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Jüdische Presse · 1933-12-08 · 48 (8.12.1933) · page 1

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Journal
Jüdische Presse
Volume
19 (1933)
Issue
48 (8.12.1933)
Date
1933-12-08
Page
– (sequence 1)
Language
German
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' Hoviiivit* *jfphuine pwvolene ruwiu Bo»! 1 teh-tf-kfof t 4t*. 41672-111*20. *om Verlege* t Journal e*p&li6 pär 1j6üi1^u* ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. Redaktion und Administration: Wien« n., Ualzgassa 12 a. m A-48-4-15. — Tschecho- Slowakei: Bratislava, Postfach 140. ■rsehelnt Jeden Freitag. — Redaktionsschluß: Mittwoch Mittag. Abonnementpreise: Ganzjährig: fDr Oesterreich S 16, Tschechoslowakei tschech. K. 80, das übrige Ausland 3 Dollar. Einzelnummer öst. Gr. 40. Zshiaeeea auf keato .Jütilschi Presse*, Wien, für Oester, reich: PoMspark«88enkom Nr. 0• »3614; Deutschland!Post» scheckkonto Berlin Nt. 12^619; Jugoslawien i Postspk.-Amt Zagieb Nr. 40417; 01 m Hostspärk.-Aml Warschau Nr.190400; Ungarn t Postspk.-Amt Budapest .יי*. SOI70; Scnwel* t Poai» acheckk. Zürich V1U, 4117; für die Tschechoslowakei! ja. dlscnePresse*.Bratislava,Postspk.• Amt Prag Konto Nr 33386 . ' ־ י.־"' " Nr. 48 | Wien-Bratislava, 8. Dezember 1933 '♦כ״ה ווינא־פרעסבורג כ׳ כשלו תי־צ־ד 19. Jahrg. Czortkower Rebbe זצוק״ל. ״Schwer ist der Trost der Zadikim wie der Brand des Heiligtums.“ Ein Heiligtum ist uns am vergangenen Freitag verlorengegangen. Ein sichtbares Symbol von G-ttes Herrlichkeit auf Erden ist zerstört worden. Ein Zadik, den der Allwissende so reichlich mit seiner Weisheit beteilt hat, ist uns entrissen worden. Der Nestor unter den bedeutenden Führern der chassidischen Welt, der Czortkower Rebbe s. Z. 1., ist nicht mehr da! In unheimlich rascher Aufeinanderfolge sind uns in letzter Zeit Führer entrissen worden,' die jeder in ihrer Art einmalig waren. Nun ist auch Rabbi Jisroel aus Czortkow abberufen worden! Wer vermag die Größe des Verlustes zu erfassen, geschweige denn zu schildern .... Je mehr man sich in das Wesen dieses Zadiks vertieft, uni so mehr kommt man zur Erkenntnis, daß Schweigen beredter wäre! Bei Männern, die eine solche universelle Vollkommenheit erreicht haben, kann man nicht einzelne Züge hervorheben, es würde das Gesamtbild nur beeinträchtigen und eine lückenhafte Vorstellung von diesem ״Fürsten in Israel“ geben. Eben das ״Universelle“, die Fähigkeit, den ״g-tthohen Funken^aucli^ini allem Xrd i s c.h e;11r zu erschauen, machte seinen Lebensstil aus. Die Devise des heiligen Baal Sehern: ,ית אחר פנוי מניף? war die geistige Atmo- Sphäre, in der er lebte. So wurde ihm jede Tätigkeit, auch die alltäglichste Handlung, zum heiligen G-t tesdienst. Er lebte ganz in den erhabenen Traditionen seines Großvaters, des Risziner Zadik, und seiner Ahnen, Reb Awrohom Hamaloch und des großen Magid aus Mese• ritsch, der der bedeutendste Schüler und hervorragendste Interpret des Raäl Sehern war. Wie viele große Männer hat dieser hochadelige Stamm dem jüdischen Volke schoii. gegeben! Heilige Zadikim, gewaltige Fürsprecher vor G־tt, Riesen an Geist und