Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 18 (1932)
- Issue
- 2 (15.1.1932)
- Date
- 1932-01-15
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Ä daäAibrig& ÄuslÄhd $ Dollar. / ■׳ ':v ׳.•.- •:i -■.׳"■..■.■:'■!;■t:■'!;״.;■־ י*»!:־!;' -■ '?‘/f;;V־■ ■ .׳'׳׳׳ .., •'. ׳• •׳יי ■■'׳.. -? ׳;־'*׳ l ׳'a ianiuä^eö auf Konto »Jadl«che Presse*, Wien für Oester^ reteh t PostspäikasienköntoNr. D-SS614; Oetitsählatid 1 Post• seheckkoilto Berlin Nr. 122619; Jugoslawien 1 Postäpk.<Amt Zagreb Nr. 40217; Polen t PostSpk.-Anit Warschau Nr. 190409;; Ungarn! Poatspk.-Amt Budapest Nr.60170; Schwel*t Post• scheckk. Zürich Viii. 4il7; fflr dleTschechoslowakei 1 *Jü• dISChe Presse*, BiatlstaVa; P0Stsjjk.»Amt Prag Konto Nr. 63586 va.;... - ,.׳ ׳;:•, ־, .•/ •■־r־',;.V■ /:•־ Nr. 2 18. Jahrg. ScHmnkiiT| Zti, deii Aä griflfen gegen das Bratlslay־ ItabjiÖiät•"n In den seit einigen Monaten in Presov-Kosice. erscheinenden ״Jüdischen Nachrichten“ vom letzten Freitag erschien, aus der Feder des Herrn Samuel . R e i n,e r’ in Presov ein ״O f f e n e r Brie f and a s e h r w ü r d i g e o r t'h ö d ox e R ä b b i ri a t i n B r a t i s l a v a״, dem man fassungslos gegenübersteht. Von •’ ö r i h o d o x'e r; Seite ist eine religiöse autoritative;Stelle des Judentums wohl kaum je derart öffentlich angegciffen worden, wie in diesem exaltierten ״J’accuse“ das Bratislavaer Besdin. Da wird dem —י wie der Verfasser des Artikels selbst hervorhebt•— ״in der ganzen jüdischen Welt des Erdenrundes als Erbe des חיה□ סופר זצ״ל einen besonders güten Namen besitzenden und als כיח דין צדק •ודברי geltenden•׳ Bratislavaer orth. Rabbinat“ in einer gesucht lärmenden Aufmachung eine Flut , von,; unerhörten Beschimpfungen und persönlichen Verunglimpfungen ' entgegengeschleudert, wie wir sie von d i e s e r Seite wahrlich für11 nd e n k bar hielten.' Ein jedes Wort dieses 1Artikels steht zu der religiösen Gesinnung und der Orthodoxen; Lebensbetätigung, die der Artikelschreiber wiederholt auch in unserer Zeitung mit überzeugender Wucht; vertreten hat, nach Form und Inhalt in solch krassem Widerspruch, daß es bei Abfassung dieses Artikels unmöglich mit rechten Dingen zugegarigen: sein kann. Wir; wollen die Bedeutüng eines solchen•; Artikels^; derin״; jeder״Zei 1 ^״.די Stempel, der; Beeinflussung״:״“und äer.; Verirrung . an sich trägt, sicher nicht überschätzen, und ihn zum ,Rang, einer Sensation erheben. Sein Verfasser wird inzwischen selber erkannt haben, auf welche Abwege ihn, die unbegründete Angst um die verletzt gehaltene •und falsch gedeutete Familienehre, geführt hat. Trotzdem;muß eine; : '. solcher, Auslassung gegen hervorragende Bannerträger .der Thora, die im Bewußtsein ihrer Verantwortung oft genüg unter den größten Schwierigkeiten ihres heiligen' Amtes als Besdin zu walten haben, aufs entschiedenste zurückgewiesen werden. Es darf nicht ,ge־■ schehen, daß kundgetane Maßnahmen oder Entscheiclungen eines Rabbinatskollegiunjs.' .'von גרו ל י .