Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 19 (1933)
- Issue
- 21-22 (30.5.1933)
- Date
- 1933-05-30
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seile« jüdische . presse Nr, 21/22 . ■***■«a •m ata (tan #0 a a 0 0 a aaa.a 0 aa 0 a 0 1ii1i11tM1tt#-0׳i1MiRiMVtffl[lliiMllMfli'fliriii111MiBfllM1'fl1il:liiMttiKi1׳i1ittiMHf||IMM1fl1׳K e c 11 o s 1 o wü ke «aüiHttiM mm 0■ ■ * 0 0 0 0 ■ 0 0 0 0 0 וי f 0* 10 * .0 0 0 a ■ a 0 0».■';■W # M 00'tf i;0 a *00 ia a ■ a ■ a a a ■ a aa a* a a 0 m a a a .Jüdische44 Politik vor dem Völkerbund. jöls^jttiüsche Völk rüstet *0 seitiem herrllelien DMFest I&t der'1'Erinnerung an das gröttf Jfrfebrtts geweiht, das ein Volk adl Erden 2u ver- JeSftneit hat, der Erinnerung an seine Erhebung züfti EWigReltsvöIke durch die g-ttliche Offenbarung atu Sinai lind' durch den Treueid, den es dem Weltenschöpfer geleistet hat. Däs in seiner Treue zür Thörä trotz allem Ungemach nicht wankend gewordene jüdische Volk auf dem ganzen Erdenrund erneuert diesen Eid. auch an diesem, Schowuosfeste, wie es dies in all den Jahrtausenden seiner wechselreichen Vergangenheit getan hat. Die g-ttliehe Deklaration ״Aiin heutigen Tag bist du zum Volke geworden“ bleibt dein jüdischen Volke für alle Seiten sich ewig erneuernde •lebendige Gegenwart, wie die Verpflichtung zur heiligen Gesetzeshut utiverjährbar und uhvei•- gänglich geblieben .ist, die es seinem G-tt gegenüber ,am Tage seines Volkwerdens vor den Äugen" aller Völker, für alle endlose-Ewigkeit eingegangen ist. Wirkt es nicht wie ein Hohn auf diese’historische Bedeutung des Schowuosfestes und auf den heiligen Treueid des jüdischen Volkes, wenn gerade, in diesen Tagen den herrschenden Völkern. dieser Erde ein ״jüdisches“ Dokujneüii״ yprgelegt wird,,.das die. W e s.e n s z ü g e de s JUdl8ö^hen Volkes in ganz anderem Licht erscheinen läßt; ,alä; Sie die' Offenbarung am Sinai' über alle Zeiten- ׳;stürme hinweg festgeprägt hat? ׳ > .! Dem Völkerbund in Genf wurde dieser Tage eine ״jüdische Petition“ überreicht. Sie vvnrde von dem Wirbelvvind in die Höhe der internationalen Politik geweht, den die Judenverfolgungen in Deutschland hervorgerufen haben, und verlangt die. völkerrechtliche Erklärung der Juden in Deutschland zu einer gesonderten ״Minderheitsnationalität“ mit allen , K o n s e q u e n z c n, die eine solche E r klä r u n g p o 1 i t i 8 ch, wirtschaftlich und kulturell nach sich ziehen muß. Die Petition wurde von einem tschechoslowakischen Juden, dem Advokaten Dr. Emil M a r g u l i e s in Leitmeritz, Präsidenten _ der sogenannten ״Jüdischen Partei“ in der Tscliecho- Slowakei, und einigen seiner engsten zionistischen Gesinnungsgenossen in erster Keihe im Namen der tschechoslowakischen Juden im Büro des Völkerbundes abgegeben. Dieser Umstand legt den Wortführern der jüdischen öffentlichen Meinung, in der Tschechoslowakei mehr als der jüdischen Presse des Auslandes die Pflicht auf, der jüdischen und nichtjüdischen Welt auf das deutlichste zu sagen, daß ־,• / ׳־"! .; . .,, die jüdisch - nationalistische politische Grundänschaüüng eines' solchen Verlangens durchaus nicht als Ausdruck des allgemeinen politischen . Credos der tschechoslowakischen Juden