Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 19 (1933)
- Issue
- 5 (3.2.1933)
- Date
- 1933-02-03
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2629891-2630489-2630494--4364-2636517- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Nr. £ irrspfönjSlvchfen, wahrert Judentum 0• s•£). noch nicht so weit abgerückt ist, Wie es Df;• Öbldsteitv üüdseinie arbnistischen politische« FfeUüdeü lieb wüte? Wir verstehen eS gewiß nt würdigen, wenn sich entfremdete Söhne ithd 'Töchter unseres Volkes infolge der antisemitischen £urücksetmngen,'die sie fortwährend erleiden müssen, aus' dem Schmelztiegel der religiösen und nationalen Assimilation herauswinden Und zürn Judentum heimkehren־. Sie finden wahrlich offene Arme Im jüdischen Volke und brüderliche Aufnahme bei denen, die ihnen granterfüllt Tränen nachweinten, als sie, den Zauberrufen der Selbstvernichtung folgend, das jüdische Heim und die jüdische Innenwelt verlassen haben. Wenn :aber diese neuen Heimkehrer nun mit anmaßenden Fof* derungen, die sie draußen in der fremden Welt aus der fremden Weltanschauung irgendwie aufgeschnappt Itabeti, in unser altes Haus eindringen, so müssen wir sie bei allen Gefühlen der Liebe und des Wohlwollens, mit einem derben Druck in die Schranken weisen. Die herabsetzende Art, wie der zionistische Abgeordnete Dr. Goldstein im Budgetausschuß von oben herab von ״unseren Juden“ sprach, die er, Dr. Goldstein, und seine zionistischeu Gesinnungsgenossen, mit Hilfe des Staates und'der nationalistischen Politik erst zu ״erziehen“ brauchen, ״daß sie ein positives Element im wirtschaftlichen Und kulturellen Leben w c r d c n“, erinnert gar zu sehr an Ton •und Redeweise, wie sie in ׳jenem Kreise ZU hören .gewohnt waren, die unsere Prager zionistischen Advoleaten verlassen zu haben vorgeben, um uns mit ihrer ״Rückkehr zum Judentum" zu beglücken. Diese Fremdlicit und geistige Entfremdung von der jüdischen Denk- und Lebensart haftet namentlich einem jeden Worte an, das Dr. Goldstein in seiner Rede vor dem Budgctausschuß über ׳i n ti c r j i't di s c h-e, konfcsslouo 11 e A ti g e 1 c g e n h e i t e n zu sprechen sich e r- 1 a u 1) t e. Wir kennen diesen Ton gar zu gut! Wir haben ihn gehört, oft .genug gehört, als die Glücksprediger der Assimilation sich an die jüdischen Gemeinden heranmachten und sic mit denselben Phrasen und denselben Schlagworten auf den Weg hinlocken wollten, den Doktor Goldstein und seinesgleichen nunmehr verlassen haben wollen, um zum Judentum zurückzukehren. Auch damals war es bei diesen Volksbcgliickerti gebräuchlich, sich in die politischen und kulturellen Modeströmungen einzuschalten und sich immer wieder mit der ,,Forderung“ an die S t a.a t s m a c h t zu wenden, daß sie sich in innerjüdische Angelegenheiten einmenge und die alten, be- ׳währten, aus religiösen Lebensnotwendigkeiten herausgewachsenen und sich historisch entwickelnden Gemeinde- Ordnungen . Umstürze, ohne Besseres an ihre Stelle zu Setzen. Jetzt heißt ejas tönende Schlagwort: ״Demok r a t i s i c r u n g“. Was sie also wollen, ist ein im Staatliehen und bürgerlichen Leben der Neuzeit an . sich vollauf begründetes Prinzip auf eine Welt übertragen, die