Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 18 (1932)
- Issue
- 19 (13.5.1932)
- Date
- 1932-05-13
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2629891-2630438-2630456--4158-2636281- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Zeitungen vom Verleget *ifäiiilii Jotiföal expödie pif l*ddiffitff, M0vi00v6 Wp!atfi4 povöieftÄ tfadit post a telegrafov v Bratislave gis. 41572.111.26. JÜDISCHE PR OMiH NID MC IMTEflESSCH BEI ORTHODOXEM JUDENTUMS. Redaktion u. Administration: Wiött, II., Große Pfarrgasse 3/3. — Tel'. A*4581*3־. Tscheche* Slowakei: Bratislava, Postfach 140. Erscheint jeden Freitag. — Redaktionsschluß: Mittwoch Mittag Abonnementspreise: GanzjäHrig: Für Oesterreich S 16, Tschechoslowakei tschech. M. 80, Einzelnummer öst. Gr. 50, das übrige Ausland 3 Dollar. Zatuuagen auf Konto ,Jüdische Presse", Wien ffir Oest erreicht PostsparkasienkontoNr.D-93614; Deutschland! Post- Scheckkonto Berlin Nr. 122619; Jugoslawien t Postspk.-Amt Zagreb Nr. 40217; Polen t Postspk.-Amt Warschau Nr. 190409; Ungarn! Postspk.-Amt Budapest Nt.50170; Schwelet Post- Scheckk. Zürich VIII. 4117; ffir die Tschechoslowakei! ״JO* diSche Presse", Bratislava, PoStspk.-AmtPrag Konto Nr. 53386 V A ' ' .. . .. ז ... ... %*;. ............ Nr. 19 Wien-Bratislava, 13. Mai 1i32 .ב*ח וינא־פרעפבורג זי אייר תיצ״ב ...’.י . ' .. 18. Jahrg. Um Palästina. Das Gute im alten wie im neuen Jisehuw. — Sabbat und Snbbatheiligung. — EinWaiulennigsfragen. — Die Nachfolge nach Rabbi Chajim Sonncnfcld s. z. 1. streift die zur Zeit geführten .Verhandlungen das!Prä- Der vor kurzem von einer Pulästina-iReise zuriiekgekehrte Schriftsteller S. Sehe ch n o w i t z hielt in Frankfurt a. iiVI. einen Vortrag über ■seine Reiseeindriieke, dem •wir nachstehende!markante Stellen entnehmen: An eines der letzten Worte des Rabbi Chajim Sonnen feld, das der Redner noch ■vernehmen durfte, a!11knüpfend, schilderte er zunächst, was an 1Er!hebendem und Erschütterndem auf den Touristen, der zum erstenmal das Land betritt, einstiirmt. Er fand zwei Erez Israel, ein altes and ein neues, /;wischen ■denen die Verbind ung6wege leider nicht geebnet sind. Es sei ■aber grinulfalsch, die Teilung nach ״Chuübau“ und ״!Binjan“ vorzunehmen, etwa so, daß es im alten Jisehuw!nur heilige Ruinen und im neuen nur geistige Ruinen und' Scherben gäbe. Schachnowitz schilderte das gewaltige!Aufbauwerk Im alten Jisehuw in seinen hervorragenden und musterhaften Institutionen, Erziehung«- uncl Wohlfahrtsanstalten. Der neue Jisehuw enthalte mehr der!gut'jUdiisdiep Elemente, als man ■gemeiniglich ahnt. Tel- Wwiw,’ das’ Zentrum des 'hoüen״^tädte-jMcitViAv;'"1־besii:»t“' bei manch anderem, was weniger zusagt, eine große Anzahl von Synagogen und Lehrhäusern, die ■von alt und jung besucht sind. Von den drei Typen der jiidisehen Niederlassung (Kwuzah, Moschaw und Moscliawa) bietet die!letztere, die Kolonie vom alten Typus, alle jüdischen .Lebensmöglichkeiten mindestens in dem Maß wie die beste Kehilla in der Golnb. Sorgenkind des neuen Jisehuw ist der Sabbat, der wohl im ganzen ■Lande gehalten, ■albe 1• von einem großen Teil der Jugend nicht geheiligt wird. ■Redner!bespricht die :eminenten Gefahren des ״nationalen Sabbat“, von dem der Wieg nach dem ״heiligen ■Sabbat der Thora“ vielleicht noch weite!