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Jüdische Presse · 1932-09-16 · 37 (16.9.1932) · page 1

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Journal
Jüdische Presse
Volume
18 (1932)
Issue
37 (16.9.1932)
Date
1932-09-16
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Nr. 37 ' ־ ־- j .. >;\' . , - V1 י ’ ׳־*׳•■' ־ ■ : ' ''־ ׳ . .. ז t ו, י ’i,'-' *■ ■ . \ i׳ , ..׳ .. Wien-Bratislava, 16. Se|»tembe{|:1932>ב;ה וינא-פרעסבורג ט׳ו אלו? ו1רצ*ב 18. Jahrg. Schulbeginn. Am 16. September öffnen die Wiener Schulen ihre Pforten. In dieser sorgenerfiillten Zeit ,bedeutet der Schulbeginn sowohl für die jüdischen Eltern als auch für die jüdischen Schulerhalter eine nicht geringe Belas tu 11 g. Die jüdische Schule kostet!viel •Geld, wie jede Schule, nur werden die öffentllichenSchulen aus Steuergeldern unterhalten, aus Steuergeldern, zu denen besonders in Wien die Jude 11<sc!h aft einen übergroßen Teil beitrügt. Die einzige jüdische Privat-Volks- und .-Hauptschule in Wien muß hingegen aus Spenden ihrer Freunde und Förderer, aus den Opferpfennigen ihrer Freunde und aus den Subventionen jüdischer Körperscha.ften, vor allem der Israelitischen Kultusgcmeinde, erhalten werden. A11 der öffentlichen Schule kann sich aber das jüdische Kind trotz des reichen Anteiles der jüdischen Steuergelder bei der Erhaltung dieser Schule durchaus nicht, wohlfühlen. Trotz der programmatischen Kindestümlichlkeit und *Bodenständigkeit der modernen Wiener Schule wird auf die!Eigentümlichkeit des jiklisehen Kindes wenig oder gar keine Rücksicht genoinmen. ,Der ׳Sabbat ist noch immer ein Qualtag־ für jene Kinder, die ihn als den heiligen Tag G-ttes zu betrachten in ihrem Elternhause gelernt haben. In der. tage, die Jm Seelenleben des zarten Kindes eine so überaus wichtige und .■nachdrückliche Rolle spielen,;bleibt der jüdische Fest- und Feiertag ganz unberücksichtigt. Zu all diesem alten Hebel tritt nun auch noch das Gefabren.moment des rüden und exizessiven Antisemitismus als neuer Schreck für die jüdischen Eltern. In Wien hat wohl der neuartige Antisemitismus hitlerischcr Observanz noch kein ■Heimatrecht erlangt; hier spielen die Kinder noch nicht ״Das dritte Reich“, wie es in!}eutschland der Fall ist. Es ist aber .leider zu befürchten, daß auch bei uns die Seele der Schuljugend 111 it wilden' ‘Haßgefühleil ,gegen die jüdischen; Mit- 'schüler erfüllt wird. Gegen solche Haßinstinkte, die von schulfremder!Seite geschürt werden, können dann aber auch die anständigsten Lehrer nicht oder nur sehr schwer aufkommen. Bei dieser Lage der Dinge werden jüdische Eltern und jüdische Gemeindeväter nicht umhin können, dem Problem der jüdischen Schule endlich klar ins Auge zu schauen. Die jüdische. Schule muß ver- ־ kümmern, kann ihren großen erziehe rischen!Aufgaben nur mangelhaft nachkommen; solange!sie der aller-; dringendsten finanziellen Mittel entbehrt. Die jüdische Schule müßte auch in Wien, der Allgemeinheit .dienend, von der Allgemeinheit getragen werden. Es is־t eine wahre seelische Pein, wenn ain’Beginn eines jeden Schuljahres mit den Eltern, die ihre Kinder in!die jüdische Schule bringen, um ihre Beiträge gefeilscht werden muß. Und dann um die Schulbücher, 11m Schulrequisiten. Es ist dies ein unwürdiger Zustand, den unsere weisen Genieindeväter nicht eine Stunde länger dulden sollten. Und dann die Lage des jüdischen Lehrers, der doch dem jüdischen Kinde sein Bestes geben soll. Wie bangt er uni seinen kargen Monatsbezug, von dem es immer unsicher ist, pb er überhaupt und in welchen Raten zur Auszahlung gelangt! Und trotzdem, trotzdem! Bei all diesen Sorgen und Schwierigkeiten leistet die jüdische Schule auch in Wien ihr