betrachtet .werden kann. Die Juden in der Tschechoslowakei haben ebenso wie das gesamte thoratreue jüdische Volk weder Grund noch die Absicht, ihr historisch bewährtes Verhältnis zu ihren Mitbürgern nach der Rässentheorie eines irregegangenen Nationalismus umzumodeln und in die Reihe der gesonderten;politischen ״nationalen Minderheiten“ einzutreten oder gär f ü r dies es politische nationale S on der dasei n/irgen d welche fragwür dlge internationale Rechtssicherheiten . vom V ö l k erb u n d . z u v e r 1 a n g e n. Ein nationalistisches politisches . ״Minderheitsjudentum“ ist eine historische und tatsächliche Un Wahrheit. Die furchtbare Not der :Juden in Deutschland zum Vorwand zu nehmen, um d a s Rechtsl e b e n des, g e s amten jüdischen Volkes ■in allen Länder n der Diaspora nach den Sonder wünschen extremer, Zionisten ׳aüf s01 ph flä 1 schet und brtichiger Grund- .läge;ü.m;gestalten zu \vpIlen, ist ein solch vg'»**ge*,י daß es eine un^ verzeihliche Unter.Iass,nngssünde an dem j ü d i sch e n V o lke \v ä r e, ihm ni c h t e kt gegen- .zutreten. Die jÜdisch-fiationäliStische Petition an den Völkerbund läuft darauf hinaus, die zionistische ״Nätionälitätenpolitik“, die von den Zionisten seit Jahren hier in der Tschechoslowakei gegen die Wahrheit, gegen die. Vitalen Interessen des Judentums und vor allem ohne irgend welche Willensbekundung des weitaus überwiegenden Teiles der tschechoslowakischen Juden eigenmächtig getrieben wird/ den Juden alter Länder auf z u z w i fr g e n lind für alle Fälle im Völkerbund eine völkerrechtliche Diskussion-Jiber eine inner jüdische Frage .heraufzubeschwören, die zu a.l 1ererst uns Juden angeht und Uber die unter uns Juden selbst ganz bestimmt kein beachte;ns1verter Teil so denkt Wie die Zionisten, die in ihrer unüberwindlichen Anpassungssucht, das jüdische Volk auch hierin nach den Denkmoden ihrer nichtjüdischen Umgebung ״gleichgeschaltet“ wissen möchten. Ist die Politik der ״Assimilation“ wirklich bankrott, wie die Zionisten eingestehen, so bleibe sie bankrott und man suche nicht aufs neue einen Vorwand heraus, um mit dem ganzen historischen Charakter eine andere, viel schlimmere A n g 1 e i c hu n g s p 01 i t i k zu treiben. Wer' gibt der ״Jüdischen Partei“ in der Tschecho- Slowakei, wer gibt Dr, Margulies oder Dr. Motzkin, dem Repräsentanten des interessanten, nur in.der Phantasio ,existierenden ״Comite des delegations juives“, oder wem immer ohne ausdrückliche Befragung der; jüdischen Gesamtheit auch nur־ den Schatten ־ eines Rechts, ■vor den Völkerbund hinzutreten und das jüdische Volk mit ״Rechten“ zu beglücken, die es bisher wohlweislich mit der größten Entschiedenheit weit von sich gewiesren hat? Wir haben Beweise in Händen, daß auch im gegebenen Falle die kompetenten, und bevollmächtigten Sachwalter der throratreuen jüdischen. Gemeinschaft von ihrem wohlbegründeten bisherigen Prinzip nicht, abgewichen sind. Und die deutschen Juden, zu deren angeb־ Iichem Wohl diese ganze politische , zionistische Aktion eingeleitet wurde? Wir gehen sicher nicht fehl, wenn wir behaupten, daß , niclit nur die religiösen, thoratreuen Schichten der deutschen1 Juden, sondern sehr weite Kreise über sie