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Jüdische Presse · 1933-07-07 · 27 (7.7.1933) · page 1

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Journal
Jüdische Presse
Volume
19 (1933)
Issue
27 (7.7.1933)
Date
1933-07-07
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Juli 1933 19. Jahrg. י״ג תמוז תי צ־נ ווינא־פרעסנורג Das schönste Geschenk sind Sensationelle Mörder Jakob Israel de Haäns ז״ל. Der Korrespondent des Warschauer ״Jüdischen Tagblattes(< telegraphiert aus Jerusalem: Im Zusammenhang mit dem Mord an Dr. Ghaim Arlosoroff wurde in den letzten Tagen vielfach der vor neun Jahren erfolgte Mord an Prof. Jakob Israel de Haan besprochen, der vor seiner Ermordung eine Anzahl Drohbriefe erhielt, in denen er zum sofortigen Verlassen des Landes auf gefordert wurde.. Von einer den führenden revisionistischen Kreisen nahestehenden Persönlichkeit konnte nun Ihr Korrespondent in Erfahrung bringen, daß die Revisionisten auf einer Konferenz, bei der über die aus Anlaß des Mordes an Arlosoroff betriebene Hetze der ״Histadruth“ gegen die Revisionisten beraten wurde, beschlossen haben, an die ״Histadruth“ ultimativ die Forderuhg zu richten, die Hetze unverzüglich einzustellen, widrigenfalls die Revisionisten mit sensationellen Enthüllungen über den Mörder an Prof. Jakob Israel de Haan vor. die ()Öffentlichkeit treten würden.- Die׳ Revisionisten behaupten, daß der .Mörder de . Hapns ein bekannter Führer der ״Histadruth“ ist, der gegenwärtig eine maßgebende Stellung in dieser zionistischen Arbeiterorganisation einnimmt. Diese Tatsache solle angeblich den füllrenden zionistischen. Kreisen, seit jeher kein Geheimnis sein. Es ist noch erinnerlich;' daß .gewisse zionistische Kreise den Mord an Prof.. de Haan als ״nationale Heldentat״‘ rühmten. , . : - Die Revisionisten, drohen .mit der Bekanntmachung des Mörders an Prof, de Haan,/im Falle die Hetze gegen sie nicht eingeistellt werde und. im Falle der verhaftete Revisionist Stavsky wegen '.des;Mordes an Arlosoroff abgeurteilt werden sollte. Durch,1,die Bekanntgabe des Mörders an de Haan, der, wieVerwähnt, eine führende Stellung bei der. zionistischen ״Hlstadruth“ einnehmen soll, würde die gesamte zionistische BeWegiing -auf das allerschwerste kompromittiert werden. In der ^zionistischen Presse Palästiiias ist jedenfalls in den allerletzten Tagen betreffend die Hetze gegen die Revisiönistep ein Umschwung eingetreten. Die zionistischen;!Zeitungen verhalten sich gegenüber den Revisionisten auffallend zurückhaltend. Zur L.äge der deutschen Juden. ■‘■׳־V■V6h.;;Unserem.BerUner.'MitaHjeiter;lä^Äiiy..&i,;iV.־■•;■.׳:■ " •■■V-;־;;;■־ •י ז ל מים מדליו• Die Worte des Propheten Bileam erfüllten sich in späteren Zeiten, sei es, daß sie, in Fluch; sich wandelten, wie5 es Bileams niedriger Sinn ersehnte,- sei es, daß das seinem Munde widerwillig entfahrene ׳ . Segenswort Segen blieb. Die meisten der von ihm gesprochenen: Segenswünsche wandelten - sich in Fluch, d. h. wenn Israel sündigte, wurde das Segens wort, der Absicht Bileams'gemäß, zu dem Fluch, den wir aus der Form des Segens erahnen können. Nur ein Wort, das blieb währ,, blieb Segen für alle Zeiten: ״Israels G-tteshäuser, Israels Lehrhäuser, die blieben stets der Quell׳ unserer Kraft, die blieben stets die das Gute hütenden und mehrenden Zelte in Jakobs Gemeinschaft, die das Edle bewahrenden und die Treue ,sichernden Wohnstätten in Israel.“. (Sanhedrin 105b.) Und wahr blieb, völlig wahr, auch jene andere, im Zusammenhang mit diesem, die Ewigkeit der G-ttes-. und Lehrhäuser. verbürgenden Segensworte stehende Verheißung: ״Das Wasser fließt aus seinem Quell.“ Dieses Wort in der Deütung, die man ihm ״dort“ FRIGULUf DER FAST SELBSTTÄTIGE, BILLIGSTE QUALITATS-KUHL- SCHRANK / NUR: WIEN I, BÄCKERSTRASSE 4 gegeben hat: ״Habet gut acht auf die Söhne der Armen, denn von ihnen geht die Thora aus, denn es heißt: 1 י ז למים מ ד ל י ו! Von den Armen unter ihnen kömmt der ewig neu sprudelnde Quell der Lehre und darum des Lebens!