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Jüdische Presse · 1933-08-04 · 31 (4.8.1933) · page 1

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Journal
Jüdische Presse
Volume
19 (1933)
Issue
31 (4.8.1933)
Date
1933-08-04
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Jahrs׳ Die dritte Kenessio Gedauloh. Aus Zürich kommt die Kunde: Die Kenessio Gedauloh, der dritte Weltkongreß der Agudas Jisroel, ist für däs Jahr 5694 in Aussicht genommen. Eine bedeutende Kunde. Wohl wird der einfache, unko'mplizierte Agudist vorläufig das Jahr 5694 noch nicht als Kenessio-Jahr betrachten können, kennt er doch die schwerfällige Geschäftsführung des Rabbinischen Rates und des Zentralrates, , deren Votum noch eingeholt werden muß. Aber immerh^i, das Wort ist gefallen. Die 3. Kenessio Gedu1/|$jh^st für das Jahr 5694 in Aussicht genommen. Bisher vpir* jede Kenessio ein grandioser Erf 01־ g für dC ngudistische Idee. Ein grandioser, wenn auch yorti b e r g ejyj n d er. Wird sie es auch diesmal sein? Auch diesmal nur von vorübergehender Wirkung? Noch ist es Agudas Jisroel nicht gelungen, die. gesamte thoratreue Judenheit um ihre Fahne zu scharen. Noch hat sie, insbesondere in Erez Jisroel, sich nicht jene Stellung errungen, die ihr als der Repräsentanz des glaubenstreuen Judentums kraft G-tteswortes zusteht. Noch stehen rechts und links Menschen abseits, die zur Agudas Jisroel gehören und die gewonnen werden müssen. Die KenesSiö Gedauloh, sie muß alle diese Menschen endlich erfassen und sie dem Gedanken der Agudas Jisroel näherbringen. Ueberall, wohin die Nachricht von der in Aussicht genommenen Einberufung der Kenessio Gedauloh gelangen wird,;werden sich die Mitglieder der Organisation und die Freunde des Aguda-Gedankens mit der Frage zu befassen beginnen:, Welches sind die wichtigsten-Aufgaben, die die 3. Kenessio..zu lösen haben, wird? Welches die Vörbereitungen, die jeder einzelne Agudist und jeie einzelne Gruppe zu treffen hat? Gewiß, eine Diskussion darüber ist im Augenblick kaum möglich, da von den berufenen Instanzen noch kein Wort darüber gesprochen wurde. Eines aber kann heute schön gesagt werden, im Vordergrund der Erörterungen wird zweifellos die Erez-Jisroe 1 -Frage und das Schicksa 1 unserer Brüder in Deutschland stehen müssen. Und gerade aus diesem Grunde scheint uns der möglichst baldige Zusammentritt der Kenessio von größter Tragweite. Verschiedentliches wurde versucht, so manches wurde bereits unternommen. Von Stephen Wise ging die Anregung aus, einen jüdischen ״Weltkongreß“ zu veranstalten. Lord Melchett versuchte in London (der Versuch hat bekanritliech fehlgeschlagen. Red.) eine jüdische ״Weltwirtschaftskonferenz“ abzuhalten, die den von uns abgelehnten, organisierten antideutschen Boykott propagieren sollte. Jetzt ist der Augenblick, wo die religiöse Judenheit und ihre Organisation, die Agudas Jisroel, ihren Willen und ihre Meinung durch eine große Manifestation, wie eine Kenessio sie darstellt, kundzutun hat. Die wirtschaftliche Not in den Ländern der Diaspora hat die Sehnsucht und das Streben nach Erez Jisroel, die bisher in jedem jüdischen Menschen, vornehmlieh aber im Herzen jedes religiösen Juden, nur latent geschlummert haben, ganz bedeutend gesteigert. In Erez Jisroel selbst hat die zionistische Organisation eine Monopolstellung errungen, die ihr nicht zusteht und die sie dazu mißbraucht, um die Einwanderung thoratreuer Elemente zu verhindern und um die Entfaltung eines religiösen jüdischen Lebens in thora- und traditionsgemäßen Gemeinden unmöglich zu machen. Andererseits war es bisher zum Teile die Schuld unserer eigenen Freunde im heiligen Lande, daß Agudas Jisroel sich noch nicht jene Anerkenung dort erworben hat, die ihr die im heiligen Lande lebenden religiösen Juden •— und deren gibt es ja, G'tt sei Dank, noch viele — scharenweise zugeführt hätte. Die Kenessio Gedauloh wird alle diese und noch andere Fragen mit Tatkraft und Umsicht zu lösen und insbesondere auch dafür zu sorgen haben, daß bis zu einer endgültigen Klärung dieser Fragen die immerhin auch unter den jetzigen gesetzlich — allgemeinen und zionistisch — besonderen Einwanderungsbeschränkungen einwandernden thoratreuen Menschen organisatorisch zu- WECHSELINKASSO 50GROSCHEN PRO STÜCK FITO ALLE BEZIEHE WIENS B » n k & e s 0 hä ft F r i edrioh Knoll, Wien, I., Franz-Josefs-Kal 7-9, Tel. R-24-3-73, B-24-3-73, «SGKMBä ״GUMPENDORF“ ׳fiSW0n?pj,il.1»«|kf8f|wage1» üjt Motorrad;/ Sfeyr 301, XXX «nä Prag* ftber'üVrTonnen / EfBtttiaiaiga hehrferftjte /^Xfltgepäße Preise GnmnendorferntraBe Nr. SB sammengefaßt und zu womöglich gemeinsamer wirtschaftlicher Tätigkeit im Interesse des gesamten Judentums veranlaßt werden. T Das traurige Schicksal tinserer Brüder in Deutschland hat auf jeden jüdischen Menschen ganz aufwühlend gewirkt. Wir religiösen Juden!erblicken in diesem ungeheuren Schicksalsschlag einen Weckruf zu einer jüdischeren, religiöseren, thoravollkommeneren Lebensweise. Agudas Jisroel würde die Aufgabe haben, diese religiöse Sehnsucht der jüdischen Massen richtig zu verstehen und in die religiöse Tat umzuwerten. Eine Kenessio, für das kommende Jahr einberufen,; würde sicherlich die geweckte religiöse Sehnsucht der jüdischen Massen zu einer großen und bedeutenden Aktion, nicht nur zugunsten unserer deutschen Brüder, sondern zum allgemeinen religiö sen Wieder auf bau übe r h aup t, hewirken. ׳'""i" In den meisten Ländern.'Europas und außerhalb Europas macht sich eine breite( judenfeindliche Bewegung bemerkbar. Nazi-Deutschland hat scheinbar das Signal zum Durchbruch jener niedrigen und* von allen Kulturmenschen verabscheuten Haßgefühle, gegeben, die für die Das schönste Geschenk sind REDLER-MÖBEL in Preis und Qualität / Gratisberatung durch erst־• Massige Architekten / Beachten Sie die Adresse. Wien I, Schottenring Nr. 35 Samstag geschlossen (,Schomra*-Mitglied) Not, in welche nun einmal durch die Wirtschaftskrise die» ganze Welt verstrickt wurde, einen Sc hu 1 d i g e n suchen. Und wer ist schuld? — Der Jud׳! Unter diesen Umständen ist es kein Wunder — und wir wagen es zu behaupten —, daß die jüdischen Massen nach einer k r a ft v o lieh u n d mä c h t i g e n. glaub e n st r eue n Or ganisa 11 o n ve rlan ge n. Hoffentlich' haben die verantwortlichen agudistischen Instanzen ein richtiges Fingerspitzengefühl und richtiges Vertrauen zu den orthodoxen Massen, dann wird die in Aussicht genommene und erst vom Rabbinischen Rat und vom Zentralrat zu beschließende Kenessio im nächsten Jahre Wirklichkeit; eine .trostvolle, voll religiöser Kraft zu wirklichem Aufbau; des jüdischen Volkes wirkende Wirklichkeit. Von der Agudas Jisroel. G.-A.-Sitzung in Zürich — Kenessio-Gedauloli für das Jahr 56^ in Aussicht':genommen.; Am 27.. und 28. Juli famt-in Zürich eine. Zusammenkunft führender Mitglieder der Leitung der Agudas- Jisroel-Weltorgänisation statt, die der Beratung organisatorischer Fragen aktueller Natur ^1nd der Aussprache über die derzeitige wirtschaftliche und religiöse Problematik der gegenwärtigen Lage des jüdischen Volkes galt. Die Einberufung der Kenessio-Gedauloh wurde für das Jahr 5694. in Aussicht genommen. Das Votum des Rabbinischen Rates und des Zentralrates soll unverzüglich eingeholt werden. Den: Zusammentritt einer ausschließlich positiver wirtschaftlicher Aufbauarbeit, einschließlich der Auswanderungs- und Siedlungsfragen, gewidmeten Konferenz der größeren jüdischen Hilfsorganisationen — unter Aus- Schluß jeder politischen Tendenz — hält die Agudaleitung für notwendig und wird ihre Bemühungen nach dieser Richtung fortsetzen. Der Aufgabenkreis und die Kompetenzen des ZUricher Zentralbüros im Verhältnis zur Exekutive, insbesondere hinsichtlich der Vertretung heim Völkerbund, wurden festgestellt und abgegrenzt. Der zweite Tag der Zusammenkunft war gänzlich den Erez-Jis r 6 e 1 - An g elegenheit e n gewidmet. In der Zertiflkatenfrage wurde;beschlossen, unter gleichzeitigem Bericht an die zuständigen Instanzen, der Agency von den bisher gesammelten, meist ungünstigen Erfahrungen bei den Verhandlungen mit den Palästina- Aemtern Mitteilung zu machen und eine Abänderung des Verfahrens bei dem neuesten Verteilungstermin zu fordern. Zur Frage