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Jüdische Presse · 1932-04-20 · 16-17 (20.4.1932) · page 1

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Journal
Jüdische Presse
Volume
18 (1932)
Issue
16-17 (20.4.1932)
Date
1932-04-20
Page
– (sequence 1)
Language
German
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tt.l» NovifiövÄ vtfslätite povöl606 fiadit £öM » telegrafov I Bfaifsri^« ais, ■ Zeituogeö vom vfffäeidfffr . V יי: Jmiföal 6*p&!tepfffplÄÄm. BK MMTEREISCIS DES GRTHODOXEM I.» Redaktion u. Administration: Wien, II., Große Pfarrgasse 3/3. — Tel. A»45*3*81. Tschechow Slowakei: Bratislava, Postfach 140. Erscheint jeden Freitag. — Redaktionsschluß: '.."■' Mittwoch Mittag Abonnementspreise: GanzjäbHg; Für Oesterreich S 16. Tschechoslowakei tschech. M. 80, Einzelnummer Öst. Gr; 50, das übrige Ausland 3 Dollar. Zahlungen auf Konto ״Jüdische Presse", fürbester• reicht PostsparkasienkontoNr.D*93614; Deutschlandt Pust* scheckkontö Berlin Nf. 122619; Jugoslawien t Postspk.*Amt Zagreb Nr. 40217; Polen l Postspk.-Amt Warschau Nr. 190409: Ungarn: Postspk.-Amt Budapest Nr.50170;Schweiz: Post* scheckk. Zürich VIII. 4117; für die Tschechoslowakei! ״Jü* dische Presse", Biatlstava, Postspk,-AmtPrag Konto Nr. 53186 Nr. 16/17 Wien-Bratislava, 20. April 1932 .ב׳יי וינא־םיעםבו-: י״ד נ*סז תיצ׳ב 18. Jahrs• פסח Von Wolf Pappenheim. Das Fest unserer Erlösung: aus harter Knechtscliaft, der Auftakt zur geistigen Befreiung, die uns am Sinai zum ersten Kulturvolk aller Zeiten emporhob — .haben wir ja vor 4000 Jahren eine soziale und ethische Gesetzgebung empfangen, die in ihrer Reinheit und Erhabenheit noch!heute von keinem Volk ■erreicht ist — trifft die Menschheit^ in einer Lage, die •kaum schwerer gedacht werden kann. Nur das unbedingte Gottvertrauen, das 'uns ■durch die Jahrtausende des Golus•"■erhalten hat, gibt uns den Mut, 'auf■.bessere Zeit zu hoffen und die Kraft, unsere Pflichten ,'als religiöse Juden unbeirrt zu erfüllen. Die Wogen der Hasses aller jener Neider der Umwelt, die ,düs Empfinden -haben,, daß der Jude in seiner Thora ein Instrument besitzt, das?ihn,,, zur höchsten Stufe der Menschheit befähigt, steigen ins Ungewisse, der Kampf gegen die G-ttlosigkeit in Rußland hat den Kulminationspunkt erreicht, auch haben wir inErez Israel und sonst einen schweren Albwehrkampf nach •innen zu führen, aber, G־tt sei:s gedankt; all diese Widerlichkeiten stählen uns und veranlassen die Orthodoxie, sich immer enger zu reihen und trotz der drückenden Verr hältnisse keine Opfer zu scheuen, um das strengglüubig'e Judentum zu stärken, besonders aber Limud I־Iatliora zu fördern. ־ . :.y Aus E1;ez Israel kommt eine!Botschaft., die vielleicht die Möglichkeit einer Einkehr uvu! "Rückkehr zum Judentum in Aussicht stellt. Unter den vielen Nach- ,rufen, die auch von gegnerischer Seite, anläßlich des Ablebens des R. Josef Chaim Sonnenfeld ז״ל erschienen sind, fallen namentlich die Worte auf, die ״Dom- Hajom“ dem Andenken des Rabbi widmen. Dort heißt es u. a.: «S i n d w i r de s s e n s o siche r, d a ß w i r i in Rechte sind? Vielleicht waren doch die Voraus- Setzungen der Gcullah gerade in dem starken eifernden Glauben jenes Mninclcr vollen Rabbi geborgen, der sechzig ■Jahre seine armselige Behausung in der Altstadt nicht verlassen hatte; vielleicht waren■ sie in seinen Tränen, und' Gebeten!besser gehütet als in unserem Siegeslicderu?...