Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 18 (1932)
- Issue
- 29 (22.9.1932)
- Date
- 1932-09-22
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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f Sevljus ־“ UEhorod Ton cingewcihter Seite erholten wir i die nachfolgende Zusammenstellung über die beiden einander schroff gegenüberstehenden Tagungen der podkarpatskarutssischen Gemeinden. Die Verantwortung fiir die Richtigkeit der angeführten Daten müssen wir gerechterweise dem. uns aller-! dings als vertrauenswürdig bekannten Gewahrsmann überlassen. Die Red. Zur Klarstellung der in der Kanzleifrage in P» K. R. entstandenen Begriffsverwirrung sei mir gestattet, zwischen den einander gegenüberstehenden Beschlüssen der Versammlungen in!Sevljus und IJzhorod einige Parallelen zu ziehen. 1 f* Tn S ev 1 j u s waren am I. *Mai 22 Muttergemeinden, versammelt und sprachen nach anfänglicher heftiger Opposition ihren .Beschlull mit Mehrheitsent- Scheidung aus. — In. IJzhorod versammelten sich am 3. Juli I? Gemeinden und entschieden sieh für die sepurate!Kanzlei in Abwesenheit jeder Opposition. 2. Tn Sevljus konstatierte die unter Heranziehung der Opposition gewählte Verifikationsikommis'sion. daß 20 Gemeinden legal und eine Gemeindc illegal vertreten war. Eine Gemeinde wurde nicht als 1Muttergemeinde anerkannt.. — <Tn TJ z h o r o d wurde entgegen der Tagesordnung eine Verifikationskommission nicht gewählt. 1Es protestierten aber 10 von den (17 Gemeinden dagegen, daß die Delegierten aus ihren Orten ohne Vollmacht, rosn. auf .illegale Weise evschienen sind. Von den restlichen 7 Gemeinden sind zwei keine Muttevgemeindcn. I _ 3, Tn S e vl j n s sprachen sich 14 legal vertretene ' Gemeinden mit 13.000 Mitgliedern fiir den Anschluß an Bratislava, also fiir die Wiederherstellung des früheren (Zustandes aus. —■!Tn Uzhorod waren es nur fünf legal vertretene Gemeinden mit 4000 Mitgliedern, die sieh für die separate Kanzlei, also fiir die Schaffung einer ■:ganz'•neuen Körperschaft, aussprachen. 4. Tn■ S'ev.ljus wurde die seit 40 Jahren selbständig bestehende Gemeinde Vu 1׳ c liover mit 2000 Mitgliedern nicht als Muttergemeinde anerkannt. din Uzhorod wurden Pa lad und Perecin mit je 30 Mitgliedern, die vor zwei Wochen noch Filia!gemeinden׳ waren, als Muttergemcinden angesehen.'1 _ , 5• bi S e v I j 11 s wurde ein Durchfii.hnmgs- Komitee gewählt, dessen Mitglieder Jcreimii Schlcmim sind und dessen Obmann der Gaon von Chiist ist..— Tn Uz hör od wurde Dr. Burger in die Land es rep räsentonz und Bein K r a u s 7 in das Präsidium gewählt. I. 6. ,Tn Sevljus •bediente sich das Vorbercitimgskomitee vor der Tagung keiner einzigen!Flugschrift oder sonstiger Propaganda. — 111 Uzhorod• überschwemmte das Vorbereitungskomitee schon Wochen vor. der Tagung die Gemeinden nrit Zuschriften und Flugblättern und bearbeitete alle in Betracht kommenden Personen mit Sendboten, Versprechungen und Drohungen. V I 7. Tu S e v T j 11 s wurde ehrlicherweise cinbekaniit, daß män auch zur Erhaltung der vorgeschlagencu Exnositur Geld benötigen werde, wenn auch bescheidene Bcträge. Die Gemeinden müssen für jüdische Zwecke das erforderliche Geld tru!Bringen.!Herr Alter Sega 11 wies nach, daß eine einzige Machlojko mein• koste, als die gtnize Kanzlei kosten würde. — 111 Uzhorod hin- •gegen •stellte man •in dem ,^Programm“ die irreführende Behauptung auf, daß eine separate Kanzlei die Gemeinden nicht belasten werde und daß die staatliche Subvention nur •dieser Kanzlei flüssig gemacht wird, und dies, alles im ׳Namen der Behörde, welche jedoch diese Behauptungen demontierte. 