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Jüdische Presse · 1933-05-05 · 18 (5.5.1933) · page 5

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Journal
Jüdische Presse
Volume
19 (1933)
Issue
18 (5.5.1933)
Date
1933-05-05
Page
– (sequence 5)
Language
German
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tfr. 18 JÜDISCHE PRESSE fäf Pi. K. R. in Ghust, Höff Reuben Bf äun -Ffänkef» die Grüße def Agudojugend in P. K. R. Es begrüßten noch i« Namen der Mümennef Jugendgfuppe Herr 2. E. Spiegel und in Vertretung der dortigen Pirche A. J. Herr W e i ßtti a ri n. Nachmittage begrüßte der Vorsitzende die Ver* treter der Humennßr Gemeinde, in deren Namen Herr Vorsteher Groß die Konferenzteilnehmer freundlich bewiilkommte. In demselben Sinne sprach Herr Ladislaus Klein im Namen der ״Bne Emunim". Dem Tagespräsidium gehörten an die' Herren: Max Weisz, Vorsitzender* W. Goldfinger, Armin Fried, stellvertretende Vorsitzende, Freilich-Koäice, Thaler-Stropkov und Spiegel-Humenne als Schriftführer. Herr Leopold Reiner, Preäov,. referierte über ״Organisation״ und bot einen ausführlichen Ueberblick über die agüdistische Organisationstätigkeit der A. J. von Kattowitz bis zu der im Leben der ostslowakischen Agudo hochbedeutsamen Konferenz in Michalovce. Er erstattete Über die Organisationstätigkeit der ostslowakischen Expositur einen erschöpfenden Bericht und wies die Riehtlinien auf, welche eingehalten werden müssen, wenn die Aufwärtsbewegung eine konstante bleiben soll. Seine Hauptforderung gipfelt in der Ermahnung, daß jeder Agudist seiner Tätigkeit, sowohl der agitatorischen als auch den materiellen Leistungen, größere Bedeutung bei-, messe, als dies bis nun der Fall war. Das Chinuch-Referat hielt Herr Zoltan Rand, Medzilaborce. Er befaßte sich eingehend mit der Notwendigkeit der Heranziehung der jüngsten Jugend zur Sicherung eines entsprechenden Nachwuchses nach dem Beispiel Medzilaborces, wo die Agudajugend die Talmud-Thora- Schule in die Hand nahm und zweckentsprechend reorganisierte. Im Laufe der Debatte kamen auch das Projekt von HandwerkerjeschiWoth' und andere Projekte zur Sprache. Hierauf wird die Beratung mit dem Lernen des Daf Jeumi unterbrochen, das Herr Rabbiner Mendel Kahan, HumennC, vortrug. Sodann referierte Herr Moses Kphn, Medzilaborce, über ״Agüdistische Presse und Literatur“ und wünschte die Schaffung einer Tribüne der agüdistischen Jugend in Form eines in Jiddisch erscheinenden Journals, wo jeder sich über die Jugendprobleme ungezwungen äußern könne. Hierauf wurde von Herrn Jizchok Groß mann, Medzilaborce, ein gediegenes Referat über die nächsten Aufgaben der Agudajugend erstattet, welches sich die Konferenzteilnehmer vollinhaltlich zu eigen machten. ■ Herr Hermann Thaler, Stropkov, sprach dann über Beth-Jakob und führte aus, daß die Förderung dieses Werkes der Agudo nicht bloß den Frauen und Balebatim überlassen bleiben, sondern auch ein Betätigungsfeld der Agudajugend bilden sollte, wobei er rühmend der Preäover Jugendgruppe Erwähnung machte, die im Dienste des Beth-Jekob-Gedankens die jüdische Literatur mit der inhaltsvollen Broschüre ״Zwei Mütter in Jisroel“ von Oberrabbiner M. Ch. Lau n. j. Preäov, bereicherte. Die Schlußsitzung wurde mit dem glänzenden Referat ausgefüllt, welches der Vorsitzende Herr Max Weisz in einer geschlossenen Sitzung über ״Brez Jisroel“ hielt. Als greifbares Resultat dieses inhaltsreichen Referats wird die ,Einrichtung, ,von landwirtschaftlichen Lehrstellen "für ägiidistische' ' junge* Leute in ־ ,nähe Aussicht genommen. Die Verhandlungen in dieser Richtung sind bereits im Gange. Damit ist zugleich die Vorbereitung einer Berufsumschichtung im Sinne Dr. Natan Birnbaums beabsichtigt. ' Korreferent