hinaus, ja selbst die besonneneren Teile der deutschen Zionisten in ' ihrer etwaigen Umwandlung in eine gesonderte ״nationale Minderheit“ durch einen eventuellen Machtspruch des• Völkerbundes nur eine Erhöhung ihrer Not un.d einen neuen Akt der V ergew a I1 i g ii n g e'r.bl.Tc ken wü r d e n. Den Vertretern der ״nationalistischen“ politischen Petition selber durfte es übrigens — wenn sie die klaren Aeußerungen des M i n is t e r s Be n e §-. gegenüber dem Korrespondenten des jüdisch-sozialistischen New Yorker , ״Forward“ richtig verständen haben — schon vor Ueberreicliung. ihrer Petition klar gewesen sein, daß mit der ,,Diskussion“ über die jüdische ״nationale Minderheit“ in Deutschland vor dem Völkerbund den deutschen Juden praktisch nicht im allergeringsten geholfen werden könne. t ■ Der Weg der deutschen Juden führt allerdings znm Judentum zurück, aber nicht zu einem Judentum, der nationalistischen Nachahmung, der politischen Phrasen, sondern zum Judentum der wahren jüdischen Eigenart, zum Judentum des -Schowuosfestes, zum Judentum der Thora. Civis Judaeus. Die Schächter und die staatliche Pensions- Versicherung. Die Aufnahme; der in den jüdischen Gemeinden wirkenden Schoehtim in die staatliche Pensionsversicherungsänstält stößt seit Jahren auf große Hindernisse. Es handelt sich um die Frage: Sind Schächter manueile oder in te 11 ektue 11 e Arb eiter? Die Ver- Sicherungsanstalt verweigerte bisher die Aufnahme der Schächter mit der Begründung, die Schächter gehören in die Kategorie der m a n u eilen Arbeiter und seien deshalb zur staatlichen Pensionsversicherung nicht zulässig. Den־Schächtern und ihren Arbeitgebern, •den jüdischen Gemeinden, entstand dadurch ein großer wirtschaftlicher und moralischer Schaden. Die Frage ist jetzt in ein neues; Stadium, geraten. Vor kurzem hatte das Landesamt in Bratislava als Appellationsinstanz Gelegenheit, zu dieser prinzipiell wichtigen Frage Stellung zu nehmen, und traf eine Entscheidung im Sinne des Gutachtens der orthodoxen Landeskanzlei, wonach die Schächter als v o rwiegend intellektuelle Arbeiter in die Kategorie der Gemeindeangestellten einzureiheri seien, deren Aufnähme in die staatliche Pensionsversicherung im Gesetze vorgesehen ist. Diese Entscheidung ist zwar noch nicht generell rechtskräftig, es ist aber nicht anzünehmen, daß das Ministerium für soziale Fürsorge im Appellationswege in entgegengesetztem Sinne entscheiden wird. Nachspiel zu den Jabotinsky־Vorträgen. Der ״revisionistische“ Zionistenführer Wladimir Jabotinsky hat, wie unsere Leser wissen, während der letzten Wochen in Prag, Bratislava, Munkacs und anderen Städten der. Tschechoslowakei vielbemerkte zionistische Agitationsvorträge gehalten. Diese Vorträge bedeuten — wie jetzt auch von den Zionisten allgemein zugegeben ■ wird für den Zionismus einen argen Miß״, erfplg, der nicht einmal von der lähmenden Propaganda wettgemaoht werden kann, mit der die Zionisten aller Schattierungen die Ereignisse in Deutschland zu zionistisehen Zwecken auszunützen bemüht sind, Jabotinsky hat in seiner politischen Naivität den Zionismus allzu deutlich in seinen äußersten politischen Konsequenzen, dargestellt. Die scharfe Logik seiner zionistischen Auffassung über die politisehe.'