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Jüdische Presse · 1932-12-09 · 48 (9.12.1932) · page 1

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Journal
Jüdische Presse
Volume
18 (1932)
Issue
48 (9.12.1932)
Date
1932-12-09
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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s1 mm mm 9m «teiegr&iov Zeitungen vom Verleger versendet loüfttftl exp&!i6 pat f&Ufettt. V.b.b. JÜDISCHE PRESSE ORGAN FÜR OIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. Redaktion tt. Administration: Wien, 1!.; Mategasse Nr, 12 a. — Tel. Ä-48-4-15. Tschecho- Slowakei: Bratislava, Postfach 140. Erscheint jeden Freitag. — Redaktionsschluß: Mittwoch Mittag Abonnementspreise: Ganzjährig: Für Oesterreich S 16. Tschechoslowakei tschech. K SO, das übrige Ausland 3 Dollar. Einzelnummer Öst. Gr. 40. reich! Postsparkasienkonto Nr. D-93614; Deutschland! Post• Scheckkonto ßeilln Nr, 122619; Jugoslawien» P08tspk..Amt Zagreb Nr. 40217; Polen» Postspk.-Amt Warschau Nr. 1904(»: Ungarn» P0atapk.-Amt Budapest Nr,50170; schwelt» Portscheckk. Zürich vm. 4117; für die Tschechoslowakei t ״JAdlsche Presse*. Btatlatava, Pöitspk.-An1tPrag Konto Nr. 53366 Nr. 48 Wien-Bratislava, 9.Dezember1932 •י כסלו תיצ׳ג ב״ח וינא-םועסבומ 18.Jahrs- Nadi den Kultuswahlem Das Ergebnis der Kultuswahlen, die den Zionisten eine Mehrheit im Kultus Vorstand gebracht haben, wird eifrig diskutiert. Orthodoxe Männer, Führer und Geführte, der verschiedensten!Richtungen, ׳bemühen sich, clie nächste Entwicklung der Wiener Judengemeinde vorauszusehen, ohne aber rechtzeitig sich selbst und den eigenen Kreis, auf das Ergebnis, das sie glauben voraussehen zu dürfen, einzustellen. Wir warnen vor einer!Unter Schätzung des Wahlresultats. Wir (kennen die Kehilla-Tätigkeit der Zionisten in zwei Großstädten: Warschau und Berlin. In beiden konnte sich die zionistische Mehrheit nur kurze Zeit halten, um dann von einer liberalen, bzw. einer orthodoxen Mehrheit abgelöst zu werden. Aber diese kurze Zeit hat •insbesondere in Warschau genügt, um — im Sinne Herzls, der die ״Eroberung“ der Kultusgemeinden und ihre Umgestaltung zu rein nationalen Gemeinden seinen Parteigängern anbefohlen hat — alles, was den orthodoxen Juden’heilig ,ist, zu unterdrücken und zu untergraben.!Diese kurze Zeit hat genügt, ׳ um aus der Gemeinde ein Institut zur Versorgung ihrer• zionistischen Parteiangehörigen zu machen, um den Weg zur Umgestaltung der Gemeinde in eine ״Volksgemeinde“ zu beschreiten, die auf die religiös e^i Bedürfnisse der jüdischen!Bevölkerung keine Rücksicht zu nehmen hat, aber um so mehr innerhalb der jüdischen Bevölkerung und' ihrer Repräsentanz, dem Kultus- Vorstand, Parteikämpfe, Hader und Zwist entfacht. 4 Fern liegt es uns, aus diesten Tatsachen Schlüsse zu ziehen auf die Verhältnisse in Wien. Wir werden abwarten und die kommenden Dinge beobachten. Wir warnen. aber auch vor einer U e b e r- Schätzung des . ׳Wahlresultats. Uns, der Wiener Orthodoxie, mag es gleichgültig sein, wer und in welcher Weise nunmehr das Ruder führen wird. Hier wie dort haben •wir nur'Verständnislosigkeit für die!Belange der orthodoxen Judenheit gefunden. Und wenn nach zwölfjähriger Zugehörigkeit zum Kultusvorstand die bisherigen Vertreter der Orthodoxie sich von der Beteiligung