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Jüdische Presse · 1932-12-02 · 47 (2.12.1932) · page 1

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Journal
Jüdische Presse
Volume
18 (1932)
Issue
47 (2.12.1932)
Date
1932-12-02
Page
– (sequence 1)
Language
German
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ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. 2eittdni£if vom Verleger versendet. Journal expedte par PddRcnr. Novinove vfplatne povolene riadit « telegrafo* v Bfntislave c!& 4172-111-20כ. 331 Redaktion u. Administration: Wien, II., Malzgasse Nr. 12 a. — Tel. A-48-4-15. Tschecho- Slowakei: Bratislava, Postfach 140. Erscheint jeden Freitag. — Redaktionsschluß: Mittwoch Mittag Abonnementspreise: Ganzjährig: Für Oesterreich S 16. Tschechoslowakei tschech. K 86, das übrige Ausland 3 Dollar. Einzelnummer öst. Gr. 40. Zantuagea suf Konto ״Jüdlsehs Presse-, Wien ftbf Oestor reich » Postsparkasienkonto Nr. D-93614; D6utsChl#nd» Post• scheckkonto Berlin Nr. 122619! Jugoslawien» Postspk.-Amt Zagreb Nr. 40217; Polen t P08t8pk.*Amt Warschau Nr. 190409; Ungarn» Postspk.-Amt Budapest Nr.50170; Schweiz» Pott• scheckk. Zürich VIII. 4117; für die Tschechoslowakei» ,Jü* disehe Presse״, Bratislava, Postspk.-Amt Prag Konto Nr. 53386 Nr. 47 Wien-Bratislava, 2. Dezember 1932 •18 רי וינא־סרעסבור: גי כסלו תרצ׳ג. Jahrg. Wege nach £rez Jisioel. Die neuen palästinensischen Eiinvanderuiigsbestim inungen Von Di*. Saloinon Ehrmann, .Frankfurt a. M. Denn Wunsche der vere-h!־liehen Redaktion dieser Zeitung, etwas über Erez Jisroel zu schreiben, komme ich mit gemischten Gefühlen nach: denn die Gründe des in der Aguda in «größerer Stärke als bisher erwachenden Interesses für Erez Jisroel sind nicht gerade selir ermutigend. Sie sind, gestehen w«ir e!s uns offen — selbstverständlich von einigen Ausnahmen abgesehen —, vielfach im W i r t s e'lia f t I i c h e n zu suchen. Es ist so. als ob erst der ganze Ansturm wirtschaftlich er Krisen, politischen Antisemitismus als Begründung dafür heru»■gezogen, werden müßte, daß weite agudistischo Massen den! Problem ■der Ercz-Jisroel-Arbeit nähertreten. Die Aufrufe, welche Agudas Jisroel in Oesterreich und Polen heute veröffentlichen, kommen reichlich spät. Aber immerhin wollen wir uns freuen, daß sie überhaupt kommen, möchten aber vorneweg die Behauptung aufistcMen. daß unsere Evez-jisroel-Tätigkcit sich nicht prinzipiell orientieren darf an der Tatsache, daß es heute, so viele jüdische!Menschen gibt, die sieh aus materiellen Gründen in Europa entwurzelt fühlen, ja, nicht ’ einmal <lara.11, daß wir in .der Zionistischen Organisation und in ihrer Monopolstellung :in Erez Jisroel die größte Gefahr für die Anerkennung der Thora im jüdischen Volke erblicken. Würde über Nacht durch ein Wunder .die wirtschaftliche und, politische Situation der Juden in der■ Gola gesichert, würde .du rch irgend wrelche Verkettung politischer Ko/istcllationen die Zionistisciie Organisation gezwungen sein, ihre ganze kulturellc Tätigkeit in Erez Jisroel eiuzustellei! und auch die Sabbatlientwcihung nicht ׳mehr zii'fördern. so wäre damit kein Jota weniger an Verpflichtung de!־ Agudas Jisroel ihrerseits, mit dem ganzen Aufgebot ihrer 'Kräfte sich für Erez Jisroel einzusetzen, den dortigen Gesinnungsgenossen nieht nur durch Geldspenden, sondern durch Zufluß neuer, frischer Ki'iiftc Sukkiirs zu leisten. Aber sei es nun, wie schon so oft in ׳der jüdischen Ge- .schichte, daß der Weg־ nach ■Erez Jisroel nach ■dem alten Weisheitsworte, in Schmerzen ■beschriften wird ■und auch in diesem Sinne דרבי ציון אבלות ' und daß diese! Schmerzen europäischen, amerikanischen .Juden der Antrieb dafür sind, sich mit Erez Jisroel ernstlich zu beschäftigen, so wollen wir hoffen, daß allmählich die Zeit heranreift, in welcher es dieser Stinnilantieii ja nicht mehr bedarf und in welcher gerade die Gesinn.iiugstreuesten und ]Besten unter uns einsehen werden, daß der Kampf mit der zionistischen Ideologie auch in der Gola, gewiß aber an Erez Jisroel erfolgreich nur durch aktive Betätigung, nicht aber dadurch siegreich ausgekämpft werden kann, wenn Aguda ihr Erez-Jisroei-Programm bloß als eine Dekoration betrachtet. Soviel über' die geistigen Wege nach Erez Jisroel.