Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 19 (1933)
- Issue
- 43 (3.11.1933)
- Date
- 1933-11-03
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Rabbi Meier Sdiapira — וכל בית יעראל יבכו את השריפה אער שרה ה' רבינו הגאון הגדול] ר, מאיר שפירא אגנ׳ד דק*ק לובלין. וריש מתיבתא דישיבת חכמי לובלין איננו... כי לקח אוחו אלוקים באור ליום ו׳ ם׳ז*לר לף־מארצך, ז׳ מרחשוןזחרצ׳ד, בשעה 3 בבוקר... הוי! גדול כים עברנו : באחים נפלה שלהבת Eine Flamme ergriff die Zedern. Fine Feuersbrunst der Vernichtung brach in die Reihen der Mächtigen des Thorageistes ein und erfaßte einen Großen, dessen überragende. Gestalt, der Zeder gleich, festgewurzelt dazustehen schien; als sollte sie die Zeiten überdauern... Diese mächtige, in ihrer blühenden Urkraft den Libanon beherrschende Zeder, das Sinnbild des wahren Zaddik בארו בלבנון » liegt nun geborsten, gebrochen und in Trümmer geschlagen am Boden hingestreckt! Unser Sinn kann es noch nicht fassen, der Gedanke sträubt sich vor der Wirklichkeit... Rabbi M ei r Schapiro, der Lubliner Raw, der Begründer und Leiter der ״Jeschiwas Ciiachmie Lublin“, der geniale גאון וגדול, der lebendigste Lebenskünder wahren, lebendigen Judentums, der lebendigste Betätiger lebendiger jüdischer Tat — weilt׳׳ nicht, mehr unter den Lebenden! U n s e r;Rabbi Meir Schapiro, unser Führer, unser Stolz, unsere Hoffnung, der Meister des Wortes und Bemeisterer des Willens,: der Stürmer und Dränger, der Anreger, und Aneiferer, der sprudelnde und übiirschäumehde Thoraborn, der ideale Ver wirklicher vvahrhäftig^j üdischer Wahrheits: ideale,’ der Lebenswecker ^nd; ^TeusChöpfer; ■ jüdischer Größie, hat uns verlassen und wird nicht mehr voranschreiten, wenn es wieder gelten wird,'' den jüdischen Thorawahrheiten eine Bahn zu brechen! Die Erkenntnis der Größe des Verlustes 1ist so furchtbar und so niederschmetternd, daß das gesamte thoratreue jüdische Volk bei dieser Trauerbotschaft in die ohnmächtige Wehklage ausbrechen muß: הצבו •ישראל על במותיך חלל —׳איך נפלו גבורים '. Wer kannte ihn nicht, :wer liebte und verehrte ihn nicht? War er doch ein repräsentativer jüdischer Führer von geistigen und moralischen Qualitäten, wieder in der Heldengeschichte selbst des jüdischen Volkes nur spärlich verzeichnet ist. Er war ein orthodoxer J ü de, wie ihn die orthodoxe jüdische Gemeinschaf t jetztbrauchte. Großgenährt an der Mutterbrust der חוהיק, in seinem ganzen Wesen durchflutet und bis in die zartesten Verästelungen seiner reichen Seele Das schönste Geschenk sind REDLER-MOBEL in Preis und Qualität /,Gratisberatung durch erst״ Massige Architekten / Beachten Sie die Adresse. Wien I, Schottenring Nr. 35 AUTOFAHRSGHULE TELEPHON A-36-0-85 יללי U __GUMPENDORF Personen-, Lastkraftwagen und Motorrad / Steyr XII, XXX und Praga über 31/» Tonnen / Erstklassige Lehrkräfte / Zeitgemäße Preise Wien VI, GumpendorferstpaBe Nr. 8B ausgefüllt vom Geiste der חוהיק, war ihm orthodoxes Thorajudentum Lebenselement, eine große Aufgabe, die auf alles, was er war und was > er besaß, ohne jede Einschränkung restlos Anspruch erheben־ durfte. Sein ganzes Leben, all sein Wollen und Wünschen, sein schöpferisches ö f f e n 11 i che s Wirken, gleichwie jede v e rschw i e g e n e Sehnsucht seines inneren Strebens war dieser heiligen Aufgabe geweiht. Sein genialer Feuergeist, der sich zum Sonnenglanz in die Höhe schwang, wie sein nüchtern erwägender praktischer Sinn kannten - nur ein Ziel und dieses.Ziel war: Das gesamte Lebendes ThoraVolkes thoragemäß zu gestalten. Diesem Ziele widmete er seine ganze, unendlich vielseitige Tatkraft, von seinem Kindesalter an; bis ihm der unerforschliche •l^ille des Allmächtigen ביה den Lebensodem 'nahm. Er ler n t e und erwarb unermeßlich weites und tiefgründiges Wissen in allen Disziplinen der תוודק, in der Geistesquelle des Judentums, und ward schon in jungen .Jahren ein anerkannter גאון עולם, — ihm selbst, aber ,bedeutete seine Kenntnis nichts anderes als die .erhöhte.■Verpflichtung,, zualqfl^rejn.