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Jüdische Presse · 1932-07-08 · 27 (8.7.1932) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
18 (1932)
Issue
27 (8.7.1932)
Date
1932-07-08
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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v -'־י*. Seite 4 jÜDlSCHI PRESSE Nr. 2t 11 19 Atelier rar ״on™> Photographie Frau Chaja Fradel Willner ע״,ק. Aus St. LuboWna erhalten wir die Trauerbot־ Schaft vom Hinscheiden der in den weitesten Kreisen als אשה חשובה וצנועה geachteten Frau Chaja Fradel Willner ,יע״ך Gattin des Herrn Wolf Willner in Plawnica. Am Freitag, nach Eintritt des Sabbats, hauchte sie ihre reine Seele aus, nachdem sie sich schon tagelang vorher mit Gebeten und seelischer Erhebung in rührender Weise auf diesen großen Augenblick vorbereitet hatte. Das gesegnete Leben dieser mustergültigen Frau zu schildern, reicht der Raum dieser Zeitung nicht hin. Denn sie war eine jener wahren jüdischen Frauen, die in unseren Tagen zu den Seltenheiten zählen. Sie entstammte der wegen ihrer Vornehmheit und beispielgebenden Frömmigkeit hochangesehenen Zipser Kaufmannsfamilie Klein in Hobgart und es bildete ihren Lebensinhalt, an der Seite ihres gleichgesinnten Gatten den Geist in ihrem Hause zu pflegen, den sie vor sich gesehen hatte. Sie kannte kein anderes Streben, als ihrem Gatten im Ge- Schäfte mit seltener Tüchtigkeit beizustehen, ihre Kinder in תורה ויר״ש zu erziehen und in allen Lebenslagen Gutes zu üben. Armen zu helfen, die Not überall zu lindern, und besonders die Pflicht der □הכנסת אורחי an arm und reich mit gleicher, unermüdlicher Freundlichkeit zu erfüllen, war ihr Selbstverständlichkeit. Sie holte sich Belehrung für ihren Lebensweg aus den bekannten יספר, מוסר mit deren Kenntnis sie sehr oft □תלמידי חכמי überraschte. Aus ihnen schöpfte sie auch Trostworte für jeden Betrübten und Notleidenden, der ihre Schwelle be-• trat. So wurde denn auch ihr Heimgang zum schmerzliehen Verlust für die ganze Gegend ihres Wohnortes. Schon am frühen Morgen des Sonntag 0׳ שלח versammelte sich die gesamte Judenschaft der Umgebung zu ihrer הלוי׳. Im Trauerhause hielten Herr Oberrabbiner Liehtenstein aus Cirö und der tiefgebeugte Gatte — dem הש״ית Trost verleihen möge — schmerzbewegte Trauerreden. In St. Lubowna, wohin der ארון auf Wunsch der Verblichenen an die Grabesstätte ihrer Vorfahren gebracht wurde, gab Herr Oberrabbiner Friedmann der allgemeinen Trauer beredten Ausdruck. Möge die Heimgegangene eine מליצת יושר sein für ihre Hinterbliebenen und alle, die ihr Andenken segnen ,חנצב״ך J Erster Jnhrzeittag nach David Krauß s. A. 1 Am /Sabbat, den 2!. Siwun, war ein Jahr verflössen, seitdem der langjährige Präses der Bratislava er orth. Gemeinde, Herr David K r a u ß s. A., das Zeitliche gesegnet lmt. Am Sonntag wurde der Grabstein gesetzt. Zu dieser ernsten Feier fand sich eine zahlreiche Ver- Sammlung am Grabe ein. Das Rabbinat, der Gemeinde- Vorstand ' und mehrere ' andere Körperschaften wären vollzählig anwesend. Se. Ehrw. Herr Oberrabbiner Schreiber hielt eine großangelcgte Gedenkrede, in der er, ankniipfend an geistreiche Deutungen von Stellen aus!Bibel und Talmud, in klaren Umrissen das iBikl des Betrauerten als Menschen, Juden, Gemeinde- Vorsteher und ׳Familienvater zeichnete und dem allgemeinen Schmerz wegen der Lücke, die sein Heimgang im jüdischen