Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 19 (1933)
- Issue
- 26 (30.6.1933)
- Date
- 1933-06-30
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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ITovWövte ffjpüiifiil povolcnte MadH post a telegraföv t fimttiiiftf m. 41s?24n-M. tptedlte paf Ptedlteur ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS Redaktion und Administration: Wien, n.,. MälZgäSSte 12 a. Tel. A-48-4-15. — Tschecho* Slowakei:: Bratislava, Postfach 140. Erscheint jeden Freitag. — Redaktionsschluß: Mittwoch-Mittag. Äbonnementpreisei Oan2jähfig:für Oe8terreich S 16, Tgchech0Elowakel t8chech*v IC|66,, dag übrige Ausland 3 Dollar. Einzelnummer öst. On 40. ־ •י*״• ■ ׳ hL Zäfi!ntt«!i auf Konto Jüdische i»feÄ8e*, Wl«,! Mf Oeefe«1» felclJ: Postsparkassenkonto Nf. D-93614; Deutschland »Post«* acheckkonto Bettln Nr. 122619; Jugoslawien i Pöstspk.-Amt Zagreb Nr. 40217; t,olemPö3t8park.-AmtWar8chaüNr.l90409: Ungarn 1 Postspk.-Amt Budapest Nf. 50170 j Schweis t Post’ scheckk. Zürich Vit1,4117; fflr die Tschechoslowakei s .Jüdlsche Presse‘,Brati81ava,P0st8pk.• Amt Prag KontoNr.! mm.Md Nr. 26 Wien-Bratislava, 30. Juni 1933 עיה ׳ווינא-פרעסבורג ף.»םמ תרצ׳ג 19. JaKrg. Um die Selbständigkeit der Orthodoxie in £rez-Jisroel. Agudas Jisroel vor der Mandatskommission des Völkerbünde!!. ־- ׳- Erstarken der Agiidäs Jisroel im heiligen Lande. — Amtsantritt Rabbi Duschinskys. . Von Rabbi Mosche BJlau. (Aus einem« Gespräch.) Die im November 1932 stattgefundene Sitzung der Mandatskommission des Völkerbundes hat sich neben anderen Fragen des Palfistinamandates, auch mit der Regelung der Verhältnisse der jüdischen Gemeinden in Palästina befaßt. Die Mandatskommission hat in dieser Sitzung über das Memorandum der Agudas Jisröel, betreffend die öffentlich-rechtliche Anerkennung selbstständiger orthodoxer Gemeinden in Palästina, beraten und hat zwei Fragen formuliert, um deren Beantwortung die englische Regierung ersucht wurde. Nach Beantwortung dieser Fragen sollte die Mandatskommission bei ihrer nächsten Session einen endgültigen Beschluß in bezug auf das Gemeinderecht fassen. Der Berichterstatter über diesen Punkt, Dr. Ruppel, hesuchte inzwischen im Frühjahr Palästina und ließ sich an Ort und Stelle von beiden Seiten eingehend informieren. Am 19. Juni trat nun die Mandatskommission wieder zusammen und es wurde auch die Frage der rechtlichen Anerkennung von selbstständigen orthodoxen . Gemeinden in Palästina auf die Tagesordnung gesetzt., Die Agudas Jisroel hat dieser Sitzung, im Wege der englischen Regierung ein Memorandum überreicht, in dein sie ,ihrerseits zu den zwei von der Mandatskommission der englischen Regierung , yorgelegten Fragen Stellung nimmt. Der zionistische Waad leumi hat ebenfalls ein; Memorandum überreichen lassen, und zwar durch; den Vorsitzenden des zionistischen Oberrabbinats, R a b bi n e r KU k.?In' Genf waren beide Seiten durch Delegationen vertreten; Agudas Jisröel durch Generalkonsul-Guggenheim und Rabbi M; Blau und die zionistische Gemeinde durch Rabbiner Uzi-el, Dr. Mossinsohn