Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 18 (1932)
- Issue
- 33 (19.8.1932)
- Date
- 1932-08-19
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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*ovitiov* v?platfi6 00völe0ä riaditpoii atelefrafov . ..... ״ v Bratislave 6is. 4i572.Ili.20. / ׳ ׳.׳..־■ Zeitungeft vom Verleger versendet Journal e*p4d1i pif Nditea«. V. b. b. mm :<$■״ ׳" OttttJUl UM MC INTERESSEN DES ORT HODOXEH JUDENTUMS. f - ‘ y V '4.- •־* ' Redaktion u. Administration: Wien, II., Große Pfarrgasse 3/3. — Tel. A81*3>45־. Tschechow Slowakei: Bratislava, Postfach 140. Erscheint jeden Freitag. —- Redaktionsschluß: Mittwoch Mittag AbonnementspTeise: Ganzjährig) Für Oesterreich S 16, Tschechoslowakei tschech. Kv־ SO, Einzelnummer öst. Gr; 50, das übrige Aüsland 3 Dollar. Zamungen auf Konto ,Jüdische Presse־, Wien für Oest er reich 1 Postsparkasienkonto Nr. D-93614; Deutschland! Post- Scheckkonto Berlin Nf. 122619; Jugoslawiens Postspk.-Amt Zagreb Nr. 40217; Polen > Postspk.-Amt Warschau Nr. 190409; Ungarns Postspk.-Amt Budapest Nr.50170( Schwelet Postscheckk. Zürich VIII. 4117; für die Tschechoslowakei! ,JOdische Presse״, Bratislava, Postspk. •Amt Prag Konto Nr. 63386 י' . ־ fi ־• Nr. 33 Wien-Bratislava, 19. August 1932 .גיד. וינא-סרעסבויג י״ז אב תרציב 18. Jahrfl. Nene Möglichkeiten in der Beth-Jakob• Bewegung. Der vor kurzem von uns gemeldete Schluß des Beth-Jakob-Lehrerinraenkurses in Wien׳, hat erfreulicherweise gezeigt, daß eine Anzahl von Absolventinnen sofort Stellen erhielten und somit den jungen Lehrerin: nen zueiner geachteten Existenz verholfen werden konnte. ' Außer diesem, rein wirtschaftlich hoch zu wertenden Erfolg, hat. die Beth-Jakob-Bewegung aber in jüngster Zeit, wirtschaftlich auch in der Ostslowakei, in Transylvanien׳ und in der Bukowina große Fortschritte gemacht imd damit in solchen Ländern neues Terrain gewonnen, in denen die ׳Notwendigkeit der religiösen Mädchenerziehung im Sinne des ßeth-Jakob-Ideals, sich nur sehr schwer Anerkennung schaffen konnte. Es wird nun darangegarigen, die Erfolge der Lehrerinnen- Ausbildung, die selbstverständlich fortgesetzt wird, für die Ausbildung von, ׳B e 111 - J!a k o b - 1K! i n icl e 1* g ü r t- Leben und jüdischer Lehre heidi. Hunderte, Tausende unserer Schwestern leben in Unkenntnis der Dinge, die auch dem jüdischen Mädchen Lebensinhalt und Lebensfreude sein sollten. Wie können wir all denen helfen? Beth-Jakob will den Weg dazu Weisen, indem es durch Gründung der Beth-JakobiSchulfen diese Ideen, die in unserer Mitte gelehrt und gelebt werden, auch weiter fortpflanzt. Und ב״ה! der ]־Joden scheint bereitet! Tagtäglich laufen Briefe ein, mit; der Bitte um Lehrerinnen für neu zu gründende Schulen. Nachdem! Kosice in der Slowakei mit gutem Beispiel vorangegangen und schon ein Jahr eine Beth-Jakob-Schule hat, hat sich jetzt in Tacovo eine Schute gegründet, Uzhorod׳, Sevlus in der Slowakei, Vissul. Borsä, Oradea in Rumänien, Cernöjvitz, Wischnitz, Sucava, Seret in der Bukowina; haben gleichfalls Schulen oder sind im Begriffe solche zu gründen. Vorigen Monat wurden die ersten 15 Beth- Jakob-Lehrerinnen aus der Wiener Anstalt entlassen; der größte Teil von ihnen, ist schon׳ jetzt auf Posten, die anderen treten ihre neuen Stellungen im Herbst an. Nun ist die große Notwendigkeit einen Nachwuchs von Beth-Jakob-Lehrerinnen zu schaffen. Nach dem י״ט beginnt in der Wiener Zentralanstalt ein neuer Kurs. Ein großer Teil der Anmeldungen liegt bereits vor. Außer der Ausbildung von׳ Beth-Jakob-Lehrerinnen, beabsichtigt die Zentrale dieses Jahr einen Kurs für Beth-Jakob - K i nid e r g ä r t ne r i nn e n zu schaffen, da dafür große Nachfrage herrscht. Jüdische Mütter! Jüdische Töchter! Denket an eure Zukunft! Beth-Jakob ist der