“ (Nedorim 81/a.) . Auf diese. Wahrheit von der Unverwüstlichkeit des G-tteshauses, von der Unverletzbarkeit des Leh'rhäuses, von der Kraft der Armut und Entsagung, die die Lehre am, besten schützt, gilt es wieder und wieder hinzuweisen, wenn man für die gegenwärtige Lage der Juden in Deutschland den richtigen Maßstab finden will. Das Schicksal der deutschen Judenheit, das ist ja nicht in unsere Hand gegeben, da sind wir allein angewiesen auf das Rechtsbewußtsein der Machthaber, Da können wir nur hoffen und sicher sein, daß die Kraft des aus der Tiefe kommenden Gebetes mehr erreichen wird, als das Fordern und oft ungestüme Auftreten derer, ״deren Absicht gewiß löblich ist, deren Taten aber, nicht“.; ‘; Aber das Schicksal des deutschen Judentums, das ist ganz allein in unsere Hand gegeben. Da, sind wir mit g-ttlichem Beistand die alleinigen Gestalter unserer Lage, unseres eigenen Lebens. Bileams Segen kann sich'in vielem in. Fluch wandein: die Majestät G-ttes kann uns ihre schützende Huld für eine ,Weile entziehen, das Kommen des davidischen Moschiach zur Hoffnung späterer Zukunft werden lassen, Olivenpflanzung und Weinberg kann;man uns nehmen, der Duft jüdischer Anmut kann schwinden, die Männer, die das jüdische Volk führen, können statt großzügiger Persönlichkeiten kleinherzige Schlemihle sein, aber eines ist sicher, in einem bleibt Bileams Segen immer Segen: das G-tteshaus bleibt G-tteshäus, das Lehrhaus bleibt Lehrhaus, wenn wir es wollen, und die Thora geht aus von den Menschen der Armut und der Bedrückung, wenn wir die Zeichen der Zeit verstehen. Die deutsche Judentheit organisiert sich weiter, jede Organisation ist stolz, wenn die schwierige Lage ihr neue Mitglieder in die Netze wirft, und sie registriert den Zuwachs mit selbstgefälligem Stolz. Wichtiger als diese ״Organisierung“ wäre, um eines Weisen Wort zu wiederholen, eine.״Orkanisierung“. Ein gewaltiger Wind müßte durch unsere Reihen wehen und den jüdisehen Menschen hineinstürmen lassen in die G-tteshäuser und in die Lehrhäuser. Durch manche staatliche Maßnahme sind unsere wirtschaftlichen Möglichkeiten, stark beschnitten worden, und wir, wir murren, statt daß das alte Wort in uns neu. erklingen würde: ״ יזל מים מ דל י ןHabet acht auf die Söhne dieser wirtschaftlich schwach Gewordenen, das Wasser fließt am reinsten aus dem Quell, den die Armut speist.“! Die große Hoffnung hat #sich nicht erfüllt! Die Anstrengungen des ״jüdischen Herzens“ sind groß und verdienen die Anerkennung aller ־edel Gesinnten, aber das, was geschieht, die Armut aüszyinünzen, daß sie sich in Lebensversicherungs- Gesellschaft ff Gegründet 1882 ' Versicherungsbestand Ende 1931 . , . . ...... . , , . ..2775 Millionen Schilling . Pramiem und Zinsenemnahmen im Jahre 1931 . ... , . . . , , . . . . .; , 182 י Millionen Schilling Garantiemittel Ende 1931 , . . . , , , ... . ..... '472 Millionen Schilling Auszahlungen an Versicherte 1m Jahre 1931 , , , ...... . , , 43 Millionen Schilling Am Ende deä Jahres;1931 wären bei _der Gesellschaft 83Ö.664 Personen versichert, 7 ע:וC; Tätigkeitsgebiet; Oesterreich, Deutschland, Prartkreich, Belgien,, Holland, Spanien,;Italien, Tschechoslo- Wäkische Republik, Polen, Ungarn, Rumänien, Jugoslawien, Bulgarien, Griechenland, Türkei, Aegypten Und '־;JCleinäsien«- in Preis und Qualität / Gratisberatung durch erst•• Massige Architekten / Beachten'״ Sie die Adresse. Wien I, Schottenring Nr.35 Samstag geschlossen (,Schomra'-Mitglied) unseren größten Reichtum,1 in Ehre, die nichts von außen; mindern kann, verwandle: אין כבוד אלא תירה » das ist Flick-, werk, das ist zuni Verzweifeln wenig.; . Wir sehen nur den Druck, den das Schicksal'auf; uns gelegt hat, wir keuchen unter