Gemeindeleben geschaffen hat, Ausdruck verlieh. ) Schulprüfungen in Bratislava ׳ An den Lehranstalten der Bratislavaer orth. jiidischon Gemeinde wurden vorige Woche die öffentlichen Prüfungen in den Lehrgegenständen des Religions- Unterrichts ■in Anwesenheit vieler Eltern und Freunde der Schule vorgenommen. ׳In übermäßig dichtgedrängten ׳Reihen ■saßen die Schüler und Schülerinnen in ihren Klassen und •harrten auf den Augenblick, da sie vorgerufen werden׳, ■um ihre Kenntnisse aus dem Lehrinhalt des Judentums, dph sic kurz unter der ßezeiclinung ״Religion“1 zusammen fassen, izu beweisen. U nd wahrlich, es ist eine elementare Pflicht der Lehrerschuft gegenüber, anzuerkennen, daß der weitaus überwiegende Teil der Kinder durchaus befriedigende Rcsnltato aufweisen konnte.!Die beschränkte Zeit, die zur Verfügung stand, wurde ordentlich ausgeniitzt, /um sowohl Knaben wie Mädchen aller Schulklassen fortschreitend grundlegende Kenntnisse in תירה למצות beizubringen. Wo die Schule in den Dingen der Religion in den Eltern der!Kinder ziel bewußte Mitarbeiter und nicht vielmehr Abschwächer besaß und wo den Kindern auch außerhalb der Schule, in Spiel und Geselligkeit, der Geist unverbrüchlicher יראת שמים ragenden!Schulmänner, der Herren Wilhelm Kolm, Direktor der Knabenvolksschnle, und Jakob Fischer, ׳Direktor der Mädchenbürgerschule./ In jahrzehntelangem, arbeitsreichem Wirken haben es diese beiden verdienstvollen ׳Männer vevstnnden. Tropfen um Tropfen Jüdischer Gesinnung in die Seelen der ihrer Imitung anvertrauten Kind er schär zu träufeln und in •ihnen, da sie hcranwuchsen und nun selber ihre Kinder, die neue Generation, zur Schule schicken, den Durst nach erweiterter und gesteigerter Bclehrung צמא לדבר ף zu wecken. Das ist und bleibt ihr unvergängliche!■, herrlicher Erfolg und das wird ער 1קנה ושיבה טובה ihre große, freudige Genugtuung in der Erziehnngsgcschichte der Bratislavaer Judenschaft sein. Tm Rahmen, einer Schulfeier Wurde am 22. Juni auch die ׳Prüfung des englischen Sprachunterrichtes an der Mädchenbürgerschule abgehoben, den!Frl. Helene R e i ß. Tochter des •Abgeordneten Dr. Reiß, in allen Klassen mit glänzendem Erfolg leitete. Herr Direktor F i 1s c 11 e 1» und Schalkoinmii ss j0nsmitgIied Herr Ignaz L i c h t c n f c 1 d richteten an die gewissenhafte .Lehrerin Worte des!Dankes. \) Reise nach Erez Jisroel. Oberrabbiner■ Joel T e.i t e 11) a 11 in in Cavaj Marc (Nagykaroly) beabsichtigt, in Begleitung einer größeren Gruppe von Vereh rem und Freunden mit dem am 15. Aw von Tr iest abgehenden Schiff eine Reise nach Erez Jisroel an/.utreten. Da eich ohne Zweifel auch andere dieser Gescllschaft a»schließen möchten und die Vorbereitungen ׳rechtzeitig treffen wollen, erklärt sich Herr Leopold F 1* i e d m a n n in S c v l u s bereit. Meldungen entgegenzu nehmen und alle zur!Reise erforderlichen Vorarbeiten (Paß, Visum, Devisen-Erlaubnis etc.) zu besorgen. Hochzeitsfeicr In Pesta ny wurde am Dien«- tag. den 17. Siwan. die Vermählung des ׳Herrn Willi. 1F 1• ä nk e I aus Topolcany-Bratislava mit Frl. Weber, Tochter des unvergeßlichen heimgegangenen Landespräiscs זצ״ל unter sehr großer Beteiligung der Gemeindemitglicder und vieler Verwandten und!Freunde dev beiderseitigen Familien feierlich begangen. Die Stimmung war bei aller Freude des Anlasses stark ׳beeinflußt von der ׳Erinnerung an den großen Vater der Braut, 11,m dessen Verlust die Trauer noch anhält. Die Trauung vollzogen die ehrw. •Herren Oberrabbiner Schreiber- Bratislava und U n g a r - Nitra. Beim Festmahl sprachen außer den' Erwähnten auch die Herren Oberrabbiner H i r s c. 111 c r - M o d r a, Rabbiner T e i c 11 t h a 1- Pestany, Lipm. K o 11 n- Nitra u. a. m. (Wir wünschen herzlichsf מזל טוב Die Redaktion.) 