Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 18 (1932)
- Issue
- 38 (23.9.1932)
- Date
- 1932-09-23
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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NovIäov* vfplatfiS pOvöleöSfiadif f»«t * tdlOgrafo* v Bratisläve &\9. 41572*111.20. Zeitüfi|£ti vom Vfetlegfef *tfstftü«! hmMl üpfdlt pir PMftiiisr V.b,b. OKOAN nm Mt INTCREXSEM DE« ORTHODOXEN JUDENTUMS Redaktion u. Administration•. Wien, 11., Große Pfarrgasse 3/3. — Tel. A*4581־3־־. Tschecho« | Slowakei‘. Bratislava, Postfach 140. Erscheint jeden Freitag. — Redaktionsschluß: Mittwoch Mittag Abonnementspreise.* Ganzjährig: Für Oesterreich S 16, Tschechoslowakei tschech. KJ 80, Einzelnummer Öst. Gr. 50, das übrige Ausland 3 Dollar. Z«n1tiü#en äut Konto »Jüdische Presse״, Wie» »ür Oester־ reicht Postsparkastenkonto Nr. D-93614; Deutschland: Post* scheckkonto Berlin Nr. 122619; .Jugoslawien: Postspk.-Amt Zagreb Nr. 40217; Polen: Posispk.-Amt Warschau Nr. 190409; Ungarn: Postspk.-Amt Budapest Nf.50170; Schweiz! Post* acheckk. Zürich VIII. 4117; für die Tschechoslowakei t »Jß* dische Presse״, Bratislava, Postspk.-Amt Prag Konto Nr. 63386 ־ ״ Nr. 38 | Wien-Bratislava, 23. September ^932 .ביי־י וינא־פרעסבויג כיב אלול חרצ״ב 18. JaHrg. Die Nachfolge von Rabbi Chajim Sonnenfeld זצ״״ל Am Sonntag, den 19. Aclar II dieses Jahres, als Rabbi Chajim Sonnenfeld **"ן seine reine Seele aushauchte, stand an seinem Sterbelager — ein Zufall sagten die Menschen, höhere Fügung dachten wir — der ״Chuster Raw“, aufgelöst in Schmer/, und Wehmut. Alte Jerusalemer, die dabei waren, sagten: ״So hatte einmal Rabbi Chajim vor dem Sterbebette Rabbi Samuel Salants ןצ״ל gestanden, so sah das Auge Rabbi Sanlants, bevor es sich für ewig scloß, in das des vor ihm stehenden Rabbi Chajim. Als bebte auf den sich schließenden Lippen, das Wort: ״Ich gehe und du bist da, meine Gemeinde ist nicht verwaist! . . . Was man damals nur ahnen, nur gefühlsmäßig empfinden\konnte, es ist mm Tatsache. Rabbi Josef Zwi Duschinski, der ״Chustcr Ratv“, ist von allen beteiligten und interessierten Instanzen in Jerusalem, Palästina und in der Golah /um Oberrabbiner•- der unabhängigen AscHkenasimgemeinde in Jerusalem als Nachfolger von Rabbi Josef Chajim Sonnenfeld - gewählt worden, und er hat, nach einigem Widerstreben, die,*ehrenvolle Beruiung.._angonommen^-Jerusalem, unser. J.emsajeaa,üäasL selbständig gesetzestreue Jerusalem, das Jerusalem von Rabbi Chajim Sonnenfeld, erlebt nach einem neuen Zerstörtsein von einem halben Jahre einen. Wiederaufbau. Wir wollen hier zur näheren Charakteristik des neuen Oberrabbiners der Jerusalemer Aschkenasimgemeinde einem Schüler desselben das Wort geben: Mitten im Leid der Gegenwart dringt frohe Kunde aus Jeruscholajim in unser Ohr: die selbständige orthodoxe Kehi.Ho in Jeruscholajim hat als Nachfolger des großen Zaddik, Rabbi Jos. Chajim Sonnehfeld, הגאון רסי יוסף צבי Duschinski אב׳ב דקיק חומט gewählt und er ist gewillt dem Rufe Folge zu leisten. Wer noch nicht sein ganzes