ßfelluüg der׳ .Juden im Völkerleben Europas sei zwar aus der Zionistischen , Theorie heraus unwiderlegbar, aber sie zeige allzu, deutlich, .wo. der konsequente politische Nationalismus der zionistischen Agitation ־ das jüdische Volk'hinführt, und-,söhrecke die > jüdischen Massen vom Zionismus ab. DiäskWirkünr der Jabotinskyschen Agitation rief in den zionistischen Kreisen eine verbitterte Miß- Stimmung hervor, nicht einmal auf geheitert von den recht ״nationalistisch“ anregenden ״braunen“ Uniformen, in denen die zionistische Jugend Jabotinsky scher Couleur seit einiger Zeit einher trippelt. Manche führende Kreise der tschechoslowakischen Zionisten scheinen eine solche Wirkung der ״unpraktischen“ Deutung der zionistischnationalistischen Politik vorausgesehen und voraus— gefürchtet zu Haben. Diese prophetische Vorausahnung mancher Zionisten hat jetzt, ein recht interessante^ Nachspiel zur Folge. Der Warschauer zionistische ״M oment“ vom 16. Mai erhebt nämlich in einem ״Jabotinskys T r i u m p h - R e i s e ü b‘e r Tschechien" überschriebenen und der Jabotinsky-Agitation dienenden Artiltel scheinbar so ganz nebenher, aber mit beabsichtigter Deutlichkeit — unter ausdrücklicher Berufung auf Jabotinsky selbst — gegen ״heimische Menschen“ der Prager Zionisten die sensationelle Anklage, .sie hätten nicht ganz kor rektermaß en bei den entscheidendpn Stellen des Ministeriums die Er teilung der tschechoslowakischen Einreis.eb e w i 1־ ligung an Jabotins'ky zu verhindern gesucht. Diese Behauptung von ,;revisionistischer" zionistischer Seite droht die Differenzen zwischen den einzelnen ״Zionismen“ zu einem klaffenden Zwiespalt erweitern zu wollen. Denn in dem erwähnten Artikel wird gleichzeitig erzählt, die Prager Zionisten betrachten diese Beschuldidüng der revisionistischen Zionisten als eine böswillige Verleumdung, wegen welcher sie sich auf gerichtlichem Wege Genugtuung verschaffen wollen. So sieht die ״jüdische Solidarität“ unserer Zionisten, untereinander aus, wenn einer ihrer bedeutendsten Führer einmal eine Reise nach der Tschechoslowakei tut und die ״Gefahr“ besteht, er werde — sei es aus welchen Gründen jmmer י— mit dem Gewichte seiner zionistischen Autorität vor den jüdischen Massen den politischen Nationalismus des Zionismus so enthüllen, wie er wirklich ist oder wie er sein müßte, wenn alle Zipnisten den Zionismus logisch zu Ende zu denken, den Mut hätten. EröffnuDg der agudistiseben landwirt- Eröffnungsfeier der agudistischen landwirtschaft- : liehen Arbeitsstätte, r Aus Nitra wird uns berichtet; Am Sonntag, 33. Giner/ wurde die erste agudistische Arbeitsstätte (״Machne Aulim‘1) mv tbepretischen..־, und praktischen landwirtschaftlichen Ausbildung orthodoxer jünger Leute in feierlicher Weise, eröffnet. Hier sollen auch die jungen. Agudistehf atrs 4er Slowakei und P. K.. R., die für die Schäffüirg^ und Erweiterung der orthodoxen landwirtschaftlichen Siedlungen in Erez Jisroel in Betracht kommen, ihre religiöse und praktische Ertüchtigung erfahren. Es sind vorläufig 16 junge •Leüte, sämtlich ehemalige Schüler Von.Jeschiwoth, auf dett Gütern der Herren Heinrich und Julius- Schlesinge