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Jüdische Presse · 1932-12-23 · 50 (23.12.1932) · page 1

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Journal
Jüdische Presse
Volume
18 (1932)
Issue
50 (23.12.1932)
Date
1932-12-23
Page
– (sequence 1)
Language
German
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ILLz vfpMhe povoten*TiütoifiC Jpt 8 telegttrto* r Bratislava Ä 'ÄWfiMEr ■ ORGAN FÜR DIE INTERESSEN Zeitnngen vom ׳ Verlege* *efSCftdet.. Journal exp£dl6 par P&ntetjf. m.k IeS ORTHODOXEN JUDENTUMS. Redaktion u. Administration: Wien, II., Malz* gasse Nr. 12 a. — Tel. A-48-4-15. Tschecho- Slowakei: Bratislava, Postfach 140. Erscheint jeden Freitag. — Redaktionsschluß: . Mittwoch Mittag Abonnementspf eise :Ganzjährig: Für Oesterreich S 16, Tschechoslowakei tschech. K 80, das übrige Ausland 3 Dollar. Einzelnummer öst. Gr. 40. ■י־-,^■ ־-. ׳' . ... ■ ■■■ >• Ziaittniten auf Konto ״Jüdisch# Presse4, Wien für Oester reicht P08t8parka8»enk01!t0Nr.D-93614; Deutschland! Post* seheckkonto Berlin Nr. 122619; Jugoslawien! Postspk.»Atnt . Zagreb Nr. 40217; Polin t Postspk.-Amt Warschau Nr. 190409; Ungern t Postspk.-Amt Budapest Nr.50170; Schwelet Post* scheckk. Zürich VIII. 4117; für die Tschechoslowakei« ״JÜ* dlsche Presse•, Biatlsiava, P08t8pk.<-AmtPrag Konto Nr.63386;. •ב, ...■al■: י ־ •י' י Nr. 50 Wien-Bratislava, 23. Dezember 1832 .ב*ד! וינא־פרעסבורג כ״ד כסלו תרצ׳ג 18. Jahrs■ Isidor Pappenheim — Präses der orthodoxen Landeskanzlei in der Slowakei In später Nachtstunde des Dienstag wurde Herr Isidor Pappen heim mit überwiegender Mehrheit zum Präses ׳ der slowakischen orthodoxen Landeskanzlei gewählt. Näheres im Innern des Blattes. Knapp vor Drucklegung erfahren wir noch, daß zum Vizepräses Herr David Ehrenfeld einstimmig wieder ge wählt wurde. Die Delegiertenversammlung endete am Mittwoch' spät nachts. Chanuka 5693. Aus pechschwarzem Dunkel leuchten sie hervor. Die Chanuka-Lichter des Notwinters 5693. Die würgende Wirtschaftskrise wütet mit unverminderter Heftigkeit. Wirtschaftskrise, verschärft durch wütenden Judenhaß. Das ist das Schicksal fast aller Judensiedlungen in Mittel- und Osteuropa. Und diese schrecklichen Schicksalsschläge werden noch übertroffen von der religiösen Krise, die einen Großteil der Juden'heit erfaßt hat. Wahrlich, der Heldenmüt der Unentwegten, der Treuen, der Reinen ist heute nicht geringer als jener der'Söhne Chaschmonai. Das Ghanuka-Wunder ist nicht abgeschlossen mit dem Helden- Jüm der kleinen Priesterschar, welche‘ gegen die Ü.ebermacht der syrischen Feinde und der nachahmungssüchtigen Griechlinge sich erhob. In allen Jahrhunderten des Golus und heute erst recht erneut sich und bewährt sich dieses Wunder. Aus dem tiefsten Dunkel erheben sich die reinen Lichter; es sind dies unsere Söhne und Töchter, die in unseren Lehrhäusern das Wort G-ttes und den Geist seiner Thora in sich aufnehmen; es sind dies unsere werktätigen Brüder und Schwestern, die mit Heilighaltung des Sabbattages ihr kärgliches Brot verdienen. Es sind dies unsere Führer und Vorkämpfer, die trotz Minderheit, trotz Mißgunst, G-ttes Streit führen. All diese schöpfen Mut und Kraft aus dem einen reinen Oelkrüglein, das als' heiliger Rest von den Makkabihelden im entweihten Heiligtum vorgefunden wurde. Sie schöpfen aus dem einen Krüglein Kraft und schaffen gleichzeitig neue Krüglein, aus. denen' weitere Generationen heiliges Licht 1hervorbringen. Ist dieses Licht hell genug, wahrnehmbar für alle? Wahrlich, wir thoratreuen Juden wissen es selbst