Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 19 (1933)
- Issue
- 45 (17.11.1933)
- Date
- 1933-11-17
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Oie döiäliren det Winter« vöf de« ' Mödizirtalbörtböns A CHRIPCE PROTI •*■יס Die jüdischen Gemeinden lind Organisationen in Deutschland unter Kontrolle der ׳ Geheimen, Staatspolizei. Nach einer hier eingetroffenen Meldung wurden in dieser Woche alle jüdischen Gemeinden und Organisationen in Preußen unter die Kontrolle der Geheimen Staatspolizei gestellt; bei der zu diesem Zweck eine eigene jüdische Sektion eingerichtet wurde. Beamte dieser Sektion besuchen jetzt fleißig die jüdischen Institutionen, stellen strenge Verhöre, auch Über ganz abseitige Dinge, •an und: lähmen dadurch die Arbeit dieser Institutionen. Ausländische jüdisehe Hilfsinstitutionen, besonders amerikanische, Werden zwar nicht besucht, aber auch deren Tätigkeit wird durch indirekte Maßnahmen gehemmt. Auch ״Greuelmärchen“? ״Die Freiheit" (Saarbrücken) teilt folgenden Vorfall mit:. Eine Reihe jüdischer Familienväter, darunter 60־ bis 70jährige Menschen, wurden unter dem Vorwand, beleidigende AeUßerungen gegen die Regierung gemacht zu haben, verhaftet und in S.-S.-Kasernen geschleppt, wo sie wochenlang unter Drohungen und Mißhandlungen, schwerste Arbeit verrichten mußten. Den Frauen und1 Kindern, die sich , alle erdenkliche Mühe gaben, ihre Angehörigen freizubekommen, wurde durch Unterhändler der nationalsozialistischen Gauleitung mitgeteilt, daß eine Freilassung nur in Frage käme, wenn sie sich bereit erklärten, namhafte Spenden für die Fonds der ״Geheimen Staatspolizei“ herzugeben. Bei reicheren Familien wurden RM 20.000.—, bei ärmeren RM 1000.— als ״namhaft" an■ gesehen. , Rabbiner Dr. Joseph Breuer in Fiume. Am 2. November fand in besonders feierlicher Weise der Amtsantritt des zum Raw in Fiume gewählten Herrn Rabbiners Dr. Joseph Breuer aus Frankfurt statt. Dem neuen Raw, dem zahlreiche Baale-Batim entgegengefahren waren, wurde am Bahnhof ein begeisterter Empfang bereitet. In der festlich geschmückten Schul begrüßten Herr Einhorn namens der Kehillo und Herr Artur Kugler namens der Schülerschaft den langersehnten Führer. Hierauf hielt Herr Rabbiner Dr. Breuer eine großangelegte Antrittsrede. , .ן Der folgende Schabbos stand noch ganz im Zeichen der Einführungsfeierlichkeiten. Freitag abends versammelten sich die Gemeindemitglieder in der Wohnung1 des Raws, der Schabbos früh und zu Minchoh worilgelungene Ansprachen (Magidus und Pilpul) hielt. Mozze-Schabbos ,fand dann'ein Festbankett statt; bei welchem neben dem Raw die Herren Stern, Komin, Engelsrath u. a. Tischreden hielten, welche in dem Wunsche ausklangen, daß es dem neuen Raw, gelingen möge, die jüdische Kehillo zu neuem Aufblühen zu führen. Generalversammlung der Großvvardeiner Agudas- Jisroel-Jugendgruppe. Unter großer Beteiligung der Mitgtieder fand am 23. Cheschwan unter Vorsitz des Prä׳sideuten Herrn Eugen Feldmann eine außerordentliche ■ Generalversammlung der Agudas-Jisroel-Jugendgruppe statt. Als einziger Punkt figurierte auf der Tagesordnung die Statutengenehmigung. Vor der meritörischen Behändlung der Tagesordnung widmete der Vorsitzende einige pietätvolle Worte dem Andenken der unlängst hingeschiedenen Führer der Agudas Jisroel, dem Chofez Chaim ';3. E. 1. und Rabbi Meir Schapiro s. Z. 1. Den einzigen Trost nach diesen großen Verlusten, die die Agudas Jisroel erlitten hat, fand er darin, daß der Geist dieser Gedole- Jisroel in der Aguda fortleben wird, solange der Daf-Jomi täglich gelernt wird. — Am Sonntag, den 2. Kislew, abends wird eine außerordentliche Generalversammlung der Großwardeiner Agudas Jisroel