8. Die Sevljuser Gemeinde hat keinerlei StreitangeTegenheiten, ist neutral und ergriff die Initiätive/auf Anregung Tics Oberrabbiners von Kosice. Da «ie keine Sonderlnteressen hatte, verlangte sie von den änderen Gemeinden zu den Organisationskosten einen Beitrag von tscli. K 100 bis 300. — Uzhorod- Mukaß ovo setzten'mit einer sehr kostspieligen Propagautla ein und verlangten von deh Provinzgemeinden keinen ■Heller. Die Uzhorodor Geinciiiderepräsentaiiz bewilligte hiezu •bloß tscli. K 3000. Wer deckte wohl das übrige und aus welchem Interesse? 1 L. B. Religionsunterricht in Nove Zamky. Aus Nove Zamky wird uns berichtet: ln unserer Gemeinde hat die Schülerzahl des Talimid-Thora-Uiiterrichis und ebenso die allgemeine Zahl an der orthodoxen Volksschule in erfreulicher Weise einen beträchtlichen Aufschwung־ erfahren. Diese Tatsache stellt die Gemeinde vor neue Aufgaben, um den erhöhten Bedürfnissen vom Standpunkt der religiöseu Erziehung in vollem Maße gerecht zu werden. Zur Beratung dieser Frage fand am 13. Tammiis eine gemeinsame Sitzung der Gemeindeleitung, des Talmud: Thora-Vereins mul des Schulstuhls statt, an der wegen der Wichtigkeit des Gegenstandes auch Se. Ehrw. Herr Obe 1׳ r u b b i 11 e 1• T i g e 1• m a n n teilnahm. Die Beratung führte zu dem. einhelligen Beschluß, fiir den Religionsunterricht in der Schule eine eigene Lehrkraft Alizustellen. Bei dieser Sitzung brachte Herr ■Hermann liöwy den auch vorher schon in einer Zeitung veröffentlichten 'Antrag ein, die orthodoxe Gemeinde möge fiir den RcUgionsuntevriclit im Gymnasium im Sinne orthodoxer Eraehungsgiundsätze Sorge tragen. Die An•? wesenden waren •der Ansicht, daß dadurch von seiten der orthodoxen Gemeinde der Anschein erweckt würde, als ob sie den uujüdischen Weg der. Erziehung orthodoxer Kinder in Gymnasien billigen würde und lehnten diesen Antrag entschieden ab. Man hofft dadurch allen Versuchen, orthodoxe Kinder auf Abwege zu führen, wirksam vorgebeugt zu haben, Sijunifeier der Agudas-jisroel-Jugendgruppe in Topol$a»y, Die Agudas-jisroel-jugeiulgruppe bl Topolcauy feierte Sonntag, den 13, Taniiis, einen Sijum, welcher zahlreich besucht war. Zur S’udas Mizwoh fand sich eine stattliche Zahl Taimide Chachomim 1n.it Sr. £hrw, Herrn Oberrahbiner Weiß an der Spitze ein, unter anderem, waren zur großen Freude der Versammelten Se. Ehrw. Herr Rabbiner Schenk aus Wien und der Präses der Agiidas-Jisroel-jugendgruppen in Bratislava und Präsidialmitglied der jugeudorganisation Herr Max Weiß erschienen. Die Agudas-JisrocI-ürtsgn»p)3e war durch ihren Präses Herrn Hermann Fried mann vertreten. Der Vortragende Herr 011. Fried man 11 eröffnete die Feier mit * einer hervorragenden Cluirifus-Örosclioli, Nachdem der Präses der Jugendgruppe, Herr ־,David •Kroj.ik, die Versammelten begrüßt hatte, ergriff Se. Ehrw, Herr Oberrabbiner Weiß das Wort und hielt einen musterhaft durchdachten Mussar-Vortrag. Die herrlichen Vorträge der Herren Rabbiner Schenk, 'Max W e i ß, Hirsch K o r 11 f e i 11 und M, Z a r k o v e 1׳ sind wiederholt durch!Beifallskundgebungen unterbrochen worden. Herr Max W e i ß berichtete unter andereni über die Tätigkeit der Agudas Jisroel und wie sie vor'zwanzig Jahre in Kattowitz von גאונים gegründet wurde. Herr Hirsch K o r 11 f c i 11 hält den! Chawer }לעמיעי!