nicht, was für eine wunderbare Kraft in uns steckt. Wieviel Zweifler schleichen in unserer Mitte umher, die überall, wenn die kleine Schar der G-ttskämpfer zum Kampf auszieht, mit ihrem Wenn und Aber das Herz ihrer Brüder zu entmutigen trachten. . : Und wie ist es im Lager der Andersgesinnten?'Für die einen, die so gern an der Umwelt sich abfärben, ist aus dem großen Ghanuka-Ereignis eine Gelegenheit der Bescherung und Beschenkung geworden. Wie könnten diese das noch heute lebendige Heldentum jüdischer Kinder im Kampfe f-üj; Thora und Sabbat richtig verstehen und würdigen? Für die anderen ist das Chanuka-Ereignis, das Fest der Terffpelweihe, eine Verherrlichung der Körperkultur geworden. Juda Makkabi als Vorbild für gestählte Muskeln, für sportgeübte Gelenke. Als ob nicht der Geist, der milde, der reine, der g-t t g e w e i ,h t e Geist des alten Mattisjohu seine Heldensöhne stark gemacht hätte, gegen den Feind zu ziehen und zu siegen. Es gehört heute heldischer Mut. dazu, tortzdem das Chanukä-Licht mit wahrem Glauben an den kommenden Sieg des g־ttgeweihten jüdischen Geistes anzuzünden. Aus pechschwarzem Dunkel werden diese Lichter aufsteigen, mögen sie Wärme und Belebung bringen! Nach innen und nach außen! X. L.' Mi Salmen Spitzer זצ ׳ל Aus Anlaß der 40. Wiederkehr seines Todestages am 26. Kislev. J 4; Von Aron Neufeld. Die ״Jüdische Presse'! stellte an mich das Ersuchen, anläßlich der Jäl^rzeit nach Rabbi Salmen Spitzer 5ןצ־ einige Worte des Gedenkens im allgemeinen und insbesondere aus meine$ persönlichen Erinnerungen an den großen, starkgeistigen Führer der Oeffentlichkeit zu übergeben. Ich zögerte, trotzdem ich weiß, daß mit diesem Ersuchen eine große Ehre meiner Person erwiesen wird, aus dem einfachen//$er triftigen Grunde, daß ich Dieses Klischee^ ist uns entgegenkommenderweise aus dem s Buch ״Igroth Sofrim“ vom Verlag Jos. Schlesinger zur Verfügung gestellt worden. mich nicht berufen oder würdig fühle, einer solchen Aufgäbe gerecht zu werden. Wie soll ich, Epigone an Geist, an den Geistesheros mich, heranwagen, dazu noch *מעייל בגדלות zu sein מה שראו עיני בקטנוע Wenn ich trotzdem dem Verlangen der ״Jüdischen Presse“ entspreche, geschieht es unter Berücksichtigung des bekannten Ausspruches: אמר ר׳ יופיו מימי לא עברתי על דברי;חברי, יודע אני בעצמי שאיני כהןאול אומרים לי,עלי לדוכן הייתי עולה Auch ich spreche so: Obwohl ich mir der Unzulänglichkeit meiner Feder bewußt bin, konnte ich dem dringenden Verlangen meiner «Freunde nicht widerstehen und will eine, meinen schwachen Kräften entsprechende Würdigung der Person des Rabbi Salmen Spitzer und seiner Taten versuchen. Ueber Rabbi Salmen Spitzer זצ׳ל zu schreiben ist einerseits leicht, anderseits ächwer, Einerseits leicht, weil י אבן מקיר תועכן jeder Stein an den beiden G-tteshäusern, die er zum Teil erweiterte und vergrößerte (Schiffschul), zum Teil aufbaute ( בהמידתורה עץ חיים )» eindringlich und unauslöschlich, die Größe des Meisters verkündet. Es lobt das Werk den Meister. Schwer aber, etwas Neues über ihn zu sagen, bzw. zu schreiben, was nicht schön Gemeingut aller Verehrer seiner heiligen Person geworden ist. Aber hauptsächlich zur jungen Generation, die in den Kampf für unsere heiligsten Güter der י תורה מורשה der unverfälschten, überlieferungstreuen Satzungen der תוה הקדגשה einzutreten gewillt ist, will ich sprechen und sie zur Bewunderung,. und damit zur Nachahmung, fürden Mann hinreißen,■ der seine Existenz, sein ganzes Sein einsetzte, um dem Abfall und dem Verrat an der Religion entgegenzutreten, oder zumindest das eigene Haus vor den Wellen und der Brandung des Unglaubens zu retten. 