• ist als von der ■Sabibatentweilning in der!Diaspora. Er sidenten des Schamre-Sehabbos-Verbandes mit den Führern des Makkabi und hijfft daß diese nicht ganz ׳erfolglos verlaufen. Die jetzt ׳mit Macht cinsctzende neue Welle der Erez-Jisroe.l-t.iebc in den orthodoxen Kreisen, egal aus welchen Hintergründen sie komme, müsse ausgenutzt werden, um ■die orthodoxen Positionen• im alten und im neuen Jisclruw zu Märken undi zu vormehren. Auf die Frage, ob man ■und wer hiingehen soll, entwirft (Redner ein ■Bild der;politischen und der wirtschaEtlichen Lage!im Lande, f\vie sich dies dem Tonristen aufdrängt. Die politisclfb und bürgerliche Sicherheut verursachten keinem im •Lande ■irgend׳ welche Angst oder Sorge,, Obwohl man mit der englischen Vcr- ',waltun-g nichts weniger als zufrieden ist. Was die Wirtschuft betrifft, so befindet siefi das Land .in einem Aufbaurausch, daß ■es!schwer zu sagen sei, was an Beständigem clahiwtorsteckt.; Eines sei sicher: Menschen mit ■Kapital und Initiative oder junge ■Meuchen mit dem unverbrauchten ■Kapital ihrer Muskeln und Nervenkraft;-u.nd mit dem Willen; Üobergangsleidnii auf. sich zu nehmen, worden dort rasch auf ihre Rechnung kommen. Auf die spezielle unaufschiebbare (Aufgabe der Orthodoxie in;Palästina übergehend, schilderte!Redner im ein »einen und im ganzen das Schulwierk der Agudas Jisroel in Jerusalem, Tiberias uncl anderswo. Quantitativ gewertet, nur e!i:11 Ansatz und ein ■Grundstock, aber so vielvcrheißencl in seinen gesunden Keimen und in seinem Aufbau, daß ׳uns darin eine frohe Hoffnung erblüht, freilich erwächst uns daraus auch eine heilige Verpflichtung. ״Die ■Schule ist der Eukalyptus, mit denn wir die geistigen Sümpfe auszutrocknen Uaber die von Schachnowitz berührten Vorhand- Ringen in der Salb'batfrago erfahren wir, daß-anläßlich der Anwesenheit des Präsidenten des Weltverband cs Schomre Sc.habbos, 11errn Sem.-Doz. Dr. S. Grimberg, in Palästina, in verschiedenen Zentren des •Heiligen Landes öffentliche Kundgebungen stattfanden. Den Reigen der Veranstaltungen eröffnet die große Jeriisalemer Kundgebung in der überfüllten ׳Synagoge ״Jeschurun“. Dr. Grimberg wurde von Professor Klein eingefiihrt und von Herrn Oberrabbiner Koalc, der die Veranstaltung cröiffnete, formell begrüßt. Obervabbiuei־ Keok bezeichnete den Sabbat als den Zentralpunkt jiidisehen Lebens, der das ganze jüdische Volk zu einen bestimmt sei. Dr. Griinberg gab in einem großa!)gelegten Vortrag einen historischen Rückblick über die Bc־ohachtuug des Sabbats von den Zeiten der sinaitisehen Gesetzgebung bis auf den heutigen Tag uml erörterte die Umstände, die vor drei Jahren zur Gründung des Weltverbandes ■Schomre Scha Rhos ■geführt haben. Der Redner sprach von den unerhörten