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Jüdische Presse · 1933-06-09 · 23 (9.6.1933) · page 1

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Journal
Jüdische Presse
Volume
19 (1933)
Issue
23 (9.6.1933)
Date
1933-06-09
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Hovin״ve vjplatnt pnvolene HMtik post a tekgrntov * Braüsiave m, 41072-W-20. *JWF>J1 ^u■•.^-’.־■ i> -4C־ 'y, ORGAN £־rl% r*v../!ו///^!’•** ■ ( * *£׳״; ׳•'■.׳. 1 ftי •»•* $■-. J;. ׳ s« ■...•*•« *.׳ ׳. ,: •-••׳ . י!.:! ■ *eituuK^n Wmt >ärth|ftf; Journal exp&liö pa*!*itllfHif V. b. b, ilrtiHy j; ■ii'ßW'yi’}■/ '1 iti'** '׳$ - DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS Redaktion ,und., Administration: Wien, H., , Halzgasse 12 a. Tel. A-48-4-15. Tschecbo- Slowakei: Bratislava,. Postfach 140.; . •׳ BSrschelnt jeden Freitag. — Redaktionsschluß: , / י Mittwoch Mittag.!׳ AbonnemeritprelseiGanzjähH' ■ Tschechoslowakei tschech^K. 3 Dollar. Einzelnumhi . .,;.'3;׳ . . / י'•i. ffir ÖeStCirreich S 16, 80> das übrige^Auslarid Cf ÖSt^ Gr. 40. Zahlungen auf könto Jfldische Pfesie4, Wlia/fäf ÖSSYtrreich: P0B<8parkä8öet1konlnNf*D-93614;DetrtäChlartd :Post- ■' . scheckkooto BerHo Nr.121:619; Jugoslawien t Postsph.'-Attt Zag1ebNr.402I7;־׳olen:Po8t8park.-AmtWaf8chauNr.l90409; Ungarn i Postspk.-Anit Budäpeht Nr. 50170; ScHWolz i PöSt* . scheckk. Zürich VlIIr4117? für die Tschechoslowakei: *jadische Presse”,Bratislava, Posispk.• Amt Prag Konto Nr. 53380 Nr. 23 Wien-Bratislava, 9. Juni 1933 ' ■ 'ב*ת ווינאיפדעסנורג ס״י b״H|^תרצע■'■/ 19. Jahrg- Oesterreich erwartet Sommergäste. Fremdenindüstrie; als Wort —: eines׳ der' schreckliebsten Gebilde.‘Als Ei ri nah rti's 4 U e'11'e — einer der tragenden Pfeiler dör hiöderrien Wirtschaft, ־pesterreich, reich an herrlichen Naturschätzen und klimätisöheii Kurorten, ist mehr denn je infolge seiner verarmten Volks- Wirtschaft auf die Einnahmsquelle aus dem Fremdenverkehr angewiesen: Der.Besuch ,der: Sommergäste ist aber nicht .nur eine vy;irtächaftliche 'Fi׳age; * sbhde’rn ist infolge der deutschen Gewaltakte in höchstem Maße ,.ein Politikum gewörden; Die .־Dnte'rblridung ,des Fremdenverkehrs seitens Deutschlands soll Oesterreich, aufs Knie zwingen und unter Naziknute, bringen. Wir Juden ■in Oesterreich' haben selbstverständ- ■ lieh nicht nur die religiöse Pflicht, das wirtschaftliche Wohlergehen unseres. Staates zu fördern, sondern auch das nackteste Lebensinteresse, Oesterreich in seinem Kampfe um die Selbständigkeit mit allen uns zu Gebote stehenden Mitteln zu unterstützen.• ״ Und nicht riur. wir Juden־ in Oesterreich allein. In dem Kampf um die Selbständigkeit Oesterreichs werden unsere'Glaubensgenossen auf dem ganzen Erdenrund• mit uns ebenso solidarisch sein,,/wie sie ihre warme Bruderhand unseren bedrückten Brüdern in Deutschland voll Herzlicher Anteilnahme entgegenstrecken. ־ Den österreichischen, Fremdenverkehr zü fördern; Sommergäste ■ nach Oesterreich zu bringen,'ist demnach• ' : ‘ " ' ebenso eine patriotische, wie jüdische Pflicht. Auch . wir als Organ , des glaubenstreuen . Judentums wollen uns gerne dieser Aufgabe •unterziehen. , Wir bitten alle Unsere freundlichen• Leser,, ,dahin zu wirken, daß Oesterreich eine gute Sommersaison, habe. . Wir möchten nun einige praktische Winke geben: ■־: •י•4■•׳.) ״;.,ג״*«, ■ ־ V*"». *L .C»rr-y.