Herr Reuben Braun,, ,Chust, hält, sodann eine begeisternde Rede über das Erez-Ji'sroe 1- Pro g r a m m der Agudas Jisroel. Die darauf folgende Wahl der Leitung der ostslowakischen Expositur brachte folgendes Resultat: Wilheim Goldfinger, Leopold Reiner, Preäov, Armin Fried, Fischei Schreiber, Humenne, Moses Kohn, Chananel Mendlovits, Medzilaborce, Hermann Katz, Trebiäbv, Emil Freilich, Oscher Landau, Koäice, Hermann Thaler, Stropkov, und Siegmund Zsupnik, Bardiov. Nach Annahme mehrerer zweckentsprechender Resolutionen Schlüsse wird um Mitternacht die Konferenz slowakischen Agu(Jöjugend geschlossen. und der Beost- Partei-Palästina. Früher pflegte man' zu sagen: ״Wie es sich christelt, so jüdelt es sich.“ , Heute müßte man dieses Sprichwort nur ג ein klein wenig variieren, wollte man die Propaganda richtig iarem־ Wesen nach kennzeichnen, die jetzt von unseren Zionisten hier in der Tschechoslowakei mit starkem Elan entfaltet wird, um aus der furchtbaren Not! des! jüdischen Volkes, aus der Wirtschaftskrise in der Slowakei und P. K. R. und insbesondere aus .der jüdischen Not in Deutschland für den Zionismus Kapital zu schlagen und, der Zionistisehen Organisation auch aus den Reihen des glaubenstreuen, historischen Judentums neue Mitglieder zu werben. Wir möchten uns nicht lange bei der, sagen wir milde, Geschmacklosigkeit aufhalten, die neuerlich ein Aufruf des bekannten radikalen Fürsprechers des extremen zionistischen politischen Nationalismus Dr. Emil Margulies aufweist, der an, die jüdische; Situation in Deutschland anknüpft und recht kräftig spricht״ um in die ertönende Parole auszuklingen: ״Werbet für die Jüdische Partei.' Tretet der . Jüdischen Partei für die Tschechoslowakei bei!“; Er meint natürlich seine ״Jüdische Partei“, die ״Jüdische Partei“ des politischen Minderheitsnationalismus,' deren Vorsitzender er selber ist. Die ״Jüdische Partei“ braucht — wie man weiß — jüdische Stimmen, wenn wieder einmal eine Wahl kommt: weshalb sollte sie jetzt in der wahlfreien Zwischenzeit nicht auch von dem blutrünstigen Antisemitismus des verwilderten politischen Nationalismus in Deutschland einen kleinen Profit ziehen wollen? Wenn es sich jetzt so kräftig nationalistisch ״christelt“, warum sollte es sich gerade jetzt nicht auch ebenso kräftig nationalistisch ״jüdeln“? Das ist aber letzten Endes vielleicht doch nur eine Frage des Geschmackes und braucht nicht allzu streng mit dem Maßstab jüdisch-politischer Moral gemessen werden. Mehr gelegen ist־ uns daran, was׳ man neuerdings ganz ungeschminkt offen von der mächtigen Bewegung zur An Siedlung in Er ez Jisroel zu machen versucht, die auch unter den nichtzionistischen o r t b 0doxen Juden unseres Lahdes ernste Formen anzunehmen beginnt• Jahrhunderte hinduroh waren es a u sschließlich orthodoxe Juden, die sich unter O p f e r n j e d e r A r t im Heiligen Lande niederzulassen bemüht hatien. Sie waren es auch, ,die dort gemein» nützige und religiös-hulturelle, vom reinsten jüdischen Geist beseelte ־und erfüllte Institutionen errichtet und er» halten haben. Das Aüttauchen des politischen Zionismus und seine kulturelle Orientierung an einem Geist» der hach der übereinstimmenden Auffassung a 11 e r religiösen Autoritäten des historischen, orthodoxen Judentums mit der Treue zum wahren Judentum unvereinbar ist, .hat diese Siedlungsbestrebungen der orthodoxen Juden begreifiieherweise sehr gehemmt und vielfach sogar zeitwellig zurückgedrängt. Erez Jisroel ist aber nicht Zionismüs! Zionismus — als nationalistische Idee und als Örganisation — Wird vom orthodoxen Judentum um so entschiedener und um so beharrlicher grundsätzlich abgelehnt, je mächtiger unter den treuesten Anhängern des glaubenseifrigen