Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 18 (1932)
- Issue
- 13 (1.4.1932)
- Date
- 1932-04-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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״יי״*“ ״ "י iWttaf eip&ff« par PJiWem. v;Eb. oKttiui rue:mä וווטזווו«£■ |üi o^rHoooui Judentums Redaktion^. Adiftifiisttätiöü: [Wiefi,TL; Gtoße •r Pfarrgasse 3/3. ä Tel. A*45*3*81. Tschecho« Slowakei: Bratislava,' Postfach 140. Erscheiät jeden FrOitag. ׳— RödafetionSSciWuß: Mittwoch Mittag Abonnements preiset Ganzjährig: Für Oesterreich S 16* Tschechoslowakei tschech. fc 80, Einzelnummer ost. Gr. 5Q. das übrige Ausland 3 Dollar. > Zuuuagen auf Konto ,Jüdische Prasse*, Wied für Oester• reicht PostsparkasienkontoNr.D-93614; Deutschland!Post* scheckkonto Berlin Nr. 132619; Jugoslawien! P08tspk.‘A«t Zagreb Nr. 4Ö2l7; Polen t Postspk.^Amt Warschau Nr. 196409; Ungarnt P08t8pk.-Amt Budapest Nr.50170; Schweiz! Post, scheckk. Zürich VIII. 4117; für die Tschechoslowakei t .Jfl• dische Presse*, Bratislava, Postspk.*AmtPrag Konto Nr. 53186 Nr. 13 | WIen-Bratlslaya, 1■ April 1932 .118 כ- וי3*־6יעסבויג כך אדי ג< תחרב. Jahrg. Rabbi Chajim Sonnenfeld ist nicht mehr. Samstag, den 26. d. (16. Weadar) ist er nach ׳kurzem Krankenlager verschieden. In ihm verliert das Judentum den Mann, der auf heiligem ,Boden' sich selbst zu einer ragenden י Höhe urtd Heiligkeit emporentwickelt hat. ln den aufwühlenden inner•, jüdischen Kämpfen des Nachkriegs-Palästina *war, er der Wortführer, der Orthodoxen, sein Name die . Fahne, um die?ich alle jene auf dem ganzen Erdenrund scharten, die in Erez Jisroel eine Zufluchtstätte der Schechina, das Nationalheim jüdischer Heiligkeit, erblickten. Aber auch die Gegner dieses altjüdischen Ideals, auch die Träger des neuen Jischuw, konnten R. Chajim '.Sonnenfeld, dessen Uneigennützigkeit und Beclüjfnislosjgkeit« und* dessen kristallreiner Charakter alle Alltags-1 erscheiilujigen himmelhoch überragte, ihren Respekt nicht versagen. . :Rabbi Chajim Sonncufeld wurde im Jahre 1848 in Vrbove,. (Verbö) geboren, entstammte also der altunga-': vischdn Orthodoxie. Er war der Sproß einer angesehenen, frommen Familie. Sein Großvater war ein ob seiper Gelehrsamkeit und Frömmigkeit sehr berühmter Rafibiheriin Sv.‘ Jur (St. Georgen) bei Preßburg. ׳ Er ־ hieß.. , R. Samuel Jörgen, lebte zur Zeit des Chasam.Sofer und ist in St. Geörgen' ‘ begraben. Aiich, sein Vater,,Rabbi Abrpjiam •Splpmo;. war. ein her vor ragender/ * Talmi'd Choch'öm. Er starb‘jung ah;Jäh reif und wurde‘iri YerbÖ beerdigt. Rabbv Abraham Salomo^ Sonnenfeld hinteiTieß eine junge Witwe und drei uhmündige* Kincler in sehr gedrückter materieller Lage. Das älteste Kind, Samuel,: war beim Ableben des Vaters elf, Ghajim •fünf und eine Tochter drei Jahre alt. Die .Witwe heiratete drei Jahve , später abermals, nach. Senic. So kam der junge 'Chajim‘ als' acht jähriger Knabe nach Senic, wo ,seine Mutter: unter, großen Sorgen ein kärgliches• Leben fristete,־ während’ sein älterer Bruder sein Brot bereits selbst .suchefn' mußte., in Senic war der kleine Junge. Gegenstand allgemeiner Bewunderung. Er sollte ’dprt die Schule be7 suchen, aber seine Lehrer wußten mit ihm; nichts anzüfangen.'Er war schon damals sowohl an Kenntnissen als auch, an Frömmigkeit über seine Altersgenossen hi'nausrägend. Der alte, gelehrte ׳Schumes von