1 Sijumfeier in Dun. Streda. Unser Tiferes-Bachurim- Verein, welcher auf Initiative S1*. Ehrw. Rabbiner A. Katz vor vier Jahren gegründet wurde, feierte Sonntag, den 23. Siwan, äbends ein besonders gelungenes Sijumfest auf שבת'DD. Die Reihe der Festreden eröffnete Se. Ehrw. Rabbiner Katz ניר mit einer lobenden Anspräche über die Leistungen des Vereines auf dem Gebiete der Teuro-Pflege, wobei er gleichzeitig die Mitglieder auch zur weiteren fleißigen Teilnahme an dem Lernen aneiferte. Schöne, geistreiche רברי תורה sprachen auch die Vortragenden des Vereines, die Herren Josef Steiner und Salomon Schwartz, Josua Katz und S. B. Engel. Doppelten Beifall erntete der verdienstvolle Vizepräses des Vereines, Herr Juda Baumei, sowohl mit seiner schön aufgebauten דרשה Ms auch für sein erfolgreiches Bemühen um das materielle Gelingen des schönen Festes. Die סעודה של מצוה wurde erst gegen Tagesanbruch in fröhlichster Stimmung beendet. Sdinchtverbot in der Tschechoslowakei verfassungswidrig. Der Gablonzer ׳Stadtrat hatte bekanntlich■ das rituelle Schlachten i!m Städtischen Schlachthaus von Gablonz verboten und, alls dem Einspruch der!Kultusj gemeinde Gablonz!gegen diese Entscheidung von der politischen Behörde istattgegeiben!worden war, sich an das Oberste Venwaltungsgericht!gewendet. Das Oberste Verwailtungsgenicht hat!nun in einer i'iir die gesamte Tschechoslowakei!gültigen Entscheidung erkannt, daß ״die Vornahme von ßchüchi'un-gen nach jüdischem Riitus unter die von der Verfassung!geschützten religiösen ,,l||||!llllll₪llllllllill!llllllllllllllllllllllll!IIH Berufen Sie sich bei Ihren Einkäufen auf die ״Jüdische Presse". Uobungen fallen. Die Verletzung dieses verfassungsmäßig gewährleisteten Rechtes kann auch darin bestehen, daß die Mitglieder einer Kulttisgemeinde ihre Kulturbedürfnisse nicht an Ort und Stelle zu befriedigen vermögen. Auch :wenn sie die!Möglichkeit hätten, die rituelle Schuchtung anderwärts zu beziehen, so könnte dieser Umstand sie doch •nicht des Rechtes berauben, die Befriedigung ihrer Bedürfnisse in Gablonz anztistreben.“ Durch diese Entscheidung scheint der Anti-Schachtbewegung. ־ die im letzten Jahre in mehreren Städten Böhmens sich bemerkbar machte und antijüdischen Motiven entsprang, der Boden entzogen. p1!!llllll!lllllllillll!ll!ll!l!!ll!lllllll!!!llllll!l!lllll!lll!lllllllllllll!lllllllllllllllllllllllllllllllllllllll!l1n | Rozsika üelley Samu Spitzer | g Mad’ar Bel Trnava g | Verlobte | 1 im Siwan 5692 (Juni 1932) g Der ״Schomre-Thora“-Verein, Trnava. gratuliert hcrzlichst ihrem verdienstvollen gew. langjährigen Präsidialmitgliede, Herrn Samuel Spitzer, zu seiner Verlobung mit Fräulein Rozsi G 0 1 1 c v aus Mädarsk'y Bel.! Tausch-Ferienaufenthalt Teil suche eine Familie, wo mein 14jähriger Sohn vier Wochen Ferienaufenthalt findet als Austausch für ein Kind, das in meinem Hause liebevolle Aufnahme finden würde. Zuschriften an: Siegmund Zollschan, L ö v ö, Komitat Sopron, Ungarn. ■ Streng כשר Streng אפילו למתדרין מן חמחדרין ■ [ Speisehaus Hirsch i : PRAG. I. Bilkovä 19; B Haltestelle der Tramway Nr. 1 und 4 vom Bahnhot B JÜDISCHE MÄDCHEN Wählet die Schulen im Dr.