Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 19 (1933)
- Issue
- 27 (7.7.1933)
- Date
- 1933-07-07
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 2 JÜMSCÖE PRESSE m •» A Eigene jüdische , äie Juden m Deutsöhlättösind faktisch v0ü׳Ö&f deutäeftüii Re&btipil|g§ äüsgssehtössiiL Mfii der deutsche ReieüäjüstiSMihlster so und so viele Rechtsanwälte m, so kann doch die kochende ״VoI k s s e e 16״ ungehln* deft die äUfelasseneii Anwälte In der Vertretung ihrer Klienten behindern, denn die bekannte Disziplin der Nationalsosiätisten reicht eben nur. zur Aussiohal tu ag der Juden und nie au ihrer Zulassung. Richter jüdischer Zugehörigkeit können selbstverständlich im Kathen des Dritten Reiches kein Recht sprechen. Die Juden werden daher» soweit es sich um einen Rechtsstreit unter ihnen handelt, das jüdische Schiedsgericht oder gar die jüdische religiöse Gerichtsbarkeit, den Din Thora, in Anspruch nehmen müssen. Das Din Thora — im Sinne von jüdischer Gerichtsbarkeit — diese in den weitesten jüdischen Kreisen des Ostens als selbstverständlich geltende Stätte jüdischer Rechtspflege, wird nunmehr auch in Mitteleuropa zu Ehren kommen. Was alle Empfehlangen unserer jüdischen Autoritäten nicht erreichen konnten, erzwingen die Grausamkeit und der blinde Haß unserer Feinde. Wir wollen aber jetzt nicht über das Motiv urteilen, wir wollen blöß feststellen, daß den deutschen Juden keine andere Möglichkeit in der Rechtsfrage offensteht. Wir haben an dieser Stelle schon einige Male seit der traurigen Katastrophe unserer Brüder in Deutschland die Frage aufgeworfen: Was tun wir? Was tun wir Juden in Oesterreich, in der Tschechoslowakei und in den anderen Staaten außerhalb Deutschlands? In diesen aufgeregten Tagen ist jeder jüdische Prozeß in den öffentlichen Gerichtshöfen eine neue Sensation im übelsten Sinne. In den antisemitischen Zeitungen wird mit Ironie und mit beißendem Spott darüber berichtet, wenn Eisig Turteltaub gegen Abraham Leib Rosenblüth wegen Be- Wucherung Klage führt. Ist es nicht eine Forderung der jüdischen Ehre, daß solche. Prozesse vor. einer j ü d Ischen Instanz ausgetragen werden? Noch dringender ist diese Forderung, wenn nicht nur von Prozessen, die Juden gegeneinander führen, die Rede ist, sondern von jüdischen Prozessen im engeren Sinn. Dort, wo der Inhalt des Prozesses eine jüdische Angelegenheit, wie zum Beispiel den Rechtsstreit zwischen jüdischen Vereinen usw., betrifft. Muß erst immer der niederschmetternde Zorn kommen, damit jüdische Menschen auf sich selbst, auf ihre Pflichten dem Judentum gegenüber sich besinnen? Ist es nicht schöner und zweckdienlicher, wenn wir aus eigenen Stücken zu der guten alten Tradition des Din Thora zurückkehren? Denn täuschen wir uns über unsere Situation in Oesterreich nicht. Wir sind der Vorsehung aus tiefstem Herzen dankba,r, daß die Entwicklung der politischen Ereignisse die herrschende christlichsoziale Regierung zur energischen Verteidigung der Selbständigkeit Oesterreichs geführt hat. Zur Verteidigung der Selbständigkeit' Oesterreichs, die gleichzeitig;die Zurückstauung der “nationalsozialistischen Welle bewirkt. Aber all diese tiefempfundene Dankbarkeit kann ־ uns nicht blind machen vor der Tatsache, daß in Oesterreich der Antisemitismus mächtig angewachsen״.ist.