׳־■■? ־־־W‘■ *»W״*•/ *׳ *. Zunächst, ist> eg die, Pflicht ,eines, jeden in,;Oesterreich Wohnenden Juden, den SoHirriefürläub in O e s t e r.r e i c h zu verbringen; darüber hfnaüs! söile;n wir' -alle' unsere privaten Beziehungen und geschäftlichen' Verbindungen zur Einladung ' auswärtiger^ Gäste zürn Besuch Oesterreichs benützen. Wir möchten' *,besonders darauf hifaweisen, daß in Oesterreich, besonders' im ‘ Seirtmeririg- Gebiet, mehrere’ streng rituell' geführte Kinäerferien1• heime bestehen, die nicht nur eine körperliche Erholung, sondern auch eine Wohltätige geistige und religiöse Beeinflussüng jüdischer Kinder -bewirken.• ־ Die' bekannten Beth-JakobjSomrrierkurse finderi •:heuer in ׳ zwei Gruppen, und׳ zwar an der Mutteranstält irt Wien uiid im Sfenime■ ringer Ferienheim/Statt. Also' eine Auswähl für Mann und Frau; für jung und"ält. Oesterreich ־sieht ,häuer in jedem Fremden einen lieben Gast,י där gekommen ist, ■um/nebit der selbstverständlichen Berücksichtigung des Erholuhgs- Zweckes, diese alte Kulturstätte י Oesterreich. in seinem großen' wirtschaftlichen Kämpf zu unterstützen; Die Regierung hat den׳ Willen und’ die ‘Mächt; dieses freudig gewährte Gastrecht in ^vollem׳ Maße auch : den* jüdischen Gästen• "zu bieten. Und nicht •nrir die Regierung allein, die heimische Bevölkerung der SommergästStätten geht voran in der Abwehr von Beeinträchtigungen, die, von Nazi- Emissären;aus Deutschland 1geschürt/die׳־ Ruhe der Gäste gefährden könntenי .;• .׳ j ■.׳׳•־ ל Wir fordern , daher alle unsere. Freunde auf, Oester- , ■ ' X// reich zü besuchen. .Si&>;(werden״nicHt ־n.ürxeinem’&j$äßensDiehst/der Österreich^ sehen;Judenschaft erweisen, •sondern sie werden; in; der herrlichen Landschaft; Oesterreichs f ü r die eigene E t'h'ö'iü Hg/Ve s’tfe Hs g ead-ng^t 'h a b e*m' '־■;־״ X /71׳י ־ ־••■ *L a ‘ *־! מ י' 1י י* X ./^,;;:4־; nX.-״ i,r• & Der Völkerbuiid und die Lage in Deutschland Lester-Bericht angenommen.— Benachteiligung der Juden in1 Oberschlesien unzülässig; menrere gegen aie juaen uperscniesiens genpneet setze und Verordnungen ge ge 11 ,d i e i n t er n•; nalen Verpf 1 icht ü Hgen, die ־'Deutschland Während die deutsche belelgät/ibn. sich bemühte, die öffentliche Debatte im Völkerbündrat "über .'die bekannte Ber ri h e i m - P e t i ti o n zu' verhindern1 öder zu verschleppen, hat nach mehrmaligen" Verschiebungen eHdIich am Dienstag, vergangener Woche ' die erste Aussprache stattgefunden. Der irische Berichterstatter Lester konstatierte in* seinem Bericht, daß mehrfach V e r 1 e t z u ngen d e r; d e u t s c h - p o 1 n'i s e h e ri K Ö n v e n t i efn d urc h D eu t s C'h'l'a n d v‘ e r f'0 l g t' 's i H d ‘ Und‘ däß mehrere geg;en' die Juden Öberschlesieris gerichtete Geati öübernommen hat, verstoßen. Lester forderte, daßvdie deutsche Regierung dem Völkerbundrat in seiner Septembertagung einen ausführlicheh ■Bericht über die W1 ederg u;t ni a d h ü ri g der an Juden in Oberschlesien verübten Benachteiligungen e r s t ä t.t e. 1 '־ * Da der deutsche Vertreter v. K e 1 l e r den Bericht Lesters nicht an nähmen zu können erklärte und dem Petenten Bernheim die aktive