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Jüdische Presse · 1932-04-08 · 14 (8.4.1932) · page 1

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Journal
Jüdische Presse
Volume
18 (1932)
Issue
14 (8.4.1932)
Date
1932-04-08
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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-•<*t :ys^ . ' - ־ "V'•־. 1 *etegrifö* Zeitungen vwn Verleger versendet. 10«t0al c*t»6die päf J*ä^e». V. bi b. OROAM nm MC IHTEIiESSCM OES ORTHODOXE■ JUDENTUMS Redaktion u. Administfätiönt Wien,!!., Gffeßfe Pfarrgasse 3/3. — Tel. A#45*381־־. Tschechfö׳־ Slowakei: Btatisläva, Postfach 140. v Erscheint jeden Freitag. — Redaktionsschluß: Mittwoch Mittag . ־ paair^mrTtr.. .IWaA --mn,rrn. . . .. , ... "Aboniiementspireise.* GaöÄjihrig: Fäf Oesterfdch S 16, Tschechoslowakei tschech. ,K. 80, Einzelnummer Öst. Gr. 50. das übrige)Ausland 3 Dollar. .-■־" ....•.■■•-...:.• ■-.: ■־ ^. -.־ י- Zaatuneen aut Konto ״Jfldlsehn Presse״, Wien für Oest et;' reich: Postsparkasienkonto Nr. D-93614; Deutschland» Pont« scheckkonto BetHrl Nr. 122619; Jugoslawiens Postspk.;Aüit Zagreb Nr. 40217; Polet»»P6atspk.‘Amt Warschau Nr. 190409; Ungarn» Postspk.-Amt Budapest Nr.60170; SChwelkt Post* : acheckk. Zürich VIll. 4117; für die Tschechoslowakei ז «JÜdlsehe Presse״, Bratislava,- P08tspk.*Amt Prag Konto Nr.53386; Nr. 14 U/leifBratlslava, 8. April 1^32 .ב•!* וינא-סרעסבויג ב׳ ניק תרצ׳ב’ 18. Jahrg. Die Iraner um Rabbi J Ch. Sonniiteldrn. Die Bestattung. i-, Am Sonntag, den 27 ז. März, wurde Rübbi Josef, Cliajiin Sonnenfeld zur letzten Ruhe gebracht; Zehntausende Personen schritten hinter dem• Satge. Tertretungen aus ganz Palästina und Zahlreiche ini Laude weilende Touristen nahmen an der Bestattungsfeier teil. 1Der High Commissioner, der Chefsekretär, der Distriktskommissär und die Stadtverwaltung von Jerusalem sandten Vertreter zur Trauerfeier. Man sali im (Trauerhause auch Vertretungen der jewish Agency, deis VVaad Leumi und anderer־ großer. jüdischer .Körperschäften. Am offenen ' Grabe hielt, eine große »Reine jhervprragender Rabbiner Trauerreden, unter ihnen der Jrlusier ( Raw,/Oberrabbincr T)uschinsky.! '; Der historische Appell an die Araber. i Iin Dezember 1929, nach*den Unruhen in Palä- stina, die •So ,viele,Opfer forderten, erließ Rabbi Sonnen- . feld einen Aufruf, in dem es u. a. 'hieß: In den nahezu sechzig Jahren, die ich im Heiligen. Lande verleben durfte, war ich 'Zeuge des Wiederaufbaues der fRuinen ,von• »Jerusalem., Häuser wurden gebaut, Kolonien im . Lände ׳ begründet, TJioraschulen, ׳ religiöse, und charitalive Institutionen ,wurden errichtet. Menschen kamen ins,; Heilige Land, die von ihrer Hände Arbeit ■leb,ten. »Die Wiederbelebung Palästinas durch landwirtschaftlichen . Aiifbau wurde eingeleitet, Kolonien entstanden in Judäa׳ und Galiläa. Die Klagemauer , war seit undenkliolien; Zeiten eine Stätte der Gebetszuflucht für alle Einwohner des Heiligen Landes. Die Zerstreuten Israels in den: fernsten Enden der Welt richteten - injt Gebete ihre Hcr^m ^d^ ji _dem־N er mich Zeuge seih ließ’, der Erschütterung der : ׳Grundlagen dessen, was in jahrzehntelanger, mühevoller ן .Arbeit mit »unendlichen Opfern;errichtet worden ,ist': I Eines »gesunden und blühenden Jischuw im Heiligen! .Lande.