Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 19 (1933)
- Issue
- 32 (11.8.1933)
- Date
- 1933-08-11
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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iSifflSä״ fönt, ־ pti au. 4um-m40 ',.: f DIE INTERESSEN ORGAN ttion und Administration: Wien, H., Egasse 12 a. Tel. A-48446• 7“ Tschechefilowäkei : Bratislava, Pöstfach 140. Bracheint jeden jjfreitäg* — ßedaküonsschluß: MittwöchMittag. -/YY Abonnementpreise: Ganzjährig: für Oesterreich S 16, Tschechoslowakei tschech. K. 80, das übrige Ausland 3 Dollar. Einzelnummer öst. Gh 40. Zahlungen au! Kohto «Jüdische Presse*, wiin, für Oester« reich : Postspafkassenkontf) Nf. D-93614; Deutschland :Post* scheckkonto Berlin Nr. 122619; Jugoslawien: Postspk.-Amt ZagtebNr.40217;K01en:Po8t8pafk.*AMtWar8ChauNr.l9040ö; Ungarn t P09t8pk.-Amt Budapest Nr. 50170; Schwei* 1 Postscheckk. Zürich VIII, 4117; für die Tschechoslowakei : Ja■ dl8ChePfe88e‘tBratl81ava,P0at8pk.«Amt Prag Konto Nf. 53386 Nr. 32 Wien-Bratislava, 11. August 1933 ב״ה ווינא־פרעסבורג י״ט אב תרצ׳ג. 19. Jahrg. Noch einmal dritte Kenessio Gedauloh« Auf Grund eines in Zürich von den prominenten Führern der Agudas Jisroel gefaßten Beschlusses habeh wir uns in unserer vorwöchigen Ausgabe mit den Fragen beschäftigt, die im Zusammenhang mit der in Aussicht genommenen Einberufung der dritten Kenessio Gedauloh für. das Jahr 5694 stehen. Wir haben gewußt, daß diese Nachricht in allen agudistischen Kreisen ein freudiges und dankbares Echo finden Wird. Und wir haben uns nicht getäuscht. Aus allen Gegenden sind in den letzten Tagen Zuschriften an uns gelaögt, die zum Teil ganz wertvolle Anregungen für die Kenessio Gedauloh enthalten und zum andern-Teil sich mit minderwichtigen Einzelheiten befassen. Wo wird die Kenessio stattfinden? Wieder in Wien? In Polen? -Vielleicht״gar in Erez J is roe 1? Das sind so die Fragen, die in den meisten Briefen wiederkehren und in •allen Gesprächen, die Agudisten untereinander führen; aufgeworfen werden. Wir haben betont, daß der ״einfache, unkomplizierte- Agudist vorläufig das Jahr 5694 noch nicht als Kenessio-Jahr wird betrachten können“. Und wir legen Gewicht auf die Hervorkehrung dieses Satzes, weil wir befürchten, daß mancherorts'eine V er na chlässigung der laufenden Arbeiten Platz greifen könnte, in der Erwartung,' die. Kenessio werde ohnedies die schwebenden Probleme lösen und sie; werde das Versäumte wieder nachholen. ' " Wir haben gefragt: Welches sind die Vorber ei tun gen, die jeder einzelne; Agudist und jede einzelne Agudagruppe für die hoffentlich in Kürze vorbe-' stehende Kenessio Gedauloh jsu• "treffen;’ haben?: •״•Die» Zeit^ die uns־ noch bis״ zÜr^Kenehsiö '־ mY G'Y HY zur Verfügiiiig‘ steht, mag sie nun kürzer oder länger sein, sie muß ansgenützt werden. Ausgenützt für die Werbung neuer Mitglieder, ausgenützt für die Stärkung der agudistischen Fonds, ausgenützt' für intensivierte Arbeit an uns selbst, ausgenützt für das Hinaustragen der agudistischen Judentumsidee in die breitesten jüdischen Kreise, ausgenUtzt für die Verankerung und Vertiefung .unserer Ueberzeugung und unseres