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Jüdische Presse · 1933-03-10 · 10 (10.3.1933) · page 5

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Journal
Jüdische Presse
Volume
19 (1933)
Issue
10 (10.3.1933)
Date
1933-03-10
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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•Nr, iö Dr.-Rfügef-Heifn. Am Sonntag, den 5. d., fäfld iffi Bf.-Krüger-Meim unten grölen Beteiligung eine Trauer־ feien für den venstönfeenen öfeentnediainätnät Df. Krügen statt. Die Vi2et>räsidentiü Br. fieiene Stein enöffnete die TrauerverSammlung, begrüßte die zahlreich erschienenen Delegationen und Persönlichkeiten und schildefte in bewegten Worten den Werdegang des Vereins, an dessen Gründung auch sie teilgenommen hatte, und all die großen Leistungen des verewigten Präsidenten, ln einer großangelegten' Hede hielt nunmehr Herr Häfebiner Dr. Joel Poll ak einen würdigen Nachruf, in welchem er die großen, unvergänglichen Verdienste des dahin־ geschiedenen Präsidenten und Gründers des Vereines Würdigte. Hit tiefer Bewegung verkündete er den mündliehen letzten Willen des Verewigten, nach welchem die Leitung dieses HaUses in die Hände seiner Gattin zu legen sei. Frau Hermine Krüger hat als Vizepräsidentin in aufopferungsvollster Weise durch mehr als .zwei Jahrzehnte ihrem Gatten zur Seite gestanden und hat besonders in den letzten Jahren unermüdlich für das Heim gearbeitet. So soll der Name Krüger auch weiterhin innigst mit dem Heim verbunden sein. Namens der Schützlinge dankte noch zum letzten Male ein Mädchen dem verstorbenen Präsidenten für all seine Liebe und Güte. Mit ergreifenden Worten der Prau Dozent Landsberg, Leiterin der Beth-Jakob-Schule, die namens des Lehrkörpers und der sonstigen Mitarbeiter den Dank aussprach, schloß die würdige Feier. RestauratenrNagel ehern. Hotel New York jetzt; ll.y Praterstraße 33 Die Pflidii ruf»! Das Pessachfest steht vor der Türe. In allen jüdischen Häusern beginnt ein großes Reinemachen, ein Einkäufen und Bestellen. Der Schneider wird zum Maßnehmen bestellt; ,die Auslagen der Damen- und Herrenmodegeschäfte werden mit besonderer Aufmerksamkeit betrachtet; Handwerkern verschiedenster Art werden Aufträge erteilt; fehlendes Geschirr wird ergänzt usw. Bei dieser Gelegenheit fühlen wir uns verpflichtet, jedem ins Gedächtnis zu rufen, wie schwer die schabboshaltende Kaufmann- und Handwerkerschaft um ihre Existenz ringt. Wollte jeder einzelne nur einen Augenblick nachdenken; die Schwierigkeiten überlegen, die er selbst zu überstehen hat, um den Schabbos für sich und seine Familie zu retten; wollte jeder einzelne überlegen, daß er für seine eigenen Kinder — früher oder später — Anstellungen bei schabboshaltende n Firmen suchen wird, dann könnten wir uns diesen Appell ersparen. So aber, da dies leider nicht der Fall ist, rufen wir allen jüdischen Frauen und Männern zu: Denkt daran, daß es in allen Branchen schabboshaltende Kaufleute, Gewerbetreibende und Handwerker ׳ gibt, die die Krise härter als alle anderen getroffen hat. Sie sind ebenso billig und ebenso 1 e i s tü n g s f a h i.g' wie alle anderen. Kauft bei ihnen! DiePflichtruft! "־־ la Schmalz שי 5סח garantiert naturrein in Dosen S 5.— per kg. Prima Masthühner lebend per kg S 2 20. Eigene Mastanstalt .u. Schlachthaus. MAX FRIEDMANN II, Gr. Schiffg. 