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Jüdische Presse · 1932-05-06 · 18 (6.5.1932) · page 1

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Journal
Jüdische Presse
Volume
18 (1932)
Issue
18 (6.5.1932)
Date
1932-05-06
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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-גי’- י NoHflovi *#tital ptölifti tiadit 0o*t a «§l«|1*f0f ^allaflfeü vom Verleget vetsenddt, lötttiaf üpldli p« Pidittit*. V,b.b. JÜDISCHE PRESSE OMttJIM r«MI MC INTERESSEN DES ORTHODOXEM JUDENTUMS. ״ Redaktion u. Administration; Wien, II.,' Große 4 Pfarrgasse 3/3. —- Tel. A*45*3*81. Tschechow . Slowakei; Bratislava, Postfach 140. . •'« Erscheint jeden Freitag. — Redaktionsschluß: v«' י Mittwoch Mittag Abönnementspreise: Ganzjährig: Für Oesterreich S 16, Tschechoslowakei tschech. K. 80, Einzelnummer ost. Gr. 50. das übrige Ausland 3 Dollar. , Zainuu^en aut Konto ,Jüdische Presse״, Wien für Oester• reicht PostsparkasienkontoNf.D-93614; Deutschland: Post• Scheckkonto Berlin Nr. 122619; Jugoslawien: Postspk.*Atn» Zagreb Nr. 40217; Polen i Postspk.‘Amt Warschau Nr. 190409; Ungernt Postspk.-Amt Budapest Nr.50170; Schwelst Post* seheckk. Zürich VIII. 4117; für die Tschechoslowakei t ״Jfl* dlsfehe Presse״, Bratislava, P08tspk.*Amt Prag Konto Nr. 53386 i. ,; 1 Nr. 18 | Wien-Bratislava, 6. Mai 1932 .כ־ת וינא־־פיעשבורג. לי ניסן תרצ׳ב 18. Jahrg. Der Antisemitismus im Anmarsch. ׳ »e± ,*tr ־ ’ ' Der Antisemitismus in Oesterreich ist nicht jüngeren Datums. Seit dem Wahlerfolg der National- Sozialisten wächst er aber wie eine Sturzwelle. Von jüclischer Seite muß die Abwehr dieser allerneuesten Seuche als die allumfassendste und allerdringendste Gesamtaufgäbe betrachtet werden. Die Orthodoxie wird sich dieser Erkenntnis nicht verschließen, wenn sie auch in ihrem innersten Wesen überzeugt ist, daß die beste Abwehr die innere Festigung, die religiöse Ertüchtigung des jüdischen Menschen und die Erfassung der Jugend׳ für die g-ttgewollte jüdische Pflichterfüllung ist. Ein Leben nach den ewigen Gesetzen der jüdischen Religions- und Sittenlehre flößt auch dem Andersgläubigen, mag er noch so antisemitisch eingestellt sein, Respekt und Ehrfucht ein. Erst jüngst hat der gewesene Unterrichtsminister und Christlichsoziale Führer Richard Schmitz in seiner großen Parlamentsrede, im welcher er sich mit dem Antisemitis-, mus beschäftigt hat, ausdrücklich hervorgehoben, daß ״es durchaus möglich sei, daß mit jenem Teil des jiidisehen Volkes, der sich an die eigene Religions- und Sittenordnung hält, auch gläubige Christen in weitem Umfange auf /kulturellem Gebiete zusammenstimmen können“. Trotz dieser Anerkennung wird auch der orthodoxe Jude in der gemeinsamen Abwehrfront stehen, denn diesmal geht der Kampf gegen das Staatsbürgerprinzip, das durfch das Volksbürgerprinzip ersetzt werden soll. Man will zunächst dieses neue Volksbürgerprinzip an der Universität einbürgern, um es dann später auf das ganze Gebiet des Staatsrechtes auszudehnen. Der Sieg dieses neuen Prinzips würde alle Juden entrechten, ihre Lebensmöglichkeiten vollkommen untergraben, und wenn Minister Schmitz in seiner oben angeführten Parlamentsrede offen verkündet hat, daß es Aufgabe des christlichen Volkes in Oesterreich ist, zunächst für die Söhne desselben zu sorgen, so ist es nur allzu selbstverständlich, daß die Juden es als ihre höchst jüdische Aufgabe betrachten werden, die Existenz der eigenen Kinder zp verteidigen. Minister Schmitz versuchte, diese Begebungen der Entrechtung des jüdischen Menschen durch verschiedene Gründe verständlich zu machen. Trotz seines Strebens, objektiv und auf europäischem Niveau zu bleiben, ,gab er der Meinung Ausdruck, ״daß bei fast'allen Umsturzbewegungen der Nachkriegszeit das Hervortreten jiidischer Führung bemerkbar wurde“. Selbst, den Umsturz in Spanien setzte er auf jüdisches Schuldkonto. Diese Behauptung kann wohl‘ in antisemitischen Volksversammlungen Haßorgien erwecken, vor dem objektiven Richter- Stuhl der Geschichte kann sie nicht bestehen. In dem allerkatholischesten Spanien wohnen schon seit Jahrhunderten keine Juden; die letzten, die nach der radikalen Judenvertreibung am Ende des 15. Jahrhunderts dortselbst verblieben, wurden gewaltsam getauft und in den Schoß der Kirche aufgenommen. Minister Schmitz glaubt anscheinend, daß diese Zwangchristen, allgemein Marranen genannt, nach mehr als 400jährigem Christendasein ihren jüdischen Hang nach Umsturz nicht eingebüßt haben. Wenn dem so ist, so