״ |D2 der ein regelmäßiger Besucher der Schiiirim war und nach langem Leiden vom Tod entrissen wurde, einen Nachruf. Der Sijiim endigte in später Nachtstunde und wird jedem Anwesenden eine angenehme Erinnerung sein. s. a. Fortschritte in der religiösen Mädchenerzieliung. Die Bestrebungen zur Heining der religiösen Erziehung der Töchter zeigen endlich auch in der Ostslowakei und Karpathorußland begrüßenswerte Früchte. Nachdem in Kosice unter der ausgezeichneten Leitung von' Frl. Johanna R o o s aus Frankfurt a. M. vor mehr als einem halben Jahr eine orthodoxe Rcligionsschtile für Mädchen eröffnet wurde und seither mit vorzüglichem Erfolg sich mustergültig bewährt, hat־ die Propaganda der Aguda für die Verbesserung der religiösen Mädchenerziehung auch in zahlreichen anderen Gemeinden in den ernsten orthodoxen Kreisen Gehör gefunden. Es ist mit Sicherheit darauf zu rechnen, daß^ sich nun in allen diesen Gemeinden gut organisierte Frauen- und •Mädchengrtippen der Agudas Jisroel auf Grund des Preßburger Programms für diese Gruppen bilden werden, die als Träger und Gründer von, je den lokalen Verhältnissen angemessenen, Mädchenschulen und -Kursen altes, wahrliaftes, jüdisches Frauentum pflegen werden. Frl. Roos hat an dieser fortschreitenden Erkenntnis das hervorragendste Verdienst. So hält sie seit einiger Zeit auch in P r e § o v allwöchentlich einen Lchrkursus für orthodoxe Töchter ah, der sich allgemeiner Anerkennung erfreut. In Tacovo wurde dieser ,Tage die erste orthodoxe Religionsschule für Mädchen in Podkarpatska Rus vom Typus cler Res Jakob-Schulen unter Leitung von Frl. Silbermann aus Nove Zamky e r ö f f n e t. Frl. Silbermann hat ihre Ausbildung an der W'i e n e r Lehrerinnenbildungsanstalt erhalten. Letzten Mozoe Schabbos kodesch hielt Frl. Roos in C h u s t einen aufsehenerregenden Vortrag über orthodoxe Mädchenerziehung in einer Versammlung von 500 Frauen. Sonntag sprach sie über das gleiche Thema in einer Frauenversammlung• in Uzhorod, wo bereits ein Damenkomitee zur Gründung einer Schule konstituiert ist. I Am Schabbos Scheläch hielt Fräulein Roos aus J K a s c ha u in Michalovce einen Vortag über ■ das Thema ״Jüdische ' Frau in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft^. Mehr als 600 Frauen waren - der Einladung gefolgt und lauschten mit gespannter Aufmerksamkeit den Ausführungen der Referentin. Es ist zu hoffen, daß die gute Wirkung sich auf die in Gründung begriffene Schule in Michalovce erstrecken wird. Schomie-Schnbbos-Stellenvermittlung der Agudas-Jis^ roel-Jugendgruppen in der Slowakei, Landeszentrale Bratislava, Edlhof. Offene Stellen: Je ein selbständiger Tapezieret־ und Zimmermalci־ (Tiischkau, Tschechoslowakei); Uhvniaclierlehrling (Bratislava); Erzieherin,, slowenischdeutsch (äala n. V.); Köchin (Ti-nava); Kindet-fräulein (Topolcauy); . Feiisterputzergeliilfe (Nitra); Schnittwaren loh 1־ Li rag mit Verpflegung (Nitra). | Wir suchen Beschäftigung fiir Vertreter, Kommis, Lehrlinge und Büroallgestellte in allen Branchen, Inkassanten, Drogisten, Zahntechniker, Hilfsarbeiter, Kinderfräiileins, Köchin neu u-sw. Sämtliche Zuschriften sind au die Zentrale in Bratislava zu •richten. Anfragen ohne Rückporto bleiben unerledigt! | Amtsstunden Montag und Mittwoch abends von halb 9 -bis 9 Uhr. . y\v<F r ä Auskunft beim Bucbhändler oder bei Herder. 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