Sinnen und Traphten den Nöten des Alltags geopfert, wessen Herz noch schlägt für unser heiliges Land und unsere Stadt, der wird frohlocken beim Ju.bel Jeruscholajims, dem G-ttes weise Schicksalswaltung die השגחה פרטית den Berufenen gerade in dem Augenblick in der heiligen Stunde zuführt, da der treue Wächter Zions ins ביד יטל מעלה abberufen wurde. Es jubelt Jeruscholajim, es jubelt die גולה daß es clon Bemühungen der אנשי ירושלים ihrem mit wahrem פנחס -Eifer erfüllten שליה und den ihn unterstützenden Führern in der גולה gelungen ist, eine Persönlichkeit zu finden, die würdig ist, den Platz des heimgegangenen צדיק auszufüllen. Jubeln werden die nach Tausenden zählenden Talmidim, in allen Ländern Europas zerstreut, daß es ihrem geliebten und verehrten Rehben vergönnt ist, dein Zuge seines Herzens zu folgen, in der Nähe des חל שבל פיות פינות בו dauernde Wohnstätte ופופקים^ und überträgt ihm die!Leitung seiner Jeschiwo. Mit 27 Jahren ergeht an ihn der Ruf, die Leitung der neu 'gegründeten Kehillo in! ״׳Galan ta zti übernehmen. Mitten in einem heißbrennenden’ Kampfe ging der junge Raw, von einer kleinen Schar vön Treuen gestützt, ruhig und sicher seinen von seiner Aufgabe allein diktierten Weg und baute in kurzer Zeit dort eine Jeschiwo auf, die der Kehillo Glanz und Weltruf; Verschaffte. 26 Jahre war es der Galantaer Kehillo vergpnnt, diese bedeutende Jeschiwo in ihren Mauern zuc;l|ergen. Im Jahre 5681 wurde er nach Hust in die Städt des Maharam Schick berufen. tl ■ Persönlichkeiten von . ungehemmter sittlicher Kraft, von ungebrochener Größe, das ist des alten Ungarn Stolz seit des Chasam Sofcrs Zeit. So steht vor uns das Bild dieses Godaul, ein starker, rühriger שבל die Welt mit ,größtem Verständnis, mit gespanntester Aufmerksamkeit verfolgend, aber nirgendswo anders als im uncrschiittcrliehen Glauben au die g-ttliche Kraft der תודדק Kraft schöpfend, im unmittelbaren Erleben des G-ttdienens, des G-ttnahestehcns, das der Tefillo. ihren urwüchsigen Sinn verleiht. Solches Leben und Erleben‘jüdischen Seins hat seine Wirkung auf die' Generation nicht verfehlt. Auf der unerschütterlichen Grundlage des alten jüdischen ,rj תו ״.״sj—Traben Ungarns Gedauli5il׳^#\־l־-Jt11retrdT׳.u deiv Quellen־ der Thauro geführt. So war auch das Getnoro-Lernen auf den Jeschiwos in Galanta und Hust nicht ein Sonderfach, das dem Intellekt Spielraum und Betätigung gab, es war ein Teil, ein integrierender Toil, der in Worten nicht zu schildernden Awaudaus Hakaudesch, die der große Meister seinen Schülern •vorleht, und seine Tefillo, aller Künste entbehrend, aber wie sichtbar aus den tiefsten I/rkräften einer großen Persönlichkeit -cjuillend,;war seihehv.Bachurim so deutlicher Leitstern alles Lebens, ’ wie die Worte, seines täglichen Mussävschiurs. Sein דרך הלימוד der . seiner Jeschiwo den' weitberühmten, Namen schuf, ist so ganz Ausdruck seiner. Persönlichkeit, die frei von aller Eitelkeit, das Forum der Oeffentlichkeit meidend, nichts anderes sucht, als den Weg der ראשונים ’ zu gehen, ihVe