ihre eigenen Gesetze und ihre eigenen Bedürfnisse hat, ebenso wie ihre Ziele und Zwecke in ganz anderen Sphären und Zonen liegen als die Aufgaben des Staates und der sonstigen staatlich-bürgerlichen Vereinigungen. Für die eigenen Gesetze und Bedürfnisse des religiöskonfessionellen Lebens bei den zionistischen Nationalisten neuester Zeit Verständnis zu erwarten, ist wohl, zu viel. Aber man hätte vielleicht doch erwarten dürfen, daß der Abgeordnete einer politischen Partei, die sich ״Jüdische Partei“ nennt, sich schämen würde, vor einem pariamentarischen 11Au,s^chußt wo kein Jude .anwesend ist, der .e^i ‘besser versteht. ats; Dr... Goldstern, iiinzutreten und die Weiße Zähne: Chlorodont Worte auszusprechen: ״Es ist Lug und Trug, wcnji n ach A r t a 11 e r klerikalen Kämpf e die p o 1 i t is i erc n d e n Ra bb i n e r, welche' uns verfolgen un^ über uns den Bann sprechen, kommen und behaupten, daß die Demokratisierung im Widerspruch mit den religiösen Gefühlen steht. Es ist nicht wahr. Hättpn sie die Mehrheit hinter sich, s o׳ würden sie das Gege n* teil b c. h a upte n. Es ist nur Angst vor der wahren Gesinnung der Bevölkerung. Die Art, wie die Meinung weiter Schichten und ■deren!Geltendmachung unterdrückt wird, ist g e 1 a d e n mit sozialen Probleme n.“ Spricht ein Jude ׳so? Werden bei uns Juden in den Augen von Menschen,, die Sinn und Herz für jüdische Dinge besitzen, in der Tat irgendwelche ״klerikale Kämpfe“ von einem Klerus, von ״politisierenden Rabbinern“ ausgefochten? Ist es nicht . die gesandte it horatreue jüdische Bevölkerung in allen ihren Schichten und Klassen und Berufen, die sich, in genauer Kenntnis des Judentums und seiner Wesensart, wie ein Mann nicht etwa hinter einen in Wirklichkeit nicht, existierenden ״Klerus“, aber hinter ihre geistigen und religiösen Führer, Lehrer und Wegweiser zu stellen bereit ist, so oft sich für das jüdische Volk die Notwendigkeit ergeben sollte, sich gegen die Hineintragung fremder, deplacierter Schlagwortc in sein heiliges Religionslebeu zur Wehr zu setzen? ln den breiten Schichten der jüdischen Volkstnassen herrschen bitterste Not und furchtbarstes Elend. Staat und Gesellschaft und namentlich die ganze Glaubensgemeinschaft haben die Pflicht, zu helfen. Die verelendeten, an schwere Arbeit gewöhnten jüdischen Massen in den karpathorussischen dichtbevölkerten Dorfgemeinden brauchen Brot, trockenes Brot, um ihr Leben zu^ fristen, und ein Mäßlein Milch, um ihre darbetideh Kinder am Leben zu erhalten. Es ist keine Schande, ohne Verschulden in Not zu geraten und auf die Hilfe anderer angewiesen zu sein. Diese jüdischen Massen, als breite Volksschicht des Judentums, führen aber, wie kaum eine zweite Volksmasse auf diesem Erd-; ball, bei all ihrer Not und in. all ihrem Elend , ein Leben, das lichtvoller Momente, hohen volkskulturellen Niveaus durchaus nicht entbehrt. Man muß nur ein jüdisches Auge haben und ein jüdisches Herz, um jüdische Dinge richtig zu schauen und jüdisches Leben richtig rnitzufühlen! Es gehört schon ein sehr hohes Maß von Verwegenh'eit dazu, von diesen^ jüdischen Massen —׳ unter denen es unzählige selbständige Denker und tausende geschulte, weite