-!.1׳nter der Fülle der ׳aktuellen Fragen, welche uns ini Augenblick interessieren, stellt wohl in erster Linie dir Frage Mer E i 11 w a'n d 0 r u 11 g s 111 ii ׳g l i c 11 >k e i t. Fin neues Ein wandern ugsgesetz, das vor einigen Wochen erst erlassen wnivclc, formuliert die bisherigen Einzelbe,Stimmungen und muß gekannt werden, um eine Reihe irriger Ansichten über diesen Punkt zu berichtigeu. Nach dem neuen Einwamlenmgsgesctz bedarf es bestimmter Arora׳ussctzuugen zur Einwanderung von Emigranten aus allen Ländern, mit Ausnahme von Tmnsjordanien, aus welchem Lande die Einwanderung frei ist. Ob diese Ausnahme auch bestehen bleiben würde, ■wenn sich zunächst die Möglichkeit ׳einer Massenemwanderung nach Tmnsjordanien ergeben würde, ist natürlich fraglich. Die Einwanderungsbcstimmungen für Emigranten aus allen Ländern sehen vier Kntegorien von Einwanderern vor: A) Personen mit einem Kapital von nicht weniger als Pfd, 1000. Diese Bestimmung war schon lauge. Neu ist eine Klasse, welche Vorsicht, (laß diese Pfd. 1000 auch auf Pfd. 500 ermäßigt werden können, wenn die zuständige Behörde auf Grund eines Antrages zu der Ueborzeugung gelängt, ■daß mit diesen Pfd. 500 die Ausübung eines‘!für das Land nötigen und■ erwünschten Berufes möglich ist und dem Antragsteller eirfe Existenz verschaffen khnn. Ferner können ohne weiteres Angehörige freier Berufe, die über ein Kapital von Pfd. 500 verfügen, nach, Erez Jisroel immigrieren, wenn und solange Bedarf für Ausübung dieses Berufes nach der Ansieht der fmniigrationsbehörden vorhanden ist. Endlich werden sogar Personen mit einem frei verfügbaren Knpital von Pfd. 250 7.ui• ]'Einwanderung zugelassen, Avenn diese in bestimmten Gew eibezweigen oder einem Handwerk musgebildet sind, welche die ökonomische Aufnahmefähigkeil eines Landes aufzunehnien gestattet. Die Summe von Pfd. 1000 kann bci-Emigra.-nten.d-iosie.il in der Landwirtschaft betätigen wollen, auch statt bi freiem Kapital den Gegenwert von .Boden. Geräten, landwirt- «cliaftlieliein Inventar oder in Maschinen bei industriellen IJuternehniuugen einsdiließcn. Neben ■diesen drei Gruppen (Landwirte oder In- ■duistrielle, Angehörige .«freier Berufe, ■Personen aus he- «stimmten Gewerbezweigen oder ausgebiklete Handwerker), welche selbständige ßer.ufstredbend.e umfassen, sehen die Emwandevungsbestimmuiigen auch noch die Zulassung־ von Arbeit ne ILiri e 1• ir vor, die. außer ihr A r b e i 16 c i n k 0111:111 e 11 ein nachweisbar gesichertes Einkommen von nicht weniger als Pfd. 4 monatlich bcziehen (damit Für den Fall der Arbeitslosigkeit die ׳ öffentliche Fürsorge nicht in Anspruch genommen werden muß). Alle bisher genannten •Emigranten fallen unter die Kategorie A der neuen palästinensischen Einwande- rungsbcstiininu-ngcn. Zuständig im■ einzelnen Fall sind die betreffenden englischen. Konsulate, welche ihrerseits wiederum die Gesuche au die palästinensische Einwanderiiiigsbehörde weitergeben. Kategorie B umfaßt Personen, deren Unterhalt in Erez Jisroel durch Außenstehende gesichert ist, wie Rabbiner, Waisenkinder, die .in öffentlichen Institutio-׳ neu erzogen werden,. Rach irr im, Studenten iisw., alles unter der Voraussetzung, daß die Ga ra 111 i e dafür gegeben ist, daß die ■Emigranten der Oeffeiitliclikeit nicht zur Lust fallen werden. Kategorie C umfaßt Personen, die eine doli 11 iti ve Aussicht auf 'Beschäftigung in Erez Jisroel haben. Diese Gruppe ׳ist die einzige, welcher bislang die Einwanderungszertifikate der Jewisli Agency zur. Verfügung gestellt wurden. (Von den 6570 Zertifikaten, welche von der Jewisli Agency für Oktober 1952 bis «März 1955 verlangt wurden, sind 4500 bewilligt worden, und zwar 5000 für ■Männer und 1500 für Frauen. Vorher schon wurden auf Rechnung dieses Halbjahrs 255 In der Nacht von Samstag auf Sonntag kam es zu Zusammenstößen zwischen angeheiterten natiönalistischeu Studenten und Mitgliedern de!