Schittos klarzulegen, : jedem Buchstaben ihrer Worte Sinn und 'Gehalt zu geben und den Talmidim die Ehrfurcht vor jüdischen Großen als unerläßliche Voraussetzung ihres Lebens darzustellen. Das klare Auge, das über Welt und Leben, von . Schein und Lüge nicht getäuscht, so we'isen Bescheid gab, kannte auch die Seele seiner Jünger in ihren feinsten Niiancen und jeder wurde auf seine Weise den rechten Weg gewiesen. Die Kenntnis der tiefsten Wurzeln der Menschenseele gibt dem großen Erzieher auch Verständnis für menschliche, für kindliche Schwäche, sie gibt dem strafenden Worte die Milde, die den Sieg über die widerstrebende Jugend erleichtert. Die Menschenkenntnis schuf aber nicht nur den großen Erzieher, sie ist auch die Voraussetzung der großen Menschenliebe, die dem Gedaul Postulat seiner Jtidischheit ist. *Für seine heilige Thauro wird er bald uns nunmehr allen in der Golah Lehrer und Wegweiser sein. Möge mit ihm, da ein leidreiches' Jahr zu Ende geht, ini neuen Jahre eine neue Aera aufblühen für das״ Heilige Land und für das Volk in der Diaspora, das zum Heiligen Lande als zum Urquell seines geistigen Lebens, zum Ziele seiner letzten Hoffnung hinblickt. וד׳ יזכני לראות בנהמת עיון וירושלים אמן.. Zum Abschied• Nach zwölfjähriger Arbeit in der Redaktion der ..Jüdischen Presse“ scheide ich mit der heutigen Nummer des Blattes aus diesem Wirkungskreis. Ich will in dem Augenblick des Abschieds meine ו01ז\ץmutsvollen Empfindungen —Scheiden tut weh. wenn auch der Entschluß hiezu aus eigenem kam — nicht öffentlich zur Schau tragen, ebenso wie ich zwölf Jahre hindurch ernstlich bemüht war, meine persönliehen Gefühle und Anschauungen zurückzudrängen, insoweit sie im einzelnen mit den Interessen der Orthodoxie, welche in der .,Jüdischen Presse“ objektiv vertreten werden sollten, vielleicht nicht ganz in Einklang zu bringen waren. .Denn■ nicht persönlichen Bestrebungen״ zuliebe, sondern zum , Schutze der gefährdeten - •Interessen״—der Orthodoxie wurden meinerseits die schweren Opfer au Zeit und. Geld und nicht zuletzt an intellektueller Befriedigung gebracht. Ob es meiner Arbeit vergönnt!war. das erstrebte Ziel: Wahrung der Interessen der Orthodoxie, auch nur einigermaßen, zu erreichen, darüber zu urteilen steht allerdings mir nicht zu. Dankbar soll hervorgehoben werden, daß viele opferbereite Freunde die Sorge um die Erhaltung dieses Organs der Orthodoxie ehrlich mit mir geteilt haben. Andere wieder förderten das Blatt durch j Kritik, und auch jene, die mit dem Niveau und der Leistung der Zeitung nie zufrieden waren, wurden durchaus nicht zu ihren schlechtesten Freunden gezählt. Doch opferbereite Freunde und eifervolle Kritiker — oh, wie gering war ihre Zahl gegenüber der kompakten Masse der Indifferenten, die, obwohl nach ihrer Lebensanschauung und Lebensführung orthodox, doch weder als Abonnenten noch als Kritiker und Nörgler je in Erscheinung traten! Es gereichte mir zum großen Schmerz, daß. es mir nicht gegeben nvaiy in dieses pflichtvergessene Lager einzudringen, um im Wege