התו ך ה, vor denen sich spnst guch der Verfasser .dieses ״Offenen Briefes“ in tiefer Ehrfur.cht’ /׳beügt, aus., momentaner ־ Leidenschaft in•., einer orthodoxen jüdischen Zeitung' schrankenlos und ohne jede Hemmung frevelhaften Angriffen ausgesetzt werden. Bekenntnis 1 zum Thorajudentum' erfordert vor ״allen Dingen demütige Selbstbeherrschling und Respekt vor den Lehrern und Kündern der Thora und ist ganz bestimmt unvereinbar mit der Leichtfertigkeit, die in diesem ״J’gccuse“ das? Bratislavaer RabT binat — und überdies, noch, offenbar ohne jede Ahnung vom wirklichen Sachverhalt —■ vor der Oeffentlichkeit in d$r Haltung eines entrüsteten Volkstribunen der bewußten Rechtsbeugung ,; zeiht, Die... orthodoxe ״jüdische Publizistik darf und, kann. — ger ade w, e i׳l s i e h e u t e: 1F •? h r de n n j e zu vor ei'n'en un d a n kbarcn’ Wachtpos t e n i m ö f f ent 1 i c, h e־n Lebe n e in-* n i m m t u:n d 1 s ehr o f-t b i s ,a n* d i e G re nz'e; d e r; S■® 1 ל s t a » f o p f e r u n g a n־•;. ,Vfi 1 k. u n d' F ü h r e r g l e 1• che r m aßen u, n e n t w e g t u n d ü n e r b i 11- 115 h. m 1.1 Forderungen h cranz u t r e t e n. genötigt is:t — auf die moralische Voraussetzung ihres Daseinsrechtes,, auf die •Respektierung der räbbinischen Entscheidungen keineswegs verzichten. Ton und Form 1•es Reinerschen Artikels müßten demnach auch für den Fäll als maßlos und verwerflich bezeichnet werden, daß seine Beschwerde gegen däs Bratislavaer Besdin sachlich begründet und persönlich berechtigt wäre, wie sie es in Wirklichkeit• n ich t ist. Es bildet den Grund- Pfeiler orthodo^jüdischer Publizistik, daß sie ' j e d e s־ Einzelinteresse der Gesamtheit dienstbar'־ macht. Davon merken wir: im besagten ״J’aocuse‘‘ keine' Spur.;;,Denn was war eigentlich'־geschähen?׳■',"•■ Das Bratislavaer Rabbinat hat vor einigen; Jahren einem ihm als'religiös verläßlich‘, erschienenen Vefwandten des, Merrn .Rj, unter bestimmten, den1'; Mjßbrau.ch;v,orbeugenden Bedingungen die: religiöse BerechtigungVerteilt* mit einer den ‘,religionsgesetzlichen Bestimrnurigen unterworfenem Ware; Händel zu ,treiben, und' iÜm biezuödje י : religiöse Vertrauens>vüfdigk.ei| auch dokumentarisch be- , Scheinigt. Vor kurzem hatte'gas . Räbbinät Veranlassung,; eine Revision dieser unter seiner Äegide geschäftlich aus-; gewerteten VertraueriSwürdigUbit yprzüriehmen mit dem /Ergebnis, daß es das religiöse •Vertrauensverhältnis zu; ihm so schonend, wie es' die‘ Sache nur zuließ, 'wieder' ■ löste' uhd von dieser Äenderüng, selbstverständlich —■ auch die Oeffentlichkeit infdrmier׳tdff ,; Mit. der Sache selbst wollen wir ״uns nicht bei schäfrigen. Es handelt sich, in diesem Zusammenhang keineswegs .um;das־'־׳Käschrüswesen׳ im allgemeinen. Wir!! haben/niemafs 'ein Hehl daraus gemacht, daß wir‘ eine ■ zeitgemäße Neuregelung des? gesamten Kaschrus-^׳ und i Hechscherwesens in unserem Lände für dringend ge^ boten erachten.' Hier aber mußte das Bratislavaer Besdin iibreF! einen Einzelfall entscheiden. Das Besdin hat hiebei se'in 'diskretionäres' Recht durchaus nicht überschritten : und •ist ih keitier Phaseder Untersuchung der Würde der' von jedem Orthodoxen mit grenzenloser Achtung ver-: < ehrten 211/; גדולום וקדושים זי״ע deren Nachkommen der , Betreffende zählt, nahegetretyn. ' // - Was gibt also wem imiüer aus der Fe!ne auch,nur clen \ leisesten Schatten ,.eines Rechtes, die oVthodox-jüdisehe Publizistik zu diskreditieren und sie ohne die primitivste Objektivität in ünverhüHtem Widerspruch zu den Grundsätzen des orthödöxeti" Judentums für Privatzwecke zu mißbrauchen? Dagegäti legen wir Verwahrung eih; wir weisen den Schreiber in die Schranken und fordern ihn auf,; seinen unbegreiflichen journälistischen . Fehltritt ungesäumt öffentlich Und reumütig, zu bekennen« j. J. B. '•'׳■■*.׳ ■ . .'■ ־''־ y .׳ /;• ■־• י ״-־.*■•׳ ■' Zu dieser Angelegenheit erhalten wir von der■!o r t h o d ox en j üd i s ch e n G.e m e i Ä׳d6 i n B r a ti-־ s 1 ava folgende Mitteilungr . . , . / . . In der ersten^ Sitzung der Gemeinderepräsentanz ־ vom 10. Jänner beschäftigte sich der Gemeindepräses mit dem in der jüngsten Nummer /•der ״Jüdischen Nachrichten“ , erschienenen, von Samuel Reiner ge-' zeichneten ״Offenen Brief“ an das ehrwürdige Rabbinat. In Ausdrücken der tiefsten Empörung wies er mit Zustimmung der Repräsentanz die ־ unerhörten ' Angriffe zurück, die in diesem Artikel ״ gegen" das Rabbinat gerichtet werden, und bezeichnete es als > absolut unjüdisch, in solch anmaßendem und beschimpfendem Tone von , dem Bratislavaer;,Rabbinat zu schreiben. . ■ ■?■ Eier Gemeindevorstarid verfolgt die; Angelegen- *heit, mit wachsamem Interesse, und behält! sich geeignete Maßnahmen zum Schütze der Ehre*• und der Autorität des Rabbinats vor.; ’; /; ■»■■■!ח ר ״ - ־ ■t^*־*j י.••«-*;;*-,.־•.. 4-..־.^• :'?'•־V<; > ׳ yr. y j 1}ץ!ןיyx~.״;;,. :־ל?ץ י*;;*'.; ־ ) / Von Rabbiner Josef Adler, Schäßburg. (Schluß) - ' Allein mit dem trockenen Einpauken der Vor- Schriften haben wir unserer von der Thora, .uns auf- ,erlegten Pflicht unseren Töchtern' gegenüber noch lange nicht Genüge getan; ’ Wir müssen ' sie zu überzeugten, :bewährten, begeisterten - Gliedern ״unseres, Volkes; erziehen, die in Liebe zu, G-tt imd ' seine!• Religion/entbrennen und ihren hehren Mutterberuf als Erzieher ihrer Kinder ausfüllen können. Stellt doch die Gemora in. praxi gerade da, wo es untersagt wird, den Frauen Thoraunterricht zu erteilen,.;als!*höchstes. Verdienst) der Frau die : Pflicht hin, ihre Kinder; zur Thoraliebe und zum Thorastudium anzueifern, •welche Pflicht Mnharscho Vzur Stelle, sogar in dem •denkwürdigen Auftrag G-ttes an .משר vor מחן תירה eingekleidet findet, indem er in seiner sinnigen Weise den Vers כה תאמר לבית יעקב ותגיד ל שראל so übersetzt: ,,Sprich zum Hause (zu den Frauen) Jakobs,., daß es ־ותגיח als / dritte Person ■weiblich ge- ';,nominell,: also däs.IIaus, das Weib) rede zu den Kindern Israels unid sie änspörne^^^^ri'/Lerhen und Befolgen der Thora?‘ Wie sollte das׳ Weib aber diesem hohen, von G-tt. ihm verliehenen/ Berufe gerecht werden •können, ,wenn in seinem Pierzen keine Liebe und Befeisterung Jiir cljese Thora .leibt, *wejin es von den chönheiten ’׳und'''.Erhabenheiten_'׳ dieser Thora, ihrer G־ttlichlceit, ihrer alle Fatwicklungsstufen; menschliehen ׳ Fört^hritts übertreffenden. Ethik keine «blasse Ahnung, >ven11 es einige hundert dürre Verhaitungsmaßregeln eingetrichtert als Wegzehrüiig;mitbekommen hätte? .,Wie das ׳■unstreitig' aiich Jür sie verbinidliche/K;1־aft 'bes!