Ideals in unseren eigenen Reihen, äusgenützt für praktische Arbeiten auf allen jüdischen Gebieten : und ausgenützt für praktische Arbeit in und für Erez Jisroel. Erez Jisroel.;Die Bemühungen der Agudas Jisroel nach direkter Erlangung von Zertifikaten für die Einwanderung religiöser Juden nach Erez Jisroel, werden seit Monaten mit besonderer Energie geführt, ohne daß sie bis heute zu einer endgültigen befriedigenden Regelung. geführt hätten. Auf . Grund der Mandatsbe- Stimmungen muß die englische Regierung vorerst die zionistische Jewish Agency als die ״Repräsentanz“ des jüdischen Volkes betrachten.; V o r e r st, dag heißt nur insolange, als die Agency aüch' die. ihr 'als ״Repräsentanz“ obliegenden Pflichten, insbesondere in bezug auf eine gerechte und unparteiliche Behandlung der Zertifikatsbewerbungen und gleichmäßige Zulassung auch der religiösen Einwanderungslustigen; erfüllt.׳ Tut sie dies nicht, will sie auch fernerhin die religiöse Judenheit von einer Besiedlung des Y Heiligen Landes ausschließen, dann hat sie auch ihre R e c h t e als ״Repräsentanz“ verwirkt und dann wird die Regierung im eigenen Wirkungskreis den Forderungen der thoratreuen Juden entsprechen und der Agudas Jisroel für ihre Mitglieder d i r e k t Zertifikate gewähren müssen. Wir haben Beweise, daß die englische Regierung diesbezüglich ganz auf unserer Seite steht. Aus diesen Erwägungen heraus hat die englische WECHSELINKASSO 50 GROSCHEN PRO STÜCK Füll ALLE BEZIRKE WIENS B a n k ge sc h ä f t F ri e d.r ich Knoll, Wien, I., Franz-Josefs-Kai 7-9, Tel. R-24-2-72, R-24-3-73. SBSSi ״GUMPENDORF“ Personen-, Lastkraftwagen und Motorrad / Steyr XII, XXX und Praga .über 3‘/* Tonnen / Erstklassige Lehrkräite / Zeitgemäße Preise Wien W|, Gumpendorferstraße Nr, 86 Regierung eine Art• Uebereinkömmen zwischen der Jewish Agency und der Agudas Jisroel* zustande gebracht, nach welchem es der j Agudas Jisroel möglich: werden soll, durch einen in die Palästina-Aemter der Agency zu entsendenden Vertreter die Unparteilichkeit der Zertifikaten- Verteilung zu überwachen. Die Ergebnisse dieser neuen, etwas eigenartigen Form von ״Zusammenarbeit“ mit den zionistischen Palästina-Aemtern lassen sich wohl in praktischer Beziehung kaum voraussehen. Es ist keine Zusammenarbeit, sondern nur ein Ueberwachen der unparteiliehen Zertifikatenverteilung seitens der Palästina-Aemter, zu־ der diese von Regierungs Wegen verpflichtet sind, durch agudistisohe Beobachter. * immerhin, wir wollen hoffen, daß die zionistischen Instanzen die Tragweite ihrer für das ganze Judentum; gefährlichen Handlungsweise erkennen werden. Sollte Yes nicht den Zionisten selbst erwünscht?sein, daß das religiöse, konservative Element in Erez? Jisroel eine Stärkung? erfahre, um ein entsprechendes Gegengewicht gegen den extremen Klassenhaß von links und den radikalen Gewalt-Faschismus von rechts abzugeben? Wir wollen erwarten, daß diese. einstweilige Lösung der Zertifikatenfrage, die nun buch in Oester-, reich Platz greifen soll, befriedigende Resultate zeitigen wird.; "y.;YYY!