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Jüdische Presse · 1932-09-30 · 39 (30.9.1932) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
18 (1932)
Issue
39 (30.9.1932)
Date
1932-09-30
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nf. 39 jüüiscHfe presse David Türk! II., K.r 11 minibau ingasse f שלנה ט,* קל וגד נ־תי ווינה II., Fr. Hochedlingerg. 9 מביצים בביצת עונד, סובר, וכוח־פ בבינת בווז״ט מברך שמואל טירקל וימיתו ווינה;1 i קרומבוימנאפפע 1125 Rabbiner Hersch Twersky und Familie 35 IT.,!Hleinestraße Samtiel Blum. Betrauter des Erkner Oberrabbiners Kosiee Adolf Stern and Familie Kosiee Samuel Schlesinger und Frau 2ilin;1 Leone Blumenfeld Brünn Moses B. Wagner, Fisclihandliing שומר עובת II., G1־. Sperlgasse 8 Rafael Kohn Novc Zamky Ernst Weiß n. Familie, G e f lüg e l band l u n g If., Tandelinarktgasse 5 Karl Koppel Weiß und Familie Ekmpflbäckerei Wien, IT., Floßgasse 9 Restaurant zum Friedland Inhaber: Israel Willner IT., KI. iPfarrgasse 8 Dr, Karl Rosenbaum Rechtsanwalt Bratislava, Spitalgasse 41 . וואלח כ!אהן עם זוגתו Ma sc hinenhond 1 u n g!Bratislava, Mickiewicgasse 10 David Haberfeld Holzgroßhandlung Bratislava, Mickiewicgasse 10 Samuel Wolf, Fischhandlung II., Karmelitermarkt Stand 336 חזק" יעקב ווייס דומ״ץ דק״קשאח* וזוגתי Fern Wirkung. In besonders gehobenen Augenblicken seines Daseins vermag ■wohl mancher Mensch die Schranken von Raum und Zeit zu überwinden. Bekannt ist die Tatsache der hellseherischen Kräfte bei Sterbenden, bei denen gewissermaßen die Ewig'keit schon in ihre Lebensäußerungen strahlt. In den ימים ניראים in den ehrfurchterfullten Tagen, kann jeder Jude dieser Gabe teilhaftig werden. Wer lebend den Weg־ zur Ewigkeit vollzieht — und das ist der Sinn der ,.Rückkehr'‘ —, dem offenbaren sich bisher ungeahnte Zusammenhänge des Lebens. Ausstrahlungen des eigenen Daseins werden ihm kund, Beziehungen fun sich ihm auf in weihevoller ■Entfaltung־, und siehe da, sein Weg zur Ewigkeit ist umsäumt mit Menschengestalten, in deren Lebenslauf er selbst ■weisend eingreift, ■die anderseits bestimmend seine eigene Daseinsgestaltung beeinflussen. Er, der Bote G-ttes an anderen, andere die Boten G-ttes an ihm. Wer ermißt die Zartheit und Innigkeit dieser Verbundenheiten, dieser Zusammenhänge. Allein der Blick des Menschen, der die Stunde des Welten- Werdens am 1. Tischri feiert, den .Tag־ des Seelenwerdens am 10. Tischri begeht, schürft noch tiefer. Da mag er mit Jeremia sagen, ״Aus den Fernen zeigt sich mir der Ewige,“ also wie wir es im Haphtaragefiige des zweiten Tischri vernehmen •מרחיק ה׳ נראה לי Es bleibt die wunderbare Frucht der Seelen- Stimmung־ dieser Tage, daß uns ein Einblick in dieses Weltenwalten durch den Schöpfer gegönnt ist. Da tun sich Zusammenhänge auf, die beglückend wirken. Man sieht sich selbst mitten ■hineingestellt in das Weltgeschehen und empfindet mit heiligem Schauer Ausstrahlungen unseres eigenen Wollens und Könnens in schöpferischer Teilnähme an dem Weltgeschehen הצעיר יהי׳ לאלף, und Tausenden, die es nicht wissen, sind wir etwas. In den Strom der Begebenheiten taucht unser Streben und wenn die Tage sich mehren, findet man das wieder, wenn vielleicht auch erst bei spätgeborenen Enkeln. Mit Fernwirkung begabt, bleiben wir 1111־ steiblich im Malstrom der Zeiten. Man empfindet aber auch auf der anderen Seite Bezogenheiten der ganzen Welt auf uns und mancher Herzschlag, dessen Rhythmus uns das ganze Jahr hindurch unbeachtlich geblieben war, wird uns in seinen ■Bedingtheiten klar. Es ist uns eine rückblickend klargewordene Schau in die Werkstatt der Vorsehung eröffnet. Was der Ewige plante, zu seiner Auswirkung־ erschließt er sich unserem atmenden Erkennen und planmäßig ■sehen wir unser eigenes Dasein abwickeln. Der קורא הדורות מראש offenbart sich uns, das Nacheinander ■der Ereignisse zeigt sich uns als ein Auseinander. Wenn es auch in der Flucht der Tage ein Sein nicht gibt und Gegenwart ein Schall ohne Inhalt ist, ein Werden ׳gibt es, eine große von der Vorsehung gezeichnete Linie, zurückreichend in die Unendlichkeit, strebend nach Vollendung in der Unendlichkeit. An diese Linie reiht sich die Schwinge unserer Seele. Es kreiset das Menschengeschlecht, bald sich abstoßend in ohnmächtigem Streng rituell... wird Kunerol erzeugt, in modernen, appe* titlich reinen Anlagen, die vom Publikum jederzeit besichtigt werden können. Kunerol ist garantiert reines, 100% »ges Pflanzenfett. Seine besonderen Vorzüge sind; Großer Nährwert, leichte Verdau* lichkeit und lange Haltbarkeit Kunerol wird unter ständiger Aufsicht des Herrn Bezirksrabbiners S. Ehrenfeld zu Mattersbürg hergestellt KUNEROI! 100% REINES KOKOSNUSSFETT Haß, bald sich senkend in liebender Sehnsucht, Auch das Gegeneinander der Menschen zeigt sich in dem Weltenplan der Vorsehung־. Vollendeter als dies in dem זכרינית -Bekenntnis unseres Mussaphgebetes zum Ausdruck kommt, kann dies alles nicht gesagt werden. Und doch ist es uns einmal noch unendlich nahe gebracht worden. Als einst ein Großer in Israel glaubte, im schwachen Hauch eines unbedachten Wortes sein eigenes Selbst aus dem von jener Linie umschriebenen Rahmen geschleudert zu haben, da war 101ונחנה תירף sein letzter Gruß an die Welt offenbarende Verkündung jener Fernwirkung. Leben und Sterben, Gelingen und Versagen, Ruhe und Sterben — בר׳יהיבחבץ —, das alles fernwollend vorgezeichnet, das alles sich bedingend nach dem Willen der Vorsehung am Tage der Wiederkehr des Weltenwerdens. Ausgefüllt aber ist dieser große Rahmen mit Liebe und Gnade. P. K. Von den Aufgaben der agudisfisdien lugend* Von Jacob Rosenheim. Zunächst ein g־ esundesMißtrauen gegön Seitdem in der Stunde der sinaitisclien Gesetzgebung־ unter der Devise וישלח את נערי בני ישראל die j ii cl isehe Jugend an die Front geschickt und zum Bürgen der jüdischen Zukunft geweiht wurde, haben Geisteshaltung und Lebensführung der heranreifenden Jünglinge und Mädchen einer Zeit von jeher den Prüfstein gebildet für das Lebensfazit jeder älteren Generation, für ihre sieghafte Bewährung im geschichtlichen Ringen oder ihr mehr oder ׳minder tragisches Herausfallen aus der Kette der zum Messias hinstrebenden Geschlechter. AVenn daher am Tage der großen Jahresabrechnung־ unsere Männer und Frauen, unsere Greise und. Greisinnen, die führenden Persönlichkeiten des Geistes und der Tat, vor dem prüfenden Auge des Weltenrichters vorüberziehen, so wird gewiß vor allem die große Frage schicksalsbestimmend über ihrem Haupte schweben, wo die Jugend steht und w i e die Jugend steht, die ihrer Erziehung anvertraut war. Menschenvernunft zwar vermag diese Frage niemals eindeutig־ zu beantworten, noch viel weniger Schuld und Verdienst und Verantwortung de:! Einzelnen gerecht abzumessen, der im engen Kreise eines Hauses oder in Schule und Lehrhaus, auf Kanzel und Öffentlicher Tribüne, als Denker oder Künstler, Schriftsteller oder Redner an der Seele der jungen Generation formend zu wirken berufen war. Wie für das unergründliche Gericht über