|tzende Fündainentalgebot des ersten ,־, קריאת ש^fitzes ואהבת erfiille|1, wenn sie nicht an dey Hrfnd tles Thoraünte r rieht es znr G-ttesliebe erzogen würdeiiP Mefheh -döcK/iinsere Talmudlehrer/zur Stelle " ipi; Sifre Igaii^ eindOufig., daß man; ohne. Tliorastudinin: ßar nic|t zui־; vollkommenen/Liebe G-ttes gelangen könne, indej(i1 sie /sägen: ,Waruin heißt'; es: Es seien^iesO Worte infdeinem Hjgrzen?/Weil vor- Iler geboten %irtk G׳־tt/zu Jiebeiy niu^man doch mölit: :Wissen/kenn, iu/weiltslier; WÜise/innn;ihn lieben 'müsse, darum stellt gleich darauf: /Es seien diese Worte in deinenii Herzen.. das / heißt,, schließe die; Worte ' der״ ■T».׳.״.h ■*־'• *in; /dein' Herz, v aw/ Tnnen wirst? du <״״ו־ Weltsohöpfer erkeüneu lernen und seine Wege;dir; anpigneri.‘‘•■'• Ja, unsere Weisen, behaupten,r daß man dem ו א ה בת-Gebote'nur dann entsprochen habe, wenn ש״ש מתאהב על ידיך;wenn, man durch die ,eigene Lebensweise, durch Fühlen, Sinnen,' Reden/ und Tun ׳ im Hause und im Verkehre mit der Außenwelt den Namen/G-ttes, beliebt macht. Diese Aufforderung kann;doch■ aber nur verwirklicht werden, wenn man selbst ’aus dem Thoraborn getrunken und vom Thora,geiste;•durchdrungen ist. Wie sollten es aber unsere Töchter werden, wenn ׳ wir ihnen die erhebenden, Geist und;Gemüt bildenden, zu einem g-tt- und menschengefälligen Leben begeisternden Lehren der Thora an der ,Hand der fachkundigen Leitung unserer /;Talnuidweisen vor־• .enthalten würden? Das wäre ein Selbstmordgedanke . von üjolch •niedeirdrückender;/Ungeheuerlichkeit, den man n,icj1t einmal für einen Augenblick apfkommen lassen darf, aber auch nicht muß, denn im Anschluß. an das ^!^VGebot macht es uns die Thora zur Eiementarpflieht, unseren Kindern;die Thoralehre einzu-; schärfen. ׳mit den Worten ושגגת□ לבמך, im Hinblick au,f das Objekt mit dem nämlichen Ausdruck also, mit dem' in dein zweiten Abschnitt der קריאת שמע das Lehren der Thora unseren KindernUns aufgetragen wird: ולמר, אי* □ את בניבם und doch beschränkt unsere Tradition das בניכם hier nur auf die männlichen Kinder, das לבניך im ersten ק״ש Abschnitte hingegen belassen sie in der allgemeinen Bedeutung: Kinder männlichen und weiblichen Geschlechtes. In *diesem Abschnitt stellt das Gebot לשננה□ לבניך eben im logischen Zusammenhang, :toit׳; dem'6;12&£-ואהבת; somit kann;keine Einschränkung ' des Begriffes לבניך zugelussen werden; denn nur durch das •Einschärfen der Thoragesetze und des ihnen innewohnenden Geiste^, nur durcli die ErscMießung , desir in ihnen verborgenen etliisehöh' Schatzes; können wir unsere Kinder, ohne Unterschied des Geschlechtes, so erziehen, daß sie den TO^RI-Begriff verstehen und verwirklichen im eigenen Leben und daß durch ihr Leben ־ der Name G-ttes geheiligt wird auf Erden? Diese ואהב׳-Pflieht י obliegt, aber den Töchtern im /selben 9QgenUI)Qr% ifii?;/ ifi jsi®1 sw