-- In diesen aufgeregten und unsicheren Zeiten ist es ein zwingendes Gebot des jüdischen Ehrgefühls und Taktempfindens, daß wir unsere Streitigkeiten untereinand e r austragen oder austragen lassen. Daß wir freiwillig unsere e i g e n e n Autoritäten als Richter über uns setzen. Führen wir daher unsere Prozesse vor einem Din Thora aus! Diese Forderung gilt selbstverständlich für jeden Juden, erst recht aber für die orthodoxen Juden. Selbstbewußt und stolz, nennen sie sich diese: Butter — Eier — Käse , täglich frisch, besonders billig nur im Spezialgeschäft II., Schreigasse 6. Erzählung von 5. W'iez. (Fortsetzung) [11] Jenseits des Flusses fing der Schloßpark an. Ein niedriger, halbverfallener Bretterzaun umgab eine Art Schutzwall, den Staub und .Schutt von vielen Jährhunderten darin aufgehäuft haben. Da die Herrschaften fast nie das Gut bewohnten, wurden weder Schloß noch Park besonders gepflegt. Durch das niedrige Tor ging Merelaika in den aller Welt offen,stehenden Park hinein. Riesige Buchen zwischen schlanken blätterreichen Pappeln auf beiden Seiten des Weges berührten sich gegenseitig mit ihren Kronen und, bildeten mit ihren üppigen Aesten eine breite schattige Allee, Es war eine Labung, unter diesem kühlen, grünen Dache, auf dem unzählige Vögelchen Koselieder trillerten, hiigelan zu steigen und mit vollen Zügen die reine würzige Luft einzusaugen. Nun führte der Weg an der grauen, verwitterten Schloßmauer mit den unzähligen vergitterten Fensterchen vorbei, Als Kind pflegte sie sich vor diesem unheimlichen Gebäude, von dem man sich die schauerlichsten Legenden erzählte, zu fürchten. Wie Gfabeshauch und Moderluft wehte es heute noch von dieser steilen Wand in die duftige Allee, Sie wollte nun vorbei, um durch den entgegengesetzten Parkausgang wieder das Dorf zu erreichen. Da saß plötzlich auf einem Gartensessel auf dem Viereck- Rasen vor dem Seiteneingang des Schlosses eine Frau vor ihr. Sie hatte sie bei der Umbiegung der Sehloßecke nicht gesehen und wollte nun verlegen umkehren. . Doch die Fran hatte sie bereits wahrgenommen und rief ihr sehr freundlich zu: ״Nur ungestört weiter, liebes Kind, der Schloßpark Steht den Spaziergängern offen־ , -“״ , - Nun wollte Merelaika mit kurzem Gruße vorübergehen, Doch die Frau redete sie hoch einmal an; ״Sie kommen mir bekannt vor, liebesKindj sind Sie hier aus dem Orte?“? ■ Merelaika nannte ihren Namen und sah dabei, ihre natürliche Ruhe und Sicherheit wiadsu. ^cwihliend, die-, |pmde Frau genau an» Es war eine große, hagere Gestalt ipit einer ftalarartigen, schwarzen Robe hekleidet, einem Perlenkranz um den Hals, der auf der . Brust von einem Orthodoif*״ Sfö geben -MAf: die' Hoheitdbr Tfcorä vor ailem־ähdefen anzuerkennen. Und trotzdem: wie öft sucht sö ein örthodoxef Jlfde die Reparierung seiner fm seinem-jüdischen Mitmenschen verletzten Ehre statt vor dem fabblnischen Gerichtshof bei dem f eltlichen Rieht Ar f Vollends at^J5r#enii es üm Materie Ile G ü t e r geht, Dann glaubt Mah sicherer zu fahren» wenn man die öffentlichen Gerichte in Anspruch nimmt. Man weiß es vielfach gar nicht, daß ein Schiedsspruch eines Rabbiners oder rabblnischen Gerichtshofes Vollstreckbar und dem Urteil eines öffentlichen Gerichtes in dieser Beziehung . . .. gleichwertig sein kann. Wenn •wir daher a 11 e unsere jüdischen Brüder bitten, fortab ihre Prozesse vor einem Din Thora auszutragen, so muß man von unseren orthodoxen Glaubensgenossen geradezu fordern, daß sie sich selbst und unserer heiligen Thora die schuldige Ehre erweisen und daß wenigstens sie unserer Forderung gerecht werden: Differenzen unter Jaden —■ vor das Din Thora! Oberrabbiner