■ ■.YY/ Y ■'■Y Y-. Y; Befriedigend in dem Sinne, äaß nunmehr auch den agudistischen Bewerbern Einwanderungszertifikate nach Erez ״' Jisroel erteilt werden,; wobei 'dm Sinne des? Ueber-;einkommensY jeder;.Versuch.YebiSr,;?zionistischen; Einfluß- ^h^meYau^Ws^&Yli&tgÜedeir7Mtefbiei1^e^:!ihüßte,^-lhdemf unseren Bewerbern jeder direkte Verkehr mit den Palästina-Aemtern untersagt wird (nach dem Uebereinkommen sind die agudistischen Zertifikatsbewerbungen hei der Landeszentrale der Agudas Jisroel .einzureichen und von dieser dem Palästina-Amt gesammelt weiterzuleiten. Anm. der Red.).;Sollten -wir uns aber;täuschen und Das schönste Geschenk sind in Preis und Qualität / Gratisberatung durch erst- Massige Architekten / Beachten Sie die Adresse. Wien I, Schottenring Nr. 35 Samstag geschlossen (,Schomra'-Mitgliedj Sollte ein praktischer Erfolg;:auf diesem Wege nich t zu erzielen sein, dann —- das muß schon heute versichert werden — werden wir gezwungen sein, in aller Oeffentlichkeit den Kampf auszutragen gegen die Verdrängung des religiösen Judentums, seitens jüdischer Machthaber, und^ v. >,/ .Y:;: ■־■■■"'־!־ Y די ־;?—'?:.?’Y kein Mittel wird unversucht bleiben dürfen, um unseren Menschen zu ihrem Rechte zu verhelfen. Und zum Schluß: Nach wie vor lehnen wir religiöse Juden die A n.e r k e n n u n g der Jewisn A g e n c y als eine ״Repräsentanz“ des jüdischen Volkes ganz en tsc h i e d e.n ab. Wir anerkennen nicht ihr usurpiertes Recht, im Namen des j ü di sehen Volkes zu sprechen, da die' grundlegendsten jüdischen Religionsgeböte von ihr mißachtet werden und da sie nichts wie; es einer jüdischen Repräsentanz zusteht, das mosaitische Religionsgesetz zu ihrer obersten und ersteh Richtschnur gemacht hat und macht.; Y ־ . Deshalb ist es wichtig, daß ■ YY-; unabhängig von; den, ]Erfolgen/ die aus der . oben ,skizzierten einstweiligen Lösung resultieren werden, ^Y״digiY&Knaühungen/;auf ,direkte׳,.Eriangü^Y'yph’YZerti־;?V '■■י!flk^eiromit verstärkt werden. Die religiöse Judenheit wartet auf die Oeffnung der Tore Erez Jisroels, Die jüdischen Massen steho n' hinter uns. Es muß und, wird gelingen, unserem ' Re chte zum Durchhruch zu ve rhe 1 f en. Agudistisohe Erez Jisroel-Arbeit. Die Gruppe der Zeire und Poaie Agudas Jisroel in Tel-Awiw hat vor kurzem der Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel ein ausführliches Exposö über die augenblicklich •mit größter Dringlichkeit notwendigen Arbeiten in Erez Jisroel unterbreitet, dem wir folgende Vorschläge־ entnehmen. Wir veröffentlichen diese Vor- Schläge nicht zuletzt aus dem Grunde, um der breitesten Oeffentlichkeit die ־ Notwendigkeit einer tatkräftigen und 'opferfreudigem Förderung des ״K e r e n Erez Jisr0;e 1“ der Agudas Jisroel vor A.ugen zu führen. — Redaktion. , : Y 7 1. Beth-Olim. Woche für Woche kommen zahlreiche agudistisohe Chawerim nach Erez״ Jisroel, von denen wir nicht einmal wissen. Aber auch t jenen; die sich zumeist mit Empfehlungen der Agudagruppen ihres Ortes an uns wenden, können wir nicht helfen, weil wir keinerlei Möglichkeiten hiefür habe.n. in Tel-Awiw, dem Einfallstör der Aiijali, müßte unbedingt ein agüdistisches Bet h - O lim geschaffen werden, damit nicht unsere Chawerim gezwungen sind, zu den, diversen : ni ch tr e ligi ös en Körperschaften zu gehen. Es /müßten.? auch die MitteiL für D a r 1 e h e n s g e w ä h r u n g an unsere ankommenden Chawerim bereitgestellt sein, damit diese nach dem Verlassen des Beth-Qlim sich richtig einordnen können, bis sie sich ihren Lebensunterhalt verdienen. 