r in Ina und Nitra untergebracht.. Die Herren ־ Schlesingerfanden sich in dankenswerter. Weise bereit, ihre Ausbildung selbstlos zu leiten. Zur Eröffnungsfeier fand sich eine große Anzahl der Mitglieder der Nitraer Agudajugendgruppe und Herr; Emil K 01 h aus Bratislava als Vertreter der Agudas Jisroel-Jugendorganisätiön in Inä ein. Dort wurden dip Gäste von den hoffnungsfrohen Eleven aufs herzlichste begrüßt. Bei der Feier ergriff als erster Herr Koth das Wort: Er ermahnte die Teilnehmer an ihre große Aufgäbe und legte ihnen die Erfüllung ihrer Pflichten mit eindringlichen Worten ans Herz. Seine . Ausführungen/ ernteten reichen Beifall. Darauf sprach Herr Isidor K a t z, Vorsitzender des ״Machne-Aulim-Komitees“ der Nitraer Aguda-Jügendgruppe, und spornte die jungen Leute zu vorbildlichen •Leistungen an. Namens der ostslowakischen Agudajugend sprach Herr Hermann Thaler aus Stropkov und berichtete über die Begeisterung, mit der die Schaffung' dieser Arbeitsstätte Und die Zuführung thoräbeflissener junger Leute zur landwirtschaftlichen Berufsbetätigung in den jüdischen Gemeinden der Ostsjowakei aufgenommen wurde. Mit dem Absingen des ״HikoWzu“-Liedes fand die stimmungsvolle Feier ihren Abschluß. Nach der Feier wurden die Gäste von dem allbeliebten Gutsverwalter/Herrn Lamm, auf das: gastfreundlichste bewirtet. . . . Sman-Eröffming an der Bratislavaer Jeschiwo. Sonntag, den 25. Ijar, fand an der Bratislavaer Jeschiwa die offizielle Eröffnung des Sommersemesters in .Gegenwart des Rabbinats, des Gemeindevorstandes, der Jeschiwa־Dozenten und zahlreicher Bne Thora in der üblichen Weise statt. Sne. Ehrw. Herr Oberrabbiner Schreiber leitete den ״Häuptschiur“ mit einer eindrucksvollen Rede ein, in der er die Schüler der Jeschiwo zu hingebungsvollem Lernen, zu religiöser Lebensführung und opferbereiter Ausdauer aneiferte. Von der Bratislavaer Jeschiwo. In den Selbstbildungsvereinen, die innerhalb der Eratislavaer Jeschiwo Horomo tätig sind, wurden zu Beginn des Sommersemesters Neuwahlenvorgenommen. Diesmal standen diese Wahlen im Zeichen der Einmütigkeit und ergaben folgendes Resultat: In den Vorstand des ״Charifus-Vereines“ wurden gewählt die Herren B. Ch. Steiner (Bratislava), W:. Freilich (Chust) und N. Ch. Ehrentreu (Sobotiäte), des ״Magidus-Vereines“ die Herren. J. Löwy (Plesivec). F. Weiß (Chust) und S. Weiß (Nitra). Die allsabbatlichen Vorträge in den Vereinen haben bereits unter reger Teilnahme der Bachurim begonnen. Agudistische jüdische Frauenbewegung in P. K. Rv Der Gedanke der intensiven Arbeit für das orthodoxe Judentum nach dem Programm, der Agudas Jisroel,, der erst seit wenigen Monaten'in die breiten Schichten der religiösen Massen, in den podkarpatskarussischen Gemeinden eingedrungen ist, findet nunmehr immer wirf kungsvoller Eingang auch in die Herzen der jüdischen Frauen und Mädchen. In den Kreisen der Frauen und Töchter wirkte die religionswidrige Agitation des Zionismus bisher fast widerstandslos. Selbst in den frömmsten Häusern waren die Frauen und Mädchen in ihrer beispiellosen Unkenntnis der Gegenwartsfragen des Judentums" in zahllosen Fällen vom ״nationaljüdischen“ zionistischen Modernismus schon so selir