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Jüdische Presse · 1933-08-25 · 34 (25.8.1933) · page 1

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Journal
Jüdische Presse
Volume
19 (1933)
Issue
34 (25.8.1933)
Date
1933-08-25
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Der im edelsten Sinne populäre-Fürsterzbischof von Wien, Kardinal Dr. I n n i t z e r, hat einen Aufruf erlassen, in welchem zunächst die Wiener Katholiken, dann im weiteren Ausbau seiner Aktion ä Ile fühlenden Mensehen auf gef ordert werden, eine rasche und große Aktion zur Linderung der Hungersnot einzuleiten, •welcher in Rußland abertausende Menschen zum Opfer fallen. Die Aktion soll nicht auf die Mitglieder einer Konfession beschränkt ,bleiben. So kommen nun auch wir Juden dazu, diese Aktion wärmstens;* zu begrüßen und falls; die : Aktion wirklich auf breiter interkonfessioneller Grundläge, geführt werden soll, u ri s e r e B e r e 1 t,w il 11 gkei t zu r M i t a r b e i t ־a n d i e s e r Aktion zum Ausdruck zu bringen. - Kein geringerer als unser Chofez Chajim, der Weise von Radin; dieser unermüdliche Eiferer gegen die G-ttlosenbewegung in Rußland, hat schon vor mehr als einem Jahrzehnt. vorgeschlagen, die Abwehrmaßnahmen gegen das in Rußland erzeugte und in alle Welt von geschickten Agitatoren verbreitete Gift international und interkonfessioriell zu bekämpfen. Die Welt ist aber in den Nachkriegsjahren viel zu müde und viel zu taub gewesen, um ׳ sich zu einem energischen Kampf, in dem eben geschil- ',^tierteh; Maß 7zu "^t^Kließenr^i^4b^^die^"1E]fiFäKrung^geiד zeigt,־ daß - es nicht Sache der Juden ist, am allerwenigsten Aufgabe' orthodoxer Juden, in die Gestaltung; der,: Staatsformen einzugreifen. Vielmehr . ist es unsere Aufgabe, y/:׳:P׳v PY:Y.Y :/:/:׳י ■v Yj';;.;י-׳:'׳. y../:■'■■־' fern von aller Politik,, leidenden Menschen, darbenden und hungernden Kindern Hilfe und Linderung zu bringen. :/V.׳־/׳ Die Verwertung dieser wertvollen Erfahrung muß als leitendes Prinzip bei der vom Fürsterzbischof Kardinal Dr. Ihnitzer eingeleiteten Hilfsaktion; soweit auf ■ jüdische Mitwirkung Wert gelegt wird, gelten. Das große humanitäre Werk kann nur abseits von j ed er Politik durchgeführt werden. , Der Hilferuf des edlen Kardinals kommt in einem Zeitpunkt, wo - die jüdische Oeffentlichkeit des ganzen ״Erdenrunds durch die Ereignisse in Deutschland in atemloser: Spannung gehalten wird. Das Schicksal der deutsehen Juden rührt an־ jedes menschliche Herz. Das Mit' gefühl eines jeden Juden wird aufs tiefste wachgerufen durch die Tragödie der Juden in Deutschland. Die fmch.tbare Eruption in Deutschland lenkte die Aufraerksomkeit, der ganzen jüdischen Welt vop dem stillen Leiden, von dem wortlosen Verhungern unserer Brüder in Rußland ab. Leiden unsere Brüder in Deutschland unter dem WEGHSELINKASSO 50 GROSCHEN PRO STÜCK FÜR ALLE BEZIRKE WIRNS ־■''•■';;YpY'■•':;: B a n k e e s o h ä f t ’ F r i e d r i o h K n 0 1 I, Wien, L, Franz-Josefs-Kai 79־, Tel. R-24-2-72, B73־3־24־. Wirksamstes Mittel gegen Schweiß v upd Geruch, .