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Jüdische Presse · 1933-11-03 · 43 (3.11.1933) · page 3

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Journal
Jüdische Presse
Volume
19 (1933)
Issue
43 (3.11.1933)
Date
1933-11-03
Page
– (sequence 3)
Language
German
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, ׳ ■י»'־' ' Nl43 tausende treten an sie heran und legen Verpflichtung scheine in aiey ihr Leistung einea Jahresbeitrages oder Spende augunsten der JesehiWö. Öesenkten Mauptes fef* läßt die Menge das neue öes äachajina von Lublin, das nunniehr ebenfalls ihren Großen birgt, Wie das alte fies Hachajim deren viele, die ganz Israels Zierde bilden, für alle Seiten; Die niederschmetternde Nachricht Vön dem so plötz* liehen Niischeidens des gefeierten Führers* Rabbi Meir Schapira זצ*ל Verbreitete sich in Wien schon am frei* tag Wie ein Lauffeuer. Am Schabbos bildete der unersetzliehe Verlust, den das Judentum durch den Tod dieses großen Mannes erlitten hat, den Gesprächsstoff in allen orthodoxen Kreisen, üeberall wirkte die Kunde er* schlitternd. Am Sonntag versammelte sich der Gesamt* Vorstand der wiener Agudas Jisroei unter Vorsitz des Präsidenten Wolf RappenheinS'Zü einer Trauersitzung, bei der in beredten Worten der große Verlust beklagt wurde. Am Montag Veranstaltete die Agudas Jisroei im Bethause der Talmud Thora einen großen Hesped, bei dem der Vor* sitzende des Wiener Komitees für die Lubliner Jeschiwa, Großrabbiner M. Friedmann, Sadagora, und Oberrabbiner Benzion Katz, Czernowitz, die Persönlichkeit des Niftar würdigten und Oberkantor Rabinowitz das ״Kel mole Rachmim“ sang. Am Sonntag hielt Herr Rabbiner Mordechai Leib Habermann im Bethause, XVII., Thelemaungasse, einen würdigen Hesped. Am Sonntag werden Rabbiner Samuel Hager im Bethause Mechisch Jeschuah, H., Josefinengasse 7, um halb 6 Uhr abends und Rabbiner Gerson Hager, im Bethause Schomre Hadas, XX., Othmargasse 34, um halb 7 Uhr abends Hespedim halten. — Ueber Einladung des "Vorstandes wird im Bethaus Machsike-Hadas, II., Haid* Speisereste, äfpider zwischen den Zähnefi bleiben, bilden Fatilnisherde, die die Zähne gefährden, Entfernen Sie deshalb tag 1 i e ft diese Speisereste und den Zahnbeläg Von Ihren Zähnen, fMzen Sie Ihre Zähne früh und abends mit ODOL*Zahnpasta, die Ihre Zahne gründlich reinigt. Inländisches Erzeugnis! gasse .1, am Sonntag um 6 Uhr nachmittags Herr Rabb. Schimon Langbort aus Wölozin den großen Niftar maspid sein.; . . .■■"*•'.V•' . Wie aus Lublin gemeldet wird, wurden an der Jeschiwa bereits am Montag die.!Schiurim wie normal ab* gehalten. Der' Vorsitzende des Rates der Talmidim, Aron Lebwohl, hielt eine warme Ansprache an die Hörer, worauf die unterbrochenen Schiurim wieder aufgenommen wurden. Die Unruhen ia Erez Jisroei. Iי"'״' ~ ' Für F r e 1t ä g,' den 27." Oktober, war in J a f f ä eine’ arabische Demonstration gegen die jüdische Ein- Wanderung und den Boden verkauf an Juden angesagt, die von der* Polizei verboten wurde. Trotzdem die Polizei eine Warnung erließ, daß jeder Versuch, die Ruhe und Ördnung zu stören, schärfstens unterdrückt werden wird, haben sich dennoch an vielen Stellen der Stadt, namentlieh' vor "dem Regierungsgebäude, tausende Araber angesammelt. Gegen 12.30 Uhr mittags: waren etwa 10.000 Demonstranten versammelt. Die Lage wurde bedrohlich. Plötzlich begannen Teile der Demonstranten gegen das Regierungsgebäude vorzudringen. Aus der Mitte׳ der Demonstranten fielen Schüsse, durch die ein arabischer Polizist getötet und einige andere Polizisten verletzt wurden. In diesem Augenblick wurde vom Kommando Befehl zum Feuer gegeben. Gegen 2 Uhr nachmittags war die Polizei vollkommen Herr der Lage, die Straßen״ und Plätze waren von Demonstranten . gesäubert. Der erste halbamtliche Bericht lautet