6 _Tel. A-43-2-25 / Unter Aufsicht der Schiffschul Moderne Seidenstoffe 1 z1 fu״g M. Heschel II, Heinestraße 13 / Tel R-41-2-40 Möbelkauf ist Vertrauenssache! Man geht daher am׳ besten dorthin, wo man bei billigen Preisen fachmännische Beratung und kulante Bedienung erwartet. Man geht also zu M. Redler, I., Schottenring 35 (siehe Inserat). KINDER-ECKE...... Purim. Aus der Megillo. In König Achaschwerosch’ Tagen, Hatten die Juden nicht zu klagen; ln seinem mächtigen, großen Reich, Waren alle Untertanen gleich. Doch darob unsere Brüder der Pflichten vergaßen, Verbotene Speisen sie ungescheut aßen, Vermengten sich mit den Völkern beim Wein, So konnten sie kein ״Am kodaüsch״ mehr sein! Durch ihre Schuld hätten sie kläglich geendet, Wenn G-tt nicht noch alles zum Guten gewendet! Noch eh’ uns die bittere Krankheit ereilt, Schickt er das Mittel,!das diese heilt! Esther, die holde Mädchenblüte, Ward zur Königin bestimmt, Damit G-tt durch sie verhüte, Daß unser Volk ernsten Schaden nimmt! Denn, Homon horoscho, wie bekannt, War, nächst dem König, der Erste im Land; Jeder sollte sich vor ihm neigen, S o wollte seine Macht er zeigen. Auch von Mordechai, mit drohenden Blicken, Forderte Homon diesen Tribut; Doch Jener erwidert: ״Vor G-tt nur bücken Werde ich mich, als wahrer Jud’! Dies hat Homon sehr verdrossen Und er hat sogleich beschlossen Zu vernichten, mit einem Streich, Alle Juden, im ganzen Reich! Mit verleumderischer Klage Tritt er vor den König hin« r ,! JüDßCHEPKESSE PS % Aus dem Testameftt des Grand Rabbin von Rhodos. Im Alter von tS Jahren verstarb Grand Rabbin Reu b e n E11 j a h u Israel Von Rhodos, ein Abkömmling einer altangesehenett Rhodeser Rabbiner famiiie. Seinem in spattiölischer Sprache an seine Gemeinde gerichteten Testament von ergreifender Ernfachheit entnehmen wir folgenden Abschnitt: Durch den S’chus der Mizwas Miloh, die ich samt meinen Eltern s. A. erfüllte, und durch deren Segnungen bin ich glücklich festzustelien, daß mich die g-ttliche, beschützende Hand während meines Lebens vor bösen Begegnungen, Todesgefahren, Elend usw. bewahrte. Ich will sagen, daß ich diese Welt von verschiedenen Gesichtspunkten glücklich Verlasse, obgleich zwei religiöse Ent- Weihungen, welche in dieser Gemeinde geschahen, mein Leben in den letzten zwei Jahren verbittert haben, und mit diesem Schmerz und dieser Verbitterung werde ich eingesammelt in den Schoß der Erde. Diese religiösen Entweihungen sind: die Entweihung des Schabbos und die Zurückziehung Unserer kleinen Kinder von den Israelitischen Schulen. Ich bitte beim Verlassen dieser Welt die Urheber dieser religiösen Entweihung, diesen falschen Weg zu verbessern und ihre kleinen Kinder zurück zur jüdischen Lehre zu führen. Seid nicht die Ursache der vollkommenen Entfremdung des Sabbats in unserer Gemeinde. Denkt an den traurigen Ruhm, der euch folgen• wird, wenn man sagen wird: Es waren Tizian, Cains und Sempronius, die den Schabbos in unserer Gemeinde seiner Stellung beraubten. An der Schwelle des Grabes hege ich noch die Hoffnung, daß ihr von euren Sünden lassen und den Weg eurer Väter gehen werdet. Zimmermaler Kolm emofiehlt sich zur Ausführung von Malerarbeiten jeder Art. II, Rote Kreuzgasse 3 Telephon A-45-5-37 tMtef diosom Titel hat Hüpf Zwl Ar je T#ef 3ki, ein Schwiegersohn des Gzortkower Rebbe in diesen Wochen im Selbstverlag ein kleines Büchlein von knapp 60 Seiten erscheinen lassen. Charakteristisch für die Tendenz des Büchleins scheint mir folgende Steile: ״Wer unterwegs ist, sein Lernen unterbricht und äusruft: Wie schön ist dieser Baiim, wie schön ist diese Furche, dem rechnet es die Schrift ätt, wie wetttt er sich in seiner Seele verschuldet hätte." Da fragt die g-ttfremde Wissenschaft: Ist denn das Judentum so ferne und feind aller NaturbetrachtUttg und Würdigung, daß, wenn der Mensch, von der Schönheit der Natur ergriffen, sie preist, sich in seiner Seele verschuldet? Wußten unsere Weisen nicht Von der Schönheit des Weltalls? Die Antwort: Ja, auch sie wüßten davon, aber das ist