Mannheim
Compact Memory

Jüdische Presse · 1932-06-24 · 25 (24.6.1932) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
18 (1932)
Issue
25 (24.6.1932)
Date
1932-06-24
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2629891-2630438-2630462--4191-2636320
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

6 entity mentions

\*£* 1 nesmenz - Aieuer mr moderne rnoiograpnie vv11!11t1»r1ts1duiimar1Li19161« n^g - Anfnabmen tiglich töä 9 bi« 6 Ubr. an Sonntagen von 9 bis 5 ölr die paar beamteten und meist schlecht bezahlten Rabbiner lind das kleine Häuflein anderer ״Finsterlinge“ oder Funktionäre berechnet» die teils religiös leben müssen, teils religiös leben wollen? Nun, in diesem Falle hatte sich unser Lehrer Moses wahrlich nicht so sehr ״exponieren“ müssen und nicht so oft auf- und niedersteigen brauchen. Denn auf ein paar ״Finsterlinge“ und ״Rückständler“ jnehr oder weniger kommt es wirklich nicht an, Hauptsäche ist und bleibt: ein guter Jude zu sein. Und um ein gute Jude zu sein, braucht man die Thora weder.zu kennen noch zu halten. Mir will es nicht in den Sinn, daß ein Jude, dem nichts Jüdisches mehr heilig ist, der den Sabbat entweiht, die religiösen Feste nicht feiert, seine Söhne dem Bunde Abrahams nicht zuführt, das G-tteshaits nicht besticht und um die religiöse Erziehung seiner Kinder sich nicht kümmert, daß ein solcher Jude der gute Jude ist nur deshalb, weil er behauptet, jüdisch zu fühlen" und zu denken und bei jeder Gelegenheit sich als Angehöriger des jüdischen Volkes bekennt. Daß die jüdische Religion gänzlich ausgespielt hätte, daß das Streben eines Rabbi Jochanan ben Sakkai, religiöse Lehrhäuser zur Erforschung der Thora als Ersatz für die verlorene nationale Selbständigkeit zu gründen, nur ein Irrtum und daher Vergebens wäre, daß die zahllosen jüdischen Märtyrer, .die ihres Glaubens wegen freudig in den Tod gingen und alle Folter und Marter und Qualen geduldig erlitten und ertragen haben, vergebens starben, weil sie auch ohne Religion gute Juden hätten, bleiben können, daß die ganze. Geistesarbeit der Rabbinen seit Abschluß des Talmuds und während des ganzen finstern Mittelalters nur ein Spiel gewesen wäre, daß vor allem die Gesetzgebung am Sinai, die Lehre Moses, die Thora, die Propheten und die Psalmen ihre. Bedeutung verloren und für uns nur einen historischen oder philologischen Wert haben — dies alles will mir nicht recht in den Sinn. Und es will mir nicht, in den Sinn, daß d e r ein guter Jude sein kann, der weder gut ist. noch als Jude lebt, noch vom Judentum, seiner Lehre, seiner Geschichte und seinen Geschicken etwas gehört und gelernt hat. Die guten Juden früherer Zeiten haben es durch ihre Ta.ten und Handlungen, überhaupt durch ihr Leben bewiesen, die guten Juden von heute bleiben den Beweis dafür schuldig. Worte sind Schall und Rauch, die Taten müssen es beweisen. Das Erste, was unsere Väter am Sinai ausgerufen haben, war: ״Wir wollen tun!