dahin, daß während;"der Zusammenstöße drei Demonstranten und vier Polizisten, zwei englische und zwei arabische, getötet und etwa 100 Araber, sowie zehn -arabische und zehn englische Polizisten, mehr oder weniger schwer v e rletzt wurden.; Am S a m s t a g, den 28. Oktober, ’morgens, fänden in H a i f a und J er u s a 1 e m Zusammenstöße zwischen arabischen D emonstranten und Polizei statt. In verhältnismäßig kurzer Zeit konnte die Ruhe wiederhergestellt werden, ohne daß militärische Kräfte oder Luftstreit- Das Angenehme mit dem Nütz• liehen vereinigen die ־ wohlschmeckenden, ärztlich empfohlenen Medizinalbonbons GEGEN HUSTEN UND GRIPPE.' kräfte eingesetzt werden mußten. Doch werden für alle Fälle in Aegypten Luftstreitkräfte in Bereitschaft gehalten. Der in Jerusalem am Freitag proklamierte Generalstreik der Araber wurde am Samstag fortgesetzt. Arabertrupps sammelten sich um das Haus des Präsidenten der arabischen Exekutive, Musa Kazim Pascha; sie wurden von der Polizei zerstreut. Ein Arabertrupp griff eine Polizeistation an, bei der Abwehr-wurde ein. Angreifer erschossen. Die arabischen Geschäfte sind geschlossen. Autobusse verkehren nicht. Zu Angriffen auf Juden oder jüdisches Eigentum ist es nirgends gekommen. In Tel-Awiw herrschte während der ganzen Dauer der Ausschreitungen vollkommene Ruhe, nur ist. die Verbindung mit Jaffa und damit mit Jerusalem — die Straße Tel-Awiw—Jerusalem führt über Jaffa -— unterbrochen. Am Sonntag, den 29. Oktober, erneuerten sich die Unruhen in Jerusalem. Nach dem Mittagsgebet in den Moscheen sammelte sich eine arabische Menge vor dem Jaffa-Tor und versuchte, den dort gezogenen Polizeikordon zu durchbrechen. Die Polizei hieb zunächst mit Gummiknüppeln auf die Menge ein, und als ein Teil derselben sich wieder sammelte, machte sie von der Schußwaffe Gebrauch. Am Sonnta^pachmittag waren alle Geschäfte in Jerusalem geschlossen. In Haifa begannen die! IJnrubep damit, daß die Moslems in der größten Moschee der Stadt eine Versammlung abhielten, - woraufhin ein' großes Polizeiaufgebot den Platz vor der Moschee besetzte und keine geschlossene Demonstration züließ. Von auswärts eingetroffene Agk tatcreh wiegelten die Menge gegen die Polizei auf. Die. Polizei war genötigt, scharf zu schießen, hierbei wurden einige pemonstränlen verletzt. Später griffen etwa 2000 Araber ein Pölizeiquartier am Bähnhöfübergang in Haifa an, sie konnten rschneU auseihahdergetrieben werden. In arabischen Vierteln wohnende jüdische Familien begaben sich iu die rein jüdischen Wohnviertel im Gebiet der־' Haifa-Bucht. In der Stadt selbst kam es zu vereinzelten Zusammenstößen, doch wurde bald die Ruhe wieder - hergestelit. _ . - - - In H e b r o n und m S a f e 0 ist die Lage gespannt. Zu Unruhen. ist es . aber nicht gekommen. In Safed ist die^ Verwaltung-in י milithriaehe Hände übergegangen. In Hablus wurde die Polizei am Samstag von der demonstriezenden Menge anpgHfpuuiid ■maehts von der Schuß?: waffe Gebrauch. Mehrere Verwundet© — nach einer noch unbestätigten Meldung auch einige Tote — blieben auf dem Platze. Der High Commissioner hat die Anordnung getroffen, daß zwei Dampfer mit jüdischem Einwanderern, die in Jaffa und in Haifa eingetroffen waren, einige Tage in außerpalästinensischen Häfen., vor Anker, gehen, ' bis sich die Lage in Palästina geklärt hat. Ana Montag hat der High Commissioner die Erlaubnis erteilt, daß diese jüdischen Einwanderer auf dem Bahnwege die Grenzen Palästinas überschreiten dürfeii. Die Meldung über die Verhängung des Belagerungszustandes über Jaffa und Tel-Awiw ist unrichtig; wahr ist nur, daß in diesen beiden Städten, sowie in Haifa, ab 6 Uhr abends keine Person, die nicht im Besitze eines besonderen Passierscheines ist, die Straße •betreten darf. , . . V s Der einzige Zwischenfall,' bei