Seele! Ein Abglanz alter jüdischer Fürstenher rliohkeit strahlte aus diesen Repräsentanten reinsten Thora-Adels auf das , jüdische Volk. Und der Czortkower Rebbe war ihr ehrwürdiger Nachkomme, ein glänzendes, wertvolles und ebenbürtiges Glied in dieser kostbaren Kette! Eine Vornehmheit, die חורה וגדולה במקום אהד Das schönste Geschenk sind REDLER-MOBEL in Preis und Qualität / Gratisberatung durch erst•־ Massige Architekten / Beachten Sie die Adresse. Wien I, Schottenring Nr. 35 Samstag geschlossen (,Schomra‘-Mitgliedj AUTOFAHRSCHULE fiUMDENDOBF“ TELEPHON A-36 0-85 MMynrillMVNl Personen-, Lastkraftwagen und Motorrad / Steyr XII, XXX und Praga über'31/» Tonnen / Ei stk lässige Lehrkrä te / Zeitgemäße Preise Wien VI, Gumpendorferetraße Nr. 88 Fe i ne D a m e n m o d e n F. Borenstein, Wien II HollandstraDe 1 Fernruf: A45-649י Stets neueste Modelle in Kleidern, Mänteln u. 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Und Maasser-Geben war für ihn eine heilige Zeremonie, die er täglich vor dem Mörgengebet mit freudiger Inbrunst verrichtete. ־~ Der Umstand, daß er mit den traditionellen Vorzügen seines Stammes ein phänomenales halachisch es Wissen vereinigte, gab seinem Wirken als Führer die besondere Note. So half er in hervorragender Weise die Scheidewände, die jahrhundertelang Ohassidim und Misnagdim trennten, niederzureißen und den alten Traum, die Vereinigung aller wertvollen Kräfte des thoratreuen Judentums, der Verwirklichung näherzubringen. In Agudas Jisroel sah er die einzige Möglichkeit zur Erreichung dieses Zieles.! Er war unter den ersten Gründern der ,Organisation untf einer ihrer heißesten Vor- 'kämpfer.' ׳■׳.׳ ״־*׳.'־־■■;יי׳•־-״•^•־■•— - Bezeichnend ist, daß er schon vorher in Galizien eine Organisation unter dem Namen ״Agudas Charedim“ gegründet hatte, welche sich dieselben Ziele zur Aufgabe machte. Als sich dann Agudas Jisroel konstituierte, ließ er seine Vereinigungen ihr auf gehen. Ihm ist es in erster Reihe zu danken, daß der Agudah-Gedanke in Galizien so rasch Fuß gefaßt hat. Sein Einfluß und sein Machtwort haben dort eine Organisation aus der Erde gestampft, wie sie die modernste Propaganda nicht zustande gebracht hätte. Als Mitglied des dreigliedrigen Präsidiums der Moaze-Gedole-Hatörah hatte er begreiflicherweise einen entscheidenden Einfluß in der Organisation; trotzdem äußerte er sich bei einer Gelegenheit: ״Ich bin nur ein einfacher Soldat in Agudas Jisroel, was die m. G. H. beschließen wird, ist für mich bindend.“ Zur absoluten Disziplin, die er von jedem Mitgliede forderte, bekannte er sich vor allem selbst. חכם, ג ב ו ר< ע ש י ר ו ב ע ל ק ו מ ה sind laut Rambam die vier Eigenschaften, welche Voraussetzung für השראת השכינה darstellen. ״Weisheit, Heldentum, Reichheit und Repräsentative Erscheinung.“ Es haben wohl wenige in unserem Zeitalter diese Eigenschaften, in ideellerem Sinne vereinigt, wie der Czortkower Rebbe. י זצוקיל זי״ע ועב׳י. ,* .׳ " Des Niftar Lebenslaut Rabbi Israel Friedmann aus Czortkow ist; am 10. Ijar 5614 als Sohn des ״alten“ Czortkower Rebbe, David Mosche Friedmann, geboren, der ihm eine den Traditionen des Hauses entsprechende Erziehung ange- Nächste ׳. PAG-Palästina-Reise 26. Dezember von Wien abgehend 2. Klasse Sohlt«. . .... S 440.