“ Am Anfang war die Tat und darauf kommt es hauptsächlich an. Religiöses Handeln schließt nationales Empfinden nicht aus. Im Gegenteil! Erst durch die Offenbarung am Sinai wurde Israel eine Nation. Der Ausdruck' Nation in bezug auf Isräel kommt zum ersten Male in dem Abschnitt vor der' Offenbarung vor. Durch den Empfang der göttlichen Lehre sollte Israel erst eine Nation werden, allerdings eine ״heilige Nation“. Und darin besteht auch der gewaltige Unterschied zwischen dem Nationalismus Israels und dem anderer Völker. Israel als Nation hat die Pflicht, vor allem heilig zu sein und heilig zu leben. Und heilig lebt der, der nach den Lehren der Thora lebt, seine Religion und seinen Glauben in Ehren hält. So lebten einstunsere Väter, so lebten alle, die den Ehrgeiz besaßen, gute Juden zu sein und zu bleiben.“ Amtl. Ausweis über unsere Jeschi wo th. Wir haben im vorigen Jahre schon einmal darauf hingewiesen, daß das Ministerium für Schulwesen und Volksaufklärung von Zeit zu Zeit statistische Daten über die Jescliiwoth'in der Slowakei der Oeffentlichkeit übergibt, die mit den tatsächlichen Verhältnissen nicht übereinstimmen und eine moralische upd finanzielle Schädigung ׳der Jeschiwoth zur Folge haben können. Unser Hinweis scheint nicht beachtet worden■'zu sein. Denn in der jüngsten Nummer der Prager ״Selbstwehr“ erschien abermals eine Notiz aus amtlichen Quellen, die ein grundfalsches statistisches Bild von den slowakischen Jeschiwoth darstellt. Dort heißt es folgendermaßen: ״Pie Rnbbinerscliulen in der Tschechoslowakei. Im ■vergangenen Schuljahr 1930/31 gab es nach einer Mitteilung des Ministeriums für Schulwesen und Volkskultur in der ÖSR., fünf Rabbiuersehulen, und zwar in Bratislava (Preßbur.g), Koinarno (Komora), Kascliau, Preäov und Mukacevo. Diese Anstalten wurden von insgesamt 506 Schülern besucht, von denen sich 392 zur jüdischen, 38 zur tschechischen, 34 zur deutschen und 24 zur ungarischen Nationalität bekannten. Die größte Rabbiner,schule mit 168 Schülern ,befindet sich in Munkacz. Die Zahl der Professoren betrügt zehn, von ■den 506 Hörern sind 88 ■Aushin der.“ Die amtlichen Stellen im ׳Ministerium für Schulwesen und Volksaufklürung haben demnach von ■den hunderte Schüler zählenden Jeschiwoth (״Rabbinerschulen“) z.!B. in Trnava (jetzt Ni11• a!), ■Surany, S e r e d, D 11׳ n. S t r e d a, G a 1 a n t a, H u st und den kleineren Jeschiwoth in der ■Slowakei und Podkarpatska . Ras offenbar keinerlei Kenntnis. Das orthodoxe Juden- . tum hat ein dringendes Interesse daran, daß sowohl die Regierungsstellen, als auch die breite Oeffentlichkeit von dem in ihm herrschenden Geist, also in erster Reihe über die Zahlenverhältnisse in seinen Bildungsanstalten, richtig informiert werden. Wer trägt die S eh u 1 d a n d e r Unterlass u n g, die aus der obigen Notiz spricht? Stuhlverstopfung, Viele Professoren lassen das natürliche ״Franz-JoSeP-Bitterwasser auch bei Blutkreislauf Störungen als ein höchst wertvolles Mittel ^nehmen, und zwar morgens, mittags und abends je ein dnt'tel Glas. Gastvortrng in Hmneime, Aus Humenne berichtet ,man uns: A;m jüngsten שבועית hatten wir das Vergnügen, Herrn Rabbiner Gl». Sch. (Friedrich, ältesten Sohn unsems verewigten Oberrabbiners ׳Rabbi, Jizchok Eisik Friedrich זצ״ל und •Schwiegersohn des Herrn ■Oben• abbiners Wilhelm Glattstein■ in Helmec, liier zu Gaste zu sehen. Auf Drängen der zahlreichen Schulet‘ ..und Verehrer des unvergeßlichen Oberrabbiiter!s ^1 leistete er der!Einladung Folge und hielt mit Zustimmung des Vorstandes!in der großen Synagoge unter Beteiligung der ganzen Gemeinde eine ungewülmlieh schöne!