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Jüdische Presse · 1932-08-12 · 32 (12.8.1932) · page 1

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Journal
Jüdische Presse
Volume
18 (1932)
Issue
32 (12.8.1932)
Date
1932-08-12
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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fiK bk INTERESSEN DES SRTHODOXEM JUDENTUMS. Zeitungen votti Vmimrn Journal e*p4dte fiif l’4dltet». Növifiovö vjhBlatnö povolenö fiadit fw»t « tüliffifOf ■EH Redaktion u. Administration: Wien, 11., Große Pfarrgasse 3/3. -— Tel. A*45<3*81, Tschecho* Slowakei: Bratislava, Postfach 140. Erscheint jeden Freitag. — Redaktionsschluß: Mittwoch Mittag Abonnements preise: Ganzjährig: Für Oesterreich S 16, Tschechoslowakei tschech. K. 80, Einzelnummer öst. Gr. 50, das übrige Ausland 3 Dollar. Zamungen auf Konto ,Jüdische Presse*, Wien tür Oester felch i PostsparkasienkontoNf. D-93614; Deutschland! Post- Scheckkonto Berlin Nf. 122619; Jugoslawien: Postspk.-Amt Zagreb Nr. 40217; Polen i Postspk.-Amt Warschau N r. 190409; Ungarn: Postspk.-Amt Budapest Nr,60170: Schwel*: Post* scheckk. Zürich VIII. 4117; für die Tschechoslowakei * ״JÜ* dische Presse“, Bratislava, Postspk.-AmtPrag Konto Nr.63386 Nr. 32 Wien-Bratislava, 12. August 1932 .ביה וינא־סרעסבורג י״ אב תרצ׳ב 18. Jahrs- Tröstet, tröstet mein Volk! Dt1!• jüdische Prophet soll trösten. Wenn er mich die Schmerzen seines Volkes tiefer lind grimmiger empfindet als die Alltngsmenschen. so hat er dennoch die Pflicht, zu trösten. W!ie <ler Allmächtige seihst, gleich der modernen Medizin,, der Wunde den Heilstoff entnimmt, .miit dem er die Krankheit;beseitigt, so hat der Prophet aus seinem großen Schmerz die Elemente des Trostes zu gewinnen. Unser Volle!ist groß im Ertragen von Schmerzen, daher ist der Trost auch doppelt,.der ihm gereicht wird. ״E'b n et i n de r W ii s t c <1 e n W e g G-tt e s!“ .Die Wüste!ist voll Schrecken, nirgends findet sich eine Oase,, :in welcher der müde Wanderer Ruhe und Erfrisc'hung finden könnte. Der Glaube a'llein kann den müden Körper tragen. Der Weg zu G-tt schafft selbst in der Wiiste eine Lebensmöglichkeit. Seit der ersten Wiistenwanderung nach dem .Auszuge aus Aegypten ebnet sich dem jüdischen •Volke nur durch seinen starken G-ttesglauben der Weg nach dem gelobten Lande. Seither hat das. jüdische Volk unzählige Wüsteneien voll Schrecken und Todesgefahr durchwandert. Sein imiiger Glaube half ihm über jede Unbill hinweg. Schrecklich ist die Wiiste, die «ich uns jetzt in Europa aufgetau hat. Auf den Trümmerhaufen einer: Schcihkultuiy einer Scheingl.eic.Iiibercchtigung zischen, giftig.e,. Schlangen. Gierig erheben siie!ihre Häupter gegen den müden Wüsten wa ndere!•. Kein!Freund unter den Völkern eilt zu unserem Schutze. Nur der Weg zu G-tt kann uns Trost und Kraft• geben zu dem schweren Weg durch die furchtbare Wüste /ins gelobte Land. ״Wahrlich, vergänglich ist das Volk. Das Wort G-ttes besteht e w i g.