2. Kooperativen. Für?den dauernden Bestand und eine Entfaltung der Poaie Agudas Jisroel sind. Arbeits- Stätten auf kooperativer Ba,sis unerläßlich. Eine Kooperative für die Erzeugung von Ziegeln, deren Einricbtung ungefähr 5Ö Pfund kosten müßte, könnte leicht mehreren Chawerim Lebensunterhalt bieten, ,und müßte raschest geschaffen werden! (AnmY d.iRed,: Wurde inzwischen bereits?errichtet upd ent;wickel’!t sich sehr schön.) Eine zweite Kooperatieve für Webea,rbeiten hätte ebenfalls viel Erfolgsaussicht, wenn 6 bfs 7; gut ausgebildete Fachleute, die über je 3,00 Pfund verfügen (eventuell müßte die Palästina-Zentrale das :Kapital; vorstrecken), sich zusamni^pschließen würden.?Diese könnten schob!am Beginn ihrer Tätigkeit ׳ zumindest einen angemessenen Arbeitslohn verdienen. Sehr fühlbar macht, sich auch in Tel-Awiw׳ der Mangel an einem wirklich; einwandfrei koscheren, modern und hygienisch geführten Speiseh au s. Ein solches könnte auf kooperativer Grundlage. . mit einem Kapital von etwa 150 Pfund errichtet werden. 3. Machne Jisroel. Wir sind der Meinung, daß die Besiedlung und Bearbeitung des agudistischen Bodens in Machne Jisroel sofort in Angriff zu nehmen ist. Der Boden von Machne Jisroel ist wie kein zweiter besonders für W e i n b a u geeignet, da er über reichlich :Wasser verfügt.. Daß an Machne Jisroel mehrere arabische Dörfer angrenzen, hat gar keine Bedeutung. Zahlreiche zionistische Kolonien sind noch mehr von arabischen Siedlungen umgeben und übrigens grenzt Mächne Jisroel auch an viele jüdische Ortschaften• 4. Hachschoroh. Es ist ungemein schwer, die ankommenden Einwanderer hier־ richtig' einzuordnen, da diese die hiesigen ..Verhältnisse, die LehensbedingüngenY und Arbeitsgepflogenheiten nicht kennen. Jeder dieser; Neuankömmlinge müßte daher eine kurze 'Schulung absolvieren, um sich an die spezifischen Landesverhält-, nisse zu gewöhnen. Die Hachschöroh-Stätten in Chuzlo'Orez haben diesbezüglich gar keine Bedeutung. Wir schlagen deshalb vor, daß eine Fläche von zehn Dunam von dem der Agudas Jisroel in Bne Brak gehörigen Boden für eine solche Hachschoroh ,eingerichtet werde. 5. 0hinuch. In Tel-Awiw fehlen bis heute noch die notwendigen religiösen Lehranstalten.^ Manche religiöse Väter müssen ihre Kinder in misrachi-" stiche Anstalten schicken, obwohl diese weder in pädagqgischer, aber schon gar nicht in religiöser Beziehung den Bedürfnissen entsprechen. Wir halten deshalb die sofqrtige Errichtung eines modernen, religiösen/ Schulwerkes in Tel-Awiw für unerläßlich. v;;/Y;Y:::.:;.׳-.;:.y■? Spezial ver kehrnadi Palästina Vl^MANIiRtNH «ft Co., Wien IV, Floragas>e 7 /; Teleph<n U^4Q-?8 B mir on lnnerhatb G Stunden eine individuell ihrem Gesichte entsprechend modellierte Öesit^ef der weltbekannten Perücken-Kunstwerkstätte Wien I, Kärntnerring 6 er Telephon0 Nr. U’47-l ■»lö