“ i offiziöse Zeitung ״Haarez“ bringt Andere Zeitungen erwähnen folgeneine Kommission in Verbindung mit Auch die ehrende Nachrufe des Faktum: Als .dein Palästinamandat Raibbi Sounenfeld ^oChs uJtöaupkcfi//IefurJ6u11>efv -undinädcAai mrfOfe/d&M&fara&l י //. Ulaizaasse. richtete, ob er ernstlich glaube, daß so ein kleines, beengtes Ländchen wie Palästina die fünfzehn Millionen Juden der Welt aufnehmen könnte, gab der Rabbi die spontane Antwort: ״Habt Ihr schon je eine Mutter gcsehen, die gesagt hätte, es sei in ihrer Stube kein Platz für ihre! Kinder vorhanden?.. .” Ja, wir sind sicher, daß \v i r in! Rechte sitn;l.• da gerade das Pessachfest uns wieder recht gilbt. Und so können wir nur hoffen, daß die Worte des ״Doar Hajom“ wirklich die Botschaft darsteilen, die uns dpr Tag, der Tag des Pessach bringt, Worte der Einkehr und der Selbstbesinnung. ‘ 1011 Männer, denen das הדבק במתתיו und seine bis zur höchsten Vollendung gesteigerte Verwirklichiung ■zur zweiten Nat׳ur geworden ist, dürfen wohl mit Fug und Recht, mit den Attributen ihres Vorbildes bezeichnict werden. Und wenn je "von'/einem Menschen gesagt werden kann — י~־ ה מגביהי?1שבח er habe die ragende Hö.he geistiger und .sittlicher Vollkommenheit erreicht und המשסילי לראות besitze dennoch die Fähigkeit, sich in die Gedankenwelt auch solcher Menschen ein zu leben, die ■in,der Nieder,un!g des Alltagslebens stehen, so kann dies ־in erster Reihe von 1R־ab|i jösc.f Ghäjim Sonnenfehl, •behauptet weiden. § So sehr ,mich der ׳Gedankt, d׳ie weihevollste ,Nachtwache des Jahres an der Seite •dieses Größten ■der er!uns!herzlich willkommen geheißen hatte: .,ich!hoffe, ihr werdet euch bei mir ganz heimisch fühlen. Ich gebe den Seder׳ so,-wie ׳ich ih:n daheim als Kind!gehört!habe.” Doppelt ehrfurchtgebieteud .wirkt heute der Rabbi. ■Die hohe Gestalt in weißer Gew an ein ng, die von einem .siLberdurc.11 wirkten,, breiten Gürtel umschlossen wird. Dieser ist eia Erbstück von ,Rabibi Jizchok 'Jeinich. Diskin זצ״ל und wird vom!Rabbi in hohen!Ehren gehalten. Er legt ihn nur einmal. im JahPe, in der ליל ש׳ an. Auf des Rabbi Antlitz strahlt Förmlich Reinheit und Heiligkeit, Güte und Milde. Die letzten Anordnungen zum ’Seclcr werden noch getroffen. Inzwischen: kommen □ב׳ בתו ,uni sich — einem alten Erez Jisroel מנהג entsprechend — ihr חרוסת vom Rabbi zu holen.!Deutet!dieser Brauch vielleicht aii, daß cs vornehmste Pflicht deis jüdischen!Führers *ist, den Lebens מרוך Ihrer Schutzbefohlenen mildern zu helfen? ... Rabbi Chajims ■Erklärungen, zur הגרה sind .so einfach und schlicht wie seine ganze Aj-t. 1Er erläutert z. ß. die Etihymoloigie des!Wortes מצה• Ideen- und lautvor,Waadt mit ״ מסה•Streit‘,‘. Wieso entsteht ein Streit,? Zwei .Menschen sind in irgend einer Sache verschiedeaer Meinung. Da gibt es idoelv einen .dritten, eiii •F0Y11111, das entscheidet? Die beiden eilen aber so sehr, ׳daß sie gar keine Zeit haben, ׳ ihre Melau,nigsverschiedenlieii schlichten zu lassen. Ein ״Streit‘‘ ist entstanden. So auch bei der מצה• ..Es darf keine Zeit bleiben, den Teig •in Gärung übergehen zu lassen. Nur eilen!heißt es bei der Mazzotbereitung, •daher ,מסה " מצ־־• Lud ■darum übermm V י! MIX LEBEN $ V E R S I C H E R U N GS• GESELL S CH A FT setzt auch der Targum das Wort ׳ מצהmit פמיר• Fertigmachen, etwas zum ■Abschluß.bringen. מצה. erklärt!unser hoher Gastgeber,-weiter, ist ׳die Vereinigung, die Verbindung der vier Gruiidelemfciüte iles Kosmos. Die Brot Fracht ■ entstammt :■dem עפר •das Wasser als Bindemittel ist ׳doch!unverfälschtes אש ,מי-ס Feuer bäckt die .Mazzot. Wo ist .