Senic, R. (Schimon Mandel, pflegte noch viele Jahre nachher das Lob. dieses Wunderkindes zu preisen, das er täglich . vor dem ,Eingang des Bethauses, in seinen kleinen Tallis gekleidet, wartend vorfand. •Mochte er noch •so früh das; Bethäns öffnen, der Knabe kam ihm immer zuvor. Bald trat er.in die Jeschiwah des damaligen!Senicer Rabbi- ׳ ners Löffler ein, wo er im Kreise von gleichstreben,den Altersgenossen im Lernen weitere Fortschritte machte. Aber auch diese Jeschiwah war dem jungen Talmudisten nicht mehr großzügig genug. Eines Tages benützte er die Abwesenheit seiner Mutter, •die gerade auf einen Markt י gereist war, und - ging zusammen mit mehreren Kollegen nach Verbo, seinem Geburtsort, wo damals der große Rabbi Chajim Hirsch Mannheimer lehrte und wirkte. Hier hat er mit seinen reichen Kenntnissen Auf- י sehen erregt. Sein Rabbi nahm sich seiner besonders an• Zur Bar Mizwa erhielt , er vom Rabbi den Chowertitel. Zu Füßen dieses Großen seiner Zeit saß er bis zu seinem 15. Jahre. Er war inzwischen zu einem der tüchtigsten Jünger herangewachsen und begab sich nach Preßburg zur berühmten Jeschiwah des. Ksaw Sofer. -Hier־'zählte er zu den besten Schülern und gewann sich die besondere Zuneigung seines Lehrers und die Liebe und Verehrung aller seiner Kollegen, die damals nach Hunderten zählten. Um seine stets größere Gesellschaft üncl 'edes Hervortun aufs peinlichste Vermeidende! 'Pe'rsönv ichkeit bildete sich hier schon unter den •Mitschülern ein ganzer Legendenkreis, Er war sehr arm,‘litt Hunger und Not; er lernte aber dessenungeachtet Tagund Nacht unverdrossen und führte das Leben eines '׳Heiligen ‘ im Dienste seines Schöpfers, Ein wohlhabender. Mitschüler,; der nachmalige Oberrabbiner von Szatmar, Rabbi Jehuda Grünwald s. z. 1., schloß sich eng an R. Chajim an und sorgte für seinen Lebensunterhalt. Im. 18. Lebensjahr verlieh ihm der Kesaw 'Sofer die Morenu. Bald darauf verehelichte er sich mit der ״Tochter des bekannten Zaclik, des Chasan von Kobersdorf, Salzer, und zog in j das Haus seines Schwiegervaters, ,um sich ausschließlich j dem Lernen zu widmen. Zwei Jahre später zog der dov-; tige Rabbiner. Rabbi Abraham Zw^ebner s.' z. j. nach j Jerusalem. Rabbi Ghajiim• faßte cJeiYEritschliiß, dem Bei- : spiel des Rabbi zu folgeii, und ließ sich von seinem Enti Schluß nicht abbringen. ׳'׳׳־. j Die weitere Entwickhmg des Rabbi Josef Chaj jim Sonnenfekl s. z. 1. würdigt in liebevoller Weise j Isaak Breuer in seinem 1925 in Frankfurt am Main j erschienenen Buche ״Das jüdische Nationalheim■‘,) dem wir die folgenden charakteristischen Stellen j entnehmen: ... In Jeruscholajim, der heiligen. Stadt, lebte seit mehr als fünfzig Jahren.ein jüdischer Mann. Yon’Sehnsucht und Hoffnung getrieben, war er. im Jünglingsalter , aus meeresweiter Feime ins Land der; Väter, in G-ttes * uifd der Thora Land, gezogen und hatte niemals wieder _ den Fuß auf fremde ,Erde gesetzt. In Jeruscholajim saß"[ er und harrte des Erlösungsrufes G־ttes an die Nation,׳ alle Tage seines Lebens. Für sich selber, hatte er •keine[! Wünsche. Ehrgeiz war jhm, dem bewunderten Schüler[ des großen Keßaw Szofcv, völlig; fremd; öffentliches־[ Auftreten in der Seele verhaßt. Geld war, seinem Ohr[‘ ein fremder Klang; Seihe Bedürfnislosigkeit kannte ' •keine Grenzen, ln tiefster Bescheidenheit weilte er zwischen den vier Ellen