stattfinden, bei welcher Gelegenheit Oberrabbiner Hager (Wolchowitz) die beide Gedole- Jisroel masped sein wird. ss. (CTMO, HK 11. fj 1. IL | /,] Wiener Neustadt. Die isräciifciäche Kültusgöiheinde hat Herrn Religiüfiäpfofessöf Häinrieh Löwy aus Baden fei Wien als Reiigionstehref und Sekretär bestellt. — Großen Eindruck erweckte Mer die Weigerung zweier orthodoxer Juden, ihre bei Gericht hinterlegte Zeugenaussage zu beeiden. Da die beiden trotz der Androhung nicht bestraft wurden* nimmt Aian an, daß Verständnis für diese Eidesverweigerung vorhanden ist, die ja ausschließlich aus religiösen Gründen erfolgen mußte. Veriinsiiaflirftlildiii J ossele-Rosenblatt-Gedenkf eier. Das ״Hilfskomitee für Jeschiwa-Bachurim" (Vorsitzender: Komm.-Rat Moritz Lettner) veranstaltet am Samstag, den 25. November, uni 8 Uhr abends im Festsaal des Hotel Post, I., Fjeischmarkt 2’4 (Eingang Drachengasse), eine Josseie - Rosenblatt - Gedenkfeier unter Mitwirkung der Herren Oberkantoren Fränkel (mit Chor), Isidor Löwit, Gerson Margolies, I. L. Müller und iSimon Weiß sowie des bekannten Violinkünstlers Kurt Fuchsgelb. Die Feier verspricht ein großes gesellschaftliches Ereignis im jüdischen Leben Wiens zu werden. Karten zum Preise von S 1.— bis 5.— sind im Büro des Hilfskomitees, Wien, II., Leopoldsgasse 16 (Telephon A-48-4-15), bei den Mitgliedern des veranstaltenden Hilfskomitees, ferner bei einigen jüdischen Buchhandlungen und den durch. ein Plakat gekennzeichneten Verkaufsstellen erhältlich. . Agudas-Jisroel-Mädchengruppe Wien. Schabbos Parschas Toldoß spricht Herr Dr. S. Le mb er ge r über ״Jakob und Eßow" im Lokal der ״Wienea", H., Obere Donaustraße 91, um halb 11 Uhr vormittags. Lötteriegemeinschaft des Keren Hathora. Der Keren Hathora veranstaltet zur 30. österreichischen Klassenlotterie (Ziehungsbeginn: 21. November) wieder eine Lotteriegemeinschaft, bei welcher sämtliche Teilnehmer an allen von der Gemeinschaft erworbenen Losen partizipieren. Durch das gleichzeitige Spiel an einer Vielzahl von Losen sind daher die Gewinnst- Chancen sehr hoch, während ein vollkommener V e r- 1 ust der Spieleinlage ausgeschlossen ist. Teilnehmer können sich noch bis Montag, den 20. November, mittags im Büro des Keren Hathora, Wien, II., Leopoldsgasse ' 16 (Tel. A-48-4-15)‘ melden. Autofahrkurs. Einige Anmeldungen für den Autofahrkurs, den der Verband der ,Sabbathfreunde ״Schomre Schabbos" veranstaltet, werden; noch im Sekretariat, n., Leopoldsgasse 16, entgegengenommen. Der Kursbeitrag von nur zirka ,S 60.— inklusive der Nebenabgaben (außer Prüfungstaxen) kann während der Kursdauer auch in Raten erlegt werden.,! Fahrpreisermäßigung für die Teilnehmer am ״Tag der Jugend" auf; den O österreichischen Bundesbahnen. Jugendliche ■unter .20 Jahren genießen nur dann ibei der Hin- und Rüokfahrt von ihrer Heimatstation (Grenz- Station) 56 Prozent Ermäßigung, wenn mindestens sechs . Personen zusammen fahren. Für je angefangene neun | /Sib |v\!1 »u» Ein lieblich rrauenmund undenkbar ohne schöne gesunde Zähne und reinen frischen Atem. Nimm ODOL1 Personen kann ein legitimierter Führer über 20 Jahre mitfahren. Es ist unbedingt notwendig, die Inanspruchnähme dieser Ermäßigung zwecks Besorgung der nötigen Formulare zehn Tage vor Gebrauch der Kommission des ״Tages der Jugend"' mitzuteilen. Sonstige Teilnehmer können ■bei einer Gesellschaftsreise von mindestens acht Personen 25 Prozent und von mindestens 51 Personen 331/» Prozent Ermäßigung von jeder Station aus ohne vorherige Anmeldung erhalten. v Personalnachrichten. Todesfall. Am vergangenen Mittwoch verschied in Baden bei Wien im Alter von 91 Jahren die Mutter des bekannten Restaurateurs David