-KRÜ GER-HEIM Zweijährige Fachschule für. Kleidermachen und Wäschewarenerzeugung Einjährige Kochu. Haushaltungsschule« streng rituell, mit erweitertem Lehrplan für allgemeine Bildung Wien, II., Malzgasse 7. Telephon A-48-0-77. Streng rituelles Internat. Samstag schulfrei Spendet für den der Adas Jisroel, Wien, II., Nestroygasse 11. Tag Tamus Juli יומא Sonntag 6. 10. 70. Montag 7. 11. 71. Dienstag 8. 12. 72. Mittwoch 9. 13. 73.> Donnerstag 10. 14. 74. Freitag 11. 15. 75. Samstag 12. 16. 76. Adas Isroel (Schiffschul) Gebetstunden in der Zeit vom 4. bis 11. Tamus. 5692. Freitag den 4. Tamus Minchah 7.30. ש״לו פ׳ קרח Morgengebet 6.15 und 9.30. Vortrag von 3.30 סרקי אכלת. Minchah 4 Uhr. 8.50 מוצש״ק. An Wochentagen 5.15 השכמה, Morgengebet 6 Uhr, Minchah 7.30. mit den ׳Mitteln moderner Pädagogik zur Gewissenssaclie gemacht wurde, dort ׳sah man es den Kindern au, daß Lehrer und Lehrerinnen ׳bei aller Un- Übersichtlichkeit und der offen zutage ׳liegenden Mangelhaftigkeit des allerdings sehr verbessernugs-, erweiterungs- und steigerungsbcdiiiftigen Lehrplan« mit erzieherischem Talent ihr!Bestes leisten. Es kommt eben sehr wesentlich darauf au, daß auch die Eltern — nicht minder als die Lehrkräfte —.sich dessen bewußt worden, was das in unserer Zeit heißt: 011110׳- doxe jüdische Schule. Wenn man darüber einigermaßen im klaren ist oder wenn inan sich einige Mühe ■nehmen würde, darüber durch •nachhaltige Belehrung der Gemeinklemitg'lieder iK 1׳ a r 11 e i t!/, u!schaffe n, bo dürfte es bei dem abseitigen guten Willen, den man hei den entscheidenden Stellen in Gemeinde und Schule voraussetzen darf, nicht schwer sein, aus den Lehranstalten der ׳Gemeinde zusammcnfassen'tl in wenigen Jahren ein unseren gegen w ä r t igen G. s. D. a n s p r u c 11 s v o 11 c r e n r e 1 i g 1 ö s e n B ed ii r f n i s s e n angepaßte s, von e i n e in ei n- ■We2t li»ch en i'c ligiösen G eist g ele׳it et es u 11 d g e t r a g e 11 e s Sc 11111 w esc 11 zu gestalten. Diese Ueberzeiigung gewann man auch bei den jüngsten Schulprüfungen, die für die Zukunft durch- Wegs erfreuliche Aussichten eröffueien. Daß solche optimistische Erwartungen heute in bezug auf die Schulen de!• Bratislavaer orth. Gemeinde mehr bcrcclitigt erscheinen als in vorangegangenen Jahrzehnten, ist nicht zuletzt das Verdienst •der beiden, mit Ende des Schuljahres in den Ruhestand tretenden hervor- BADE- und BAD 9 ISCHL FRAUENGASSE 8 כשר RESTAURANT כשד Gute Küche. — Schattiger Garten. — 3 Minuten von der Esplanade. — Einzige vom Hamburger Speiseverein anerkannte כשר Küche am Platz.- Vegetarisches Nachtmahl. Unter persönlicher Aufsicht von ADOLF GLATTER Wien VI, Schmalzhofgasse 12 HEILBAD LUCKY 600 m über dem Meer, '4 km von der Station Lipt. Teplä, am Fuß des ClioS-Berges, wunderschönes Tal der Hohen Tatra. Eisen- und Kohlensäure, naturwarme Bäder für Blutarmut, Nerven-, •Herz-, Magen- und sämtliche inneren, sowie Frauenleiden. Pension (4 Mahlzeiten) cK 27 bis 30. Anfragen bei Salomon Römer (Hunsdorf), orth. כשר Gasthaus. KURORTE i—I Semmerinssebiet: Rlt. Klndcr-Erholun$5fte!m unter ärztlicher Aufsicht Eigener Wald, Tennisplatz, Planschbecken Pensionspreis: S 6.50 bis S 9.50 Leitung: Staatl. gepr. 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