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Jüdische Presse · 1933-03-10 · 10 (10.3.1933) · page 1

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Journal
Jüdische Presse
Volume
19 (1933)
Issue
10 (10.3.1933)
Date
1933-03-10
Page
– (sequence 1)
Language
German
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t|$iBtR& *teiflt pwt a vt&mtimm «fc. M k0 Äelttttigeti «««1 Verleget vemiMet jotttBäi e*p&u6 m vwam. V. b. b. ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. Redaktion und Administration: Wien» IL, Malzgasse 12 ä. ״Tel* A-48-4-15. — TscheCho* Slowakei: Bratislava, Postfach 140. Erscheint Jeden Freitag. — Redaktionsschlußi Mittwoch Mittag. AböiitiementpfEise i öatizjfihrig i für Oesterreich $ 16, Tschechoslowakei tschech. K* 80, das übrige Ausland 3 Dollar* Einzelnummer öst. Gr. 40. Zahlungen auf Konto ״indische Presse״, Wien« für Oester* reich: Poatsuarkassertkontn Nr. D-93614; Deutschland :Post* Scheckkonto Berlin Nr. 12k619; Jugoslawien! Postspk.-Amt Zag: eh Nr. 40217;א ölen: Postspark.-Amt WarschauNr.190409: Ungarn t Postspk.-Artit Budapest Nr. 50170; Schweiz 8 Pö$t* scheckk. Zürich vill, 4Ü7; für die Tschechoslowakei 8 ,]fldiscne Presse",Bratislava,Poatspk.-AmtPragKonto Nr. 53386 Nr. 10 | Wien-Bratislava, 10. März 1933 ב*ה ווינא״פרעסכורג יג׳ אדי תרצ*ג. 19. Jahrg. Rabbi Josef Bauitigarten זצ״ל יוסף איננו... Ein großes Herz hat zu schlagen aufgehört.- Nie wieder werden wir uns an seiner Glut erwärmen können! Eine lodernde Flammenseele ist hienieden erloschen. -r Nie wieder werden wir uns an ihrem Feuer entzünden können. Zwei wachsame Seheraugen haben sich für immer geschlossen. —-Nie wieder werden wir in dieses Meer von Liebe schauen können! Ein Mund, aus dem das lebendige G־tteswort entströmte, ist für immer verstummt.-Nie wieder wird er uns lehren, raten und mahnen können! Eine starke Führerhand ist für immer erlahmt.- Nie wieder werden wir sie ergreifen und zu unserem Munde führen können! v Ein g-ttbegnadeter Gesang ist für immer verklungen. --Nie wieder werden wir die silbernen Glockentöne seiner Stimme hören! Nie wieder in diesem Leben, nie wieder . . . .! Vergeblich mühen wir uns ab, ein Bild dieser gewaltigen Persönlichkeit zu entwerfen. Auf Porträtähnlichkeit müssen wir im vorhinein verzichten. Nur eine flüchtige Skizze, ein paar zaghafte Striche, sollen wahllos einige Charakterzüge herausgreifen und einzufangen suchen. Vergebens! Aehnlich würde es uns ergehen, wollten wir einem Fernstehenden in einigen Sätzen den wesentlichen Inhalt etwa der Thora se 1 bst schildern wollen. So vielfältig und doch so einheitlich war diese Persönlichkeit . . . Aber dieser Vergleich gibt uns den ersten Anhaltspunkt, w o wir unseren Stift ansetzen müssen: Die Thora war sein innerstes Wesen; nicht nur sein Hirn, sein ganzes Gefühlsleben war von תורה erfüllt. Nichts war ihm so zuwider als ein Lernen משפה לבחוץ ein Thorastudium, welches den Studierenden kalt lassen konnte. ״Wem die Thora nicht ins Innerste seines Herzens eindringt, der kann in das Innere der Thora nicht eindringen!