Menschentat mit ihrem ins Unendliche sich verlierenclen Regressus von Wirkung und Ursache überhaupt, gilt auch hier des R!amban1 klassisches Wort: ואין שוקלין אלא לדעתו של א דעות Aber wenn für die gleichzeitige, zusammenfassende Erfassung־ der tausendfältig nuancierten Mannigfaltigkeit des S e i e n den, sobald es sich um seelische Wirklichkeiten handelt, das menschliehe Urteil ebenso versagt wie in der Abmessung der persönlichen V e r a 111 w o r t u n g־ für das Werden dieses Gewordenen, so steht uns doch die Schau in die Zukun f t offen, an der unser Wille sich bewähren kann und die gerade darum auch dem Intellekt lösbare Aufgaben bietet. Was wir als Agudisten von unserer Jugend in der unmittelbaren Zukunft, im neuen Jahre 5693 erwarten, wüncht die Schriftleitung dieser Blätter zu wissen und auf diese Frage läßt sich mancherlei antworten. Wir erwarten Negatives und Positives und glauben es erwarten zu d ü r feil, ohne Wider- *natürliches zu fordern. alle Schlagworte der Zeit, die von tausend ge-, schäftigen Händen (mehr als von Köpfen) fabriziert, in die Massen geworfen und zu Parteiparolen g־e־r macht werden. Aber dieses Mißtrauen darf nicht zu der Uebertreibung* eines alle Gemeinschaftsbindung־, alles Kollektivistische ablehnenden Individualismus werden, der sich einredet, ohne kräftige Teilnahme an dem im Kampfe sich entfaltenden geschichtlichen Leben zum Charakter reifen zu können. Irgend einer ״Bewegung“, das hat schon der alte Hilty treffend gepredigt, muß jeder junge Mensch in diesem Zeitalter sein Herz und seine Seele schenken, sofern er nicht das Glück hat, entweder auf irgend einem Gebiete geistig־ produktiv zu sein oder mindestens in rezeptiver Geistesarbeit ohne weitere Spannungen und Sehn- Süchte ganz und gar a u f g־ e h e n zu können. Wir gesetzestreuen Juden besitzen ja ein solches Himmel und Erde umspannendes Territorium gestiger Betätigung: למודהחורדי. Heil dem, der von sich sagen kann, daß, wie Ben Asai, ״seine Seele an nichts anderem als an der Thora hängt“; keiner jedenfalls darf unterlassen, durch gründliches Jeschiwo-Lernen die Probe aufs Exempel zu machen, denn diese Probe lohnt für ihn selber, für sein persönliches Lebensgliick wie für den Bestand der Gesamtheit, deren höchstes Interesse allezeit die Zücht ung־ von תלמידי חכמים שתורתם אומנתם sein und bleiben wird. Aber von diesem Idealtypus bis herunter zu dem, der, nach der Struktur seiner Seele für ein Leben der Tat und der praktischen Berufsarbeit bestimmt, nur קובע עתים לחורי׳ sein kann, wird es hundert Nuancen jugendlicher Juden geben, die es heute nicht leicht haben, gesund an Seele und Körper durch alle Prüfungen der Arbeitslosigkeit und der Armut, der auflösenden Verstandeskultur und der lockenden Sinnlichkeit hindurch, an dem psychischen Ruhepunkt einer selbständigen Lebensexistenz mit der Gründung eines jüdischen Hauses zu landen. Ihnen allen ruft ״Agudas Jisroel‘* durch ihre Jugendorganisation zu:״! הוי כל צמא, לכו למיםD ü r s t i g“ seid ihr ja alle, auch wenn ihr das Durstgef ühl, das euch Tag־ und Nacht begleitet, nicht zu deuten wißt, auch wenn ihr glaubt, es durch entg-ttete Kunst oder Wissenschaft, durch Sport oder Kommunismus oder Zionismus oder Liberalismus stillen zu können. In all diesen Surrogatgetränken steckt ein mit reichlichem Haschisch gemischtes Tropf lein Wasser — aber der מקור מים חיים der reinen Wahrheit sprudelt nur dort, wo man nicht den Ehrgeiz

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