und Ben-' DER FAST SELBSTTÄTIGE, BILLIGSTE QUALITKTS-KUHL- SCHRANK / NUR: WIEN I, BÄCKERSTRASSE 4 . Gurion. — Nachdem der Mandatskommission bei Er- Öffnung der Session die Antwort der englischen Regierung über die zwei Fragen nicht vorlag, war nun vorauszusehfcn, ׳ daß eine endgültige Beschlußfassung nicht zu erwarten sein und eine Vertagung für die nächste Session vorgenommen werden wird. Die Delegation der Agudas Jisroel konnte sohin Genf verlassen, ebenso wie die Vertreter der zionistischen Gemeinde abgereist sind. Die politische Exekutive der Agudas Jisroel bleibt jedenfalls auch weiterhin bis zum Ende der jetzigen Session der Mandatskommission' mit den Kommissionsmitgliedern durch Rabbiner Dr. T. L’ewenstein in׳Kontakt. Die englische Regierung - ■hat . der Mandatskommission einten umfangreichenv Bericht über Palästina vorgelegt, in welchem sie auch mehrmals auf die Agudas Jisroel zü sprechen kommt. So berichtet die Regierung, daß im letzten Jahr der Agudas Jisroel das Recht eingeräumt worden ist, im Ausland amtierende Rabbiner nach Palästina zu bringen. Die englische Regierung berichtet ferner, daß' sie‘ vorläufig, noch nicht in der Lage ist, die Verhältnisse der jüdischen Gemeinden zu regeln ,und somit die F^rderü|(g der Agudas Jisroel noch nicht anerkennen ''׳könnte.• Ebenso mußte sie aber auch die Förderungen deszionistischen ״Waad leumi“ ablehnen. Die Zionisten stellten die Förderung!1, daß jeder großjährige! Jude automatisch der; zionistischen, Gemeinde 'angehören: solle, mit Ausnähme derer, die ausdrücklich ihren Austritt anmelden. Weiters solle die, Aguda-Gomeinde verpflichtet werden, die M a z z .0 s- S t e u e r in der .gleichen Höhe einzuheben wie die zionistische (gemeinde. Ferner verlangten die rZionisten, daß die Schechitah nach der Zahl der Mitglieder auf geteilt werde und die Aguda- Gemeinde nur so viel Stück Vieh Schächten dürfe, als köndngentmäßig ׳ auf ihr entfall^■ während,! jede änderte Schechitah verboten werden soll! Die Regierung hat die ersten zwei Forderungen kate- , gorisch abgelehnt, während' siej zur dritten Forderung sich bereit erklärte, die Regelung zu prüften, wen ihr'ein diesbezüglicher" ge-;meinsamer Vorschlag des ״Waad.leumi“ und der Agudas Jisroel, die die unabhängige Gemeinde repräsentiert, vorliegt. Die Aguda hat bishter' jedoch jede Vereinbarung mit dem '״Waad leumi“ in'Sachen ‘ der Schechitah abgelehnt, weil sie den verschiedenen; Chaßidim-Gruppen. keinen Zwang in religiöser Hinsicht auferlegen wolle,/ ebenso wie sie für^ sich jeden! Gewissenszwang;, bekämpfe.׳ י'.., Die■ Verhältnisse* in ׳bezug, auf die: .'Gemeinde-׳ Organisation in Erez Jisroel liegen heute jedenfalls so,« daß eine Regelung ,'des 'jejtzigen^p;r6Visörischen Zustandes; Unbedingt erforderlich ist. * ,/ Die Agudas Jisroel. hat ״ letztens in Erez ׳ Jisroel׳; einen wesentlichen Auf sc h w ung erfahren, ins-1 Das schönste Geschenk sind in Preis und Qualität / Qratisberatung durch erst•• klassige Architekten / Beachten Sie die Adresse. Wien I, Sch ö tt en ri ng Nr. 35. Samstag geschlossen (,ScHomfä'-Mitglitedj •*"׳' X־!’ besondere, durch die verstärkte Einwanderung von! Agudisten aus Europa. Große Hoffnungen hegen, wir jedoch auf ein starkes Anwachsen der Agudas Jisroel, durch die Einwanderung orthodoxer Juden aus Deutsch-. land. Den agudistischen Einwanderern stehen Büros in Jerusalem, Tel-Awiw und Petach-Tikwah zur Verfügung. Das Verhältnis des alten Jischuw zu den' neueingewanderten orthodoxen Juden, ist das! denkbar beste, zumal alle sich der besonderen Verantwortung der Stunde bewußt sind. Durch die Einwanderung-•-der* auf dem Boden des Thora-im-DerechrErez-Prinzips ׳,stehenden orthodoxen Juden aus Deutschland ist das Chinuchr Problem sehr akut geworden., ־. - .Unser neugewählter Ravy, - R a,b bi: ״J ö,s e i Z w i Duschinsky שליט׳א wird sich voraussichtlich Ende Aw — also in zwei Monaten•1'^ riacfi der heiligem Stadt begeben, um die Nachfolge nach ־'׳unserem unvergeßlichen großen Führer,' R a b b i C h ai:m S o n n e:n'-f e I d «•צ änzutreten; Die'■ Orthodoxie in ■Efez Jisroel wird dadurch' neue Impulse erfahren und das• komprömißlöse Thora-• Ideal, hoffentlich recht;bal(f zuni Siege führten. g; •v Lebensversicherung*• Gesellschaft Ver.sicherungsbestand Ende 1931 . '. , r ., , Prämien- und Zinseneinnahmen im Jahre193 ־J Garantiemittel Ende 1931 .; . ■ . י י. י Auszahlungen an Versicherte im Jahje 1931 Außenminister Dr. ,;,Minclerheitsnatioiialität44 j: . in der jüngsten Nummer der• Plager ״Wahr-׳ h e i t“' werden Äeußerungen veröffentlicht, die Außen-׳ minister Dr. Edvard Bene'S in einer Unterredung mit dem Brühner Industriellen und Schriftsteller Fritz •J e 11 in'>ek über wichtige Gegenwartsfragen getan hat. Unter anderem äußerte sich der Minister auch über den ״Min-׳ derheitsnationalismus“ der Juden in der Tschechoslowakei, von dem die zionistische politische Propagjandä nicht miüde1 ^jird, zu behaupten,vdaß ׳seine׳'Schädlichkeit für' die Jtiden! hidht erwiesen-sei und daß er auch, in der - Tschechoslo׳־ wakei.zur bindenden geäetzlicheh 'Norm f ür die 1 Ges|ämthe;it der .,Juden in ׳ diesem* Staate erhoben wurde. Demgegenüber ist die Dar- Stellung des; Außenministers interessant;,, daß ׳ £in&solche' verträgliche oder gesetzliche, Nörmierung! ,;ünd׳ wir können •hinzufügen: in Uebereinstimmung mit 'dqr klären, politischen Erkehhth'is der überwiegenden Mehrheit der tschechoslowakischen 'Juderi, — , ausdrücklich äbge 1 ehnt wurde.'Den Zionisten, wie allen'äÄ^tefeii Einwohnern der Tschechoslowakei, die aus ihrer nationalen Zugehörigkeit' um!'1jeden' Preis''eigene' "״Politik“ -mäckfen’^^׳ünd׳ wenn es ginge — auch politisches Kapital schlagen wollen, bleibt es dessenungeachtet freigestellt, sich für ihre Person zu jeder beliebigen ״Nationalität“, also auch zu einer ״jüdischen“, zu bekennen. Im Namen־ der Gesamtheit jedoch hat kein Mensch das Recht, von. einer politischen jüdischen ״Minderheitsnationalität“ in der" ,TscHechoslowakei zu sprechen. Man sieht,; 'die Aeußerungen des Außenministers decken sich . vollköm.