wunderbares segensreiches Werk. Jüdische Kinder freuen sich •in ,gleichgearteter Kanuu’adsclial t der jüdischen Schule, in der' sie sich heimisch fühlen. Jüdischer Geist, jüdisches (Wissen, jüdisches Selbstbewußtscin weiten die zarte^Seele, das auf nahm »fähige Gemüt des jüdischen SchuMindes. Der Sabbat strahlt noch in seinem ungescliwäch'ten Glanz an der jüdischen Schule. Er ist der Ferialtag(|<les jüdischen Schulkindes. Der jüdische Fest- und FreiUlentag drückt sich in allen Schularbeiten, in ׳Aufsatz, Zöichnuiig, Handarbeit usw. aus. Der jüdische Lebensweg ist schwer, sehr schwer geworden. Auch der Weg in die jüdische Schule. Wir werden aber mit G-ttes Hilfe, viele Schwierigkeiten überwinden,;wenn wir eine Jugend haben werden, die an der jüdischen Schule ,zu jüdischem Selbstbewußtsein, zu. jüdischem Opfermut erzogen ist. - . Jüdische Eltern! Die Schulen haben ihre Pforten eröffnet — auch die jüdische Schule. Schicket euere Kinder in die jüdische Schule!! p. Beih״Jakdb״Arbeit Sommer 5692 (1932) iD'ie heiligen Elul-Tage•/zwingen jeden Juden zur Rechenschaftsablegung. Audi י Beth-Jakob bekennt sich zu dieser Pflicht und hieinit wollen, wir Tiber unsere Sommerarbeit Bericht geben. Zusammenfassencl kann ־mitgeteilt werden, daß trotz d$r sich immer furchtbarer auswirkenden Wirtschaftskrise die Beth-Jakob-Zentrale ihr Programm nicht einschränken mußte und die Zusammenarbeit vollkommen planmäßig durchgefj&hrt uverden konnte. Dieses erfreuliche Resultat ist .gleicberweise der hingebungsvollen und begeisterten Mitarbeit der Bet 11-Jakob- Komitees, den ׳Dozentinnen, :Lehrerinnen und nicht zu- Jetzt den Schülerinnen selbst zu verdanken. " Es fanden folgende : statt: A) Lehr- und Erholungskurse Polen: Rabka, Hohe Tatra. 1. Kurse für K and i d a ti n 11!en des K r ak a u er Semi n a r s. Zwei Abteilungen in Skawa bei Rabka unter .Leitung־ von Fräulein Dr. Judith Rosenbäum, Fräulein ßauminger u. a. Teilnehmerzahl: 70. Dritte Abteilung in Rabka unter Leitung von Fräulein Goldstoff, Fräulein Hamburger. Teilnehmerzahl: 50. 2. Kurse f iir amtier ende Leb rer i nn e n unter Leitung von!Frau Coheh, geh. Rosenblum. Teilnehraerzahl: 40. 5. F ü 1־ Schule r innen d e r B e 111 - J ä lc o b- Schulen in Krakau und Umgebung Und auswärtige Kursteilnehmer unter Leitung von Fräulein Teitelbauin. Teilnehmerzahl: 90. Erholungskurse für Betli-Jakob-Scliülerinnen wurden eingerichtet in! Bendiri, in Dluga Siedln bei Warschau (im eigenen Heim unter Leitung von A. Z. Friedmann), in Jeksma bei Bielitz (Beskiden), Tar- 11 0 w,. Ta r 11 op o 1, Theodory bei Lodz, insgesamt mit zirka 700 Kindern. Litauen: Fortbildungskurse für litauische. Lehrer und Lehrerinnen, Leitung Oberrabbiner Dr. Josef Carlebach, Altona. Die Kurse fanden in Pnlangen an der Ostsee statt. Oesterreich: Z" In Aue (Semmeringgebiet) fanden statt: I. F o 1־ t b i 1 cl u ng s k u 1־s e f ü r K a n cl i d a t i nneu der Wiener 1B e 111 - Ja k o b-L e h r e r i n n e nb i 1 cl 11 u g־ s a 11 s t a 11. '2. Fe 1־ i e n ku 1־ s e für׳ .auswärtige Teil- 11 e 11 m e 1־ in 11 en aus Oest e r 1־ e •i c •11, U n g a 111 ־, Slowakei, Schweiz. Die Kurse standen unter Leitung der Dozentinnen Frau Resi De'utschländer und *Fräulein Eva .Landsberg, ferner der Lehrerinnen Lianfi;Pappenheini und Mirjam Strauß. An den Lehr- und Erholungskurseii haben insgesamt mehr als 1000 Schüler und Lehrer teilgenomnien. B) Lehrerinnenbifdungsanstalten. Im Frühling, bzw. Frühsommer dieses Jahres fanden die Schlußprüfungen für die oberen .