Legitimation, eine derartige Petition für die gesamte oberschlesische Judenheit einzubringen, abspräch, wurde die Ueber- Prüfung' ׳ der deutschen Einwände einem Jur i' s t e nk o m i t e e übertragen. ' , Der deutsche Vertrete? hatte schon früher erklärt, ״die deutsche Regierung erkenne an, däß internationale Vereinbarungen von den Landesgesetzen und -Verordnungen unberührt bleiben müssen und daß, wenn in Oberschlesien Verstöße vorgekommen sein sollen/ an diesen nur nachgeordnete Organe die Schuld tragen können". '; Das Juristenkömitee hat seine Arbeit rascher, als erwartet wurde, beendet und ist einstimmig zur Ablehnun g der deutschen Einwände gelangt. Daraufhin hat am Dienstag, den 6, Juni, der Völkerbundrat neuerlich die Bernheim-Petition behandelt und den Bericht Lesters, bei Stimmenenthaltung des deutschen und des italienischen Vertreters, a n g e rio m me n. Allerdings hat Lester den Bericht im letzten Moment, auf Grund1 der Unterhandlungen, die er ununterbrpehen mit der deutschen Delegation geführt hat, in seiner Form gemildert. In seinem Inhalt ist der Bericht unverähdei’t geblieben. - ..;i. . , Sowohl in der» ersten;als, auch; in!der ,zweiten Diskussion, im, Völkerbundrat haben die F.ü!hr e r nahezu sämtlicher Delegationen. das Wort ergriffen, unter ihnen auch. der französische und der englische. Außenmipister I^aui-Boncour;und,.Sir Jph,n ßfimspu. Vielfach.ist auch, unter, dein ,Widerspruch der , deutschen Delegation, die »Behandlung; ,der, Juden, in/ Deutschland' überhaupt . in einer,, für^.das ,,״Dritte Reich" keinesfalls ,,schipeichelhäften Weise zur" Sprache gekpmn\en. . ,; -Das Ergebnjs der JP(ebattei und der Abstimmung״de? Völkerbundratee; bedeutet ,jedenfalls ־ eine; schwere. Niederläge;für, .die ,deu.tsPÜe ihre Eaudiuu&sW^?־ R,eichsregierung,, ihre F°ütik und Ar I; Rechtsbeschränkungen gegen jüdische 'Anwälte in pbersählesien vorläufig aufgehoben« ׳ Im Züsämmänhärig mit der Gerifer Diskussion über ׳ die Auswirkungen 'der Arierpäirägp*äphen im oberschlesischen Abstimmungsgebiet hat /;der * preußische Justizminister die Anordnung ' getröffen, daß die Entscheidung über die Vertre tun gs- Y e r b o t e 1gegen ' R echt s ä h w ä 11 e dieses ' •Gebietes vorläufig äUs g e' s'e t z t ble i b t/ Es handelt sich, wie ausdrücklich7zu betonen ist/um' eine vorläuf ige Maßnähme; bis zur endgültigen Entscheidung werden die in Beträcht kommenden Anwälte weiter tätig sein. ״B. Z. am Mittag" vermutet, daß diese Maßnahme der Justizverwalturig im engen' Einvernehmen mit dem Auswärtigen Amt getroffen wurde. , ״ Auf der •Tagung des Weltverbandes-der Völkerbundliga vkam es zu einem schweren Zusammenstoß zwischen der jüdischen und der deutschen Delegation, als in der Sitzung der Minderheitenkommission am 4. Juni die Lage der Juden in Deutschland behandelt wurde. Die deutsche Delegation, die die Judenfrage in Deutschland als eine interne Angelegenheit des Reiches bezeiebnete, blieb auf der Tagung völlig isoliert, da sich fast sämtliche Delegierten dein jüdischen Standpunkt •anschlossen und erklärten, daß die Art, wie Deutschland seine Juden behandle, das Gewissen 7der Welt aufrühre und zu verurteilen sei. Das schönste GescMenk sind, V in Preis'und'Qüälität / Gfäfisbäi’ätü'rig äUfch erst * klassige Architekten y' Beachtän Sie die Adresse. W ie n. 