“ Größer als der Schaden, der von außen, angerichtet wird, ist der ©otks u.ffidupkcfijJ&fw'JwaSe/L Ganztägiger Gemorou. flandelskurs der; ,Jessod Hatbora4, Wien II, Nestroygasse 11 Ab 17. Elul (18. September)',wird im Rahmen der ׳ ,,Jessod Hathora“ ein jeschiwa-Vorbereiitungskuis, verblinden mit einem einjährigen Handelskurs, eröffnet. Unterichtet wird וןוםש, רש״י, גמרא, תוספות ופוסקים דיהדיק דינים und in den Nadimittagsstnnden ׳wer.- den von staatlich geprüften Lehrkräften sämtliche Haudelsfüeher ■und Sprachen gelehrt, die für, die tüchtige Ausbildung zum Berufsleben notwendig sind. Auf- ׳genommen werden nur Schüler, die das schulpflichtige : Älter schon überschritten ׳haben und in der Lage sind, dem Unterricht in Gemoro zu folgen. Anmeldungt'.!! werden ab 8. August täglich von 8 bis 12 und von 2 bis 6 Uhr in der Direktionskanzlei der ״Jessod Hathora", 11., Nestroygasse 11, ontgegengenommeu, wo bereitwilligst nähere Auskünfte erteilt werden. ׳Für auswärtige 'Schüler.' werden auf Wunsch gute und billige Unterkünfte empfohlen. \ Verlust, den wiir uns sellkst beibringen. Noch immer gehen tausende und .abertausende׳ Brüder unseres Volkes für das ׳Judentum verloren infolge •Interesselosigkeit, infolge Unwissenheit. Das Wort G-ttes wurde ihnen infolge widriger Umstände, infolge Pflichtvergcssenheit ihrer Väter und Gcmeindeführer vorenthalten. Sie wissen nichts von ihrem Judentum und ohne Wort G-ttes verdorrt {las jüdische Volk. Die große, moderne, heid- Zu dem Artikel über das orthodoxe Rabbinat in Jerusalem, der in der vorigeil Nummer erschienen ist, erfahren wir bezüglich des Zahlen Verhältnisses der ״Ausgetretenen“ aus der zionistischen ״Kneseth Israel“ von bestinformierter Seite noch folgende interessante Einzelheiten: ,׳ Nach dem jetzt geltenden Gemeindegesetz wird ausnahmslos jede jüdische Person, die sich in Erez Jisroel niederläßt oder das 18. Lebensjahr überschreitet, zwangsweise in die Liste der ״Kneseth Israel“, bzw. ihrer Ortsgemeinde eingetragen, es sei denn, daß sie sich zu einer bestimmten Frist mich Affichierung der Liste durch eine'formelle, legalo״־A11strittserklärung“ a k t i v und a u.s d r ü c k 1 i c h gegen diese Zugehörigkeit verwahrt. Das (Motiv eines solchen ״Austritts“ ist — mit Ausnahme der wenigen׳ demonstrativen Atheisten — in. der Regel das aktive Bekenntnis zur Selb- Weiße Zähne: Chlorodont s t ä n d i g k e i t d es orthodoxen J u d ent u m s, bzw. zu seiner Unabhängigkeit von der Gemeinde, die nach den Wünschen׳. der Zionisten und nach ihrem Geiste — allerdings gegen ihren Willen als ״konfessionelle“ und nicht als rein ״nationale“ Gemeinschaft — gegenüber der orthodoxen Gemeinde von der Regierung mit gewissen-Vorrechten ausgestattetWurde. Die orthodoxe Gemeinde — der ״Waad Hoiv Aschkenasi“ — ist also von vornherein schon dadurch stark im Nachteil, daß die Zugehörigkeit zu ihr bei jedem einzelnen Mitglied eine bestimmte A k t i v.i fii t voraussetzt. Bei den Verhältnissen in Erez jisroel ist; ein solcher aktiver B e k e n n e r m 111 des ״Austritts“ für den Betreffenden unter Umständen mit nicht geringen persönlichen Nuchteilen