Weg, der euch zu einem jüdischen Ziele führt. ne rin nen auszuwerten, und in diesem!Zusammenhang ist ein kleines Stimmungsbild von Interesse, das uns vom!Beth-Jakob-Ferienheim auf dem Semmering zugeht. ״Sie müssen einmal die Mütter eine Woche lang zu einem Ferienkurs einladen, das wäre die erfolgreichste Propaganda“, meinte dieser Tage eine recht bewüßt׳e'TüdIsche"Mütteiv die ihr 13jähriges TÖchterchen zu einem, Ferienkurs nach Aue geschickt hatte, um dem Kinde einmal einige Wochen die Möglichkeit einer gleichgesinnten und gleichaltrigen Umgebung zu verschaffen. Und. ganz erfüllt von den Erlebnissen im Beth- Jakob-Heim, fahren׳ nun Mutter und Kind wieder heim. Was haben! sie nun daheim zu erzählen׳, im Kreise derer, die ihre Sommererlebnisse berichten? Müssen sie nicht zurückstehen׳ bei den Erzählungen über die beliebten Sommerunterhaltiingen, Flirts, Schönheits- und Modekonkurrenzen usw.? Das Kind, das bei uns war, wird ,anderes zu erzählen haben: wie sie bei allen Ferienfreuden, Wanderungen auf dem Semmering und •nach der ganzen schönen Umgebung unseres Heimes, wie sie bei all ihren Spielereien doch einige Stunden täglich dem jüdischen Lernen widmeten und wie auch ’ der deutsche Unterricht, auf den die Eltern besonderen Wert gelegt haben, jüdischen ׳Dingen gewidmet war. ״Das Schönste vom Lernen war י אבות"ID “, .sagten mir die Kinder immer wieder; ihnen allen ging ein Ahnen auf, von der .Tiefe und Schönheit der jüdischen Lehre. Und dann kamen die!Feierstunden, unsere Freitagabende, die den Höhepunkt der ganzen Woche bildeten. Am Freitag Nachmittag gingen die Kinder hinaus, Blumen zu pflücken, und brachten ganze Büsche von Zyklamen heim; ■frische, weiße Tischtücher gaben dem Zimmer ein festliches Aussehen, auf allen Tischen strahlten die Schabboskerzen, und das Strahlendste am Schabbostische: waren die Kinder selbst. Mit einem schönen שלום עליכם den sie bei uns gelernt, wurde nach gemeinsamem Beten der Schabbos empfangen und den ganzen Abend wurden זמימת gesungen und da unsere Kinder acht verschiedenen Ländern (Deutschland, Oesterreich, Schweiz, Slowakei, Ungarn, Polen, Jugoslawien, Rumänien) entstammen, so hörten wir allerhand, schöne Weisen. Am letzten Sonntag feierten wir neben dem schönen Abschiedsfest' für den ersten Turnus der Ferienkinder, das י 1 ם D auf שמוח im ersten Kurs der Beth-Jakob-Lehrerinnenanstalt, der ebenfalls den Sommer dort verbringt. Am festlich gedeckten Tische versammelten wir uns mit unseren Gästen und beendeten die letzten פסוקים vom ׳ שמיתD Mit ernsten und heiteren Ansprachen seitens der Lehrerinnen und Schülerinnen wurde diese Feier ein schönes Erlebnis und zeigte unseren Kindern, daß auch, wir Freudenfeste feiern können, daß aber unsere שמחות anders sind als die der Umwelt, Dreißig jüdische Mädchen verbringen den Sommer bei uns und bringen ernstes Streben nach jüdischem Kongresse und Konferenzen finden statt und haben stattgefunden. Führende Männer finden sich zusummen, um Fragen des Gegenwartsjudentums zu besprechen. Das religiöse Judentum aber, die große Masse des jüdischen Volkes, steht abseits, muß abseits stehen, du alle diese Kongresse und Konferenzen entweder das : rcligiüäe Judentum nur 'neb’eniyei; ein wenig berühren und berücksichtigen oder, wenn sie auch, von vornherein auf dem Boden der Religion stellend, sich nur mit religiösen Dingen befaßten, dies in einer dem Geiste des Judentums diametral entgegengesetzten Weise tun. Das einzige in der Ueberlieferung fest verankerte, das gesetzest reue Judentum;ist sich seines rechten Weges wohl bewußt und sieht, an allen Kongressen und Konferenzen vorbei., im Aufbau seiner eigenen Erziehungsorganisatioaien seinem Bestand gesichert. ־ * Die Tagung des zionistischen Aktionskomitees, •über die ׳wir!bereits!berichteten,.ihat