-. ’ , . ־• Ich appelliere an alle Bevölkerungsklassen, ins-, .besondere wende ich mich an unsere nicht jüdischen Nachbarn: Bannet den Haß aus euren Herzen, leiht .euer Ohr , nicht grundlosen Gerüchten und sinnlosen . Verleumdungen. Die jüdischen Einwohner des Heiligen; Landes erstreben den Fortschritt des Landes Zum Wohlo; .aller seiner Insassen. Es ist im Heiligen Lande Raum ■ genug für alle. Vollkommen unbegründet ist das Ge- ־ nicht, daß die Juden sich der Omar-Moschee bemäch-; tigen wollen; das Gegenteil ist der .Fall: Bis ztir An-! fcuiift des wahren Messias ist es jedem Juden verboten, j den Fuß auf das Gebiet der Omar-Moschee •zu Betzen. » Ich hoffe, daß alle Gerechtdenkendeil sich zusaihmen- ׳ tun werden, um den' Frieden im Heiligen Lande'Wieder '• herzustellen. Dann wird der Allmächtige unsere Arbeit: segnen und die göttliche Gegenwart wird um uns sein : jetzt »und immerdar. Trauerkundgebungen. ■ - In Wien. Die von der Agudas Jisroel, Ortsgruppe Wien, für: Sonntag, den 3. April, angekündigte Träuerveranstaltung . wurde mit Rücksicht »auf die Erkrankung des in Aussicht; genommenen Redners abgesagt. Die von der Ädass Jisroel, Wien, veranstaltete! Trauerversanüung fand in Wien in der Synagoge der- ' ,, selben (Schiffschul) Mittwoch ,ער״ח ניסל statt. Den Hesped hielt Oberrabbiner S. F ü r s t. In tiefempfundener Rede gedachte er der großen »Persönlichkeit des Verblichenen. Die zahlreichen Erschienenen, unter denen viele prominente Rabbiner, u. a. Rabbi M.M. Epstein, Jerüsalem, und die Gemeinderabbiner Dr, D. Feuchtwang, und Dr. J. Taglicht besonders zu nennen• sind, lauschten . ergriffen den Worten des Redners, der den großen.Verlust des Thorajudentums schilderte und niit dem Pro-. plieten Jeoheskel meinte, erst diel Zukunft werde den Verblichenen recht zu würdigen wissen. Mit einem Appell an die Anwesenden, der Thoraanstalten in.Ere^׳ Jisroel zu gedenken, schloß die eindrucksvolle Rede. In Frankfurt a. M. Der Vorstand der Frankfurter' Keliillali, Israelitische Religionsgesellschaft, veranstaltete am Samstag abends, eine, imposante Trauerkundgebung um Oberrabbiner Sonnenfeld זצ״ל Die Versammlung wurde von ,Herrn Jakob Rosenheim im Namen des Vorstandes eröffnet. ׳Nach einer einleitenden Ansprache des Gemeinderabbiners Josef II o r o v i t zjhielt Rabbiner Jonathan Horovicz aus Jerusalem einen groß angelegten Hesped, in welchem er auf i Grund seiner langjährigen persönlichen Beziehungen z(| dem großen Heimg’egangenen ein ergreifendes Bild!feiner großen Persönlichkeit zeichnete. Die tausendköpfiÜfe Menge lauschte mit Wehmut und Andacht ,den erschütternden Ausführungen des Redners, was in dem Schlußwort des Vorsitzenden zum besonderen Ausdruck »kam. / »Die imposante Traueifkundgebung. hat deswegen am Aufgang , des Sabbats feiattgei'iinden, weil Rabbiner Horövitz an demselben Aböikl seine Reise» nach Jeri!