- men mit dem von uns steit .jeher vertretenen Standpunkt der orthodoxen Juden. Der Minister, sagte folgendes: ״Bei uns in der Tschechoslowakei gibt eskeine Judenfrage. Einer Regierung, die eine, solche Frage kennt Öder stellt, würde ich gewiß'nicht an gehören U Gegründet 1882 2775 MitFonen Schilling; 182 Millionen Schilling 472 Millionen Schilling 43 Millionen Schilling Am Ende des Jahres 1931 waren bei der Gesellschaft 836,664 Personen versichert, . <v ,־ Tätigkeitsgebiet: Oesterreich. Deutschland, Frankreich, Belgien, Holland, Spanien, Itauen, Tschechoslo- “ יי ’ ־ ’ ' " " ־ Griechenland, Töfkei, Aegypten uhjd wahisehe; Republik, , Roien. , Ungarn, Rumänien, JugoslawipB, Bulgarien, G Benes über jüdische in der Tschechoslowakei w o 11 e n.■ Um Ihnen den •Standpunkt, * der,, wie ich;glaubey', von der überwältigenden Majorität aller Tschechen und SlÖwäkSiä י:'־׳^1' ׳׳ ״ jüabMragdי•,‘'teingefiöÄiiM'6fi‘',•י 'wlrdV׳ "״'däi^li^•' stellen, will ich zu einer ׳, historischen• Reminiszenz greifen: Auf der Friedenskonferenz; war die; Rede davon, daß der Tschechoslowakei ein Min d e r h e i t e ns ch u t z für die jüdische Bevölkerung werden' sollte.'' Ich' erklärte däihäls', daß ich d chen Standpunkt näemals , akzeptieren, ode,r unterschreiben würde, denn erstens'דsei', es eine Beleidigung des tschechoslowakischen Volkes,' wenn ihm zugemutet würde, daß eine solche Klausel irri׳ Minderheitenvertrag nötig wäre, und . zweitens dachte' ich bei meiner Weigerung auch an. die eigenartige, politische Schichtung' der Juden in der TscheclidislowalceiV getreu unserem Grundsatz, daB in ׳der׳ Tschechoslowakei׳ niemand, der sich, loyal zum Staate bekennt, wegen seiner Nationalität oder wegen seiner Konfession Verfolgt oder beeinträchtigt.werden dürfe, wollten wir allen JädenL| unseres Landes die W'abI ihres po 1 itisch.eir B e k e n n t h i s s e s vollkommen freisteilen. Ich wöllt^i) 'äai^ die zionistiscfi-nätibhäijüdä'äbh8,'?'ÖM'tehfierttefi^ebenSö. wie die der tschechischen odep der deutschen Seinsmnd Spezielyetkehr riadi •Pa|ästn1ä ' ' x , »U M , 1. -V.vVH' ■׳, Meinungswelt verbundenen ,Juden in unbedingter Freiheit der von ihnen ■erwählten politisehen Richtung sollten leben und wirken dürfen,“ ״Ich kann Ihnen sagen, daß es in den. letzten Wochen nicht an Leuten gemangelt hat, die zu mir gekommen sind und geglaubt haben, mich darauf aufmerk*, sam machen zu sollen, daß jetzt der Augenblick gekommen wäre; um ׳ für ein־ schärferes oder schärfstes nationalistisches׳ Regime bei uns eirizutreten.־ Ich verhalte ־ mich aber. allen׳; diesen Anregungen gegenr über vollkommen ablehnend, Ich will und, werde die Gr u nd s ätiz e m ei n er rW äl t än.s<^h;%uä׳n׳g ni e äh eine zufä 11 lge Kdaste 11ati.on verraten.‘.‘: ״Eis ist meine Ueberzeugung, daß in. der Tschechoslowakei alle Nationalitäten geachtet upd geschützt werden müssen. Niemand, selbstvärstähdiich auch kein Jude, der s|Ch zum Deutschtum bekennt — ich betone1 dp! nQöhmals — könnte bei uns!wegehjse^pei/Rekepht^i,^, 'tmmm ־ti Iiabiw י S tai ^ine indiyidi^lf;ihrem Gesichte entsprechend mpctellkcM ' BegUzetder weUbeKanntea Perücken-Kumtwerkttätte Wien I, Kärntnerring 6 IBT Teleph011 Nr. U’47-l -16