דרשף die von der Gründlichkeit und Vielseitigkeit seines AVissens und dem Ernst seiner Gesinnnng Zeugnis ■ab!egte. Der große Erfolg dieses Vortrags erhöhte den guten Eindruck, den der Redner während seines hiesigen Aufenthaltes auf alle ■Herzen gemacht hat. Erweiterung der Aguda-Jugendgruppe in Trnava. Aus Trnava schreibt man uns: Unsere Jügendgruppe der Agudas Jisroel hat in den letzten Tagen eine programmatische und organisatorische Weiterentwicklung erfahren, die für die Erziehung unserer Jugendlichen im Geiste der HUP v.on Bedeutung ist. Am 2. Tage des Sch’wuothfestes wurde bei uns auf Anregung der Herren B e r n f e 1 d und Beck, Präsidenten der Agudas-Jisroel- Jugend-A-Gruppe und des Schomre-Thora-Vereines, eine Jugend-B-G r u p p e gegründet, in der die thoratreue Jugend im Alter von 8 bis 18 Jahren Aufnahme finden soll. Zum Leiter der neugegründeten Zweiggruppe wurde der eifrige Herr A. Herzog ״einstimmig gewählt. Das rege Interesse der Jugend an deth Verein, sowie die zahlreiche Beteiligung an der Gründungsversammlttng lassen hoffen, daß die Bemühungen der genannten Herren von Erfolg gekrönt sein werden. A. G. Oberrabbinerwahl in Gnstn. Aus Tekovske Sarl uhy ■berichtet man uns: Herr Rabbiner Abraham Jakob Abel es, Sohn unseres ebrw. Herrn Obermbbincrs Josef Abeies, wurde zum Oberrabbiner von Ca.sta gewählt. (Wir gratulieren! Die Redaktion.) Charlotte Kurz Samuel Roth Baden Wien Verlobte Wien, im Juni 1932 llonka Herz Alexander Ehrlich Pre§ov KoSice empfehlen sich als Verlobte Lehrling aus gutjüdischem Hause wird sofort aufgenommen. Vollkommene Beherrschung der slowakischen Sprache unerläßliche Bedingung. David Kastnör, Bratislava. Pie Einschreibungen in die Bratislavaer orth. isr. Knaben-Biirgerschule für das Schuljahr 1932/33 werden am 27., 28. ,und 29. Juni, von 9 bis 12 Uhr stattfinden. Am 30.■ Juni und 1. Juli von 9 bis 12 U h r, w erden d i e s c h u 1 p f 1 i c h t igen Privatschiiler (Jessode-Hathora-iSchiiler) eingeschrieben. Laut Verordnung des Unterrichtsministeriums werden im Monate September keine Einschreibungen stattfinden. Konkurs. An der orth. isr. Mädchen-Bürgerschule mit deutscher Unterrichtssprache in Bratislava ist am 1. September 1932 eine Fachlehrerstelle für die erste (Geographie, Sprache, Geschichte) und dritte (Zeichnen, Geometrie, Handarbeiten) Fachgruppe zu besetzen. Bevorzugt werden jene jüdischen Lehrkräfte, welche die Befähigung für die Erteilung des Unterrichtes in der deutschen und slowakischen Sprache nachweisen. Die mit den erforderliehen Dokumenten belegten Bewerbungsgesuche sind bis einschließlich 31. Juli 1932 beim Schulstuhl der orth. isr. Kultusgemeinde in Bratislava, Zochova 14-16, einzubringen. Schulstuhl der orth. isr. Kultusgemeinde in Bratislava. Konkurs. An der Bratislavaer orth. isr. Volkschule mit slowakischer Unterrichtssprache gelangen mit dem 1. September 1932 zwei provisorische Lehrstellen, mit den staatlich ergänzten gesetzlichen Bezügen, zur Besetzung. Erfordert wird auch die vollkommene Beherrschung der deutschen Sprache und die Fähigkeit, Religionsunterricht zu erteilen. Bewerber (Lehrer oder Absolventen) mögen ihre mit den erforderlichen Dokumenten versehenen Gesuche bis zum 31. Juli 1932 beim Schulstuhl einbringen. Schulstuhl der orth. isr. Kultusgemeinde Bratislava, Zochgasse 1416־. Spezereiwarenkommis der drei Landessprachen mächtig» sucht Posten. Gefl. Zuschriften unter ״Praxis“ an die, Bratislavaer Administration erbeten. 