wird die christliche Kirche ihre Judenmission aufgeben müssen. Tatsächlich äußert Minister Schmitz große Zweifel über den Wert der Kon- Version ttnd über den Charakter der Konvertiten. Viele seiner engsten Parteigenossen, deren Väter und Großväter Juden waren, werden fortab mit scheelen Augen angesehen werden müssen. Die Taufe wird nunmehr keine gute Empfehlung sein, um Unxversitätsprofessuren, Nationalbankpräsidentenstellen und Ministerposten zu erreichen. Durch die Taufe kann man im besten Falle, sagt Minister Schmitz selbst, ein guter Katholik, aber kein Volksbürger der arischen Volksgemeinschaft werden. Aus dem Saulus kann ein Paulus, aber kein Kommilitone einer österreichischen Universität werden. Wir Juden können mit dieser Konsequenz zufrieden sein. Ob ein wirklicher Katholik mit dieser Thöorie sich abfinden kann, bleibt seine Sache, in die wir Juden uns nicht einmengen wollen. Wir glauben, daß die diesbezüglichen Hitleranisehen Theorien dem Katholizismus mehr schaden als nützen. , ■ Wir orthodoxe Juden lassen uns in unserem unerschütterlichen G־ttvertrauen nicht beirren, wir sind tief überzeugt, daß die neue Sturzwelle des Antisemitismus viele unserer kalt und indifferent gewordenen und sogar abgefallenen Brüder zum wahren und lebendigen Judentum zurückbringen wird. Unsere Aufgabe ist es, sie liebevoll aufzunehmen und sie zu belehren, daß ein Jude mit seinem G-tt alle Feindseligkeiten und Vernichtungsversuche sieghaft überdauern wird. Kiiyb Öiemöiscl זוג: 4®oCAs u.7ßcu1phcfiule/ur%na£en, md ‘Plädcfie/L mdOßmlGdJQihraAl a. Wakgassz /ff _* ₪וווווווווווווווווו1וווווווווווווווווווווווווו1ו, AGUDAS JISROEL, Ortsgruppe WIEN II. Leopoldsgasse 16 Tel. A-48-4-15 w HO Hl X t E B E N $ V E R S I C H E RUN G S- GES E L LS CH AF T EINLADUNG zu der am Sonntag, den S. Mai d. J., um 4 iU.hr naohm. im großen Saale der Agudas Jisroel-Jngendg־ruppe, H.,!Floß- ,gasse 1׳, stattfindenden Generalversammlung Tagesordnung: 1. Tätigkeitsbericht; 2. Rechenschaftsbericht: , . 5. ißericht der Revisoren und Erteilung des Absolutor.iums; ' 4. Anträge und Debatte; 5. Eventuelles; 6. Referat des ׳Herrn David Tttrkl: ״Was ist und was will Agudas Jisroel“. , Wolf Pappenheim» Obmann. Delegiertenversammlung der karpathorussischen Gemeinden; Sonntag, den 25. Nissan fand in Sevljus die ange- , kündigte Delegiertenversammlnng der jüdischen Gemeinden von Podkarpatska Rus statt. ׳Diese Tagung hatte im Sinne der ׳auf einer Vorkonferenz am 15. März gefaßten Beschlüsse die Aufgabe, die Entscheidung darüber zu bringen, ob die Gemeinden in ihrer Mehrzahl die Wiederherstellung der vor fünf Jahren von der Rer gierung suspendierten orthodoxen Gemeindeorganisation in der früheren Form, tl. h. mit Anschluß an die ■slowakische orth. Landeskanzlei und einer besonderen Ex:׳ pbsiiur für die Gemeinden in Podkarpatska Rus, oder die Errichtung einer ganz separierten Organisation 'und: einer Landeskänzlei für Podkarpatska Rus wünschet Selbstredend konnte es sieh hiebei vorderhand nur uni einen einseitigen Wunsch der Gemeinden dieses Gebietes handeln und noch nicht um die endgültige Erledigung dieser Frage, zu der wohl auch die. slowakische Organisation selber noch manches zu erwägen und ein Wort!mitzureden haben dürfte. Immerhin darf es als ein günstiges Zeichen betrachtet werden, daß die Gemeinden uncl, ihre Rabbiner die anarchischen Zustände• sattbekommen haben and sich endlich zu klaren Förde-•■ rnngen auf raffen. Die nächsten Monate werden zeigen! ob der in der Sevljuser Versammlung; zutage getretene gemeinsame Wille stank und beharrlich genug.sein 'wird;' sich durchzusetzen und ob der neue Laiidesatisschiiff unter Leitung Sr. Ehrw, des Herrn Oberrabbiners D ursehinsky der Schwierigkeiten wird Herr werden: können, die bis zur Erreichung• des Zieles noch zu überwinden sind. Ueber den Verlauf der Versammlung erhalten wir folgenden Bericht: ׳, Von den 26 Muttergemeinden in Podkarpatska Rus haben 22 der Einladung des Sevlj.user Vorbereitungs-. Komitees Folge gegeben und Delegierte zur Versammlung entsandt. Die kleineren Gemeinden waren ׳mit je einem, die größeren mit je zwöi Delegierten vertreten. Außer-׳ dem haben 10 Rabbiner von ihrem Rechte, ex off» anwesend zu sein, Gebrauch gemacht ׳und zwar die, ehrw. Herren Oberräbbiner von flust, Sevljus, Kiralhaza,׳ Beregsas, VolowojeV Vylok, Vulchovice, jässina, Wysfc Modernste BrautperUcken der weltbekannten PerllekenwerkstStte Wien I, KärntnerringS Tel. 1 י■ v-'i

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