Schey, Frau Regina Schey. Die Verblichene, die die älteste Frau im Kurprt Baden war, erfreute sich bei allen Kreisen der Bevölkerung höchster Wertschätzung. SESSEL^ Tische/ Lolterbetten Spezialwerkstätte, Adler VH., Apollogasse 18, Tel. B-38-7-82. , V Billigste ׳Preise, Zahlungserleichterungen; 'Richtigstellung. Im Kalendarium ,unserer vorwöchigen Ausgabe ist uns ein unliebsamer ■Fehler unterlaufen. Nach Beendigung der Gemoro Ksubos in der Folge des Däf-Hajomi ■begann richtig die Gemoro Nedorim (nicht Gitin). . ' ■ ■■■■■■■■■■ ■■■■■ ■■■■■■■■■■■■■■ ■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■•■ ■■■■■■■ו■■■■■■■■■■■ ■ X .s cJi e ■■■■■■■* ■■■■■■■■ ■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■ ■■■■■■■ Zionistischer ״Minderheitsnationalismus“ und jüdisches Schulwesen Die verschiedenen zionistischen Organisationen erhalten •— wie bekannt — in einigen Gemeinden von Podkarpatska Rus sogenannte ״hebräische“ Schulen und brachten auch bisher zumeist selbst die hiezu notwendigen Geldmittel im In- und Ausland auf. Ursprünglich gab es zehn bis zwölf solche!Schulen. Am Ende des vorigen Schuljahre^ waren es bloß vier •Volksschulen und ein Gymnasium mit , hebräisch-tschechischer Unterrichtsspräche in Munkacs (ausgerechnet in — Munkacs!). Dazu kamen in den letzten Wochen, wie wir berichteten, weitere drei Volksschulen. Den Unterricht an diesen Schulen erteilen nicht ausgebildete Lehrer, sondern zumeist Maturanten des Munkacser Gymnasiums. Ihre Gründung Und ihren Bestand verdanken diese Schulen keineswegs irgend einem tatsächlichen Bedürfnis der jüdischen Bevölkerung, sondern ausschließlich dem Zionismus, dessen politischer und ״kultureller" Propaganda allein sie dienen; Die jüdische Bevölkerung des Landes wurzelt in ihrer überwiegenden Mehrheit im glaubenstreuen Judentum und will ihre Jugend ebenfalls im gleichen Geiste erzogen wissen. Trotz der furchtbaren Armut, die in £er jüdisehen Bevölkerung seit Jahren’herrscht und trotz allerlei materieller Vorteile aus Volksküchen, Wohltätigkeits- י geldern usw״ mit denen die armen, hungernden Kinder in die zionistischen Schulen gelockt׳ werden, entschließen sich orthodoxe, jüdische Eltern nur in äußerst seltenen 1Fällen, ihre Kinder diesen Schulen anzuvertrauen, oder sie nehmen sie bald ,wieder heraus, wenn sie noch rechtzeitig merken, ,wo der Geist der Schule hinstrebt.. Selbstverständlich stehen die religiösen Leiter der Gemeinden diesem ganzen zionisti- , sehen Schulwerk durchwegs und ausnahmslös entschieden ablehnend gegenüber. Selbst die Gründung von jüdisch-konfessionellen Schulen wurde י in den meisten podkarpadskarussischen Gemeinden von seiten der jüdischen Bevölkerung abgelehnt, weil man es im früheren Ungarn nicht verstanden hat, religiös qualifizierte ׳ und religiös vertrauenswürdige Lehrer in ausreichender Zahl heranzubilden. Die'sen Mißstand machte sich seit der staatlichen Neuordnung die־ religionswidrige zionistische Propaganda zunutze ' und stellte ihren Agitatoren auf Jahre hinaus reichende Geldmittel zur Verfügung, um ihre eigenen Schulen in ■das jüdische Gemeindeleben hineinzuschieben. Den staatlichen Behörden, denen die, ״hebräische" ׳Schule begreiflicherweise als der Gipfel jüdisch-erzieherischer Vollkommenheit erscheinen muß, wurde — leider ohne wirksamen Widerspruch von seiten der vielfach, selbst zionistisch infizierten offiziellen Körperschaften der u Gemeinden ״ eingeredet, es sei im Interesse einer ״kulturellen Hebung der in Finsternis und Fanatismus verkommenen Juden“ notwendig, diese Schulen m■ dulden und;•sogar mit der staatlichen Autorität zu decken. Den in den ,Stadtparlamenten sitzen׳־ den Vertretern der zionistischen ״Jüdischen