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Er umfaßt einen großzügigen Um-, und Aus? bau der Meergegend, Anlage . von -Strandwegen, Hotels, großen Schwimmbecken, Baumpflanzungen und ähnliches. Die'neuen’Obligationeri der Hypotfhekenb a'n k, die־ auf fünf Jahre laufen und mit 6 Prözent verzinst werden, sind auf der Aiexandrinischen Börse ^notiert worden. Es ist das erstemal, däß ein p'äiäätin'ensisches Papier auf. einer Börse zum Verkauf kommt: i;; ’ .* , 1, :■/:!// Der Verband, der. palästinensischen Industriellen •hat eine B an k für die ׳ Gewährung 1 an׳g f r ist i g e r K r edite a־n Indu׳strie 11 e •auf. kooperativer •Basis gegründet.•;/•.;.■-••/■ :->׳ : •.■•.■••*, ׳•׳..• .־׳ , .. ־. :־ :־ ז •י; ' •*. :.. ■ •. . .* 'In-»Haif ä wird eine Fabrik für Stahlmöbel, N ä h m a s ch i n e n t e i 1 e, K i n d e r w a g e n; und F.a h rräder eingerichtet. Das investierte Kapitäl beträgt 10.000 Dollar. ^•/;m / ׳.;,/ In Te 1 r A W»i w, wird. die •Errichtung; einer.; neuen großen Tr.ikotage.nf abrik,und einer Werkstatt zur Herstellung von ׳ K i n d e r s p i:e 1 z;e u g aus Blpch... und Papiermache geplant.... . , :. •; . י : . ,, .... ■ .. ,'n׳■ ׳ , : In, R a m ä t r G a n, dem, neuen Industrieviertel bei Tel-Awiw, sind zwei Fabriken .■für •die Herstellung von Schokolade. und ,Zuckerwaren im Bp,U. ׳ / ״WeItk0Dgreßu wird weiter abgelehnt. Wie wir von bestiriformiertefr, absolut VerläßHclyer Quelle erfahren, halten die großen* maßgebenden jüdii3cjlen Organisationen in• Amerika, England, Frankreich^ Schweiz, Belgien Und Holland ihren ab lehn en d e ri 'S t ä ri dp u n k׳t gegenüber dem von zionistischer Seite initiierten >,W'el't k6׳n gr eß" näch wi!e •vör aufr echt/ Weder der Jewi sh B oa rd öf Depu ti e s, noch das Joint Foreign Com mitte e, noch •das * Apaeri c an Jewish C‘oramittee werden sich ‘ ah dem ״Weltkongreß" beteiligen, dessen־ Vorkonf er eriz' — nach von zionistischer Seite lancierten •Meldungen ' —1• noch ־im heurigen Sommer abgehalteri werden soll. :: ' ‘ Bekanntlich hat die Agudas Jisroel den ״Welt J5 0 n g r e ß״* vom firsten Augenbück an entschieden abgelehrit: Die .Gründe, die däriaäls "für die Äblefinung maßgebend/wären/, *b es t ehe ritaicht •riur unvermindert;weiter, sondern: sie •haben sipb;,.uute|> den heutigen yerhältnigspn noch verd p p,p;e j.t•׳• /v-e/1>■ v i e 1 f a c ht. - - ־• '•״•• —;•■ ־• - ׳• In einer ausführlichen Auseinandersetzung bemerkt der ״Israeli t" biiezu: ״Diese unsere Meinung (Ablehnung des ״Weltkongresses." Red.) hindert uns nicht, zu wiederholen, daß eine ruhige, gänzlich undeniag»gische Zusamraenkunft verantwortungsbewußter jüdischer Instanzen (gemeint ist die von agudistischer Seite angeregte jüdische Weltwirtschaftskonferenz anerkannter Fachleute. Red,) zur Beratung der derzeitigen jüdischen Lag?, wohl diskutabel wäre. ״mir;.־־- י■־־■׳•׳־־;;;;׳.:—-■■ S C |l' PII ־:I RI 1191*1191 Kl tjf. S t KID JCl 9. VI jncji^ciuellr ihrem Gesichte entsprechend modellierte Besitzer der weltbeKannten PerUcken-Kunflwerkitätte W/i^n I K'ärnfnpkrrina־ (gegenüber Hote;i Briet01) h 1\4rn1nernng u mr t«i«p11q1» Nr•

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