Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 19 (1933)
- Issue
- 48 (8.12.1933)
- Date
- 1933-12-08
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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gelte 6 . , JtmSCHfc PRESSE m ss gelesen und Übenäuf die Leser einen mächtige!! Rindruck aus. Der eigene Reiz, der seinen Erzählungen und Milieu« Schilderungen ätthaftet, überträgt sieh Zauberhaft auf den Leser Und hält ihn im Sanne. Men fühlt es aus jedem Werte heraus* das ßchachnowitz schreibt; Hier quillt die Darstellung aus einer Seele, die die Welt und die Menschen k e n n t u n d 1 i e b t, die sie mit glänzender dichterischer Phantasie nachbildet. Dem Leser wird jedes Such aus Schachnowitz׳ Feder zum unvergeßlichen inneren Erlebnis von stärkster erzieherischer Wirkung» Seine h i s t o r isehen Erzählungen namentlich umgehen die gef ähr« liehen Klippen, die der Geschichtsforscher dem Dichter in den Weg stellt, mit Eleganz und geschickter Routine und zeichnen sich überdies, durch nahezu lebenägetreue Ge* staltung der Personen aus, die in der Erzählung im Vordergrund stehen. Sein neuestes Werk ״Licht aus dem Westen“ gehört in die Kategorie der historischen Erzählungen. Dieses ״Licht" ist der Geist des Chasam Sofer aus der historisch bedingten Welt des westlichen Judentums, * deren Eigenartigkeit sich im Frankfurter Ghetto ausprägt, nach Osten hin und bildet dort, an der Grenze zwischen Ost und West, in Preßburg, ein geistiges Kraftzentrum, ein Strahlenzentrum von zeitendurchdringender Leuchtkraft. In der Schilderung des Weges, den dieses Licht vom Westen nach Osten zurücklegt, des Lebensweges des Rabbi Mosche Sofer von Frankfurt bis zu seinem Tode in Preßburg als ״Rabbon schel kol bne hägolöh“, zeigt sich Schachnowitz als Meister und Künstler ersten Ranges. Da tauchen sie, alle die Großen jener Zeit, Rabbi Pinchos Horowitz (Haf looh), Rabbi Nossen Adler, Rabbi J echeskel Landau (״Nqd^^bijehuda“), Rabbi Samuel Köln (״MachazisiHaschekel״), Rabbi Hirsch Jänow (Charif) und viele andere bis zum Ausklange in Rabbi Samson Rafael Hirsch, mitten in ihrem Schaffen lebendig vor unserem geistigen Auge auf. Da ziehen wir vor jüdischen Zentren, wie Frankfürt, Mainz, Prag, Boskowitz, Nürnberg, Proßnitz, Dresnitz (Straßnitz), Preßburg, vorbei, beschäftigen uns mit den geistigen Strömungen der Zeit (Chassidismus, Reformbeweg.u n g, P al ästina-Besiedlung, Assimilation, Emanzipation usw.) und werden unversehens auch in die Grundbegriffe der Auseinandersetzung mit ihnen eingeführt, die der durch Thora k e n n t n i s geläuterten Thora treue schon damals anfing, eine Lebensnotwendigkeit zu werden, bis sie In unseren Tagen zu dem großen zentralen ״Problem“ de,s Judentums geworden sind. Dieses Hineihspielen der Erzählung in die Problematik unserer Gegenwart, die Widerspiegelung der Vergangenheit im Leben der Gegenwart, ist vielleicht der Grundzug der SchaChnowitzschen Erzählungskunst und verleiht insbesondere dem ״Licht aus dem Westen“ einen hohen Wert für die jüdische Volkserziehung in unserer Zeit. Man liest die 408 Seiten des Buches