und Opfern verbunden! und beruht vor allen Dingen auf einem hohen Maß. von V e r s t ä 11 d 11 i s f ii r die k o 111 p 1 i z i er t e ha 1 a c h i s c h e F 1׳a ge d e r g e s e t z 1 i ch e n G e in e i n d ez u g eh ö r i g־ k e i t. Man darf dabei auch nicht vergessen, daß nur ein sehr gemische Volkskrankheit der gewollten Kinder- I o s i g k ei t mul de« S e Ib s t tu o r <1 e s wütet furchtbar auch am Leibe uinseres Volkes. Ohne eine jüdische g-tterfüllte Seele verdorrt der jüdische Volkskörper. ״Tröstet, tröstet mein Volk! Ebnet ihm in der Wiiste den Weg G-ttes!“ Saget ihm, daß vergänglich, allzu vergänglieh ist das Volk! Nur e r f ii 111 v 0 m Wort c ringer Teil der autochthoncn und der ncueingewamlerten jüdischen Bevölkerung vom Hause aus den Sinn fiir orthodoxe Autonomie nach Erez Jisroel mitgebracht hat und innerlich frei genug ist, um sich die Neugestaltung der Gemeindeverhältnisse u 11 s s c h 1 i e ß l i c h v o n d e ti 1 nteressc n d e r T h o r a diktieren׳ zu lassen. Trotzdem haben mehr als 20.000 Personen eine solche von dem sehr rigorosen ״Wand leumi“ selbst als legal anerkannte .,Austrittserklärung“ abgegeben. Wie verfehlt es wäre — entgegen aller Logik —, von diesen 20.000 ״Austrittlern“ nicht nur ״mehr uls 19.000“, sondern :überhaupt eine nennenswerte Anzahl dennoch als Anhünger oder gar. Mitglieder der Kuksclien zionistischen Gemeinde zu reklamieren, geht deutlich aus folgender Aufstellung hervor: Die Zahl 20.000 bezieht sich auf ganz Erez Jisroel und nicht Jerusalem allein. Auf die Stadt Jerusalem entfallen hievon bloß ungefähr 14.000 Personen über 18 Jahre. Unter diesen ״Ausgetretenen“ sind aber außerdem die ausgetretenen ״Sefardim“ (d. h. Juden aus den orientalischen Ländern) mitenthalten. Die Zahl der ausgetretenen ״Aschkcnasim“ (d. h. Juden aus den europäischen Ländern, ans denen sowohl die Knksche zionistische, als auch die Sonnenfeldsche orthodoxe Gemeinde bestellt) kann auf etwa 8000 Personen geschätzt werden. Unter diesen sind wiederum etwa 4000 Frauen, da nach dem Gemeindegesetz laut der zionistischen Forderung auch Frauen und Mädchen׳ über 18 Jahre genau so wie die Männer aktives und passives Stimmrecht in der ״Kneseth. Israel“ besitzen. Die verbleibenden 4000 ausgetretenen Männer in Jerusalem entsprechen höchstens zirka 3000 Familien. Die S 0 n n e n f e l tl s c h c s e 1 b s t ä n d i g e orthodoxe Gemein cl e des ״W u a d ׳Hoi r A s c h k e 11 a s i“ zählt aber 2400 inkorporierte M i t g l i e tl e r. Wieviel bleiben also noch übrig,, von denen gegen alle Logik und alle Konsequenz angenommen werden könnte, sie seien nie 11t wegen grundsätzlicher Ab- 1 e h u u n g •der zionistisch e 11 Gerne! n d e u n d i Ji r 0 s ״M i s r a d 11־ q r a b b a 11111 h“ a u s d e r ״K n esethlsrae l“ a u s g e t r e t e n? y HÖMIX LE B E N S V E RS I CHERUNGS■ G E S E US C HA F T < . .. ־-• .. der weltbekannten Perückenwerkstätte 4 M I, Kärntner ring 6 iHotef Britlcll ״ 1״47*U G-t.te» b e s t e 111 es e w i g.

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