an den Kultuswahlen zurückgezogen haben, dann ist das nur ein neuer Beweis dafür, daß innerhalb der Kultusgemeinde eine erfolgreiche Vertretung der Interessen der Orthodoxie nicht möglich ist und daß nur in der selbst andi gen und unabhängigen Gemeinde, welcher alle an Thora und Ueberlieferung festhaltenden Wiener Juden augehören müssen und werden, eine in jeder Beziehung religiöse Gestaltung des Einzel- und Gemeinschaftslebens möglieh ist. Uns hat das Wahlresultut nicht überrascht. Die orthodoxe Judenheit Wiens hat ihren gesunden Sinn bewahrt und, der Parole der orthodoxen Körperschaften folgend, sich au den Wahlen zur Kultnsgemeinde nicht beteiligt. Es gab wohl Einzelaktionen, aber diese f a n d e n k e inen W i d e r h a 11. Die Orthodoxie hat diese Sonderaktionen entschieden ab g e 1 e h n t. Einigung ist es, die uns leider noch fehlt. Wenn jetzt endlich die gesamte orthodoxe Judenheit Wiens sich auf ihre Aufgaben besinnen würde, wenn nun alle sich zusammenfänden, um ihre gemeinsamen Interessen gemeinsam zu vertreten, wenn alle sich zusammenschlössen, um an der Bildung einer selbständigen und freien orthodoxen Gemeinschaft mitzuarbeiten, dann ist ein großer Schritt nach vorwärts getan! Dann darf auch י erwartet werden, daß die Kultnsgemeinde .selbst — und wenn auch Zionisten die Machthaber sind!sieb den berechtigten Wünschen der orthodoxen Judenheit nicht länger widersetzen wird; daß auch die Kultusgemeinde selbst einselien lernt, daß eine ״Einheit“ mir dann eine ״Einheit" ist, wenn jedem einzelnen Teil die Möglichkeit geboten ist, sich so einzurichten, ■wie er es für gut befindet, und daß es besser ist, jedem einzelnen Teil freie Bahn zu lassen, als ■ihn in eine ״Einheit“ zu pferchen, die schließlich keinem ׳gilt, aber allen schlecht sein kann. Die Orthodoxie aber ist jener Teil des Judentums, der das G-tteswort praktisch betätigt, Wertvolle Budier^Oesdienke für unsi-rc Abonnenten A. Alle jene Abonnenten, clie die volle "• Bezugsgebühr für das ,'Jahr 1935 (Oesterreich" 'S'16.—, Tschechoslowakei Kc 80.—, Ausland 5 Dollar) bis 31. Dezember 1932 bei uns einzahlen, erhalten als Gratis-Prämie eines der nachstehenden Werke: 1♦ ״Der Raw" von J ÜDÄUß 2. ״Abraham Sohn Abrahams" von SCHACHNOWITZ 5♦ //Das jüdische Volk in der , An*kdofe" von CHA JIM BLOCH und einen קיצור שלחן ערוך B. Gegen einen minimalen Aufschlag können unsere Abonnenten eine der folgenden KlbevPränrien erhalten: * ' שי״ת פי־שת מידכי.1 von RABBI MORDECHAI BENETH -Nikolsbttrg. (Aufschlag S 1.—, tbezw. tsch. ■K 5.—.) 2« //Der Weg der Frommen" מסלח ישרים von M. CH. LUZATTO, übersetzt von Dr. Woblgemuth, 210 Seiten, und ״Rückkehr" הלכוח תשובה «nd הלכות דעוה des רמב׳ם Uebersetzt lind erläutert von B. S. JACOB- SOHN, 104 Seiten. (Aufschlag S 1.—, beziw. tsch. K 5.—.) משניות .ג in 2 Bänden mit den Kommentaren כרטנורה und קי (Aufschlag S 2.—, bezw. t:soh. K 10.