2 Knaben werden in streng religiösem Haus in gaftze Verpflegung, eventuell mit Schulnachhilfe, angenommen. Zuschriften unter ״Baden“ an die Wiener Redaktion. Streng orth. Mädchen außergewöhnlich tüchtig und arbeitsfreudig, kann auch gut kochen und nähen, sucht Stelle in Hauswirtschaft, eventuell auch nur für einzelne Tage. Gefl. Zuschriften unter ״F r o m m“ an die Wiener Administration. Vertrauensposten Von größerer Firma wird in allen Orten eine Niederlage errichtet. Zuverlässige Personen werden hiefiir als Filialleiter(in) gesucht hei einem monatlichen Einkommen von 600 RM. Ganz neue Verkaufsmethode. Bewerbungen nach Post- Schließfach 323 in Kassel. Rückkuvert erbeten.) W₪₪₪₪₪₪₪t₪^tt₪₪₪₪₪₪^^₪₪₪₪₪₪^₪t₪₪KtUK₪₪ii^₪₪M JÜDISCHE MÄDCHEN Wählet die Schulen im Dr.-K R Ü G E R-H E IM Zweijährige Fachschule für Klei• dermachen und Wäschewarenerzeugung Einjährige Kochü. Haushaltungsschule, streng rituell, mit erweitertem Lehrplan für allgemeine Bildung Wien, II., Malzgasse 7 Telephon A-48-0-/7. Streng rituelles Internat Samstag schulfrei Bell. Ml"־ " iijSS’i/'I ■ ■■■■■■■■■ ■יי■■■■■■ י■■■■■■ יי■■■* ■ Streng כשר Streng אפילו למתדרין מן חמחדרין ■ 1 Speiiehaut Hirsch 1! PRAG, I. Bilkovä 19 " Haltestelle der Tramway Nr. 1 und 4 vom Bahnhof a ■■■■■■■■ "Spendet für den und Jessode Mora der Adas Jisroel, Wien, II., Nestroygasse 11. Tag . Siwon' Juni-Juli יומא Sonntag 22 26. 56. Montag 23. 27. 57. Dienstag 24. 28. 58. Mittwoch 25. 29. 59. Donnerstag 26.. 30. 60. Freitag 27. 1. 61. Samstag 28. 2. 62. Adas Isroel (Schiffschul) Gebetstunden in der Zeit von 20. bis 27. Siwon, Freitag den 20. Siwon Minchah 7.3ü ש״ה 0׳ בהעלותך Morgengebet 6.15 und 9.30. Vortrag von 3.30 סי לוי אבית. Minchah 4 Uhr 3.50 מוצש״ק. An Wochentagen 5.15 השכמה, Morgengebet 6 Uhr, Minchah 7.3('. BADE- und KURORTE Semmerinssebiet: Ril. Klnder-Erholun$sh6im unter ärztlicher Aufsicht Eigener Wald, Tennisplatz, Planschbecken Pensionspreis: S 6.50 bis S 9.50 Leitung: Staatl. gepr. Lehrer J. Elsenberg, Wien II, Große Pfarrg. 6. Tel. ft-45-4-92 Tatra Lomnica rlUIlö laua Tatra Lomnlca Einzige streng verläßlich orth. כשר Pension! in de Hohen Tatra mit prima Küche und Bedienung. Er» waohsene Mädchen werden ohne Begleitung aufgenommen. Spezial-Mast- und Liegekur. Ganzes Jahr offen. Vor- und Nachsaison 10 Prozent Ermäßigung• Mpr Schreiber, Tatr, Lomnica, Villa Bugsch. GRUNGLAS'S PENSION ״RIVIERA“ (ex Goldberger) GRADO (Italien) das altbekannte Komfortable Haus, herrlicher Garten, anerkannte Küche, zeitgemäß; reduzierte Preise, Vor- und Nachsaison 50°/o Ermäßigung Ref. bez כשרות von גדולי זממנו מנין in» Hause. Verlangen Sie sofort Prospekte, ״ ז Bad Gräfenberg ■ Tschechisch-Schlesien Streng F. GrÜnbaum$ Streng כשר Kuranstalt und Pension כשר Modern eingerichtet. Zimmer mit fließendem Kaltu.Warmwasser Ganzjährig geölt net! Telephon Nr. 9 Sämtliche Prießnilzkuren im Hause Eigentümer, Herausgeber, Verleger und verantwortlicher Redakteur; Dr, Joel Pollfk, Wien, II״ Gr, Pfarrgasse 3/3. — Für die״Tschechoslowakei Jacob Joel Braun, Bratislava Druck: Druckerei* und Verlegst,*G. lg. S teinmann, Wien, IX., Universitatsstraße 9*0. 2735^24285

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.