•der רוח? Den > ירוה den Geist müssen w i r der Mazzot gebeü. Darum!heißt■ sie auch, לחם עיני. לחם שעוני□ עליו דברים הרבה. - Wir .־sind beim ^-Gebete angelangl:. Üii vergleichlieh •die Art, wie der Rabbi diese Psalmen spricht. liier habe ich ״ הללerlebt‘*, habe ■gesehen, wie ein wahret־ עברה' G-tt loht, wie -er G-tteshen;.schaft verkijiidpt. Und wenn man die ׳ (.ביקgehabt!h at, auzu hören, w i e tler1־Ra:bl1) •׳ die-Zcit erüeht, in der ״w i 1־ m 11 s"■f r e11׳ c 11, a m •B a 1j d e i 11 c r S.t a d t 11 11 d f r 0 11 I 0 c k e n ־Di r ■ z 11 . cl i er 11c 11“, ׳dann hat man eine leise .Ahnung, was heiße, jü-i 'dische 'Sehnsucht bedeutet. Als ich gesehen,/mit welcher Innigkeit und Inbrunst, so ganz erfüllt ■voirdcr'«MSjcwali‘,' allem anderen weltenfern entrückt der Rabbi sein כזית׳ Mazzot gegessen, da lernte ich erst begreifen das;'Schrift- .wort ויחזי את אלוה׳ ויאכלו וישתו wie das, gerade keim 1 koi*-. pcrlichen Genuß, auf G-tt Hinschauen höchste. Vollendmngsstufe bedeutet. . Nach einigen «Min 11 teil war■ clie. •ModiI.z6it:-'1bee.Uidet'• und weit ■öffnet sich die Türe. ’.־’־;■■i ■','־• > Da beginnt Rabbi Ghajim mit schlmchzeude1\ fschmerzerfiillter Stimme: ר בינו של עולם! Wir haben• gei ■gessen, haben uus!gesättigt. Wir haben aber nie lEt $0־׳ gossen vom 11 קרבן פסח i C11. t vom חגיגה! WaWnm dies? Sch uld •daran sind jene □גוי, die verbran nt '' ׳hüben:al׳>'ei A lleiligtum, zerstört Deinen Altar.!□!!!שפףןהמתךאל^ג׳חז!!׳־ Diese ׳Worte •waren mit elementarer Wucht ׳und piijt nicht zu wieidergebender Gewalt : ■.,föranlich.;; iliera-usr” geschleudert und wirkten — weil sie ־so ganz.lm Gegen»• satz-zu!des Rabbiis milder und sanfter Art standen,:r-r tief aufwühlend. ■ , ,, ■ ,ז , Und *dann setzt der Rabbi ,sein Halle] f!Qrtv sagt mit solch hinreißender כינה «ein נשמת Gebet,,׳daß *der; Zur liöre'r es fast miterlebt, wie nicht .■.nur, g,aI Le^G;c^ b c i 11 e“, sondern ■auch ״d i e 11 11s t e r b I i c h e'. S e el e‘:‘ ־des Unsterblichen Lob und!Ehre kündet.״‘ v. ni Vertraute Klänge begleiten die Schluß1gcsäng,ejdeii Seder אריך הוא יבנה ביתו singt der Rabbi "mitv der äiieh im Westen bekannten Ucbor,Setzung ״ÖI1 'baieden Tempel.“ Wir sind beim auheimelhcleh'1(חד ג די א "Fidel angelangt. Der Rabbi übersetzt singend jedes Wo’rt uiid .sagt u!ns: ״Ich hab es so van' n1ei.ncni׳'־;y^tth\'1^elvöri”;iih'(l'' so •sing'.ich es' •seit jeher.“ . .י *Zwei Uhr nachts ,war es, als wirJi(|'1i1־c'H> dip ־rnciF .schepleere Altstadt Jerusehölajims ,.iiV^.rhi^^y'ö'ljttün^zVC strebten.. Laut!hallen die Schritte •iir,d'ei(;‘e%.eiF.’G׳ü,§Scij[.•' *׳ töjit in meinen ".011 reif des'׳' Rabb'f־*iii- Nocli"' lange to.nt 111 meinen 11 rünstiges לש^ה״האבה בירושליס הבטיח;" Für .,dek Rabbi. Gastfreu1i׳dsehaft*V’iiJvfI;.L'et{fseiig•־!it ,ist folgende Episode uugeinein' cl1kralcteri׳sti^cl1ri'. . . Als 'der , llabbi unsere, atis t Vier' Pyrsaneirk-bef stehende!Reisegesellschaft zum Seder eHiJud,, füHIifeteii wjr, sei 1i ohnedies sehwaches, Buclgel; in'i Sil1׳Wank'Mt:>z;1V bringen.!Nach anstrengender Mühe!gelaitg^’es* ulikjendi lieh, seiltet Wirtschaftskasse —-!11?1 j;L|rLiplj'40־.h 11 <ין:-^Ptt des / Rabbi ־י־־ eine entsprechende 81יןןן,11})[||411^^.ב0ןמ-וןןו' .Am, •Nachmittag שביעי של פסח wateu• \v.ir ab9^n^a,׳(s0b^i,n> keit. d8r weltbekannten Perückenwerkstätte . i יי! Wien I. Kärntnerring 6 aMrBu^ Tel. U47-1-16־

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