der Kern des Pr0b 1 em-s: für sie ist auch die Naturbetrachtung, die Harmonie im Weltraum nur Mittel zum Z w e c k, G-tt zu verehren. Wer da auf dem Weg der Erkenntnis schreitet, die Dinge beobachtet und seine Beobachtung plötzlich unterbricht: Der Baum ist schön, die Furche ist anmutig, er sieht Feld und Waid und Baum und Strauch, denkt aber nicht an den G-tt, der Baum und Strauch und Feld und Wald geschaffen, der hat sich in seiner Seele verschuldet. In den Erscheinungen und hinter den Erscheinungen G-tt finden, das ist der Zweck aller menschlichen Leistung, allen geistigen Strebens, aller seelischen Kraftentfaltung. Für unsere Zeit, in der man nur nach dem Nützliehen fragt, ist dieses Buch, das uns zeigt, daß, im jüdischen Geiste beobachtet, Gut und Nü-tzlich eines ist, eine große Lehre. Wenn der Geist, aus dem heraus dieses Buch geschrieben ist, in unsere Herzen eingeht, wenn die Welt- und Lebensanschauung, die aus diesem Buche sprechen, uns zu innerem Besitz werden, dann war für uns die Lektüre, ja mehr als das, das Lernen •in diesem Buche הטיב והתכלית gut und nützlich. X sc hechoslowa kei Präsident Masaryk 83 Jahre ait. Jahr um Jahr bedeutet der Geburtstag des Präsidenten Masaryk.einen Festtag für die gesamte Bevölkerung der Tschechoslowakischen Republik und eine willkommene Gelegenheit zur Bekundung aufrichtiger vaterländischer Gesinnung. Mitten in den furchtbaren Nöten der Zeit und der allgemeinen bangen Unsicherheit in der aufgewühlten Gegenwart erwächst aus dem Bewußtsein, daß ein Mann von der ragenden geistigen und moralischen Größe Thomas G. Masaryks ihr oberster Staatslenker ist, den Angehörigen des tschechoslowakischen Staates ein befriedigendes Glücksgefühl des politischen Geborgenseins. Das ist es, was dem 7. März alljährlich das Gepräge erhebender Volksfeste verleiht. Das ist es, worin die Bevölkerung des ganzen Staates von einem Ende zum anderen, ohne Unterschied nach Konfession, Nationalität, Welt- und Lebensanschauung einig ist. Das ist es, was die ideale Persönlichkeit des Präsidenten schon bei seinem Leben zur historischen Gestalt erhebt. Das ist es aber auch, was uns Juden gleich allen anderen gläubigen ■Menschen in diesem Staate am Geburtstage Masaryks in die Bethäuser drängt, . um dem Schöpfer für die Weisheit und den Seelenadel zu danken, die Seine heilige Gnade in das Herz dieses Staatsmannes gepflanzt hat, damit esSeinen Willen erkenne und wisse, im Wandel auf Seinen Wegen das Wohlergehen des .Schildert die Juden als Last und Plage, Wandelt so des Herrschers Sinn; Sagt, sie bedrohen des Königs Thron, Sprechen allen Gesetzen Hohn! Man könne s|e nicht mit Milde richten, Sondern müsse sie allesamt vernichten! Dies mit Erfolg und rasch zu betreiben Läßt er eine Urkunde unterschreiben Und verkündet im ganzen Land, Den strengen Befehl, von des Königs Hand. Als Mordechai voll Schrecken dies vernommen, Beeilte er sich, vor Esther zu kommen; Er flehte sie an, dem Volk beizustehn, Damit ihnen' kein Leid kann geschehn! Ohne lange zu überlegen, Erbittet Esther nur Mordechais Segen Und begibt sich zum König hin,' Zu erweichen seinen Sinn! Voll Huld wird sie von Achaschwer’ empfangen Ja, er bittet sie, etwas von ihm zu verlangen! Was könnt’ es da Kostbareres für sie geben, v Als ihrer Brüder Gut und Leben?! Kaum hatte der König die Wahrheit vernommen Hat sofort den Befehl er zurückgenommen. Auch Homon, der Bösewicht, Entging der verdienten Strafe nicht! Wo bisher Trauer geherrscht im Land, Juhel und Wonne jetzt Eingang fand! Dem Ewigen gelobten sie auf's neue, Mit heißem Dank, von nun an, Treue! Esther und Mordechai, den Hilfsbereiten, Ward ein Denkmal gesetzt, für alle Zeiten! In der Megillo, Jahr