18 Jahre ungefähr wirkte Rabbi Salmen Spitzer schon segensreich als Dajan der Israelitischen Kultusgemeinde Wien und als Rabbiner der Anker-, bzw. Schiffschul, als im Monat Tewes des Jahres 5631 der Vorstand: der Israelitischen Kultusgemeinde die Reform des offentliehen G-ttesdienstes, bzw. die Streichung der auf den Wiederaufbau von ירושלים, das Kommen des משיה und die Wiedereinsetzung der עבירת הקלבנות bezughabenden Gebete im Geiste der berüchtigten Synodalbeschlüsse einführen wollte. Unter den Gesetzestreuen verbreitete sich, tiefste •Erbitterung. Es• bildete sich1 eine!große •Partei; die^ sich für die sofortige Trennung von der Kultusgemeinde aussprach. Rabbi Salmen Spitzer schilderte in meisterhafter Rede vor einer mehr als 1200köpfigen Volksver- Sammlung, den Abfall vom Judentum, der in den genannten Beschlüssen liegt, mahnte aber, noch abzuwarten, um wenn irgendmöglich den Frieden zu erhalten. Aber, wie er an mehreren Stellen in dieser Rede betonte, nicht ״Frieden um jeden Preis“! Es gibt Grenzen, von denen es heißt: ״Bis hieher und nicht weiter!“ Er empfahl den folgenden Antrag zur Annahme: ״Die heutige Volksver- Sammlung erklärt, von einem Protest vorläufig abzusehen, ersucht jedoch die geehrten Vorstände der gesamten Privätbetjiäuser beim Gemeindevorstand zu intervenieren, ihn bittend, um den Frieden in der Gemeinde zu erhalten, von jenen Beschlüssen abzukommen.“ ״Wenn dieser Bitte kein Gehör gegeben werden sollte, dann“, sagte er weiter, ״ergeht an uns alle der ernste und mahnende Ruf des אליהו הנביא am Berge Kar-, nael: ־ עד מחי אתם פותודם על שתי הסעיפים אם ה׳ אלקים.לבו אחריו ״ ואם הבעל לבו אחריוWie lange wollt ihr hüpfen auf zwei Seiten? •Ist der Ewige der wahre G-tt, so folget ihm, und wenn der Baal, so wandelt ihm nach!“ — ״Ich glaube, Sie alle werden mit mir, wie einst unsere Vorfahren, in der unumstößlichen Wahrheit übereinstimmen: ה הוא אלקים ה׳ הוא אלקים!“ Die Wirkung *dieser fulminanten Rede war derart überwältigend, daß minutenlanger stürmischer Beifall und einstimmiges Rufen ה׳ הוא אלקים folgte, wobei nur wenige Augen trocken blieben. Und als der erwähnte Antrag vom Vorstande der Kultusgemeinde ablehnend erledigt wurde, scharten sich in kurzer Zeit 300 jüdische Männer um Rabbi Salmen Spitzer, um unbekümmert und ungestört von den reformatorischen Irrungen, alle religiösen Einrichtungen sich s e 1 bs t zu schaffen. Aber nicht• nur in Wien, in der ganzen jüdischen Welt, übte diese Rede nachhaltige, einflußreiche Wirkung aus. Mehr als vierhundert Rabbiner aus Oesterreich- Ungarn, Deutschland und Rußland, schlossen sich mit ihren Unterschriften dem Proteste Rabbiner Spitzers an und sprachen einen strengen איסור aus, der Kultusgemeinde, die die Ankunft des משיה leugnet, Steuern zu entrichten. Rabbi Salmen Spitzer legte sofort sein Amt im Rabbinatskollegium nieder und nahm auch nicht einen Kreuzer von der Kultusgemeinde an, weder als Abfertigung noch als Provision*), Sein Schwager הגאון הצדיק מוה׳ שמעון סופר זציל . der ׳'*'berrabbiner von Krakau, sprach *) Siehe אנרוח סופרים. Randglosse über Rabbi Salmen Spitzer. ___ - m 19m Nvw־ La Die reisende Dame erhalt bei mir schön Innerhalb 6 Stunden eine individuell ihrem Qesichte entbrechend modellierte ■׳ . * י י ־ ■ ' * ׳ w '■* ־ ־' ־ ׳ ־׳ . ־ י ־־•*.,י . # ־ - Besitzerder weltbekannten PerUcken-Kunttwerkttätte Wien I, Kärntnerring 6 *! I»

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