Ehrenfeld» Mattersburg bei Kardinal- Erzbischöl Dr. Innitzer Anläßlich der Grundsteinlegung zum Neubau eines katholischen Lehrerseminars weilte in der vergangenen Woche Se. Eminenz Kardinal-Erzbischof Doktor Innitzer in Mattersburg. Diese Gelegenheit nahm der Präsident des Verbandes autonomer orthodoxer israelitischer Kultusgemeinden im Burgenland, Se. Ehrwürden Oberrabbiner S. Ehrenfeld נ־י wahr, um mit einer Deputation der MattirSbUrger. Israelitischen Kultusgemeinde diesen vornehmen Kirchenfürsten in entspreehender Weise zu begrüßen;־ Er erschien an der Spitze des Gemeindevorstandes von ,Mattersburg, geschmückt mit dem Band des goldenen Ehrenzeichens der Republik, in. der Wohnung, in der Erz bis chof Innitzer abgestiegen war, und begrüßte in einer kurzen und herzliehen Ansprache den edlen Kirchenfürsten, der seinerseits wieder ergriffen dankte für den überraschenden Besuch und die Versicherung abgab, daß es ihm nach wie vor heilige Pflicht sein wird, dahin zu wirken, daß der Friede Zwischen den Konfessionen, der im Burgenland mustergültig ist, weiter erhalten bleibe. Nach einer eingehenden Aussprache über die Lage der jüdischen Konfession im Burgenland, verließ Oberrabbiner Ehrenfeld den Gast, der ihn vorher nochmals seiner weitestgehenden Loyalität versicherte. Am Nachmittag fand eine Rede des Sekretärs des Erzbischofs statt,, der nochmals den Willen und den Wunsch des Kirchenfürsten zur Aufrechterhaltung und Vertiefung des konfessionellen Friedens betonten Ausdruck gab. Wieder einmal hat die burgenländische Orthodoxie durch ihren vornehmsten und allseits beliebten und anerkannten Führer der Gesamt-Orthodoxie Oesterreichs einen wertvollen Dienst dadurch erwiesen, daß sie ihre organisierte Kraft dazu benützte, um der katholischen Bevölkerung Oesterreichs für das gesamte Judentum Oesterreichs ihre Loyalität in eindrucksvoller Weise zum Ausdruck zu bringen. Große Rede Adolf Frankls im ungarischen Magnatennaus Oberhausmitglied Adolf Frankl, Präsident der ungarischen orthodoxen Ländeskanzlei, hat am 23. Juni im Oberhaus eine vielbeachtete Rede gehalten. Die Rede hat durch ihren konzilianten Ton nicht nur im Oberhause, sondern in der gesamten ungarischen Presse ungeteilten Beifall gefunden. Die warmen, und von hoher Ethik getragenen Worte, die er für das Leid der Menschheit im allgemeinen und für die Lage unserer Glaubensbrüder in Deutschland im besonderen fand, hat in allen politischen Lagern eine sehr günstige ,Wirkung ausgelöst. Er führte unter anderem aus: .׳: / Die Zukunft der Nation kann nur auf die erprobten Pfeiler der Religion und des Rechtes auf gebaut werden. In dieser Epoche der wirtschaftlichen Unsicherheit müssen wir den Staatsbürgern »wenigstens das Gerechtigkeitsgoldenen Kreuz zusammerigehalten war. Dünnes, graues; Haar . bedeckte den etwas ׳ kantigen Kopf und durch die schärfen Gläser der Hornbrille schauten halbgeschlossene Augen wie lauernd und durchdringend, aber nicht unfreundlich das Mädchen an. Wie ein Blitz durchfuhr es das leichtfassende Mädchen. Es konnte keine andere als Fürstin Kowzow sein. Und sie fühlte sich durch ' die freundliche Anrede dieser hohen, oft unzugänglichen Frau geehrt und sehr angenehm berührt. ״Also eine Tochter Sanders aus der Ochsenwirt־ schaft?“ fragte die Frau, ,sich besinnend. ״So ist es, gnädige Fürstin!“ . ־ ״Kennst du mich?“ '1—■ Die Fürstin sagte plötzlich du, aber es klang mehr vertraulich gönnerhaft, denn gebieterisch. ״Wer wird die edle Fürstin nicht kennen, die das ganze Tal mit der unerschöpflichen Fülle ihrer Liebest8*t6n beglückt?