Gebiete der :jüdischen Literatur beherrsehende Bne Thora gibt —־־, vor Nichtjuden, die die wahre Sachlage nicht kenneji können und nach Aeußerliehkeiten urteilen, mißachtend zu behaupten, sie stünden ״in der. Macht ihrer geistlichen ־ Obrigkeit“, die sie ״in vollkommener geistiger Finsternis“ halte und ihnen in ihrer ״mittelalterlichen Finsternis“ nichts als ״ungeheure indirekte Lasten“ auferlege. Darf so etwas der Abgeordnete einer ״Jüdischen Partei“ behaupten, die sich noch gestern um die Stimmen dieser jüdischen Massen bewarb und morgen wieder bewerben wird? ־ Ist es ferner nicht die schlimmste Demagogie «nd smgteich־ eine afge Ifreführttn^ der staatlichen instätnten, Wehn ihnen von einem jüdischen Abgeordneten einge-/ redet wifd, die Rettung der jüdischen Mäs^e .aus ihrer rein wirtschaftlich bedingten Ifpt hänge irgendwie mit dem zionistischen Schlagwort der ״Demokratisierung der Kitltusgemeindett“ zusammen? ׳־ Ebensowenig ־wäre es eine ehrliche und rühmliche Tat, wenn es wahr wäre, wessen sich der Abgeordnete Dr. Angela Goldstern in: dieser/seiner Rede brüMete, es .sei ihm angeblich gelungen, deh Schülminister und nach Aufwand vieler Mühe und langen. Auseinandersetzungen auch ״wenigstens einen der Referenten“ zu überzeugen, daß die legale Schaffung bestimmter innerer organisatorischer Maßnahmen für die gesetzliche Vertretung des orthodoxen Judentums mit der Bewilligung fein zionisti- , scher Wünsche in Zusammenhang, gebracht werden dürfen. Wir glauben nicht, daß daran ein wahres Wort ist. Wir glauben vielmehr, daß das wieder einmal eitle Rede war, wie sic deren ' die nationalistische Agitation für die Verhetzung der jüdischen Bevölkcrungsschichten gegeneinander bedarf. Sonst nichts. Sollte aber daran‘ein Körnchen Wahrheit sein; so hat die thoratreue jüdische Gemeinschaft in der Slowakei G. s. D. •ihre berttfenen Vertretungskörperschäften, deren Pflicht und Aufgabe cs sein muß und hoffentlich auch sein wird, vor den staatlichen Instanzen, die der zionistische Ahgeordnete — wie er unserer Vermutung nach nur vortäuscht — für seine zionistischen Zwecke mißbraucht haben könnte, die Angelegenheiten des Judentums ins r ich t-i g e, ״Licht ztt setzen. “׳' Wahr und traurige Tatsache bleibt es aber, daß cs vielleicht auch jetzt noch Menschen im Judentum der tschechoslowakischen Republik gibt, die nicht einsehen, wo der Weg hinzielt, den die' Politik geht, die von der ״Jüdischen Partei“ des Abgeordneten Dr. Angelo Goldstein geführt wird. Die Rede; die Dr. Goldstein neuerdings im Budgetauschuß des‘tschechoslowakischen Pariaments über Juden und Judentum gehalten hat, ist ein neues Warnzeichen. , Besinnt euch, jüdische Brüder und Schwestern, eurer teuersten Güter, bevor Cs zu spät ist! C i vi s Ju d a eu s. Die orthodoxe Landesrepräsentanz. Dienstag, den 7. Februar, hält die neue orthodoxe Landesrepräsentanz in Bratislava ihre konstituierende Sitzung ab. In dieser Sitzung wählen die 25 rabbinischen Mitglieder der Landesrepräsentanz das fünfgliedrige Rabbiner ko mittee und das Plenum der Landesrepräsentanz die zehn weltlichen Mitglieder des Verwaltüngsaussch 1PSses, dem auch die Mitglieder des Rabbinerkomitees' angehören. ■ •ידי Hesped auf Rabbi Simon Hirschler זצ״ל. Sonntag, den 2. Schwat, veranstaltete der Verein ״Temime Derech“ in Bratislava, dessen Vereinsrabbiner Oberrabbiner Rabbi Simon Hirschler 14 ציל Jahre hindurch war, im Gemeindetempel'Turnergasse, wo er seine Sabbatvorträge zu halten ,״pflegte, einen Hesped auf den Heimgegangenen. Den Hesped hielt Herr Rabbiner Samuel Schrei her, Sohn unseres1 ehrw., Herrn Oberrabbinerp. Der Tempel war überfüllt von einer pietätvollen Zuhörerschaf t aus allen Kreisen der 5 Gemeinde, an deren Spitze der Gemeindevorstand; vollzählig erschienen ist. Der Redner würdigte in einer. nrach Inhalt und Form ausgezeichneten Rede die reiche geistige Persönlichkeit des Verewigten und die unvergänglichen Verdienste, die er sich um die Stärkung der Orthodoxie und um die Verbreitung des Thoralemens erworben hat. Ganz besonders hob er seine vielbesuchten Vorträge im Temime-Derech- Verein hervor. Der Hesped war an treffende Deutungen von zahlreichen Bibelversen und Talmudstellen ängelehnt und wirkte auf die Anwesendeh ergreifend, indem; er ihnen den Verlust zü Herzen führte,; den das gesamte orthodoxe Judentum erlitten hat. ' Daran anschließend trug Herr W eiler das אגדל vor. Eine neue Skandalaffäre ״Munkacs“. Das orthodoxe Judentum unseres Landes ist vom Munkäcser Oberrabbiner schon manches Wagestück gewöhnt. Aber das, was er sich vor einigen Tagen geleistet hat, übersteigt viel zu׳ sehr selbst die Grenze des von ihm Gewohnte», als daß man daran mit Stillschweigen Vorbeigehen dürfte. Das, was er und diejenigen, die ihm ihre Helfersdienste nicht versagen zu dürfen glauben,■diese Woche gegen eine in der Achtung der gesamten orthodoxen Judenheit hochstehende rabbinische Persönlichkeit unseres Landes als Einzelfall unternommen haben, unterscheidet sich in seiner prinzipiellen Bedeutung und in seinen vorauszusehenden‘ moralischen und religiösen Auswirkungen im öffentlichen* jüdischen Leben der Orthodoxie nicht sehr viel von der Art, wie sie vor mehr als einem Jahrzehnt der Gesamtheit der religiösen Führer des orthodoxen Judentums entgegengetreten ist, die dem thoratreuen jüdischen Volke 1 in der Agudas Jisroel ein Bollwerk errichtet haben; Wie damals, so ist auch heute die Tatsache, vor der wir stehen, so aufwühlend schmerzlieh, so empörend, daß wir sie nur in tiefster Beschämung darüber registrieren können, daß sich ein solcher׳ niederdrückend trauriger Vorfall leider an den Namen des Thorajudentums heftet. Wer am jüngsten Sabbat das publizistische Organ des Munkäcser Oberrabbiners, die sattsam bekannte Muukäeser ״Jüdische Zeitung“, zu, Gesicht bekam, war in Ver- Buchung, an seinem eigenen Sinnesvermögen zu zweifeln. Da stand an leitender Stelle iii der schreienden Aufmachung der Sensationspresse ein Artikel, in welchem einer der angesehensten orthodoxen Rabbiner der Slowakei, das allverehrte Mitglied des orthodoxen Landesrabbinerkomitees, der in Ehren und tanig*eifrtger Frömmigkeit ergraute und als ,גאון נגדיל כחולד und Verfafger bedeutender, rabbinischtalmudischer Werke weitbekannte Oberrabbiner R. Saul Brach von Koäice, ZeileumZeile .auf;4־!