für Jahr, Lesen wir von dem edlen Paar! Nur in den Bahnen der Thora zu leben Müssen wir uns immer bestreben! Wenn dennoch einmal vom Weg wir irren, Soll Purim reuig zurück uns führen! Bas Jaakow. י Staates zu suchen und durch rechte Taten zu erstreben. Auch in diesem Jahre wurde der Geburtstag des Präsidenten in allen jüdischen Gemeinden, Schulen und Bethäusern im Rahmen von Festg-ttesdiensten und Schulfeiern würdig begangen. . Möge der Allmächtige die Gebete erhören und Thomas G. Masaryk dem tsehechoslowakischen Staate zum Segen der Menschheit noch lange erhalten! Die Versammlung der Galanta-Chuster-Talmidim. Die in Gründung begriffene Vereinigung der ehemaligen Schüler des ehrw. Herrn. Obberräbbiners J. H. Duschinsky wird über Beschluß des Bratislavaer Vorbereitungskomitees auf Wunsch Sr. Ehrw. des Herrn Oberrabbiners Schreiber in Bratislava, ü. zw. am muuiag, ucu 40. iNiaötUi _ פ־ תזריע finden. Das ausführliche Programm der Veranstaltung wird in kurzem bekanntgegeben werden. Anmeldungen wolle man so fort an die Adresse E p hr aim Kai s er, Bratislava, Ursulinergasse 10, richten. Se. Ehrw. Herr Oberrabbiner Duschinsky weilte vorige Woche in Budapest. Diese Gelegenheit nahmen seine dortigen Schüler war, um sich zusammenzuschließen und ein Vorbereitungskomitee ins Leben zu rufen. In Ungarn wohnhafte ehemalige Schüler wollen sich ehestens bei Herrn Klein Markusz, Buda- Pest, VII., Dohäny-u. 39, anmelden. Der 7. Adar. In den meisten Gemeinden der Slowakei wurde der 7. Adar in der traditionellen Weise als Tag der Buße mit Hespedim auf die während des abgelaufenen Jahres heimgegangenen רולי חורה וצדיקים begangen. In den Gemeinden, wo die Trauerbotschaft hingedrungen war, gedachte man auch schon des am selben Tage zu Grabe getragenen Rabbi Josef Baumgarten-?.זצ in tiefster Trauer. ■ * ״Großverhören" an der Bratislavaer Jeschiwa. Dienstag, den 9. Adar, nahm Se. Ehrw. Herr Oberrabbiner Schreiber in Gegenwart der Vertreter des Rabbinats, des Gemeindevorstandes, des Dozentenkollegiums und zahlreicher 1בני חןיי und אוהבי חורה das große Verhören im ״Hauptschiur" vor. Die Schüler der Jeschiwa legten auch diesmal Beweise ihres Fleißes und ihrer reichen Kenntnisse an den Tag. Sie erregten Bewunderung in ihrer Ausdauer beim Studium der הוהיק an dem sie trotz der vielen Entbehrungen, ׳ die ihnen die Wirtschaftskrise auferlegt, unerschütterlich Festhalten. Der ehrw. Jeschiwa-Leiter sprach seine Zufriedenheit mit den Resultaten der Prüfung aus. Agudas-Jisroel-Jugendgruppe in Senica. Aus Senica berichtet man uns: Am 20, Fbbruar wurde die Generalversammlung der Jugendgruppe bei großer Anteilnahme der Vereinsmitglieder abgghalton. Herr Präses Moritz:- Koh n, sprach über die Tätigkeit des Vereines im Vorjahre und forderte die Vereinsmitglieder auf, sich weiter mit vereinten Kräften zum Ge■ deihen des Vereines zu betätigen. ■Bei der Neuwahl wurden folgende Herren in die Leitung gewählt: Moritz Kohn (Präses),.Arpad Grünwald (Vizepräses), Lädislav Sterner (Kassier), Ludwig Fischer (Sekretär), Imre Grünwaid, William Sterner, Eugen Winter und Beia Schrank (Ausschuß), Josef Klein und Leo Hirsch (Kontrolle). -/ . Verein ״Wohltätigkeit" in Bratislava, Der Verein ״Wohltätigkeit" zur Unterstützung in Not geratener Judenin Bratislava legt seinen 30, Jahres■׳ bericht pro!932 vor. Der Verein versteht den Sinn seines- Namens nicht in der Gewährung von Almosen an dürftige Bittsteller, sondern er hilft in Not geratenen Bratislavaer Juden durch Darlehen, die zurückbezahlt werden müssen, Ks kommen dahei in der Hauptsache Handel- oder Gewerbetreibende in Betracht, deren Würdigkeit und £§»

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