Partei“ ist es in einigen Gemeinden, wie y^horpd, Munkacs xisw״ sogar gelungen, aus deh Steuerfeldern der religiösen Juden für die zionistischen Schulen 'stüdtische Subvent i 0 nen zu erwirken, Die /Schuld an dieser moralischen Ungeheuerlichkeit trägt allerdings hauptsächlich die Um bekümmertbeit der orthodoxen’ Bevölkerung oder die Unfähigkeit ihrer Sachwalter, sich der ihnen schlau gelegten Fallstricke der zionistischen Agitatoren mit taug- , 1 ichen Mittein zu erwehren. Dessenungeachtet will es den zionistischen ׳Anstrengungen nicht recht glücken, diesen ausgezeichneten Instrumenten zur Entfremdung der gegenwärtigen jüdischen Jugendgenerationvon den religiösen Idealen den Väter eine dauernde finanzielle Basis zu schaffen. Die Geldquellen der Prager und Brünner Gesinnungsgenossen währen auch nicht ewig. Manchem,der־ irregeführten Geldgeber erscheint es mit der Zeit vielleicht denn doch edler und rechtschaffener,?jüdische Kinder nicht gewaltsam, ihren Eltern zum Trotz, dem jüdischen überlieferten Leben ).zu4 entziehen. Die Kenntnis der jüdischen allgemeinen Not bringt auch man-! chen auf den Gedanken, entbehrliche Geldmittel dringenderen Zwecken zuzuführen als der zionistischen Partei- Propaganda unter Schulkindern. Die Folge davon ist, daß die zionistischen Schulen immer mehr ihrem wohlverdienten Schicksal izu verfallen drohen. .! In dieser Situation sind die Lenker der zionistischen Geschicke in unserem Lande auf einen1 recht originellen Gedanken gekommen. Sie haben ein Mittel gefunden, um die Juden dieses!Staates zu zwingen, gegen Ihren Willen und ohne sie auch nur zu befragen, zur Erhaltung der zionistischen ׳Propagandaschulen beizutragen. Sie wollen nämlich, wie jetzt bekannt wird, diese Schulen mit Umgehung und Ausschaltung der berufenen ko nfessionellen Vertretungskörperschaften des Juden- •tüms als nationale ״Mi n d e rb e i tss c h u 1 e n" der Juden ״verstaatlichen‘' lassen, d. h. die Kosten ihrer Erhaltung der gesamten Bevölkerung aufhalsen. Es ist noch ungewiß, ob unsere Regierung auf diesen Plan eingehen werde, namentlich Ob sie entgegen ihrer bisherigen Praxis in einschneidenden Fragen des jüdischen kulturellen Lebens und der Jugenderziehung auf Vorschläge eangehen werde, die nach den Feststellungen der maßgebenden Autoritäten des traditionellen positiven Judentums mit den Interessen des Judentums( unvereinbar sind. Wenn es aber Wortführern der zionistischen ״Jüdischen Partei", die in dieser Sache seit längerer Zeit Schritte unternehmen, allen Erwartungen der religiösen Juden dieses Staates entgegen dennoch gelingen sollte, ihren Willen, durchzusetzen, so wäre das ein .S chiag gegen die geistig enund religiösen Lebensinteressen 4es religiösen Judentums, wie er in diesem Lande seit einem Jahrhundert -nicht geführt wurde. Denn damit würde ein ganz neuer Typus ״jüdischer“ Schulen von Staats wegen geschaffen werden, der mit der historischen und wahren Bedeutung der Bezeichnung ״jüdisch!4 noch unvergleichlich weniger gemein haben würde, als es anno dazumal die Schulen waren, die von den assimilatorischen Reformjnden mit Hilfe• des Staates errichtet werden und viele Generationen jüdischer Jugend dem Abfall in die Arme trieben. Dies• jüdischen ״nationalen Minderheitsschulen“ auf Staats״ kosten wären absolut losgelöst von jeder konfessip- ~T Geld wegwerfen wird wohl kommt es vor, daß Hausfrauen Dinge wegwerfen, die sie . ' leicht noch verwerten können oder für die sie praktisches erhalten. So gibt z, R. ,die Firma Dr. A.. Oetker, Brünn, hübsche Prämien für gesammelte leere Oetker-Packungen: Zuckerstreuer, Mehlschauffeln, Tee-Eier,' Rezeptbücher usw. Informieren Sie sich bei Ihrem Kaufmann!