־־kalte.; Füße, Brennen, Schwielen und Wundlaufen. ״Genius“, Wien, X., Trost־ Straße 73/75, Vertretungen zu vergeben. AUTOFAHRSCHULE TEbERbÖNo A^6-0*55 י> Personen-,LMtkratt^geh Ä Mblorr^ über 3'/» Tonnen / Er stk lässige Uhrkrä te r Zeh&emälie Preise IVlün VI^HmpeiidQrferitraPQ Nr. 8» allermodernsten Wahn der '•R a s s e, so verhungert :ein wertvoller Teil Unserer Volksgenossen in Rußland ater" der älteren, aber nicht minder grausamen Hypothese der Klasse. Wir Juden sind verpflichtet, soweit es überhaupt in unserer Macht steht,' sowohl unseren deutsche^ {Brüdern wie unseren leidenden Volksgenossen inj Rußland Hilfe zu bringen. Der Aufruf des so hochgestellten katholischen Priesters Wird sicherlich aneifernd •wirken auf uns Juden, un, c Kräfte zu vervielfachen - und '־nebst anderen dringenden Hilfsaktionen auch jener für die russischen Juden nicht zu vm־gessenj V י' -;׳-׳■ ’.־א'•®־'•’®;'יא■j--״י Die wirtschaftliche und politische־ Situation der Juden' hat sich fast in der;ganzen Welt furchtbar ver- י schlechtert. Uebe r a 11, in jedem einzelnen Land, kämpft man mit.größter Äufopferüng um die Aufrechterhaltung der e i g e n e n Institutionen; •um die Linderung-der e 1 g en e n Not. Und auch wir sind gewiß am allerwenigsten von der׳ würgenden Wirtsebäftskrise Yerschpnt geblieben. Können wir daher all den . Anforderungen gerecht' werden, die die jüdische: menschliche Pflicht uns auferlegt? Ist es möglich, übe r all bi h J&ilfe|zu bringen? Wir antworten Nmit einem eindeutigen ,kr^^gen; J a-! Wenn״ wir unsere eigene' Lebensweise‘•fßetrachteny?^’.׳müssen:ViiPirftlnit schmerzvollem: Staunen feststeilen, . daß wir nicht, fähig sind, unsere . Bedürfnisse aui' jenes Maß• herabzuschrau-, ben, das der heutigen allgemeinen Situation der Juden ד entsprechen würde. Es ״geht nicht-aiijbrühig das eigene Oa9 schönste Geschenk sind in Preis ürtd Qualität / öratisbefafüiig durch erst•• Massige Architekten / Beachten Sie die Adresse. I, Schottenring Nr. 35 Unterwegs nach Jeruscholajim... Als der Ghuster Raw שליט*א Sonntag sein Heim in Ghust verlassen hätte, so berichten Anwesende, wurde ihm sein Sefer-Thora, welches die; Reise nach dem heiUgen Lande mitmachen soll, vorangetragen. Das ist das sinnfällige Symbol, welches diese/ bedeutungsvolle Reise charakterisiert, jünterdem Banner der Thora zieht der große Lehrer der Gola in das heilige Land. Das ist: sein Pr ogr amm. Der Thora inner ha 1 b des Judentums zum Siege zu verhelfen und außerhalb ihr Geltung zu verschaffen. Vor etwa zwei Jahrtausenden ist ebenfalls ein großer Lehrer des Exils, Hi 11 ©I der Babylonier, ins heilige Land gezogen. Auch damals war die politische Macht Jnä Lande nicht in der Hand der Gesetzestreuen. Eine dünne Schichte von Juden, die den Zusammenhang mit der Tradition längst yerloren hatten, die צדוקים! waren in! alieinigen s Besitze des maßgebenden Einflusses bei Staat und/ Regierung. E|a kam einfacher, bescheidener Mann, aber bis zürn Ueberquellen erfpllt von Wissen und Geist der Thora; K e i n D i p i o m a t und kein Pblitiker war erl Aber von der g-ttlichen Vorsehung berufen, die Thora im Lande wieder zur Geltung zu bringen. So unterstellten sich ihm willig der Gelehrte undder einfache Mann aus dem Volke, und es gelang ihm, trotz der schwierigsten Umstände, alle Jereim zu sanimelnj so daß wieder die Thora im Lande zur Herrschaft gelängte. -Die heutige Lage in Erez jisroel hat eine frappante Aehnliclikeit mit der von damals• Es fragt sich nur, ob es heute solch uneigennützige Männer gibt, wie die ,כני גחירד Diese haben bekanntlich, wiewohl sie von der Regierung als Verwaltung des- נשיאות bestellt waren, gerne an den ^uoh der Cliuster Raw beabsichtigt in Jeruseholajim eine bedeutende Jeschiwoh zu errichten. Hier soll Thora und Wissen des Judentums im alten Geiste gelehrt werden, um das Prophetenwort כי.