dem Juden in Mitleidenschaft gezogen wurden, ereignete sich am Schabbos•־ in Haifa. Der Autobus einer jüdischen Gesellschaft, die den Passagierdienst am Schabbos wie an allen anderen,: Tagen versieht, geriet in die demonstrierende Menge. Ein♦ arabischer Trupp griff hiebei die Insassen des Autobusses an, wobei einige derselben Verletzungen erlitten und ins Hospital gebracht werden mußten: Außer diesem Zwischenfall ,erUtbon^ude^Cwä^i^üi-cler•’ Unruhen keinen nennenswerten Schaden. . , , Am M 0 n t a g war in ganz Palästina die Ruhe vollkommen wiederhergestellt. Zuletzt versuchten noch• Arabertrupps, den Flugzeughafen in der Nähe von; Gaza״‘ zu stürmen, sie wurden aber von der Militärwache!!; schnell auseinandergetrieben. Die Zahl der Toten und Verletzten hei allen Kämpfen steht noch nicht fest. Die Korrespondenten der'Londoner Presse nehmen an, daß insgesamt 37 Personen, unter ihnen zwei arabische Polizisten, getötet; und daß 18 britische Polizisten und 25 arabische Polizisten, sowie 180 Araber, verletzt worden sind. Man glaubt, daß alle Rädelsführer verhaftet sind. ~ Es ist keine Rede davon, daß die jüdische Einwanderung unterbrochen werden soll! Am 29. Oktober landeten 4n Haifa 75 jüdische Einwanderer, die mit dem Dampfer ״Vienna“ eingetroffen waren. Zu der an die Dampfer ״Polonia“- und ״Martha Washington“ ergangenen Weisung, nach Zypern, beziehungsweise nach Port Said weiterzufahren, wird von zuständiger Stelle mitgeteilt, daß diese Weisung keineswegs etwa mit einem vorläufigen Verbot jüdischer Einwanderung zusammenhängt. ' . •; Alle bisher verhafteten Urheber der Demonstrationen, unter ihnen Mitglieder der arabischen Exekutive, werden vorläufig mindestens 15 Tage in Untersuchüngshaft behalten. Die Distriktskommissäre haben Vollmacht erhalten, im Bedarfsfälle den Ausnahmezustand in ihren Gebieten zu verhängen. Eine Havas-Meldung aus Jerusalem verzeichnet die Annahme, daß die Unruhen auf nationälsozialis t i s c h e Elemente zurückzu'führen seien, die in letzter Zeit in Palästina eingetroffen sind. Der High-Commissioner Sir , Arthur Wauchope vollzog am 31. Oktober programmgemäß die Eröffnung des Hafens in Haifa, der einer der bedeutensten Häfen im Nahen Osten sein wird. Infolge t der gespannten Lage vyurde von einer Feier abgesehen. Sitzung der Mandatskommission in Genf. Die 24.* Session der Mandatskommission des Völkerbundes ist am 26. Oktober in Genf eröffnet worden. Auf der Tagesordnung stehen eine Petition der Agudas J i s v pe 1 und je ei» Memorandum des \Vaad Leumi und des zionistischen Qberrabbinats in Jerusalem, die alle die Position der Knesset h J i s r ael betreffen und die bereits der 23. Session Vorgelegen haben, deren Behändlung aber damals vertagt worden war. Als Berichterstattet der jüdischen Petitionen [S ist!das d e u t s c h e Mitglied der Kommission Dr. Ruppe! nominiert. Berichte über den Verlauf der Tagung und über das Ergebnis liegen noch nicht vor. das besf־e , ״יו ■■u׳ Flüssiger Me^ilputz Die jüdische Weltliilfskonferenz in London, - . Am Sonntag, den 29. Oktober, wurde in L o ndon ln Anwesenheit von ungefähr hundert Delegierten, die. 4 5 jüdische Organisationen vertreten, die Hilfskonferenz für die deutschen Juden eröffnet* Die Konferenz wurde durch ein Gebet des Chiefrabbi Herz eingeleitet,' worauf der Vorsitzende des Board of Deputies, Nevilie Laski, die Eröffnungsrede hielt. Er schätzt die Zahl aller bisher aus Deutschland geflüchteten Juden auf 6.5.0 0 0. Insgesamt wurden bisher für den Hilfsfonds für die deutschen Juden 6 2 5.00 0 Pf und. gesammelt. La s lt i sprach sodann Über die Zusammenarbeit der zu gründenden jüdischen Hilfskörperschaft mit. dem. vom Völkerbund geschaffenen Oberkommissariat für die deutsehen Flüchtlinge. Bei der■ öffentlichen Sitzung am Sonntag sprachen noch