וז und^dasv erworbene Wissen der kommenden ׳■*. jüdischen Öeneratton zu über-; mittein. Ihm sind ein scharfer Verstand und eindringende Geistesgaben zuteil geworden — er stellte sie ganz in den Dienst des Thorajudentums. Er war mit einem heiteren, gewinnenden Wesen und freundlichen Charakterzügen begnadet — ihm war diese g-ttliche Gnade nur ,Ansporn, hinauszutreten in die weite Welt und die breiten Massen des jüdischen Volkes mit Begeisterung zu erfüllen für das, wofür das. heilige Feuer in seiner Brust, loderte. Ihm waren die Kunst des gesprochenen Wortes und besiegende Rednertalente zu eigen ■־—.,er gebrauchte sie, um das jüdische Volk לאביהם שבשמים zurückzüführen und zu; glänzenden Taten und grandiosen Willenskundgebungen im Sinne der חוה־ק anzueifern. So waren all sein Schaffen und Raffen, sein Denken Und Trachten unablässig ein im Leb en sich au s wi rken der G - ttesdie ns t v o 11 herrlichster Gestaltungskraft. So war er denn trotz seiner Jugend eine kernjüdische rabbinische Persönlichkeit von größtem Ansehen und weitestreichender Wirkung im jüdischen Gesamtheitsleben. Er, der in jeder Regung seiner Lebensäußerungen von den Traditionen des orthodoxen Judentums beseelt war, er, dem historisches Judentum allein Judentum bedeutete und des Namens Judentum wert war, er, gerade er, liefert wie kein zweiter in unserer Zeit den Beweis dafür, daß auch die strengste Treue gegen die Lehren der חוהיק und alle Gebundenheit an die über-' kommene religiöse Lebensordnung des Judentums, in jeder Zeit und in allen Lebensverhältnissen wahrhaft großen Männern Raum genug und Ellenbogenfreiheit genug zu neuen großen Schöpfungen für das jüdische Volk gewähren, — wenn ein heiliger Antrieb dazu im Gegründet 1882 Lebensversicherung*• Gesellschaft ןן Aus dem Jahresberichte 1932: Versicherungsbestand . . . . . ... . . ... ..... .... 2728 י Millionen Schilling Prämien- und Zinseneinnahmen . . . ... . .......... . . . . 179 Millionen Schilling Garantiemittel . . •527 . .... . ............ י , י ־ Millionen Schilling Auszahlungen an die Versicherten , . . ... . . . .... . . 60 . . . . . ,׳ Millionen Schilling Tätigkeitsgebiet; Oesterreich, Deutsches Reich, öechoslovakische Republik, Belgien, Holland, Frankreich, Spanien, Italien, Fürstentum Liechtenstein, Ungarn, Polen, Jugoslawen, Bulgarien, Griechenland, Rumänien, Palästina, Syrien; Türkei, Tunis und Aegypten. . , , יי* ... v״f ״ ' .>,»-» ,£ע-י י & \ Jv * •.■יי ä! *■4;■. ׳ ■* r vt 1 4 h :2־ ־י ü•;"?.״ - . ... י «!*' \*M•! ' « - ד ' * 1 « 1 ׳*> * Y 5 י* , r! * יי * iA , ל Ä ״ :.i; I י * .yt', < Herzen vorhanden ist und aus innerstem Tatendrang hach Entladung strebt. . Rabbi Meir Schapiros Per sün lieh k eit wurde schon längst als eine harmonische Vereinigung all der Kräfte erkannt, die in der ungemein vielgestaltigen Seele der polnisch-jüdischen Orthodoxie der Gegenwart zum Segen des Judentums nach innerer Verwurzelung und äußerer Geltung drängten« Sein Leben und Wirken wären der Ausdruck dieser edlen Harmonie. Er war bis in die letzte Faser seines Herzens der Typus des bewußten Chossid, dem יראת שמים und Heiterkeit der Seele Lebensquelle war, zugleich aber konnte er und wollte er der an strenge Logik und erhöhte scharfsinnige Gedankenarbeit gebundenen Pilpulistik des überlieferten T h orale mens und der Nüchternheit der halachischen Rechtskunde ihr Heimatrecht im jüdischen Leben sichern. Mit kindlich reinem, fast naivem Herzen nahm er sich aller Notleidenden und Bedrückten an und schuf wohltätige Institutionen für sie und war auch gleichzeitig der großzügige P o 1 i t i k e r, der das Leben und die Einordnung der Gesamtheit nach festgeprägten P r i n z i pi e n zu meistern wußte. Er war Führer und Mitschöpfer der Agudas Jisroel und sah in ihr das dringendste Gebot der Stunde — wie er gern zu sagen pflegte; ,,Nicht ich bin in der Aguda, sondern die Aguda ist in mir“ — - und scheute sich nicht, zugleich den kleinen Dingen: des Alltags die größte und fürsorglichste Aufmerksamkeit zu schenken. Er schuf großzügig den Plan zur' ״Weltjeschiwoh“ des orthodoxen Judentums, ״Jeschiwas Chachme Lublin“, und verwirklichte ihn zugleich in einer K1 e i n a r beit von Mann zu Mann, als ob er die weite Linie, der er folgte, aus dem Auge yerläreji hätto, Er versenkte sich in die Beantwortung von halachischen Responsen, verfaßte tiefschürfende שאלות וחשובות und war m WM erhält bei mir eine individuell ihrem Gesichte entsprechend modellierte Besitze: der weltbekannten PerUcken-Kunitwerkftätte Wien I, Kärntnerring 6 ÜL1 WS/i