- salem ängetreten־ hat, um feinem letzt willigen •Wunsche seiner verewigten Gattin entsprechend ihre sterbliche^ Ueberreste nach Jerusalem zu überführen. — Von Oberrabbiner .Sonnenfeld bezw, ^seinem Beth Din ist eine telegraphische Entscheidung eingetroffen, daß dem Wunsche der Verklärten willfahren werde. Die Lewaje bezw. Beisetzung in Jerusalem wird am 5. Nissan stattfinden. ... In der Tschechoslowakei. Die Nachricht vom Hin scheiden des הדור PÜD צו*וק und palästinensischen Führers der Agudas Jisroel, Obeirrabbiners Rabbi Josdf.y.Ghajim Squnenfeld ז״ל hat in •der T s ch e c 11 oslo w a;k e i,־ wie überall, wo Juden wohnen, denen das Schicksal (des, Thoräjudeniums nicht gleichgültig ist,allgemeines• und tiefe; Trauer' liervöi;- ׳.•gerufen. Der,agroße Hpimgegnnkehe, :war ein“ Kind ׳der :.Slowakei.; E1/1»'•cfötzl*en• Wochen seiifel Lebens enge Beziehungen küfrecht zu Verwandten und •Freuiidfen in der Slowakei. Er nahm auch ununterbrachen regen inneren «Anteil *an allen Vorgänge im slowakischen Judentum und. )■richtete zuweilen auch ermutigende und anspornende Briefe und Aufrufe an die Anhänger der Orthodoxie zur intensiven Mita ibeit an den Aktionen der Agudas Jisroel, z 11 deren ö ff ent- ■liehen Bc׳ke unern und treues-ten und überzeugtesten Verf'echvern er als einer d e i* e r s t e ת s c Iro n sei t i 11 r e r• G1• ü 11 d u 11 g i m J a h r e 3 6 7 2 z ä 1111 e. Die Trauerkunde wurde von den T a g e s z e i t u 11 g e 11 in: alle Orte hinausgetragen. Außerdem richtete ‘ die J orthodoxe Landeskanzlei in Bratislava ein Rundschreiben an samtliehe Gemeinden des Landes׳, in welchem sie der Trauei־ der gesamten Judenheit wegen des Hinscheidens eines ihrer größten Führer Ausdrück gab. Das gleiche tat die Ländesorganisation der Agudas Jisroel-Jugendgruppen: »- Trauevkundgebungen uind Hespedim werden in allen Synagogen und Bethäusern Veranstaltet. In B r a t i s 1 a.v a »hielt. Se. Ehrw. Herr Oberr a b b i 11 e r S c h 1• e i b e r Sonntag, den 26. Weadaa־, in der großen Synagoge einen großangelegten und eindrucksvollen Hesped, der mehr, als eineinhalb Stunden dauerte. Er würdigte die Persönlichkeit des Heimgegangenen als Menschen und Juden und schilderte: seine überragende Größe als die eines treuen Siegelbewahrers und Nachlebers;jener Lehren, die er von seinem großen Rabbi, dem K’saw Sofev ן»ל empfangen hatte. Erschütternd war das Bild, das •der;• ehrw.׳ Redner von den religiösen Zuständen entwarf, die den greisen, iii seiner . Bescheidenheit unvergleichlichen Stuben^ gelehrten Rabbi Chajim Sonnenfeld ץ*ל aus dem stillen Lchrhausc auf den Kampfplatz für die Integrität der Thora im jüdischen Gemeinde- י und Gemeinschaftsleben hinausliefen und ihn, <len altersgebeugteri, milden und gütigen, immer ausgleichenden und Versöhnenden älteii Mann,' V.