מציון תצא תורה ,welches von den Errichtern der Umversitet am Oelberg so schmählieh’ mißbraucht wurde, im wahren Sinne des Wortes zu verwirklichen. Unser Berichterstatter, der dem Abschied in Chust beigewohnt hat, erzählt Wunder von der Rührung und Regeisterung, die während der Abschiedsrede .die ungeheuro Menge der Zuhörer ergriffen hatte. Männer und Frauen weinten:wie kleine Kinder. Auf der Fahrt warteten in allen Stationen die jüdischen Einwohner der betreffenden Städte, geführt von ihren Rabbinern. Alle wollten ,,ihn“ noch einmal sehen und ihre Glückwünsche zur Reise aussprechen. Ueberall sprach der Ghuster Ra>vaus'^einige herzliche Worte des Abschieds und des Segens an׳ die versammelte Menge. Es war ein Siegeszug der Thora, wie ihn die Judenheit schon lange nicht gesehen hat, und eine Hn^fgung für׳ äie Thora und ihren großen Träger. Y Während diese Zeilen gedruckt werden, ist das Schiff mit dem großen Lehrer bereits auf hoher See . Wir wellen nicht den Schmerz des Abschiedes auf kommen lassen und lieber bedenken, daß er ja nichtfin die F rem d e zieht, sondern in unser Land, in die Heilige Stadt, ,der wir uns dreimal des Tages im Gebete zuwendeii. Dann hrauchen wir Schüler und Anhänger qns bloß vor Angen halten, daß auch unser heiliger Lehrer' in derselben Stadt weilt, wohin unsere Gebete gerichtet sind. . . Wir können seiner nicht vergessen, da wir Jeruscholajims gedenken ... David' Bandy, Spezial verkehr nach Palästina Brot zu essen, wenn man hört, daß so viele wertvolle Menschen nieh ts haben und nieh13 ihren Kindern vorsetzen können. Es geht nicht an, die eigenen Au- Sprüche, die man an das Leben stellen zu müssen glaubt; voll oder zürn großen Teil befriedigen zu wollen,' wenn abertausende Brüder unter Bitternissen leben müssen, die zu schildern heute schon überhaupt nicht mehr nötig i^t. Es geht uns sehr schlecht, aber wir sind, hier alle hoch glückliche, freie Menschen im Vergleich zu jenen, die infolge der Wahnherrschaft irgend eines tyrannischen Prinzips an den B e ttelstab greifen müssen, ohne die Möglichkeit, selbst mit die s e m traurigen Weggenossen .• sich frei bewegen zu dürfen. Unsere Brüder in Deutschland und Rußland verhun- . gern, ohne die Möglichkeit zu haben, getrieben. von diesem Hunger, die Grenzen ihres Heimatlandes zu ־ verlassen. Wir müs s e n ihnen helfen! .;•־ Die Boten des Monats Elul sind erschienen, Schofar-. töne verkünden alltäglich ihre Ankunft. Möge doch ihr Mahnruf auch’ Widerhall finden' in dem goldenen jüdischen Herzen, das gibt und abermals gibt, so־ oft die Not der Brüder an dieses Herz pocht. Und diese Not ist groß, ist grausam. Rasche Hilfe tut not! ::YYY4 auch ü>!tr fätittrwitjiQri UU.MANN. Ä//VX Ä י■«.. Wm IV. Woragurn 7 l$Ttl«ph-n U-U0-78 -PiS erhält bei mir schon innerhalb e Stundein ■■ m : &?P ״«v.. ihrem Gesichte entsprechend modellierte Besitze! der weitbekannten PMUCk®H"KMBitW£l*KfiätJ© l,_. ־־־־־ ־־ ^־""

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