jüdischen Volkes der Wille zur Wiederbesiedlung Erez Jisroeis mit gesinnungsstarken Juden nach praktischer Verwirklichung drängt. Der Drang nach einem Leben und nach einer Lebensbetätigung in thoragemäßer Heiligkeit im Lande jüdischer Heiligkeit hat aber jetzt durch Gesamt- und Einzelnot neue Impulse erhalten. Zionisten, wenn sie wirklich nichts anderes Wollen, als das jüdische Volk in Erez Jisroel sehen, könnten diesen Zug nach Palästina als Genugtuung betrachten und, wenn es ihnen beliebt, als Bestätigung der Voraussetzungen für. ihre eigene Politik ■—umdeuten. Vermutlich tun dies auch zahlreiche Zionisten von einigem Horizont — anderwärts. Bei uns geschieht genau das Gegenteil. Und das ist sehr charakteristisch! Hier wird nach traurig berühmt gewordenem neuestem Vorbild verbreitet und mit offizieller Aufmachung verlautbart, die Ansiedlung im jüdischen Heiligen Lande sei das Recht einer — n a t i o n a 1 i S t isehen Partei. Sie habe zur Voraussetzung die organisatorische Zugehörigkeit zur — zionistischen Partei.. ... - . In einer Bekanntmachung in der jüngsten Nummer der offiziell-zionistischen Präger ״Selbstwehr“ \ unter dem Titel ״Bedingungen für die Ein Wanderung nach Palästina“ wird für die• Ermöglichung einer Niederlassung in Erez Jisroel wiederholt die Zugehörigkeit zur Zionistischen Organisation, der Besitz ״zionistischer Referenzen“ u. dgl. angedeutet. Zum Schluß wird sogar ausdrücklich gesagt: ״Die Zertifikate werden in erster Linie den Chaluzverbänden der Zionistischen Organisation zur Verfügung gestellt (Hechaluz, Hechaluz Misrachi und Brit Trumpeldor). Von diesen Verbänden werden Mitglieder zur Beteilung mit Zertifikaten vorgeschlagen, welche zumindest eine zweijährige Fachausbildung genossen haben, gesund sind und über genügend hebräische Sprachkenntnisse verfügen. In besonders berücksichtigungswerten Fällen werden auch nichtorgänisierte Chaluzim mit Zertifikaten beteilt; dies stellt aber stets nur die Ausnahme -da r.“ v > Solchergestalt wird das alte jüdische Erez Jisroel des jüdischen Volkes, zum Partei - P, a 1 ästina deklariert. ,.׳ f’; v Glücklicherweise ist da wohl nur wieder einmal der Wunsch der Vater des Gedankens. Der Völkerbund, das Palästina-Mandat, die englische und die palästinensische Regierung denken über ein“ solches Partei-Palästina vielleicht, denn doch nicht genäü so wie unsere tschechoslowakischen Agitatoren der Zionistischen, ParteirOrganisation. In den gesetzlichen Einwanderungs: und Ansie'dlungsbe st im m u n g en s t e'h t j e-־ äAnfWl 1W־ * vöiL ä. 11 •^d e-ni“ P är't'e i -P äTäs tin a keine Silbe. ׳ , Es wird indessen für alle Fälle gut sein, auch in der Praxis aufzupassen, .daß es sich nicht auch in bezug auf Erez Jisroel bei uns ״jüdelt“, wie es sich jetzt anderwärts ״christelt“! J. J. B. Dr. Josua Gelber s. A. Unter außergewöhnlich großer Beteiligung aus allen Schichten der Bratislavaer Juden wurde Freitag, 2. Ijar, in den Nachmittagsstunden der bekannte und in allen Kreisen beliebte Arzt Dr. Josua Gelber s. A. auf dem Bratislavaer orth. בית עלמין zu Grabe getragen. Mit ihm schied ein Mann aus dem Leben, der es sich wahrlich verdient hatte, daß das Judentum um ihn trauere. Aus einer alten Bratislavaer frommen Familie stammend, wurde er von Kindheit auf im Geiste der תורה und יראה erzogen Eigenes Streben ließ ihn den ärztlichen Beruf als Lebensaufgabe wählen und die innere/Festigkeit seiner , religiösen Ueberzeugung war stark genug, um allen vermeintlichen und wirklichen religioriswidrigen Nötigungen dieses akademischen Berufes Widerstand zu leisten und ihn unter mancherlei Opfern der uneingeschränkten Thoratreue zu erhalten. In seiner bescheidenen Art rechnete er sich diese Treue niemals