Schwierigkeiten, die die Saihbathei'liguug in den■ Ländern clesGaluth bedrohen; und wandte!sich soclann den palästinensischen Verhältnisson zu. ׳Das Heilige Land, auf das die Augen der ganzen Juden hei-t gerichtet seien■, müsse ein weithin leuchtendes!Beispiel der Treue zum Sabbat geben. R. A. Lebanon betonte die Notwendigkeit des solidarischen ׳Zuisammenhaltems aller Juden, damit der Sabbat in seiner ungebrochenen Heiligkeit erhalten bleibe. — Dr. S. Grünberg!sprach auch in Tel-Awiw wo ■sich unter der Führung der Oberrabbiuer Usi!el und Arousobn ein ..!zahlreiches Publikum von!Einheimischen und von iitPalästina weilenden Gästen in der großen Zentvalsynagogo versammelte. Oberrabbiuer Usiel ׳wies einleitend auf die ׳umfassende Tätigkeit des Weltverbandes Schomre Schaibos hin, der sich insbesondere •um die erfolgreiche. Bekämpfung der Kalcmlerreform verdient gemacht habe. Dr. Grimberg schilderte den Sabbat als die originellste Schöpfung des Judentums, zeichnete seine rcligiöse nationale und soziale Bedeutung, die du ihrem vollen Umfang nur in Palästina zur Auswirkung komme, und sprach von der besonderen ■Verantwortung, die Tol-Awiw als eine ausschließlich von Juden bewohnte Und geleitete Stadt für die Aufrechter haltung und 1Fest:igung des sabbatlichen Ruhetages trage. Nur in der Diaspora gäbe es eine Not des Sabbats, in Erez Israel aber ■nur eine Sabbatfragc, 1die bei einigem gutem Willen gelöst werden könne. Der Redner'•forderte den überparteilichen Zusammenschluß aller Sabbat treueil des Landes und richtete seinen besonderen Appell an •an die zahlreich erschienene Jugend, als die Kämpfer für ■ein!e glücklichere und wahrhaft jüdische Zukunft ini Lande der Väter. Die Haifa er Veranstaltung wurde von!Rabbiner Marcus geleitet. Auch hier gelang es , (Dr. Grünberg, die Zuhörerschaft in seinen Baun zu bringen. In den drei genannten Orten wurden ■im Anschluß au die Vorträge Dr. Griinbergis Aktionsausschüsse gcbildet, die die von Dr. Griinberg eingeleitete Arbeit ■fortfiihren und in Zusammenfassung aller den Sabbat ׳bejahenden Kräfte für die Durchsetzung der Ansprüche des ■Sabbats ■im öffentlichen Leiben Palästinas •wirken werden. *!Die Lage!in Palästina ,wird durch Nachrichten aus den letzten Wochen gekennzeichnet, von denen wir einige 1i׳n Kürze hier Wiedergaben: Unter ■den im März 1932 in Palästina!׳eingewau־ d erteil 1538 Personen waren 1355 Juden; unter den im gleichen• Monat Ausgewanderten 136 Personen waren 51t Jude!!. Unter den eingewanderten Juden waren 1086, vermögen. LAG-BE-OMER 5692 SCHÜLERFEST IM AUGARTEN 24. MAI 1932 BEGINN 2 UHR NACHM. Riesentombola JÜDISCHE MUSIKKAPELLE, ZA UBERKÜNSTLER, TANZSCHULE TINTNER etc. Jede Karte ein los wbrtvom.« gewinne jedes los gewinnt HAUPTTREFFER: Eine Woche unentgeltlicher Aufenthalt auf dem Semmering Wiener Talmud-Thora־Schulwer ein, II, Maligasse 16 HÖH IX LEBENS VERS I CH ER UN GS■ G ES E L L S C H A FT mm der weltbekannten Perückenwerkstätte SCHIFF Wien I, Kärntnerring 6 (a1.aar״eur!b.«1,i) Tel. U-47-1-16 m