“ war sein Wahrspruch. פנימיות של חורה der inneren Stimme der Thora zu lauschen und sie zu ־ verkünden, betrachtete er als seine eigentliche Aufgabe. Die הוראה war sein Wirkungskreis. Die vier Ellen der ד. ל כ ה waren die Grenzen seines Betätigungsfeldes. Vier Ellen! Welch enges Gebiet und wie unendlich weit der große ״Dajon“ diese seine Domäne ausdehnte. Sie umfaßte alles, was den jüdischen Menschen und die jüdische Gesamtheit betraf. Jedes Problem prüfte er mit der Lupe der הוראה und entschied. Bedächtig und rasch war diese Entscheidung. Gerade, klär und sauber, wie alles, was er sprach und schuf. Rasch entschlossen schritt er zur Tat und handelte, zielbewußt und mutig. Ja, Mut war sicher eine seiner bezeichnendsten Eigenschäften! Wie unerschrocken konnte er kämpfen, wie ansteckend war sein Mut, wie konnte er mitreißen! Und doch war dieser tapfere Mensch von einer unendlichen Bescheidenheit unci /Demut. Kein Schimmer von menschlicher Eitelkeit haftete an ihm. Liebenswürdig im F e i n e D a m e n m o d e n F. Borenstein״ Wien II. HollandstraOe 1 Fernruf: A-45-6-49 Stets neueste Modelle in Kleidern, Mänteln and Kostümen, Blusen, Schoßen, Schl&fröcken, Pyjamas etc. aus eigenen Werkstätten. Separate Maßabteilung. (Kostüme und Mäntel werden ausschließlich nur von Herrenschneidern unter meiner persönlichen Leitung gearbeitet.) Schaatnes-irei, Umgang, von einer bezaubernden Leutseligkeit und Einfühlungsfähigkeit, flogen ihm alle Herzen zu. Wie weich konnte er sein, dieser tapfere, unbeugsame Kämpfer. Welch heiße Tränen konnte er bei seiner heiligen Tefiloh vergießen. Wie ein kleines Kind weinte er, wenn er seinen Getreuen מוסר sagte, wenn er ihnen wehtun mußte. י ' Als 13jähriger Knabe kam er an die, Jeschiwah nach Mattersdorf. Dort ist er zu Füßen seines großen Meisters ר׳ שמואל עהרענפעלר וצ*ל . . des Verfassers des ח ח ן ם ו פ ר Jahre und Jahre gesessen und wurde bald dessen Lieblingsschüler. Vor etwa 42 Jahren holte ihn ר׳ זלמן שפיטצער זצ-ל nach Wien und machte den kaum 27jährigenzum.^vi מורה der Schiffschul. Bis zum Ueberquellen -erfüllt von Lehre und Geist seines großen Meisters, ergriff er das ihm anvertraute Steuer. Ins בית המדרש עין הייש. verlegte 5ר׳ יוסף זצ־ das Schwergewicht seiner segensreichen Tätigkeit. Bald drückte er dem סדר הלמוד und dem סדר התפלה den Stempel seiner einmaligen Persönlichkeit auf. Sein Lernen, so klar und tiefgründig es war, mutete eher wie עבודה an. Seine תפלה und עבודה war Gesang zu Ehren G־ttes. Der Wohlklang seiner Stimme, voll Musikalität und Gefühl, erhob sein Gebet in himmlische Höhen und nahm seine Zuhörer ins Schlepptau, Aber auch seine bloße Anwesenheit, in stillem Gebet versunken, schuf eine heilige Atmosphäre. Der Geist von יראה und .