mit größter Spannung und fühlt sich trotz der wechselnden Szenerie im Innersten von einem wunderbaren Zauber beherrscht, von dem Zauber der Thoragröße, die in diesem Buche verherrlicht wird. Man schließt das Buch mit einem Wunsche: Diese Erzählung verlangt nach einer Fortführung des Fadens in die Zeit der folgenden zwei Generationen, in die Zeit des Ksaw Sofer, Rabbi Samson Rafael Hirsch, .Rabbi Jizchok ElchÖnon Spektor usw., bis an die Schwelle der Gegenwart, da sich der Kampf um das Lebensrecht der Thora in Israel unter neuen Gesichtspunkten im Leben des jüdischen Volkes auszuwirken beginnt. Wird uns Schachnowitz auch diese Fortsetzung geben? Er Verdient Dank für das, was er schon geboten hat! J. J. B. Sclunarya Levin, Jugend in Aufruhr, 1933. Rowohlt- Verlag, Berlin, 332 S., brosch. RM. 6.-—, Leinenb. RM. 7.50. Der Rowohlt ■Verlag legt mit diesem Werk den zweiten Band der Memoiren Sclunarya Levins vor. Der erste Band behandelte unter dem Titel ״Kindheit im Exil" das Milieu einer litauischen, weltentlegenen Gemeinde, das frominjüdische, g-ttvertrauende Elternhaus und die Kinderjähre:eines Mannes, dessen Lebens werk es geworden ist, der Welt, der er entstammt, zu entfliehen oder sie so umzugestalten helfen, daß sie dem modernen National- . juden wohnlich erscheinen kann. Der zweite Band führt seine Erinnerungen ein Stück weiter.-Er behandelt die Jünglingsjahre bis zum Studienabschluß an der Königsberger Universität und der Verehelichung. Die jüdische Literatur ist nicht allzu reich an Memoirwerken dieser Art aus dem litauischen Ghetto der jüngsten Vergangenheit. Schemarya Levin ist in den letzten Jahren ein sehr stiller Mann geworden. Es ist aber noch nicht lange her, daß er in der zionistischen Bewegung und besonders unter den Propagatoren des ״Kulturzionismus“ eine große Rolle gespielt hat. Er hat eine Zeit als Akteur miterlebt, die — einerlei ob ihre ״Errungenschaften“ gebilligt werden oder nicht —- aus der Entwicklungsgeschichte des Judentums־ nicht wegzudenken ist. Er hat die ganze Wandlung ־ miterlebt und mitgemacht, die vielen Tausenden Ost- und West juden jene abwegige Anschauung von Juden und Judentum beibrachte, die wir als ״Nationaljüdentum“ kennen und sich jetzt aqch politisch im Zionismus auswirkt; Es ist gut, diese Memoiren zu kennen. Denn sie lehren uns, einen Blick zu tun in den Abgrund, der sich schon vor Jahrzehnten auf dem Weg des russischen Judentums auftat und söviele wertvolle Kräfte des jüdisehen. Ghetto verschlang. Und Schmärya Levin weiß gut zu erzählen. Er schildert die damaligen Verhältnisse und Zustände, ohne persönliche Vordringlichkeit, so wie er sie jetzt rückblickend sieht und vielleicht nicht ganz getreu, so ,wie sie in Wirklichkeit waren, oder wie sie den Augen eines andersgesinnten Juden erscheinen würden. Aus diesem Buche kann;Freund und Gegner der vom Verfasser verfochtenen Ideen reichen Nutzen ziehen und sein Wissen um die Wesenszüge der jüdischen Bewegungen der Gegenwart mehren. B. ״Deutschland und, seine Juden“ ist der Titel der letzten Arbeit des ermordeten Prof. Dr. Theodor Lessing, welche im Verlag Neumann & Co.,*Prag, X., 2i2kova 10 b, erschienen und in jeder besseren Buchbandlung zum Preise von tsch. K 10.