- 1. Klasse Sohl««. . . ■ ■ .. . .8 660.- komplett ab Wien Inklus. Verpffegunq. Aufgelöste Rückreise. Pro* spekte durch PAG G. m: b. H., Wl3n Vl. Caplstrangaese 2, lei. 8-26-3-81 ■,.v.'-ü•'1 ־י. י-.־ deiheri ließ. Mütterlicherseits. war Rabbi Israel FriedmanhJ ein Enkel des bekannten Rabbi Aron Tschernobler, bei dem er auch seine Jugendjahre verbracht hat. Schon als ־ ganz junger Mensch genoß der Verblichene den Ruf eines״ Ilui. Man erzählt, daß er 18 Stunden des Tages der Thora und Awoda gewidmet hat. Als der ״alte“ Czortkower Rebbe im Jahre 56öi verschied, folgte Rabbi Israel Friedmanh ihm in seiner Würde. Alle Chassidim, unter ihnen die größten Thora•4; fürsten der Zeit, von denen wir nur den Buczacze;r. Raw und den Lu blin e r Raw s. Z. 1. erwähnen, übertrugen nun ihre Anhänglichkeit auf den noch Verhältnismäßig jungen Rabbi, der sich der untertänigsten Hoch־' ach'tung vieler Größen der Thora erfreute. Bei Kriegsausbruch, im Jahre 1914, übersiedelte der Czortkower Rebbe nach Wien, wo er bald:1 einen großen Einfluß auf das jüdische Leben dieser’Stadt gewann und wo er jedesmal, wenn es sich um die Inter-' essen der orthodoxen Judenheit handelte, aktiv eingriff.: Einer der Hervorragendsten aus dem Kreise der Anhänger war der leider eben erst so jung verstorbene Lublin er Raw, der, so treu er ihm im Leben war, ihm auch in den Tod vorangegangen ist. Der Qzortkower Rebbe hat an der Errichtung und dem Ausbau der Jeschi was' Chachme L u b 1 in tätigen Anteil ■gqV nommen und für das Verhältnis, das zwischen ihm' unct dem Lubliner Raw geherrscht hat, ist es bezeichnend, daß er den Grundstein zum Bau der־ Jeschiwas Chachme Lublin gelegt und nach Vollendung des Baues die erste goldene M e s u s o feierlich־ angeschlagen hat. Tiefen Eindruck machten auf Rabbi Israel Friedmann die Judenverfolgungen in Deutschland und er äußerte sich wiederholt, daß seine Gedanken stets den Brüdern und Schwestern in Deutschland gelten, für deren. Rettung aus schwerer Not er zum Allmächtigen bete. Eine Sammlung vontief schürf enden Geistes- und׳ Thoraworten des verblichenen Czortkower Rebben ist’ erstmalig unter dem Titel ״Tiferes Jisroel“ im" Jähre' 5670 erschienen. Ein zweites Werk ״Jismäch Jisroei“; wurde erst vor kurzem herausgegeben. Interessant ist noch, in welch hohem Maße der Czortkower Rebbe die Wiener Jugendgruppe der Agudas Jisroel schätzte. Er pflegte sich wiederholt zu äußern, daß er in Polen, wohin er alljährlich reiste, stets! die Wiener jugendgruppe als Musterbeispiel darstelle. Leider konnte die Jugendgruppe ihm ihren öffentlichen Dank erst nach seinem Tode abstatten, indem sie die Aufrecht- . erhaltüng der Ordnung bei der Lewajoh, die in bezug auf die Anzahl der Teilnehmer die weitaus größte seit׳ vielen Jahren in Wien war, übernahm• erhält bei mir sc 11 an lnQQrfiQlli 3 Stunden eine individuell il Gesichte^ entspreehend modellierte Besitze: der weitbekannten PerUcken-Kumtwerkftätte Wien I, Kärntnerring 6 wr8 Telephon0 Nr. IM7-1-16 A

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