sich neben den ׳sie vor allem ׳beschäftigenden Sorgen noch ein wenig nebenbei im Laufe ׳einer Sitzung mit den Fragen der religiösen Toleranz und Beobachtung des jüdischen Ge- Setz es beschäftigt, wobei Ben Gnrion dem Standpunkt der jüdischen Arbeiterschaft,!Rabbi Berlin den des religiösen Zionismus vertrat. Ben Gurion trat der von misrachistisoher Seite vorgebrachten Beschukligung, die Arlbeitergruppen seien ■intolerant, entgegen. Die Arbeiter hätten den tiefsten Respekt ׳vor der Beobaolitung religiöser Vorschriften, doch verlangen die Nichtreligiösen für sich dasselbe!Maß von Toleranz. Die , jüdischen Arbeiter Palästinas •seien die geweihten Sendboten des jüdischen Volkes, dessen . Arbeit sie ausffiühren.!Rabbi Berlin stimmte manchem, was von Ben Gurion gesagt worden war,!zu. Dem Idealismus ׳und den Opfern der jüdischen Arbeiterschaft Palästinas zolle er Tribut. Jedermann anerkenne diesen Idealismus und diese Opfer. Doch könnten die orthodoxen Juden nicht ohne Besorgnis gewisse irreligiöse Mani-!festationen, insbesondere d׳ie Sabbatentweihu 11g, beobachten. Die Vertreter des Mismchi seien darauf dacht, die traditionellen Formen jüdischen Lebens ׳in Palästina zu bewahren, Sie!wünschen nicht, sich in das Privatleben pipizelner einzumeiigeu, Die öffentliche Entweihung des Sabbat aber solle vermieden werden. Schließlich protestierte Rabbi Berlin gegen ■die Kürzung oder gar Streichung von vom Kongreß bewilligten Budgetposten für religiöse Zwecke. * Die jüdische Weltkonferemz hat inzwischen obenfalls begonnen und ihr Initiator, .Rabbi Dr. Stephen . Wise,, meint,,der. Kongreß ,könne nicht,, aiuf umbestimmte Zeit verschoben werden, bis gewisse jüdische Gruppen in diesem oder jenem Lande, denen es nicht paßt, mit einfachen Leuten aus •osteuropäischen ׳Ländern zusammenzukommen und ׳zu beraten, sich bereitfinden werden, am Kongreß teilzunelimen. Es gibt aber auch unter diesen ״•einfachen Leuten ׳a!us osteuropäischen Ländern“ genug solche., die!mit dem Jowisli Board 01׳ Deputies und der Agudas Jisroel der Ansicht sind, daß die geplante Weltkonferenz ׳eher Schaden als ' Nutzen bringen würde, daß keine Regierung von ihrem Resolutionen Kenntnis nehmen und nur den Antisemiten Stoff zur ׳Erneuerung der Legende vom internationalen Juden geliefert würde.' Dazu erhalten wir von informierter agudistiseher Seite folgende Bemerkungen: . Der''VYeltkongreß war von vornherein .lediglich ein politisches Instrument der zionistischen Partei, die auf diesem Wege nicht nur für Palästinazwecke, sondern auch auf dem Gebiete der :inneren Landespolitik der einzeluen Judenheiten die Zügel in die Hand bekommen will. Die Zionisten verstanden es, über diesen ihren Endzweck lange Zeit hindurch die jüdische Welt im Dunkeln zu halten, bis die Erkenntnis, daß es sich so verhält, allmählich doch durchgedrungen ist. Praktisch kann ein jüdischer Weltkongreß überkaupt nichts leisten, da auf großen internationalen parlamentarischen Tribünen zwar sehr schöne und kraftvolle Reden gehalten werden können, niemals aber irgend welche ruhige Ueberleg'ung zur Ausarbeitung praktischer Hilfsaktionen möglich ist. ׳Die Redner berauschen sieh an ihren eigenen Worten und sind von den Stimmungen der Gasse abhängig. Die eigentliche Masse des jüdischen Volkes mit ihren sehr realen *wirtschaftlichen und politischen Bed'ürfnissen kommt überhaupt nicht zur Geltung. Die unmittelbare Folge eines jüdischen Weltkongresses würde ein arabischer Weltkongreß sein, der die ganze arabische Welt zur Notwehr gegen die Herrschaftsgelüste der Juden aufpeitschen soll. Endlich erblicken wir in einem Weltkongreß auch nach innen eminente ׳politische und religiöse Gefahren. I der weltbekannten Parllckenwerkstätte Wien I, Kär n in erring 6 (h.7.! enU') Tel. U-47 16־1־ r isf■■