— erhältlich ist. POS—ROB, Einige Bemerkungen zum 15, Band des ״Großen Brockbaus“, (792 Seiten; in Ganzleinen RM. 23,40, bei Rückgabe eines alten Lexikons nach; den festgesetzten Bedingungen RM. 21.15.) Wieder ein neuer Band, der fünfzehnte, den man gern in die Reihe stellt, denn nun, da drei Viertel des Werkes vollendet sind, greift man immer seltener ins Leere, wenn man den Brockhaus zu Rate zieht, Auch der neue Band kommt wieder wie ge» rufen für viele Fragen, die der rasche Gang der Tages* ereignisse jedem stellt, Sa bietet auch der neue 15. Band des Brackhaus wieder eine reiche Fundgrube von Wissen auf allen Gebieten. Und der durch solche bequeme und sichere öriehtierunismögiichkeit verwöhnte Besitzer bückt schön wieder nach dem nächsten Band aus. Ibi Rabin Viktor Letnberger Verlobte Wien, NoVembet 1933 iMIMMIHItlMIMIIIIOWIH—NI*1M>«I»HIUH*U»I1 _ .mmering Pension Hirsch, Fttrstenhof wiedereröffnet. Pensionspreis ab S 11, Aufnahme von Kindern ohne Begleitung zu sehr mäßigen Preisen. ■##•*———»»sessssis—*mm! Seefeld ■n Tirol (ווו 1200> hervorragendster Wintersportplatz und Höhenluftkurort, das Sonnenparadies für Kinder, jede Art Wintersport, schneesicher. Pension Geschwister Scheer Bekannt erstklassige Verpflegung, Wiener Küche, Streng •כשי billige Preise. Telephon 28. Mitglied des Vereines zur Fördeiung ritueller Spelsehäuser, Hamburg. Moderne Küdien* Vorzimmer* Wohnzimmer* MOBIL 22 F. 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Gesuche samt Belegen in legalisierter Abschrift sind an den gefertigten Gemeindepräses bis zum 16. Dezember 1. J. zu richten. Tmava, am 12. November 1933. Dr. Adolf Rosenfeld, m. p. Gemeindepräses. e 0 5K0<t»tcn €5tc öenjeßt etfc&efaen&en .(Stoßen 33to<fi)(u18” etfa&ten, übet feine 200000 ettäjtoöttet, 42000 S(6b1(b1mgen, 225 XanDfartert unö OfaWpiäne? Dann fe.nben0ie ben untenfle&enben&bfi&nftt an eine 25uc&&anblung ober ben JOetlag felbjl. Jeßi ßefondete.ßejug^etfeitßietungen: l.Äatenjajilungen, 2.!öanb0rt1ppenbeju0, ־ 3. Umtaufcijinögitcblett altet £e;ifa! F. A. 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Tag j Kislew Dezemb. דף יומי נדרים KoleiKfariiim Fr ei 1ag 20 8 כד ✓ Samstag 21 9 בה פ• וישב Sonntag 22 10 כו Montag 23 11 כז Dienstag 24 12 בח Mittwoch 25 18 כט א־ דחנוכה Donnerstag fß 14 ל כ׳ « Freitag 27 15 לא ג' « Samstag 28 16 .י לב‘" , ׳ ם׳ מקץ. ד׳ « החלה זמן הנחת תפיילין (nur dringendenfalls) Nur• 6 55 3 I O( סוף זמן קריאת שמע ] Jhr i U r Wien Adas Isroek (Schiffschul). Gebetstunden in der Zeit vom 20, bis 27. Kislew 5694: Freitag, den 20, Kisiew, Minchah 4 Uhr. ש׳ק ©׳ ויש־ Morgengebet 7 und 9,80 Uhr. Minchah 3.30 Uhr. 4.50 .מחגשיק Uhr. An Wochentagen Morgengebet 6.40 Uhr, Minchah 4 Uhr. Eigentümer, Herausgeberund Verleger: David Türki (für eine Arbeitsgemeinschaft), Wien, n., Malzgasse 12a. — Hochedlinger-Gassc 2.-* Druck? Druckerei« und Verlags« Ar’G. Ig> ßteinmsnn, Wien, Verantwortlicher Redakteur; Karl Richter, Wien, II״ Frans- IX״ Uuiversitätsstraße 6«8.