den Bemühungen, wieder hochzukommen: Warum sind wir nicht lächelnde Rabbi Akibas, die Weiter denken und. hoffen und wissen;; daß die schwere Prüfling .des Heute uns zum Trost und’ zur Rettung des Morgen und Uebermorgen. werden kann*, wenn wir den Ruf dieses Schicksals verstehen: Daß dbr, höchste Typ des deutschen Juden uns nicht der emanzipierte, in der bürgerlichen Rangliste hochgestiegene ist, sondern der schlichte, einfache Bürgers•: mann, dem Reichtum, Lebensfreude und Daseinsinhält von innen kommt! Der orthodoxe Jude, dem wirklich jede; ,מצוד eine Blume , auf seinem Daseinswege ist, der muß', uns Idealtyp sein, einziger Maßstab, an dem wir uns selbst und die Erziehung unserer Kinder messen. Wir sind davon überzeugt, daß die große Devise; unter der Samson Raphael Hirsch 3*ןצ einst das deutsche Judentum sammelte, nicht die wechselnde;Eintagsbildung: :Mdhte.,o.-äondem;;die^;ewige׳;:-Wiasens^aftfc.;die.iaUeta׳:.zur*' Weisheit führte, er; .wollte , nicht,"•rwie* es^ vso^ri<^ÖS jüngst einer• unserer Freunde in der Slowakei in einem; Artikel über Samson Raphael Hirsch zum Ausdruck׳ brachte, daß der orthodoxe Jude Kino und Theater fülle,־ jeden modernen Roman kenne und sein Urteil über das Geschehen der Welt an täglich wechselnder Journalisten-: akrobatik orientiere, er wollte, daß uns die. Wissenschaft Edoms so weit vertraut sei, daß wir als aufrechte, des: Wertes unserer Weisheit bewußte Menschen dürens, Leben schreiten können und es meistern. ״ . Das Ausland will der deutschen Judenhei.tv helfen,; so soll es nicht über der Sorge, für unsere Wirtschaft und unsere Berufe, die Sorge üm unsere B e r u f u n g vergessen: Wollen die orthodoxe Juden draußen dem deutschen Judentum, und dadurch der deutschen Judenheit, helfen,, dann mögen sie dafür sorgen, daß unsere; orthodoxen Schulen, unsere Thora-Lehranstalten nicht nur erhalten bleiben, sondern daß es ihnen auch möglichist,, die Kinder der Armen in großer Zahl aufzunehmen, dann mögen sie dafür sorgen, daß auch die äußerdeutschen Thora-Lehranstalten in die Lage versetzt werden, jüdische Jugend aus Deutschland in weit größerem Maße als bisher aufzunehmen. Wenn man in dänkenswerter". Weise in verschiedenen Ländern ün's’e r e Schulkind er einlud, daß sie dort in frischer Ljuft:und bei kräftiger Verpflegung einige Wochen״ der ]Erholung verbringen, dann sollte man auch uns er e Jü n glinge einladen,. oder ihnen.in Deutschland die Möglichkeit schaffen, vor allem die Jünglinge des ver-, armten Mittelstandes, daß sie in viel größerem, Maße als bisher .sich dem Lernen widmen können, damit eine so gebildete Jugend den Grundstock einer neuen,' wahres; Judentum verkörpernden Judenheit bilde.; Wir haben nur Anspruch auf. g-ttlichen Schutz, wenn wir in so schweren Zeiten, wie den gegenwärtigen, über den Fragen der Zeit, die Frage der Ewigkeit nicht vergessen, wenn der Ruf: ״und in all diesem haben wir. Deinen Namen;,picht vergessen, oh, vergiß auch Du uns nicht“ nicht Lippenwerk, sondern tiefe Wahrheit״ ist.' Ein chassidisches Wort besagt: ״Wenn ich zum Himmel steige אם אסק שמים immer bist du dort שם.אחה wenn ich mich aber ganz tief hinablasse bis in die Gruft,' siehe, da b ist d u, bi st be i mir; ה שא ו ל חנך V 1 א צ י Vielleicht, ist diese Prüfung über uns gekommen, werden:, wir erniedrigt, demütigen uns die Menschen — Menschen als Werkzeug G-ttes —, damit wir demütig vor. G-tt wer-, den, Wirü wahy, das Wort יזל מים מדליו . dann ist vieileicht der Weg wieder frei geworden für, die Segenshoffnun#, daß, wann nicht mehr uns, so doch unserer Jugend,; die sich das Judsutum:erneuerte, auch das Licht äuieren: Glückes wieder aufsträh1t:^’5T C’05^n W. s;::J; ׳ mir Stunden ent3p#N6nd modellierte Besitzet der weltbenatinten PerttcKen-Kunstwerkstatte Wien I, Kärntnerring 6 ÄeSWifcTOÄ ■w '<׳:

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