üm' unerschrockenen; ‘willensstarken und!Jrinzipienfest.en Kämpfe,!• machten, den selbst die wildesten Angriffe und Bedrohungen der Gegner nicht um Haaresbreite von dem geraden Wege der Orthodoxie, wie sie vom ״Jischuw Hajoschon“ veijtreten war, abirren ließ.. Zum Schlüsse gedächte er ehrend aus der Reihe der dahingeschiedenen גמל' (צד׳ ן״ל des Jahres der Obevrabbiner Kalman W eb e r-. Piestnny, Simon E h r en f e 1 d-Michalovce, Slalomon U11 m a 11 n-Bistritza und Jecheskel L i b s c h ü t z- Kalysz und forderte die mehr * als tauseiidköpfige Zuliörerschaft auf, in den Wegen der Heimgegangenen zu wandeln und . namentlich jetzt, in dem Zeiten schwerer Wirtschaftsnot, für , ,die A r m e n in der P o d k nvpntskä R11 s sowie für die e i genen B e- ,dürftige n reichlich zu spenden und angesichts• deis bevorstehenden Pessachfestes der, Verteuerung tlcr Be da 1• f s a r t i k e 1 entgegenzuwirken. Im Bethaus ״Nachlos E|'s ri•c 1“ widmete während des G-ttesdie11stes R. Meior Letsch Rosenbäum״ dem Heimgegangenen rührende Worte'.; der .Trailer mul des verehrenden Gedenkens; . , Am selben' Tage wurde auch im Tempel de!r N e 01 o g enge m e i n,d e eine Traüevfeier veranstalte^ bei welcher Herr Oberrab'biner Dr. Funk die Träuer- ,rede• hielt. ...... , . , . , , .<■ , JM-. ... ‘' In' *P'f'a'g wiirde Üer:‘Hes^ed-־über kJeil l־feill11*|ef gangen en Rabbi Jos. C11. Sonnenfeld ן°ל im ’״Bes- Hamidrasch -des Rabbi Bezalel Ränsburg“ veranstaltet. Tranerreden hielten die Herren Jakob S c 11 w a r z \1nd Prof. Dr. Eugen Lieben. .. Auf vielfachen Wunsch aus. dem »Leserkreise ließ die Administration der ״Jüdischen Presse“; in Brati,- slava von dem in der vorigen, Nummer gebrachten imposanten Bilde des Rabbi Jos. Chajim So 11nenfeld ן״ל Abzüge auf feinstem Kunstdruckkarton!!erstellen. (Siehe Inserat!) Rabbi Jecheskel Libschütz דל. Zii dem von uns bereits kurz mitgeteilteu Ableben des Rabbi Jecheskel Libschütz ist noch'folgendes nachzutragen: Rabbi Jecheskel Libschütz war der. Sohn des bekannten Lubliner Gaons, Rabbi Hillel Libschütz זצ״ל auf nicht weniger als 18 Generationen rabbinischer Größen konnte er in seinem Stammbaum zurüakblicken. Schon in jungen Jahren als Thoragröße •anerkannt, wußte sich Rabbi Jecheskel Lilbschütz auch ein bedeutendes allgemeines Wissen auzueignen und beherrschte eine ganze Reihe europäischer Sprachen. Nachdem er als junger Rabbiner in Jurburg!bei Kowno amtiert hatte,־ fungierte er als Raw in den großen Gemeinden Baus und Pilozk,־ um schließlich das Rabbinat in Kali sch zu übernehmen. Zahlreiche Berufungen, die ihm während seiner dortigen Amtszeit von seiten der größten Gemeinden des In- und Auslandes zugingeii, hat er abgelehnt. Weltberiihmtheit erlangte Rabbi Jecheskel libschütz durch w HO M I X E B E N S VERS ICH E R U N G S* G E S E L L SC H A FT Modernste Brautperacken dar wqltb0kannt0n :PecUck8nwerkstätt0 W i en lf KM r n t n e r r ing 6 tera» Tel■ U■47-1 ■16

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