in der bedenklichsten Weise angesteckt, daß Gatten und Väter dem Verfall ihrer Familien verzweifelt Zusehen mußten. Erst nachdem einige . der führenden orthodoxen Rabbiner von P. K. R. die Bahn für die Agudas Jisroel freilegten, nachdem eine wackere und begeisterte Jugend, von den Idealen der Agudas Jisroel beseelt, anfing, der zionistischen. Propaganda halt zu gebieten und besonders seitdem die ersten, agudistischen Mädchenerziehungsanstalten, von zielbewußten und strebsamen Beth- Jakob-Lehrerinnen geleitet, auf dem Plan erschienen und vorbildliche orthodoxe Arbeit leisten,. ist neue Hoffnung auf Erhaltung, bzw. Wiedergewinnung der Frauen und Töchter für das wahre/historische Judentum in den Herzen, erwacht. Die Religionsschulen für orthodoxe Mädchen, wo sie schon vorhanden sind, finden allgemeine Anerkennung und gewinnen allmählich das Vertrauen der Eltern und werden zu Anregerinnen für die Gründung solcher Anstalten an änderen Orten. Um aber den bestehenden und noch zu errichtenden Schulen eine unwandelbare und agudistisch zielklare Richtung zu sichern und ihrer religiösen und finanziellen Erhaltung in den Elternkreisen eine organisatorisch feste und gut verankerte Basis zu geben, schreitet man nunmehr in zahl- . reichen Orten zur Gründung von Agudas* Jisroel- Frauen- und Mädchengruppen nach dem Vorbild, wie es in Bratislava, Nitra, surany usw. schon vor Jahren geschaffen würde. Es ist das Verdienst von Fräulein Bözsi G1 ü c k aus Bratislava, Leiterin der Beth-Jakob- Mädchenschue in Slätinslce-DoLy. nach dieser Riehtung in den Gemeinden von P. K. R. von der Theorie zur. Geschichte der Juden In Humenne vöm l3. Jahrhundert bis auf die Gegenwart. Nach den Quellen bearbeitet von David Friedmann, Humennä, Buchdruckerei ״Haladäs“, Beregsas, 1933, Kleinoktav, 86 Seiten. Die Geschichte der jüdischen Gemeinden in der Slowakei und namentlich der östlichen Slowakei ist noch wenig erforscht. ’ Die archivatischen und literarischen Quellen, aus denen die Geschichtsschreibung schöpfen könnte, fließen niQht allzu reichlich. Aber auch das wenige Quellenmaterial, das derzeit noch vorhanden ist, droht unwiderbringlich verlorenzugehen, wenn es nicht bald von sachkundigen Gelehrten gehoben wird. Dem Verfasser des bezeichneten Bächleins gebührt schon dafür Anerkennung, daß er sich der nicht geringen Mühe unterzog, all das zu sammeln, was sich über die Vergangenheit der Juden in Humennß noch vorfindet. Er hat dabei recht Interessantes und Wertvolles zusammengetragen, was auf bewahrt zu werden verdient, Die zusammenhängende Darstellung der Geschichte ist allerdings in Ausdrucksweise und Stil ziemlich unbeholfen. Das fällt indessen bei solchen Arbeiten nicht allzu schwer ins Gewicht, Ein beträchtücher Teil des Heftes beschäftigt sich auch mit der Darstellung von ■Personen und Institutionen der Humennär jüdischen Gemeinde in der Gegenwart: Das gehört nicht hierher/sondern in ein Handbuch der jüdischen Ge-, meinden, Vom Gesichtspunkt der Geschichtsschreibung־ wäre gerade •darin weniger mehr gewesen. Es wäre zu wünschen/ daß die Geschichte auch der anderen Gemeinden der Ost-״ und Westslowakei recht bald ihre Erforscher und LarsteUe? fände. J. J, B,