Land geführt, hielten ehrfürchtig still bei der Quelle des Elischa am Karmel, wo Elias’ Schatten weilt, in Hebron, wo die Väter schlafen und wo unweit von ihnen der frische Grabhügel der Jeschiwah- Bachurim sich türmt, gedachten am Toten Meer, hei den Trümmern Jerichos, in Jawne, in Beth- Ghoron, Beth-Sua, auf den Schlachtfeldern der a-46-0-15 ׳ ist die neue Telephonnümmer der Redaktion und Administration der ,,Jüdische Presse“ in Wien, II., Malzgasse 12 a, des Generalsekretariats der österreichischen Landesorganisation und der Ortsgruppe Wien der Agudas Jisroel und ihrer Zweiginstitutionen: Soziale Fürsorge, Keren Hathora, Erez-J isroel-Zentrale, Verwaltung des Wänderheims, Verwaltung ־der Beth- Jakob-Sch ule usw., des Verbandes der Sabbathfreunde ״Schomre Schabbos“ י beide Wien, II.,. Leopoldsgasse 16. Bitte v o r z u mer k e n! Es ist nicht schwer, auf die historische Aufgäbe jenes Teiles hinzu weisen, der dem Väterglauben, dem wahren Judenglauben, .jjreu! geblieben ist. Wir “füK^eh ^heute ‘ unäere Kampfe 1 mit; den ד :g: e'is' ti g e n Waffen' der ewigen jüdischen Wahrheit. Der ewigen jüdischen Wahrheit allen Feinden gegenüber, mögen sie von Innen oder von Außen kommen. In der dunklen, finsteren Nacht, welche sich jetzt mit all .ihren Schrecknissen um uns lagert, leuchtet hell, und rein das Chanuka-Licht. Die ewige jüdische Wahrheit, der ewige jüdische Trost, daß in unserem ewigen g-t 11 i c h e,n Glauben die Kraft liegt, wird uns über alle Schrecknisse als Volk des G־ttesglaubens tragen. l. Makkabäer, in Tiberias am Grabe des Bamham, in Meron am Denkmal des Babbi Schimon ben Jachoi und so an zahllosen Stellen ״von Dan bis Beer-Scheba“ alter und ältester Zeiten. Aber richten wir unseren Blick auf die Gegenwart. Es ist bekannt, daß die Zahl der Bevölkerung sich im Vergleich zur Vorkriegszeit um das Doppelte vermehrt hat. Annähernd Zweimalhunderttausend Juden dürften heute in Erez Jisroel wohnen. Daß die Aufnahmefähigkeit des Landes damit nicht erschöpft ist, daß 6in weiterer Zustrom allen — Juden und Arabern — zum Segen wäre, ist aUgemein bekannt. So war es ein' Gebot der Selbsterhaltung, daß Agudas Jisroel mit allen anderen Faktoren in den letzten Tagen energischen Einspruch gegen jede ungerechte Beschränkung der Einwanderung erhoben hat. Wie wunderbar das Bild auch ist, das sich dem Auge überall dort bietet, wo neues Lehen erwacht, unsere Gemeinschaft, die Agudas Jisroel, die durch ihre Existenz die ewige Verbundenheit mit Thoras Mosche dokumentieren will, muß die Frage nach dem letzten und einzigen Sinn jeglicher Besiedlung täglich aufs neue und unzweideutig stellen. Darum sollen die Schöpfungen unserer Gegner nicht geringgeschätzt, muß aber die Verantwortung, die wir für das religiöse Wohl des Landes tragen, vor Freund und Feind klar erkannt und verteidigt werden. Ein schlichter, frommer Matiu aus Me» Schearim in Jerusalem sagte mir: ,,Ich verstehe den Kampf der Zionisten gegen uns nicht. Unverständlich der Aufwand von soviel Energie, um eine selbständige Existenz der Agudas Jisroel und Erez Jisroel. Von Dir. Dr. Leo Deutschländer. Die reisende Dame erhält bei mir < schon Innerhalb 3 Stunden eine individuell, ihrem Gesichte entsprechend modellierte OTHMAR SCHIFF Besitzet der weltbekannten Perücken-Kumt wer kftätte Wien Kärntnerring 6 w8 Telephon Nr. U47-1 •16

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