* schmäh* liebste Weise beschimpft und verunglimpft wird und iw Anschluß daran eine. in sämtiichen Munkacser Bethäusem verlesene ״Kundmachung“ im Wortlaut zum Abdruck ge* langt, worin eine religiöse Trauung, die der Koäicer Ober* rabbmer einige Tage zuvor vollzogen hatte, vom Mun* kaeser Oberrabbiner und seinem Besdin nachträglich^?ע ׳ חחורה als ungültig, das Eheleben des getrauten Paares als Seite 5. כא'4ולמ" erklärt und die Heehschefim des KoSicef Oberrabblners selbst als unverläßlich bezeichnet werden, tütl alles dies zugestandenermaßen wegen elfter Differenz von taüsend Kronen, die zwischen dem Brautvater und den! Mühkacser OberräbbMer entstanden ist! ׳ ־ Wir erfahren aus authentischer Quelle Über die Vor* geschickte dieser eigenmächtigen Kundgebung deä Munkaeser Besdin folgende Einzelheiten, die sieh auch sachlieh in manchen Punkten von der Darstellung unter■‘‘ scheiden, die das genannte ׳Blatt von dem Vorfall gibt: Ein angesehener Munkäcser Kaufmann aus der Gruppe der ״Beizer" (wir verschweigen alle Namen der beteiligten Personen aus naheliegenden Gründen!), verheiratete seine Tochter an einen jungen Ben Thora strengster orthodoxer Gesinnung aus einer der vor•* nehmsten führenden orthodoxen Familien der West- Slowakei. Der Brautvater, der schön im Jahre 1925 dokumentarisch nachweisbar aus der Gemeinde des Munkäcser Oberrabbiners, infolge des bekannten Streites, ausgeschieden und in die dort bestehende, amtlich als ״heolog“ bezeichnete, neue Gemeinde eingetreten war, betrachtete sich zur Zahlung der Trauungsgebühren er!ירד an den Munkäcser Oberrabbiner nicht verpflichtet. Trotzdem sandte er ihm — wie die ״Jüd. Ztg.“ mitteilt — einige Tage vor der HochZeit tausend Kronen. Der Munkäcser Oberrabbirter bemängelte diesen Betrag und forderte, weitere tausend Kronen, die ihm jedoch verweigert wurden. Die Hochzeit fand in Koäice statt. Der Brautvater legte Herrn Oberrabbiner Brach Dokumente vor, aus denen , er zu beweisen glaubte, daß er seiner Heimatgemeinde gegenüber allen Verpflichtungen nachgekommen, dem Munkäcser Oberrabbiner gegenüber ־*aber zu Gebühren nicht verpflichtet sei. Se. Ehrw., Herr Oberrabbiner Brach veranlaßte ihn trotzdem, um' ailen eventuellen Rechtsansprüchen des Munkäcser Ober* rabbiners in korrektester Weise vorzubeugen, ein Akzept über den Differenzbetrag und eine rechtsverbindliehe Erklärung bei ihm zu deponieren, wonach das Akzept dem Munkäcser Oberrabbiner auszufolgen sei,, sobald durch eine rabbinatsgerichtliche Entscheidung פסק ב• ד ' festgestellt wird, daß der Austritt des Brautvaters aus der Gemeinde des Munkäcser Oberrabbiners noch nicht endgültig zu Recht bestehend und der Gebührenanspruch berechtigt sei. Darauf vollzog Herr Öberrabbiner Brach die Trauung und das Brautpaar begann das Eheleben mit den Hochgefühlen echtjüdischer Reinheit und Heiligkeit, wie dies bei bewußt orthodoxen Thorajuden zu geschehen pflegt. Einige Tage nach der Hochzeit erschien ein jüngeres Mitglied des Munkäcser Besdin in Begleitung des Leibdieners des Munkäcser Oberrabbiners bei Herrn Oberrabbiner Brach und forderte in einem Ton, der nicht erst geschildert zu werden braucht, die Herausgabe des Akzepts, was ihnen — bevor nicht die rabbinische Ent- Scheidung getroffen ist — verweigert würde. Wie dann das Munkäcser Rabbinat auf . diese, in: jeder Beziehung korrekte, Haltung des Herrn Oberrabbiners Brach reagierte, haben unsere Leser bereits erfahren. Dem in seinen heiligsten Gefühlen verletzten jungen Ehepaar, dessen Ehe die ״Jüd. Ztg.