“; ״Ich . dachte, daß man in jüdischen Kreisen mich . weniger versteht. Und“, setzte die Fürstin hinzu, indem : sie die Hand des Mädchens ergriff, ״wie hübsch und rein du polnisch sprichst, ich wußte auch nicht, daß unsere Sprache bei den Juden so gepflegt wird.“ . ״Wird sie auch nicht“ entfuhr es Merelaika. ״Aber du hast Polnisch gelernt, liebes Kind, und noch manches,dazu? Fühlst dich wohl so ziemlich einsam und verlassen in deinem heimatlichen Kreise? Nicht wahr Kind, ich habe es erraten, man sagt den Kowzows ein gutes Auge nach." Merelaika schwieg und in ihrem Auge perlte eine Träne. Sie war wie berauscht von der Liebe und Teilnähme, die die hohe Frau für sie, die fremde Jüdin, hatte. Und wie sie sie auf den ersten Blick durchforscht hatte. Es war ihr, als träte sie mit dieser hohen Bekanntschaft in eine neue Ae!» U*r0a Lebens, ein und sie fand. Mn Wort, diesem Gefühl Ausdruck zu verleihen;; ״Verzeih, liebes Kind“, fuhr die Fürstin redselig und in öligem Tons fort,. ״wönn ich mit׳ n&eiuer Frage vielleicht eine alte Wunde berührt, einen Schmerz, der an deiner jungen Seele nagt, aufgewühlt. Vielleicht kann ich dir heute und immer eine Beruhigung verschaffen. Kannst du ebenso fließend polnisch 1 e san wie sprechen?:״ ״Lesen und schreiben, gnädige Fürstin“, sagte Merelaika gehoben. ״So setze dich, gutes Kind, und lies mir ein Kapitel aus dem Buche vor." . ' (Fortsetzung folgt.) Zimmermaler, Künstler •mit einigen hundert Anerkennungsschfeiben, malt " 2iH1thef ü1fd Rllcfe psfiSh ׳ tirb 50 ־ Seftilling ״ - fflödeift, hygiefttechV fein״ :*: Hlnf jahfeGarantie Sdtö1#lit♦* Lokal ADLER, VII,APOLLOG. & FÜR MOBIL UNO I1TZMÜBIL BE ff E A ft B E I T Skizzen und K03t6nvoran8chläge unverbindlich gefühl, die Rechtsgleichheit, sowie die Ruhe und Ordnung sichern. Die bekannte Energie des Herrn Mlnisterpräsidenten bildet eine Garantie der ruhigen Regierungspolitik. leb, der ich meine Konfession in der Gesetzgebung vertrete, erkläre aufrichtig, daß die jüngste Reise des Herrn Ministerpräsidenten nach Deutschland, die viele beunruhigt hat, in mir keine Befürchtung erweckt. Wir haben ihn während seiner kurzen Regierungstätigkeit als einen Mann kennengelernt, der seine Nation Und sein Vaterland fanatisch liebt, und es ist als sicher anzünehmen, daß er, abgesehen von seiner edlen Gerechtigkeit, schon kraft seines reinen Urteils sich vor jedem Schritt hütet, der die gebildete Kulturmenschheit gegen sein gellebtes Vaterland wenden könnte. Das;große und mächtige Deutsche Reich hat viele Hunderttausende meiner Glaubensgenossen von einem Tage zum andern entrechtet. Ihr Schicksal verfolgen nicht bloß wir mit Mitgefühl. Das Mitleid und die Sympathien der ganzen Menschheit stehen hinter uns. Die Kunde von ihrem Unglück hat die elementare Entrüstung des ganzen Erdenrundes hervorgerufen und gerade׳ die Edelsten der christlichen Konfessionen, in erster Linie ihre Kirchenfürsten, ließen ihre über jedes Lob erhabene Stimme ertönen. Unerschüttert glauben wir an die Hilfe des Allmächtigen und hoffen, daß diesen Entrechteten bald ihr Recht wiedergegeben wird.. Die Regierung muß mit aller Kraft unsere Mission unterstützen und wir müssen alle vereint der. Jugend unter die Arme greifen, die naturwidrig daran verhindert wird, eine Lebensbahn zu finden und ein Heim zu gründen. Wir müssen mit aller Kraft für die Vertiefung der religiösen Gefühle wirken und