seines Lehrhauses und hielt sich , dem Studium’ der Thora, dem inbrünstigen Gebet und , clen Taten der Liebe geweiht. Aus der Enge seines Lehr- Eine Leuchte in Jisroel ist er• loschen. Rabbi Chaim Sonnenfeld 1צ״ל ist in Jerusalem nach mehrmonatigem Leiden verblichen. Seit Monaten schwebten mir in schwerem Brnir gen um das Leben dieses Fürsten in Jisroel Ein Mann, der von Beginn an bis zum 85. Lebensjahre sich in ethischer und jüdischer Be- Ziehung in gerader Linie zur höchsten Hölle emporarbeitete, der trotz einer rührenden Bescheidenheit durch die Entwicklung der Dinge im Kampfe um das wahre Judentum zur Führerrolle gezwungen wurde. Mit 1? Jahren war er unter den damaligen 500 Jüngern der Preßburger Jeschiwa unter dem Ksaw Sofer schon durch Scharfsinn und eisernen Fleiß, besonders aber in ethischer Beziehung als Mustermensch und Musterjude hervorragend. Mich verband mit ihm durch nahezu?0 Jahre eine innige Freundschaft, die die enorme räumliche Entfernung nicht abschmäclite. Ah-dcji, vor elf Jallren in Jerusalem die Sabbate in seinem Hause als •'Gast-׳zubrachtet erkannte~~ick seine ' gaiiz;außergewöhnliche Erscheinung. Meine Liebe zu ihm mar von einem Maße von, Verehrung getragen, das iuhbeschreiblich ist. Vor der ersten Kenessio drang ich in ihn, doch an derselben teilzunehmen. Er weigerte sich aber, Erez Jisroel auch nur für eine Stunde zu verlassen und schrieb mir: ״Teurer Freund, Du mußt -. verstehen, daß ich •nur eine schätzenswerte Eigenschaft habe: ich bin Palästinenser; bin ich nicht in Erez Jisroel, so bin ich eine Null!“ Als der große Rabbi Meir Don Plotzki זצ״ל vor 20 Jahren aus Erez Jisroel zurückkam,' äußerte er sich: ״Mir kommt vor, daß Rabbi Chajim der Zadik hador ist.“ Möge sich רש,"ת seines zerstreuten Volkes erbarmen und uns einen Mann finden lassen, der teil- Reisen Ersatz fürMeseh Edlen Mietet תנצב״ו־ז. :: 'V- ‘ Wolf 'P a p p e nh e v'm. . hauses flbg Sein" Ruf *über das ganze^Laiid,‘ durch die# ganze jüdische Welt. Er aber wußte es nicht; ־ Die Jahre zogen dahin, in Sorge, in. Not, in Kümmernis und in . der Freude an G-ttes Thora. Auch die Menschen zogen an ihm vorüber, und ihr Antlitz wechselte sehr, Anfangs kamen nur Menschen seines Schlages, die G-tt ins Land gerufen. Daun aber kamen auch solche, die.die Armut lieben wollten, die Kolonien zu gründen versuchten. Und :schließlich kamen auch Zionisten und ihre thoratreuen Antipoden. Ei sah sie alle, sie sprachen ihn alle. Zugänglich war er jedermann. Der Thoratreue war ihm willkommen , uml^ den Verirrten hoffte er G-tt näherzubringen. Die wilden Stürme, die draußen in der Diaspora die Judenheit aufpeitschten, legten sich vor seiner Tür. Er war kein Mann des Kampfes, kein Mann der * öffentlichen Tat. Befragt, sprach er klar und fest seine Meinung aus. Aber :Führer zu sein, hatte er kein Amt und fühlte er keinen Beruf, Er redete wenig und schrieb nichts. Eine Sündenscheu ohnegleichen wurde mehr und mehr der beherrschende Zug seines Wesens und gab seinem Gesicht das Gepräge. Das Bewußtsein, in einem Lande voll göttlicher Heiligkeit zu sein, verließ ihn keine Stunde. Das Glück seines Daseins war es, gewürdigt zu sein, in solchem Lande zu weilen, . ,; pie"-Jahre zogen daliin, Jahre der türkischen Modernste BrautperUcken ' der weltbekannten Perllckenwerkstätttf Wien ly KärntnerrinD 6 (8«Ä.enB“r5!VI Tel. ü-47-1-16