“ als ״Mischehe“ zu bezeichnen sich erkühnt, und dem über jede terroristische Verunglimpfung hocherhabenen Koäicer Oberrabbiner wird in der allgemeinen Empörung der gesamten, slowakisehen Orthodoxie Genugtuung geschafft' werden. Was darüber hinaus im Anschluß an diese Affäre zu denken gibt, möchten wir heute unterdrücken. (Siehe auch, die Zuschrift der Koäicer Gemeindeleitung unter;,Eingesandtes“.) Sijumfeier in Dunajska Streda. Aus Dunaj.skä Streda wird uns geschrieben: Einen feierlichen-Sijum beging die hiesige ״Chewra Toras Chessed“ anläßlich der Vollendung von ששה סדרי משנה• Der Verein wurde von 77 Jahren Vom weltberühmten Gaon, Rabbi Juda Aszud זצ*ל und vom allbekannten Philanthropen R. Mosche Pol-Frey ל•; ins Leben gerufen und steht noch heute in voller Blüte. Bei dem, Festmahle, an*dem die Elite der Gemeinde teilnahm, trüg Se? Ehrw:.. Herr' Oberrabbiner Hillel Weinberger einen großangelegten, tiefdurchdachten Hadron vor. Sodann hielten noch die. Herren Rabbiner Juda Schwartz, Moritz G r ünbäum und Samuel F r i e d m a n n schöne Gelegenheitsreden. Den gesanglichen Teil versah Öberkantor Mendl Schlamovits und R. Jakob N e u s c hl o ß. Das Arrangement besorgte Herr Siegmund S t e r n‘ sen; S. F. Eingesendet. Von der Leitung der aut. orth.-isr. Kultusgemeinde in Koäice werden wir um Veröffentlichung der folgenden Zuschrift gebeten: ׳ .' Orth, zidovska näbozenska 'obec v Koäiciach '• Orth. isr. Kultusgemeinde Ort. izraelita hitközsäg Koäice (Kaschauj Koäice (Kassa) 135/33 ״ . ב-ה Löbliche Redaktion der ״Jüdischen Zeitung“,' Mukaöevo, . Mit Bezug auf den Artikel in Ihrer jüngsten Nummer bezüglich der *) S.,. .־B.,. .sehen Trauung in Koäice beehren wir uns folgendes mitzuteilen: Die Hochachtung, welche wir gegenüber unserem ehrwürdigen Herrn Oberrabbiner als .ימלא לאחלן שליט׳א hegen, zwingt uns zu folgender Erklärung: Da laut den Gemeindestatuten § 59 der Oberrabbiner alle religionsgesetzlichen Akte wie auch Trauungen vollzieht, haben wir überhaupt nicht interveniert, daß unser Ehrw. Oberrabbiner die Trauung der Brautleute*) S. ...-B.... unterlasse; wir haben bloß aus Kollegialität die diesbezügliche Bitte der Mukaöevoer Kultusgemeinde übermittelt und nachdem durch D§pqnierwn!Gmeines v Akzepts in der Höhe der geforderten Rechaschgebühren bei. Sr, Ehrw. dem; Herrn Öberrabbiner die Angelegenheit nach seiner Ansicht erledigt s!u sein schien, war unsere Mission vollständig beendet.; Daß eine Meinungsverschiedenheit zwischen 55wei Gedole Hadör שליש׳א in solcher Weise pertraktiert werde, wie es die ״ Jüdische Zeitung“ gemacht hat, müssen wirentschieden zurückweisen und das Urteil hierüben wird dem jüdischen Gewissen des sich ״orthodox“ nennenden. Blattes und der jüdischen Oeffentiiohkeit überlassen. ,V Koäice, 2. Sehewat 5393. Hochachtungsvoll: gez. Wiesenberg, gez. M. Guttmann, Sekretär. , Präses. *) Die Namen von uns weggelassen. —- Die Red.!