der Anerkennung der selbständigen orthodoxen Gemeinden in Erez Jisroel wurden die nötigen vörbereitenden Maßnahmen für die nächste Session der Mandatskomraission des Völkerbundes vereinbart. Mit Genugtuung wurde davon Kenntnis genommen, daß Se. Ehrw. Herr Oberrabbiner Duschinski am 1. Elul die Reise zum Antritt des Rabbinats des Waad Hoir Hoasch• kenasi in Jerusalem antreten wird. Die zentrale Leitung der in starker Entwicklung begriffenen agudistischen Hachschoro-Stätten aller Länder, in Wirtschaftlicher wie in geistig-religiöser Hinsicht, wurde den Palästina-Zentralen in Frankfurt a. M. und Warschau übertragen, Zur pädagogischen, religiösen und administrativen Leitung des Schulwerkes der Agudas Jisroel in Erez Jisroel wird ein Sonderorgan unter dem Namen ״Waad Hachinuch al jad Agudas Jisroel“ eingesetzt, an dessen Spitze rabbinische Autoritäten, pädagogische Fachleute und führende Daien von agudistischer Gesinnung stehen sollen, Der ״Waad Haqbinuch“ hat zur Lösung seiner neuen, bedeutungsvollen Aufgaben, in deren Dienst im August eine pädagogische Kommission, bestehend aus den Herren Üniversitätsprofessör Samson Breuer,. Dr. Leo Deutschländer und Studiendirektor Dr. Markus Elias, nach Erez Jisroel reist, ein internationales Kuratorium einzuberufen. . Auf Grund von Berichten aus Jerusalem, Warschau und London wurde zu den neugebildeten ״Hilf s-: k 6 ni i t e e s f ü r die d e u t s c h e n Juden“ Stellung, .genommen. Es muß grundsätzlich verlangt Werden, daß, im Falle ,von gemeinsamen * Sammlungen die Förderung religionswidriger Zwecke ausgeschlossen bleibt und daß' im übrigen den orthodoxen Institutionen ein entsprechender perzentueller Anteil überall gewährt wird. > Einen breiten Raum nahmen in den Verhandlungen die innerpalästinensischen Organisationsfragen ein, da es . heute gilt, den Strom der neuen Einwanderer, insbesondere die Jugend, vor der Assimilation und den religionsfeind-' liehen Parteien zu schützen und sie im Rahmen der Agudas Jisroel dem gesetzestreuen Judentum zu erhalten. Zu diesem Zweck sind eine Reihe von Aenderungen sowohl im Gefüge der palästinensischen Landes- und Jugend- Organisation als dem der Vertretung der Welt-Aguda und der Poale Agudas Jisroel ins Auge gefaßt. Am Samstag schloß die Tagung, mit einer gemeinsamen , Sitzung der Aguda-Leitung mit den Fhrern der schweizerischen Landesorganisation, der Palästina- Zentrale und der Keren-Hathorä-Verwältung:^ ■ Aus Erez Jisroel. Die Bau- und Baggerarbeiten im Hafen von Haifa sind nunmehr so weit fortgeschritten, daß das Hafenbecken vom 1. August an_ von Schiffen mit -:qiner Wasserverdrängung bis zu 18.000 Tonnen benützt werden kann. Die neuen großen Zoll- und L a g e r h ä u s e r sind bereits teilweise in Betrieb genommen worden. Am Kai kann allerdings zunächst immer nur e i n Schiff anlegen, von Ende August an können gleichzeitig vier Schiffe dort festmachen. ' Die feierliche Eröffnung des Hafens durch den. britischen Oberkommissär wird entweder am 31. Oktober oder am 1. November dieses Jahres stattfinden.- Man erwartet, daß der Prinz von Wales den Eröffnungsfeierlichkeiten beiwohnen wird. * ׳ Die Industrie in Erez Jisroel ernährte gegen: Ende des letzten Jahres etwa 45.000 Juden, unter denen' Sich 12.000 bis 13.000 Arbeiter befanden. Man rechnet damit, daß es gelingen werde, in den nächsten Jahren für mehr als eine Million Pfund Bromsalze aus dem Toten Meer nach den Ländern des britischen Weltreiches auszufUhren. Der Preis für elektrischen Strom ist infolge der Errichtung der Ruthenbergschen Ueberlandzentrale um 40 Prozent für die Kilowattstunde g e* f a 11 e n, Die Ausfuhr von Industrieprodukten stieg im Jahre 1932 um etwa'30 Prozent. :•׳ ״ ־.' ׳ ׳ * ,■׳־■,■׳. ׳ ׳•’; : ■■ Im Jahre 1932 nahm man 31.000 Dunam lanöwirtschaftlichen Boden für Orangenpflanzungen in Anbau und, exportierte in demselben Jahre Orangen im Gesamtwerte; erhält bei mir $chpn IrihqtKidIIi 6 Stimdciin ihrem Gesichte entsprechend modellierte Besitzet der weltbekannten P6fliCkQIIRKl1n|tWCIfk|t9tl0 Wien I,Kärntnerring

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