—,) Wir bitten von diesem seltenen Angebot sogleich ■Gebrauch zu machen. Verwaltung der ״Jüdischen Presse“. und daher allein das wertvollste Element, das wirkliche Judentum dar stellt. Die Orthodoxie erhebt den Anspruch, auf alle religiösen Belange maßgebenden. und ,entscheidenden Einfluß zu erhalten. Jetzt liegt es an jedem einzelnen, mit Einsatz aller Kräfte für den Zusammenschluß der יראים einzutreten. Jetzt heißt es, sich selbst vorhereiten auf die Aufgaben, die unser harren. Erziehungsarbeit muß geleistet und das Bewußtsein von der Verantwortung jedes einzelnen für die Gesamtheit und der Gesamtheit für den einzelnen in die weitesten Kreise getragen werden. Und noch eines: Von einem großen Rebben erzählt man, er habe, als er auf den Widerspruch zwischen einem Wahlsieg von פושעים und• dem Wort Unserer Weisen קושטא קאי שקיא לא קאי aufmerksam gemacht wurde, erwidert: ״Jene פישעים arbeiten mit mehr Eines■ und mehr Begeisterung an der Vernichtung des wahrhaften Judentums, als leider unsere frommen Brüder für den Aufbau der G-ttesgemeinsehaft. Würden wir wenigstens mit dem gleichen Eifer für unsere heilige Sache eintreten, der Sieg wäre gewiß ü n s e r!“ —-• Weg mit allen kleinlichen Differenzen! Mit:dem gleich'en Eifer, dem g1 eichen־. Ernst, der g 1 eich en,BegeisterungMind g 1 eichen Aufopferung;-wie die anderen, aber für unsere h e i l i g e! Sache, und mit השי־ח, ist der Sieg unser! Aufgabe sämtlicher orthodoxen Fülirerpersönlichkeiten ist es jetzt, an der Herstellung einer geeinten Front mit aller Kraft zu arbeiten. Bei den am 4. Dezember stattgefundenen Wahlen in den Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde Wien wurden insgesamt 26.159 gültige!Stimmen abgegeben. Hievon erhielten die ״Nichtnationale Liste Union-Werktätige“ 10.194 Stimmen und 15 Mandate, ■die ״Zionistische Liste“ 8954 Stimmen und 14!Mandate, die ״Poale ׳Zion“ 2859 Stimmen und 4. Mandate, die ״Demokratischen Zionisten“ 155.1 Stimmen und 1 Mandat, die ״Unpolitische Wahlvereinigung Dr. Leo Landau“ 1041 Stimmen und 1 Mandat• und ■der ״Misrachi“ 857 Stimmen und 1 Mandat. Keine ^Mandate erhielten die ״Orthodoxe Liste Jakob Halpern“, die ״WahlVereinigung für soziale Tätigkeit“ und die ״Jüdische Wirtschaftsvereinigung“. Wahlberechtigt waren 50.114 Personen, .so daß die Wahlbeteiligung 52 Prozent betrug. Ein Wort Uber die Notwendigkeit der Vereinigung des orthodoxen Judentums in Wien. Von Rabbiner Aron Weiß, Wien, XIV״ (Storchenschul). Der an mich von mehreren Seiten ergangenen Aufforderung, aus der Reserve herauszutreten und zu den Problemen des orthodoxen Judentums Stellung zu nehmen, mich entledigend, greife ich mit gemischten Gefühlen zur Feder. Daß eine Organisierung und Einigung der thoratreuen Kreise nottut, davon sind wir alle, denen die חורה und deren Inhalt Herzenssache ist, durchdrungen. Irr ,den Nachbarländern rings um uns, wo die G-ttestreuen: ihre stramme, festgefügte Organisation halben, sind die Erfolge derselben greifbar, der reine Thorageist durchflutet alle Kreise. Die alte Wahrheit, daß der jüdische Kreis durch das Zusammentreten seiner Glieder auch ihr Zusammenhalten rettet, findet da eine herzerhebende״ glänzende Bestätigung. Daß wieder der Mangel einer Vereinigung aller gleichgesinnten g־tterfüllten Kreise unheilvoll sich auswirkt und nicht recht Lebendiges zu schaffen vermag, erleben wir zu unserem Leidwesen hier in Wien. Viel Schön und Ideales könnte Wirklichkeit werden und herr- Die reisende Dame erhält bei mir schon innerhalb 6 Stunden eine individuell ihrem Gesichte entsprechend modellierte OTHMAR SCHIFF Perücke Besitzer der weltbekannten Periicken-Kumtwerkffätte Wien I, Kärntnerring 6 »Ä! mrmmm

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