׳Jahrgänge der Bethjakob-Lehrerinnenbiklungsanstalten in Krakau und in Wien statt, I. K 1־ a k a u: Bei gen Schlußprüfungen an cler Krakauer Beth-Jakab-iBiklungsanstalt erhielten diesmal 26 Kandidatinnen nach erfolgreich bestandenem Examen f ihre Diplome.!Dies bedeutet nicht nur einen pädagogischwissenschaftlichen Erfolg für Beth-Jnkob, sondern auch die Bereicherung des polnischen Schulnetzes um eine Reihe neuer Anstalten. Nach Krakau schwingt sich erfreulicherweise Lodz zu einem überaus wichtigen Zentralpunkt der Beth-Jaköb-Bewegung in Polen empor. An der dortigen Beth-Jnkob-Schulc wird eine höhere Handelsschule eröffnet werden. 2. Wien: An der zu Beginn des Jahres 5691 (November 1950) begründeten Wiener Beth-Jakob- Lehrerinnenbiklungsanstnlt fanden .*die ersten Schluß- Prüfungen am 26. Siwan (30. Juli) statt. -Diesem feierliehen Ereignis haben prominente jüdische Führer aus Wien und den .Nachfolgestaaten beigowohnt. Als Vorsitzender...-v-der ׳ Prüfangskpnunissiok! füngierter^Qherrabbiner Fürst, Adas-Jisroel-׳iSchiffsch11׳I, Wien, Mitglieder derselben waren der ׳Direktor der allweltlichen. Beth-Jakob-Zentrale Dr, L; Deiitschländer, Leiter der Wiener Lehrerinnenbiklungsanstalt Rabbiner Dr. Joel Polla.k, die Dozentinnen Eva Landsberg und Resi Deutschlüncler. 15 Kandidatinnen haben die Prüfung mit sehr gutem Erfolg bestanden. Mit besonderer Genügtuung verzeichnen >vir, daß bei Drucklegung dieses Berichtes der größte Teil dieser Lehrerinnen bereits auf Posten ist. Folgende Schulen in. den Nachfolgestaaten sind nöu eröffnet und von den Absolventinnen der Wiener Anstalt besetzt: .׳•"''׳ O s t s 1 0 w a ■k e i: 1P1־ e s o v (Margit Silbe!־man 11), Sevlus (Irene Rosner), Tecovo (Flora Silbermann), Uhzorod (Mirjam Löwy). ' Auch in anderen ostslowakischen Gemeinden stehen die Gründungsverhandlungen dank der regen, von der Leiterin der Betli-Jnkob-Schiile in Kösi'ce, Fräulein Hanna R o o s, entfalteten Propaganda vor dem Abschluß. Rumänien: Oradea (Grcißwardein) (Mirjam Strauß). Im Marmaroser Gebiet: Borsa (Paula Finkeistein), V i s e u 1 de S u s (Mella Zirnmermann). Die Gründung dieser Schulen ist der regen Wirksa-mkeit der als Rabbiner ■dieser Gemeinden .amtierenden Söhne des Großrabbiners von Wischnitz, Israel Hager, zu verdanken. In M a r m a r o s - S z i g e t selbst sind günstige Voraussetzungen für die Gründung einer Beth- Jakob-Scluile geschaffen. Bukowina: Die bereits vorhandenen Schulen in C z e r 11 o w i t z, Gur a 11 u m or a, S i r e t, V -i 11 i t a haben eine wertvolle Bereicherung erfahren durch die Neugründungen Su.cava (Mirjam Stern),!Radnuc (Ch. Schreiber); Zur Einführung der neuen Lehrerinnen, bzw, zu cler Inspizierung der Schulen unternimmt׳ die Dozentin der Wiener Anstalt Fräulein Eva Landsberg zur Zeit eine Propaganda- und Inspektionsreise, die neue Impulse wecken und für Beth-Jakob neue Gebiete in den Donaustaaten •erschließen soll. In diesem Zusammenhang soll lierv-0!־gehoben werden, daß in B u d a p e s t ebenfalls wachsendes Interesse für Bettj-Jakob wahrzuuehmeii ist. Besuche und Vorträge des Direktors der allweltlichen Anstalt!Dr. L. Deutschländer, bzw. cler Dozentin Frau-■ Jein Eva Landsberg wie die um das Schewiioth-Fest vorgenommene Exkursion der Kandidatinnen der Oberstufe cler Wiener Anstalt nach Budapest ׳haben bewirkt, daß nun auch in Budapest unter cler Leitung der Frau Margit Ster n b e r g ein Beth-Jakob-Frauenkomiteo gegründet wurde. (Fortsetzung folgt.) Die weitbekannrite Perücken-Kufistwerkstätte ATUMAD Cf Ul EC Wien k Kärntnerring 6 W '1 1 Tr (gegenObsr Holal Britlol) Tel. U-47.1.16 räumt ihr reiehassortiertes Lager an PerUtKen, Transformationen etc. *H ZEIT• QEMWSS REDUZIERTEN PREISEN! . , . Benützet raschest diese^ günstlge ßilegehlieitl Nur kurz! |1it l Solange 11er Vorrat riichtl I

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