• Lembergei• Unterweit, ia der Verlaufe ein Student erstochen wurde. Die Nationalisten benützten diesen Vorfall, um mit einer uuerhörten Hetze gegen die jüdische Bevölkerung cinzusetzen. Während des Leichenbegängnisses des erstoche» nen Studenten kam es zu schweren Ausschreitungen. Achtzig Personen, durchwegs Juden, wurden verletzt, Die //JudisdiePresse" jst bei zahlreichen Kolporteuren erhältlich I (Preis der Einzelnummer 40 Groschen) der Jüdischen Presse“ bereits berichtet, Aguda« jisroel «ich bemüht, eine Anzahl Zertifikate ■gesondert zu erhalten. Die Verhandl-uiigen )Herüber, welche direkt zwischen dem lligli Gniiimissioiier und der• Leitung der palästinensischen Aguda erfolgten, sind zwar noch nicht abgeschlossen. lasse» aber einen günstigen Ausgang erhoffen.. Voraussetzung sind Anträge mit genauer Beantwortung der von der, E i n w a 11 d e r u 1! g s l> cbürde 1' o 1• 111 u 1 i e r t e 11 Fra gen. Die A iit'ragsr. Formulare hiezu sind von' der Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel und ihren ׳Filialen in allen Lamlesorganisntiont'ii zu beziehen. Gruppe D umfaßt Angehörige von ständig in Erez Jisroel lebenden Einwohnern, bezw. Verwandte von .Einwanderern der obengenannten. Kategorien. ־ Hierfür sind die englischen Konsulate, respektive die Einwan• derungsbeJiördeu direkt zuständig. Aas alldem ergibt .sieh für Agudisfeu, welche der. 'Gruppe A, B oder D atigehöreu, daß'der Weg nach Erez Jisroel für sie nicht schwerer und nicht leichter ist als für Nichtagudisten. Es ■dürfte sogar auch aus anderen' hier nicht näher zu ergründenden Ursachen w.iimschcu.s-, wert sein, daß gerade Angehörige dies Mittelstandes oder des Handwerks, welche die nichtunerschwingliche. Summe, van Pfd. 500, 1-esp. Pfd. 250 besitzen, in allererster Linie sich an der agudistischen .Immigration beteiligen.!Durch die Niederlassung solcher lmmigran- •len ist naturgemäß •das beste Mittel ■gegeben^ ׳um späterhin auch agudistischen Arbeitnehmern■ Arbeitsstellen und damit die Möglichkeit einer ungehinderten E’migra- 11011 zu beschaffen. s Diejenigen Angehörigen des• Mittelstandes aber, welche'ohne genaue!Kenntnis von .Land und Erwerbsiiiügliehkciten sich nicht, zu einer endgültigen Ueber- «iedlung zu entschließen vermögen, haben entweder die Möglichkeit, sich an der auch ■in diesem, Jahre statt findenden verbilligten Gesellschaftsreise der Agildas Jisroel zu.beteiligen, wqzti schon jetzt Anmeldungen entgegengenominell werden (Reisezeit Anfang Adar), eitler aber sieh mit den gewünschten Anfragen an die Palästina-Zentrale in'Frankfurt a. M. zu .wenden. Diese beschäftigt sich augenblicklich mit d,er Einrichtung eines. Informationsbüros ׳.in Erez Jisroel.!Diese Anfragen sind bei der österreichischen Palästina-Zentrale ־der Agudas Jisroel in Wieii, II., Leopoldsgasse 16, Tel. A-48-4״15 ־' schriftlich einzureichen. Wir hoffen, auch weiterhin Gelegenheit zu haben, Fragen von allgemeinem Interesse bezüglich Erez Jisroel an dieser ׳Stelle zu behandeln, davon schweben einige in Lebensgefahr. Kommunisten werteten die Unruhen für ihre Zwecke aus und verbreiteten staatsfeindliche Flugzettel. Die Regierung er•:; ließ eine Nachrichtensperre. Jüdische Zeitungen, die übet die Vorfälle ausführlich berichteten, wurden koufisziert. Die. Polizei ist in Alarmbereitschaft und ist bemüht, die Ordnung aufrecht zu erjialten. Sämtliche poW nischen Universitäten sind geschlossen. Zertifikate bewilligt.) Für diese Gruppe hat,' wie in Schwere antisemitische in Lemberg. en Die reisende Dame erhältbeimir schon innerhalb 6 Stunden ■■ eine individuell ihrem Gesichte entsprechend modellierte Besitzer der weltbekannten Perlicken-Kumtwerkstätte Wien I, Kärntnerring 6!^8Telephon Nr. U-47-M6

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