ה ר. ל ה ב ו ר der heute dort herrscht, ist Geist von s e i n e m Geiste. In mühsamer, zielbewußter Arbeit hat er gleich משה רבנו in mehr als 40 Jahren ein neues Geschlecht großgezogen: Die junge Generation der Schiff schul und die Agudas-Jisroel-Jugendgruppe. Die Jugendgruppe war seine ureigenste Schöpfung. Seiner väterlichen Liebe, seinem weisen Rat und nicht zuletzt seiner eigenen jugendlichen Frische, die ihm bis ins späte Alter erhalten blieb, gelang es, eine Masse von Hunderten jungeri Menschen zu einer homogenen Einheit zusammenzuschweißen. Mit Begeisterung scharte sich die Jugend um ihn und ließ sich von ihm führen —• dorthin, wo er sie haben wollte: Inmitten der Großstadt auf dem Boden der חורה. V Nur eine flüchtige Skizze mit unzulänglichen Mitteln, ein paar zaghafte Striche, wahllos herausgegriffen ... Wahrlich, nichts Erschöpfendes konnten wir geben. Wer könnte es auch wagen?! . . Heute, im Freudenmonat משנכנס א ד ר מ ר מי ן ב ש מ ה ה dürfen wir uns nicht in den Schmerz verbeißen, ״daß G-tt ihn uns genommen hat“. Wir müssen der Gnade und des ' Glückgefühls eingedenk sein, daß ״G־tt4hn uns gegeben hä.t“, daß wir ihn 42 Jahre besitzen durften! Nicht alles ist verlorengegangen. Sein. Lebenswerk׳ wird weiter bestehen. Dies und sein heiliges Andenken verbleibt uns noch und — die Hoffnung! Die Hoffnung,*daß sein leiblicher und geistiger Nachfolger ׳הדדר שלמה ב ו י מ ג א ר ט ע ן שלים־א eine ähnliche geistige Entwicklung nehmen werde. Längst befürchtet und trotzdem unerwartet früh und rasch drang am vergangenen Schabbos die erschüternde Kunde in die jüdische Welt, daß die Säule der Weltorthodoxie, der Stolz der Wiener gesetzestreuen Judenheit, der väterliche Freund aller Gedrückten und Leidenden, Rabbi Josef Baumgarten 3*ןצ nicht mehr ist. Schon wochenlang wußte man, daß das tückische Leiden, das seit Jahren an seinem Lebensnerv nagte,! sein Zerstörungswerk vollendet. Wochenlang schon verfolgte unsere Welt mit steigender Besorgnis die Fortschritte _ Ein Fürst und Großer in Jisroel ist gefallen. רב יוסף בוימגארטען זציל den die ganze j ü d i s che Welt als ein Wahrzeichen von תירה und יראה kannte, der durch mehr als vierzig Jahre mächtig dazu beigetragen hatte, aus der Adas-Jisroel-Schiff-Schul eine; Stütze der Orthodoxen Jisroels an der Pforte des Westens zu machen, ist nicht mehr. Schildern, was der Verlust dieseö Mannes für Wien bedeutet, läßt sich nicht. Sein gewaltiges Wissen, seine Mildherzigkeit und Liebenswürdigkeit, gepaart mit einer unbeugsamen Energie, wo es sich um עבודת השם handelte, von einem unbegrenzten אמת beseelt, der ihn in allen jüdischen Dingen sofort das Richtige treffen ließ, ein זריזוה das alles, was zu leistenf• war, sofort leistete, alle diese Eigenschaften besaß er in einem Maße, das ihn zu einem Musterraenschen und Musterjuden machte. Mir war er durch 40 Jahre in allen jüdischen Dingen, sei es lokaler oder internationaler Natur, der beste Ratgeber, Möge uns הש,.ח die >זכ״ geben, einen Mann zu finden, der unserem Führer und Oberrabbiner helfen wird, die Schiffschul weiter vorwärts zu bringen. Wir hoffen, in dem Sohn des נפטר זצ׳ל einen seiner würdigen Nachfolger heranwachsen zu sehen. Wolf Pappenheim, ׳s Die reisende Dame erhält bei mir schon innerhalb 6 Stunden eine individuell ihrem Gesichte entsprechend modellierte Besitzer der weltbekannten PerUcken-Kumtwerkstätte Wien I, Kärntnerring 6 ״•«•We

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