als besonderes Verdienst an; sie, ist es aber in Wahrheit, weil sie leider auch heute noch hierzulande von der -— allerdings unbegründeten — Regel abwich; Der Wesenszug in Dr. Josuas Geibers edlem Charakter war die, Gewissenhaftigkeit in der Pflichterfüllung, geleitet von der Güte und Milde eines mitfühlenden Herzens. Das trat ebenso in seiner jüdischen Lebensführung, nicht minder als in seiner Berufstätigkeit als Arzt wohltuend zu Tage. Unermüdlich und mit ganze m Herzen fühlte er sich vor השי׳ת verantwortlich für Gesundheit und Leben der zahlreichen Menschen :— und insbesondere der unbemittelten Menschen —, die sich an ihn wandten und bei seiner Tüchtigkeit und seinen Kenntnissen vor körperliehen und damit •verbundenen seelischen Qualen Hilfe suchten. So stiftete er als Mensch und als Jude unablässig Gutes und ward damit zuin Wohltäter an der leidenden Menschheit. Der Segen und der Dank vieler Tausender geleitete ihn denn auch an die Pforten der Ewigkeit, wo er den reichen Lohn für sein selbstloses, humanes, irdisches Wirken empfangen wird. Der aufreibende Beruf schwächte vorzeitig seinen Körper und er erlag, nicht ganz 55 Jahre alt, in einem Sanatorium in der Tatra einem Leiden, das ihn inmitten seines ,edlen Schaffens ereilt hat. An der הלןי׳ nahm die ganze Gemeinde teil. Wegen des herannahenden Sabbats mußte, von Hespedim, Aßstand genommen werden. Herr Rabbiner U n s d ö r f or verdolmetschte bloß in einem kurzen Nachruf den aügemeineh Schmerz, den der Heimgmg eines so trefflichen Menschen hervorgerufen hat. Möge der Allmächtige den Hinterbliebenen, der gram» gebeugten Witwe, dem Kinde *und der greisen Mutter des Verewigten und allen, die um ihn trauern, Trost spenden :!י•:•■■.•,■■.;■•• - חנצג׳ח ■ J! J. B. - R, Salraon Steiner ין׳ ל Äm 4, Ijar ־verschied in Bratislava plötzlich der bekannte Sofer R. Salmon Steiner דל im Alter von siebzig Jahren, Er genoß in :der Gemeinde Ansehen als gewissenhafter יסק גמלאגח הקודש? dem es ge» gönnt •war, 43 ס5ווי תודח mit eigener •Hand zu schreiben. Auch im Vereinsleben betätigte fef dich aueh sonst uni תויה und צוצות redlieh Kinder erzog er im besten Sinne zu streng ofthödoxei Juden und dis sieh 1m Leben bewähren. Sein unerwartetes Hinseheiden wenige Tage ־ nachdem ihm anläßlich seines siebzigsten Geburtstages zahlreiche Segenswünsche ausgesprochen worden Waren* wird in weiten Kreisen aufs schmerzlichste empfunden. Eine große' Trauerversammlung folgte am 5. Ijar seiner Mitoft." ft der Wohnung verabschiedete sieh von dein HSimgegafi‘» gehen Herr Rabbiner Sigm. Ungar namefiS der Familie m einem eindrucksvollen Nachruf. ÄUf dein ע?י0י>ן svä sprach zunächst Herr Rabbiner Sal. ü n s d ö f f e r itti Namen der Chewra Kadische, Darauf widmete Sne. Ehrwv Herr Oberrabbiner Schreiber de» Verewigten einen tiefempfundenen Hesped und würdigte seine Verdienste. Der ehrwürdige Redner gedachte bei diesem Anlässe auch ehrend des am Freitag kurz vor .Sabbösanbrüch, be■* statteten Dr. Josua Gelber und Wies in schmerzbewegten Worten auf die aufregenden Ereignisse der letzten Wochen hin, die das ganze Judentum eindringlich zur aufrichtigen ש ו ב ה ft ermahnen. Herr Rabbiner S. Kalisch sprach als persönlicher Freund des Heim■? gegangenen und als Vereinsrabbiher des Bethauses. ״Poel Zedek“, zu dessen *Vorstehern er Jahrzehnte hindurch gehörte. Möge sein Andenken ein Segen bleiben. ..! \ ת. נ צ ב ה. Eilen sie zum II. Leöpoldsg. 25, (Ecke Gr. Pfarrg.) und kaufen Sie Ihr Klassenlos;/ Ziehung schon am 16; und 18vMai^ Telephonische Bestellungen: A-46-6-81; Spezialhaus für Wolle und Strickgarne Moritz Nagel Wien, II., Taborstraße 1?. Fabriksniederlage. Wirk- und Striokmoden. 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