der Zeitung diese ungeweckten Kräfte der Sache der Orthodoxie und ihrer Institutionen dienstbar zu machen. zu nehmen. Getrieben von der Sehnsucht seiner G־tt nahen Seele, die das גלות -Leid, den מלוק שבינה so tief wie kaum ein andere empfindet, wird er unser Führer an heiligster Stätte werden. Ein Leben, nur seinem G-tte und der Thauro geweiht, hat damit wunderbarste Krönung erhalten. Zu Paksch geboren, sein Vater ein Neffe des Maram Schick, lernte er als junges Kind in Bonyhad bei Rab- Inner Mosche Pollak, dem Verfasser des וידבר משה noch zu ■einer Zeit, als dessen Vater die Jeschiwo führte, Rabbi Seckel Pollak, ein Talmid des ׳ Chasam Sofer. Schon kurz darauf, als der junge Bochur in die Preß- Inirger Jeschiwo eintrat, erregte seine gemessene, von Frühreife zeugende Natur, sein den Jahren weit vor-ז auseilende יראת שמים und die nicht zu übertreffende התמדה im Lernen das Erstaunen seiner Umgebung. Schon als jung verheirateten Mann rühmt ihn der Größte seiner Zeit, der Mäder Gaon, sein Schwiegervater, als םקי־־יגש׳ס wird er sich immer in freudiger Bereitschaft מוסד נפש sein, es werden ihn die sogenannten Gesetze irgend wcleher Art von Menschenrücksicht von den ehernen Prinzipien seiner Glaubenstreue nicht um Haaresbreite zu rücken vermögen. Aber er wird sich der Unmenschlichkeit nie und nimmer als Waffe im heiligen Kampfe bedienen. Es bürgt die innere Harmonie der jüdischen Persönlichkeit eines solchen Zaddik a priori für das jederzeitige Einsseins von sittlichen uncl religiösen Forderengen. Der Thauro hakdauscho, den jüdischen Lebensformen, die von unseren .Weisen s. A. oft geforderte äußere Schönheit äußeren Glanz zu geben, das ist dem Huster Raw immer innerstes Bedürfnis und grundlegende Forderung' gewesen. Was hier glühende Liebe einem Schüler dingegeben hat, für den Meister zu zeugen, wird uns das Bild des neuen geistigen Führers dqr Jerusalemer Orthodoxie deutlich einprägen. Als מרא דארעא ישראל Genie hoffe ich, daß. es der aus jungen orthodöxchi Männern bestehenden Arbeitsgemeinschaft, der* ich nun in aller Oeffentlichkeit die Wetterführung der ״Jüdischen Presse“ überantworte, gelingen wird, nicht nur die Zeitung zu erhalten, ■sondern gerade durch die Gewinnung neuer Interessenten aus dem oben beschriebenen Lager der Indifferenten, diese Waffe der Orthodoxie wirksamer und erfolgreicher zu gestalten. Dt*. Joel Pollak. , Die J. -T. A. ersucht uns um Aufnahme folgender *Mitteilung; Mr. B. Pollak• (jugoslawischer Staatsbürger)• steht in keinerlei Verbindung mit der Jüdischen Telegraphenagentur (J. T, A.) und ist nicht mehr zu irgend einer Aktion namens der J. T, A. legitimiert. 2׳ m(< SENSATIONELLES OKKASIONIANGEBOT! Die weltbekannte Perücken’Kunstw.erkstätte AtÜMIlD CfUICC Wien I, Kärntnerring 6 W I flPBMK Jlillirr (gegenüber Hotel Brl.tal) Tel. U.47.1-18 räumt ihr reichassortier't«s Lager an PeracHen, TranslorinpliPnen. et«, n *■׳יי• GEMÄSS REDUZIERTEN PREISEN! , . ... Benutzet raschest diese günstige Gelegenheit! Nur kurze Zeit l Solange dar Vorrat reichtl