Dr. Welzmann, Grandrabbi Doktor:; L.evi,. Leo Motzki n und der Amerikaner Marg o-־. sohes. An den Beratungen nehmen auch mehrere Mitglieder des Geschäftsführenden Ausschusses der Agudas J i,s r o e 1 teil. Die weiteren Beratungen am Montag und Dienstag fanden vertraulich statt. Ueber die Resultate dieser Beratungen, sowie über die für Mittwoch vorgesehene öffentliche Schlußsitzung liegen bei Redaktions- Schluß noch keine Meldungen vor. r Agudas-Jisroel-Mädchengruppe, Wien. Am Schahbos (Parschas Wajero) spricht Herr Siegmund S te.rn über ״Führerprinzip oder Demokratie im Judentum“ im Lokale der Wienea, II., Ob. Donaustraße 91, um 3411 Uhr vormittag.־ Ein gutes Nachtmahl? —Im Selchwarenrestaurant Nagel, II., Praterstraße 33. _ E ~ Personalnachrichten. Geburt: Einen Sohn: Friedrich Brunner und Frau Roszi, geh. Pollak. " Todesfall: Im Alter von 56 Jahren verstarb am Montag nach langer Krankheit im Child-Spital R. Josef S'temberg s. 1. Der.Verblichene war.der Sekretär und hesondere Vertraute des Czortkower Rebben הי* ן und erfreute sich in chassidischen Kreisen auch als anerkannter Talmid-Chochom besonderer Sympathien. v«sW»Cli€ 5BII#0(I1C — Die G-o t ha e r Kreisleitung der nationalsozialistischeü Partei. erließ die Bekanntmachung,. daß der deutsche Gruß von Ju d en nie ht v e rlang t wird und von ihnen auch nicht erwünscht ist. —- Der R eich s p osi minist er teilte mit, daß . infolge der Ausschaltung der Juden aus der Wirtschaft und des damit verbundenen Niederganges mehrerer Handelszweige die Rai chs p ost in diesem Jahre gegenüber dem, Vorjahre Mindereingänge von 6 0 0 Milli onen Mark auf zuweisen habe. Das D efizit der Reichspost im Jahre 1988 werde sich auf 518 Millionen Mark belaufen, י — Vom 15. März bis 1. Oktober 1988 wurden aus dem Dienst in den B erline r städtischen Krankenhäusern 7 2 5, Personen j ü dis c h er Abstammung entlasse n, — Ohne Angabe eines Grundes wurde die g esamte jü di sehe männliche B e v ö l k e r u n g von B ackin g s f e Id in Westfalen in 8 c hut z ha f t genommen. Zwei Juden, die zufällig in der Stadt nicht an? wesend waren, entgingen der Verhaftung. _; — Das Departement für Gesundheitswesen der Palästina-Regierung hat 81 jüdischen Aerzten, hauptsächlich solchen aus Deutschland, die Erlaubnis zur Atisübung der Praxis erteilt. — Der Volkerbundrat hat als Hoehkommissär für das im Aufträge der Vollversammlung des Völkerbundes zu schaffende autonome Amt für Hilfe am, die deu t s c h en F lü c hi Urig e den Amerikaner 'J ames Mac Donald ernannt. Do r d Robert Geoil wird voraussichtlich Vorsitzender des Verwaltungsrates des Flüohtlingsamtes sein, * — In der letzten Zeit sind sieben j ü d i s c hg P olizisten aus der Jerusalemer, Polizei fremUHg du 8 g e s c hi 6 den, weil die Lohn- und Fortkommens- Verhältnisse bei der Polizei sehr schlecht sind. : —- Die tsehe ohoslowaHische Regierurtg hat die Einfuhr von ,P alästina -O ran g en, die .bisher nur im Wege der Kompensation eingeführt werden durften, freigegeben, — Der deutsche Reichspropagandaminister Goebbels erklärte in einer großen Rede in Dresden, die Regierung habe an der Judenfräge das gelöst, was zu lösen., war, und sie äd acta gelegt. ln Danzig werden jüdische Hilfsbedürftige nach einer offiziellen . Erklärung von der städtischen * .Winterhilfe nicht bedacht werden. Ihre Unterstützung, sagte der Senator B ätz er, sei Aufgabe der jüdisohen ln der Nacht von Montag auf Dienstag kaben unbekannte Täter den israelitischen FriedhopM Hohenau * verwüstet, Mehrere. Grabsteine und .,Grabhügel wurden 4 beschädigt. Die Untersuchung neigt der. Annahme zu, daß es sich um ■nicht• ortsansässige Nationalsozialisten handelt, H. Grün, II־, Worstraße 8 b. Tel. &68י3י42י. Atelier . - *■ י 'sK* .׳ ־. •v

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