ich werde mit meinen bescheidenen Kräften im Kreise des orthodoxen Judentums, das ich hier zu vertreten die Ehre habe, daran mithelfen. Die berufsmäßigen Führer aller Gläubigen der produktiven Religion müssen die außerordentliche Bedeutung der Gefahr erkennen, die der Menschheit von dieser Richtung her droht. Diese Gefahr besteht vorerst in der religionsfeindlichen Agitation der Sowjetregierung, wo die Liga der G־ttlosen, die etwa 53 Mil- LI^Lvos WoclM Jgtb xi» Woche — Vergangenen Sonntag fand in Warschau in Anwesenheit von 150 Delegierten aüs 75 Orten eine A rb eitskonferenz der polnischen Zeire-Agudas-. Jisroel statt. Das Hauptreferat hielt der Präsident\I. M. D e %pA,n;.;-7r ׳.j-!> ■•■K .*׳ .•״.• ■״״■ $*.. 4* «•.•׳ *<* מ — Anläßlich einer Trauerkundgebung für den ermordeten Zionistenführer Arlosoroff wurden in B erlin ungefähr 66 Personen, hauptsächlich zionistische jugendliche, verhaftet. Es wird mit einem Verbot der zionistichen Partei in Deutschland gerechnet. — Rabbiner Dr. David F eu chtw an g wurde zum Oberrabbiner der Israelitischen Kultusgemeinde Wien bestellt, während Rabbiner Dr. Israel Taglicht zum Titularoberrabbiner ernannt wurde. — Der ״Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdisehen Glaubens“ wurde im Lande Thüringen durch den thüringischen Innenminister aufgelöst und v erboten. — Die Leitung der HJCEM hat sich mit den jüdisehen Gemeinden in China in Verbindung gesetzt und teilt mit, daß in China Niederlassungs- und Existenzmöglichkeit für 5 0 jüdische Aerzte aus Deutschland besteht. — Im Zusammenhang mit den von ausländischen Agitatoren im Kreis Stryj geschürten antisemitischen Unmhen wurden in den letzten Tagen 28 Bauern verhaftet. — Die internationale Arbeitskonferenz in Genf hat beschlossen, das Internationale Arbeitsamt zu beauftragen, Untersuchungen durchzuführen, um den aus Deutschland geflüchteten Jtiden in den benachbarten Ländern Arbeit und Existenz zu verschaffen. — Der Patriarch der Maroniten (libanesische Chnsten) hat einen Aufruf zugunsten der deutschen Juden erlassen. . —r Auf die Synagoge und die jüdische Schule in Hindenburg würde am 25. Juni ein Anschlag verübt. Die Kreisleitung der NSDAP., der die Täter angehören, hat dem Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde ihr Bedauern über den Vorfall zum Ausdruck gebracht. — Der Deutsche Industrie- ■und Handelstag, die Spitzenorganisation der deutschen Wirtschaft, hat über Anfrage einer Großfirma mit geteilt, daß sie sich nach Beratung mit der Reichs r eg ierung gegen den Boykott jüdischer Firmen ausspreche. ׳—In Polen kam es iw den letzten Tagen zu ernsten Zusammenstößen zwischen Zionisten der verschiedenen Schattierungen. In Warschau wurde ein Revisionist v er wunde t und in Zulkow sechs Zionisten von Zionisten anderer Richtung durch Messerstiche erheblich verletzt. — Heber Einschreiten des Jüdischen Gemeindebundes wurde die Verbreitung der längst geMchtlich als Schwindel fest gestellten ״Protokolle der Weisen von Zion“ beschlagnahmt und für das ganze Gebiet der Schweiz verboten. — In den ersten fünf Monaten des Jahres 1988 wurden י iw Tel* Aiwiw 9 0,2 B aub e willi g un g en für 8097 Wohnräume und 88 Geschäftsläden erteilt, gegen 501 Baubewilligungen in der' gleichen Zeit des Vorjahres, H. Grüii, II., Tabbrstraße 8 b, Te!, r-42-3-66, Atelier; für feine Herrengarderobe, ,י. ® ek 6ros . : ■ ' ז■ ־ . ־ Export» PERÜCKEN.uno SCHEITEL FACHGEMÄSS AUSGEFUhRt FRITZ BRENN IG W.en, VI. EggerTbgasse 9_